Handbuch der Verschwörungstheorien

Handbuch der Verschwörungstheorien

Helmut Reinalter (Hg.)

Erschienen im Salier-Verlag, Leipzig

348 Seiten, Format 15,5 x 23,5 cm, Softcover mit Klappen, ISBN 978-3-96285-004-3, 22,90 €

Verschwörungstheorien haben eine jahrundertelange Tradition und bekommen gerade durch das Internet eine ungeahnte Variations- und Verbreitungsdynamik. Helmut Reinalter als Herausgeber hat mit diesem Buch ein interessantes Nachschlagewerk vorgelegt.

Das Buch vereinigt in alphatischer Reihenfolge die wichtigsten Verschwörungstheorien, in denen Freimaurer  eine Rolle spielen. Antimasonismus und Antisemitismus spielen eine besondere, oftmals miteinander verwobene konstruierte Rolle. Aufklärung und Französische Revolution, die Freimaurer angezettelt haben sollen, werden ebenso erläutert wie Bilderberger-Verschwörung, die Dolchstoßlegende, esoterische Ufologie, das Kennedy-Attentat, linke wie rechte Verschwörungstheorien, Ludendorff, Leo Taxil, die Dollarnote und etliche andere Themen. Begleitend wird erläutert, wie und warum Verschwörungtheorien funktionieren, wie ihre politische, religiöse und ideologische Motivation ist und wie sie eingesetzt und instrumentalisiert werden – einschließlich der Gegenverschwörungen.

Freimaurer kennen Situationen, in denen ihnen einige der genannten Verschwörungstheorien oder deren Muster begegnen. Wer für entsprechende Gespräche gewappnet sein will, dem sei dieses Buch empfohlen. Insbesondere die Analyse der Funktionsweisen von Verschwörungsmythen und -ideologien helfen dem Leser abseits der bekannten und im Buch geschilderten Fälle, kleine Theorien, wie sie auch in freimaurerischen Echokammern hin und wieder entstehen, zu erkennen und zu entschärfen.

Hervorzuheben ist auch, dass sich die Autoren in mehreren Kapiteln mit der ungezügelten Verbreitung in nie gekannter Geschwindigkeit durch das Medium Internet und speziell die “Sozialen Medien” und ihren genannten “Echokammern” oder “Filterblasen” auseinandersetzen.

Dabei versteht der Herausgeber das Buch als eine Einführung und Nachschlagewerk, nicht als wissenschaftlich in die Tiefe gehendes Fachbuch. Und diese Rolle erfüllt es erfreulich gut: Die Autoren führen den Leser in unterschiedlich langen Texten gut verständlich in die Thematik ein, ausführliche Literaturlisten ermöglichen bei Bedarf ein vertiefendes Studium. Nicht unerwähnt bleiben soll das angenehme und großzügige Layout, das vor dem Eindruck “schwerer Kost” bewahrt.

Autoren: Dr. Sebastian Bartoschek, Prof. Dr. Werner Bergmann, Dr. Michael Blume, Prof. Dr. Marian Füssel, Prof. Dr. Albrecht Götz von Olenhusen, Dr. Eduard Gugenberger, Dr. Michael Hagemeister, Prof. Dr. Frank Jacob, Dr. Eric Kurlander, Reinhard Markner M.A., Dr. Ralf Melzer, Dr. Claus Oberhauser, Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Prof. Dr. Daniel Pipes, Prof. Dr. h.c. Helmut Reinalter, Dr. Peggy Stubley, Prof. Dr. Wolfgang Wippermann

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Auf Liebe und Tod: Konzert im Lortzinghaus Osnabrück

Der Pianist Florian Krumpäck und der Sänger Marek Kalbus im Lotzinghaus

Sänger Marek Kalbus und Pianist Florian Krumpöck begeisterten mit Liedern von Franz Liszt im Osnabrücker Logenhaus.

(Osnabrück/rm) Spätromantiker und Selbstdarsteller, Tastenlöwe und Megastar, katholischer Abbé und bekennender Freimaurer: Franz Liszt war vieles gleichzeitig. Eines war er nicht – ein Mann der leisen Töne. „Gestorben war ich vor Liebeswonne, begraben lag ich in ihren Armen“: Es sind Texte wie dieser von Ludwig Uhland, die den Komponisten, der vor allem mit prunkenden Klavierkonzerten und sinfonischen Dichtungen wie dem von den Nationalsozialisten missbrauchten „Les Préludes“ berühmt wurde, dazu drängten, Lieder zu komponieren. Liszts Lieder locken in einen Kosmos extremer Gefühle. Der Bassbariton Marek Kalbus und der Pianist Florian Krumpöck machten sich bei ihrem Konzert am Samstagabend im Lortzinghaus auf die Reise durch diese Welt wogender Emotion.

Dabei teilten die beiden Künstler den Abend in zwei Teile, die einander so spiegelbildlich entgegengesetzt waren wie die Leitbegriffe, die den Komponisten umtrieben: Liebe und Tod. Florian Krumpöck leitete das Programm solistisch ein – mit Liszts Transkription des „Liebestods“ aus Richard Wagners „Tristan und Isolde“. Darauf folgten Lieder, die Liebessehnen als Todeserfahrung reflektieren. Den Kontrapunkt setzte zu Beginn des zweiten Teils nach der Pause „O lieb so lang Du lieben kannst“ nach einem Text von Ferdinand Freiligrath, ein flammendes Bekenntnis zur Liebe als Inbegriff der Sehnsucht nach Zuneigung und Leben.

Franz Liszt hat sich von beiden Polen der Liebe aus in sein Liedschaffen wie in ein Meer brandender Klänge gestürzt. Sänger Marek Kalbus und Pianist Florian Krumpöck taten es ihm nach. Dabei agierten die Musiker expressiv und kontrolliert zugleich. Krumpöck spielte mit Finesse und fein dosiertem Anschlag, Kalbus sang ausdrucksstark und phrasierte zugleich geschmackvoll. Wenn es so etwas wie maßvolle Ekstase gibt – den beiden Musikern gelang diese heikle Balance im Lortzinghaus.

Dabei ging gerade Bassbariton Kalbus hohes Risiko. Für die zwei denkbar unterschiedlichen Hälften des Konzerts hatte er eine Fülle unterschiedlicher Klangfarben aufzubieten. Der Sänger bestand diese Probe auf seine Kunst bravourös und hielt sein Niveau auch gegen die Beeinträchtigungen durch eine Erkältung souverän. Glanzpunkte setzte er mit zwei Liedern nach Texten Goethes. „Über allen Gipfeln ist Ruh“ und „Wer nie sein Brot mit Tränen aß“, das Lied des Harfners aus dem Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ interpretierte Kalbus höchst differenziert. Ob auffahrender Schmerz oder leise Resignation – der Sänger gestaltete beide Lieder als Gefühlsdramen en miniature differenziert durch und fand sich dabei von Pianist Krumpöck bestens begleitet.

Mit „Weimars Toten“ platzierten die Künstler den Umschlagpunkt des Programms geschickt direkt vor der Pause. Liszt feiert in diesem kurzen Lied, in dessen Text sich Goethe auf Morgenröte reimt, die Größen der Weimarer Klassik als Künder einer neuen Zeit. In diesem Sinn ging es durch die zweite Hälfte des Abends wie durch eine ganz andere Welt euphorischer Gefühle. Liebe als Inbegriff des Lebensglücks – alle Lieder, die Kalbus und Krumpöck nach der Pause sangen, entführten die Zuhörer in Sphären euphorischen Lebensgenusses.

Dabei folgte die Regie des Programms nicht einfach dem Prinzip schlichter Spannungssteigerung. Kalbus und Krumpöck unterlegten die Dramaturgie ihres Auftritts auch mit einem subtil angedeuteten freimaurerischen Programm. Sie nahmen ihre Zuhörer mit auf einen Weg, der durch das Dunkel der Todeserfahrung in das Licht der Liebe und Freundschaft führt und damit bewusst macht, wie mit der Endlichkeit der Existenz bewusst umzugehen ist. Mit ihren Zugaben gaben Kalbus und Krumpöck dieser Linie ihres Programms noch einmal ganz deutliche Kontur. Mit Albert Lortzings Lied „Zwei Sterne“ verbeugten sie sich vor dem Komponisten und unserer gastgebenden Loge, in der Lortzing wirkte, gleichermaßen. Und mit Carl Loewes Lied „Die Uhr“ verwiesen sie auf die Erfahrung der Lebenszeit und ihrer weisen Einteilung als einem zentralen Element der Königlichen Kunst. Die beiden Künstler rundeten damit einen vorzüglichen Konzertabend ab, der Profane und Brüder Freimaurer in gleicher Weise begeisterte. Wie heißt es in Lortzings Lied „Zwei Sterne“? „Selig, ein Maurer zu sein“.

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Neues Logenhaus für deutschsprachige Freimaurer in Spanien

Zur Einweihung des neuen Tempels empfing der M.v.St. Br Josef Gromberg (r) den Provincial Grand Master Br. Michael Anthony Shilan (l.)

Viele deutschsprachige Residenten und Langzeiturlauber leben an der Costa Blanca und würden gern in ihrer Freizeit ihren Blickwinkel erweitern. Eine Möglichkeit dazu bietet die Freimaurerloge Euromason No 55 in Javea.

(Javéa/ss) Die dortige deutschsprachige Loge freut sich zudem immer, wenn sich Brüder aus Deutschland, der Schweiz, Österreich aber auch anderen Ländern zu einem Besuch anmelden. Bisher haben die meisten besuchenden Brüder eher durch Zufall von der Möglichkeit der freimaurerischen Arbeit an der Küste gehört.

Jeden dritten Donnerstag eines Monats findet im neuen Tempel in Javea die Logenarbeit mit anschließendem Brudermahl statt. Jeden ersten Donnerstag im Monat gibt es ein Brudertreffen in Javea – dort diskutieren Brüder, aber auch interessierte Besucher, über Fragen aus dem freimaurerischen Umfeld. Ein Gedankenaustausch, der von vielen Brüdern und Besuchern sehr geschätzt wird.

Am 11. Mai 1991 wurde in Jávea in der Region Alicante mit Brüdern eines Freimaurer-Stammtisches an der Costa Blanca die deutschsprachige Freimaurerloge unter dem Namen Euromason Costa Blanca gegründet. Unter den Gründungsmitgliedern waren Brüder aus Spanien, den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland, später kamen Brüder aus England, Österreich und Schweden dazu.

Die Gran Logia de España bewilligte der neu gegründeten Loge  Euromason No 55 nach deutschen Ritualen zu arbeiten. Euromason ist also eine reguläre Loge unter dem Dach der spanischen Großloge. Euromason ist eine kleine Loge in der Diaspora, die sich über Besucher aus der Heimat freut. Gerade beim Brudermahl oder den Brudertreffen kommt es immer wieder zu einem regen Gedanken- und Erfahrungsaustausch über die Freimaurerei in den verschiedenen Ländern und Regionen.

Wer als Bruder seinen Urlaub – ob Langzeit oder Kurzzeit – an der Costa Blanca plant oder einfach als Interessierter mehr über die königliche Kunst erfahren möchte, sollte sich diesen Erfahrungsaustausch unter der Sonne Spaniens nicht entgehen lassen. Über die Homepage www.euromason.com ist jeder Zeit eine Kontaktaufnahme möglich. Die Loge Euromason freut sich über jeden interessierten Bruder und Besucher.

Kontakt und Informationen unter www.euromason.com

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Stuhlmeister trafen sich in Wetzlar

Distriktmeister Michael Volkwein (v.l.), Großmeister (Prof. Dr.) Stephan Roth-Kleyer und Meister vom Stuhl Martin Marx

Der Einladung von Michael Volkwein, Distriktmeisters „Hessen/Thüringen“ in der humanitären Freimaurergroßloge Deutschlands, zum Stuhlmeistertag folgten Vereinsvorsitzende aus Mitteldeutschland in das Logenhaus der Wetzlarer Freimaurer.

(Wetzlar/mf) Die zwei Mal im Jahr an wechselnden Orten stattfindende Versammlung diente den 32 Mitgliedslogen des Distriktes in der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, deren Großmeister, Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, zur Freude der Teilnehmer ebenfalls unter den Anwesenden war, zum Kennenlernen und Vernetzen, dem Erfahrungsaustausch in der Vereinsarbeit und um aktuelle Themen zu besprechen.

Ein Tagesordnungspunkt der Sitzung, durch die Volkwein führte, war die gegenwärtig in aller Munde befindliche Datenschutz-Grundverordnung, deren Berücksichtigung auch in den Vereinen des Männerbundes für Änderungen sorgt.
Als kulturelles Bonbon bot Martin Marx als gastgebender Meister vom Stuhl in einer Mittagspause die Teilnahme an einem von der Leiterin der Städtischen Museen, Frau Dr. Anja Eichler, geführten Rundgang durch die hervorragende Ausstellung “Mythos Jean Georges Wille” im Stadtmuseum an.

Großmeister und Distriktmeister, die auch schon im Jubiläumsjahr der Freimaurerloge Wilhelm zu den drei Helmen zu Gast in der Goethe- und Optikstadt waren, dankten Martin Marx für die sehr gelungene Organisation des Tages und das ermöglichte Herbsttreffen der Stuhlmeister in Wetzlar.

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Seh- und Denkbilder von Otmar Alt und Jo Gattières

beflügelt gemalt und frei gemauert

Herausgegeben von Jens Oberheide und Peter Doderer

Otmar Alt / Jo Gattières

Erschienen im Salier-Verlag, Leipzig

64 Seiten, Format 21 x 24 cm, Hardcover, ISBN 978-3-943539-99-8, 19,90 €

“Wer denkt schon so gradlinig, dass er nichts mehr krumm nehmen kann?”, mit solchen und ähnlichen “geflügelten Worten” werden “beflügelte Bilder” begleitet. Herausgekommen ist eine bemerkenswerte Kombination aus Wort und Bild zweier seelenverwandter Künstler.

Otmar Alt, den Bundeskanzlerin Angela Merkel als einen der originellsten und erfolgreichsten deutschen Künstler bezeichnete, malt erkennbar gern in Zyklen. Meist ist eine ganz bestimmte Stimmungslage bei ihm Auslöder für zyklische Werke. So auch bei den vorliegenden Arbeiten, die er sich im Sommer 2017 ohne Unterbrechungen hintereinander von der Künstlerseele gemalt hat.

Beim Nachdenken, was man daraus machen könnte, kam dem Herausgeber Jens Oberheide der gemeinsame pseudonyme Künstlerfreund Jo Gattières in den Sinn. Wenn auch aus anderer Sichtweise laden dessen Aphorismen genau wie Otmar Alts Bilderwelten zum Reflektieren ein. Beide Kunstformen ergänzen sich zu einer Einheit, befruchten sich und lenken den Betrachter und Leser auf spannende Wege des Entdeckens.

Da Alt und Gattières durch die Freimaurerei miteinander vertraut sind, wissen sie voneinander, dass dieser “Weltbund der Menschlichkeit” Ideen und Ideale bewegt, die den uralten Sehnsüchten nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit entsprechen. Das Miteinander für eine bessere Welt träumen Freimaurer, Menschen guten Willens und Künstler aller Couleur vergleichbar sehnsüchtig. Die Bilder haben teilweise damit zu tun und die Texte ebenfalls.

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Der Distrikt Bayern singt…

Lieder für Brüder Freimaurer

Ein Sammlung des Distriktes Bayern für den internen Gebrauch.

Der Beamtenrat des Distrikts hatte sich vor mehr als einem Jahr vorgenommen, das Singen in den Logen zu fördern. Dabei gibt es mehrere Ansätze. Br. Josef Balazs hat sich der Mühe unterzogen und alte und ganz alte Liederbücher der Freimaurer zu sichten und hat daraus ein schönes Programm für die Logen entwickelt, das hohe Wertschätzung erfahren hat. Dabei werden durch ausgebildete Sänger(innen) zu professioneller Klaviermusik die Filetstückchen unserer Altvorderen wieder zum Leben erweckt. Die Logen können dieses Programm für diverse, auch öffentliche Logenveranstaltungen buchen.

Der Distrikt hat parallel dazu Maßnahmen eingeleitet, um das Singen nicht nur den ausgebildeten Sängern zu überlassen. Der Distrikt Bayern hat es sich deshalb zur Aufgabe gesetzt, die Brüder zu aktivieren und für ein verstärktes allgemeines Singen zu gewinnen. In einem ersten Schritt hat sich die Distriktleitung entschlossen, Lieder zu sammeln und als ein kleines Liederbuch (DIN A 6) herauszubringen und jedem Bruder in Bayern zur Verfügung zu stellen. Das Büchlein wurde nun auf dem Distriktstuhlmeistertag im Oktober 2018 an die Stuhlmeister der Logen ausgehändigt. Es umfasst Lieder, die regelmäßig im Rahmen des Rituals gesungen werden und ergänzende einfache Lieder, die im Wesentlichen der Freude am Singen geschuldet sind.

Im Rahmen der Aufbereitung des Liederbüchleins wurde aber auch deutlich, dass vieles von dem Liedgut unserer Altvorderen heute im alltäglichen Logenleben nicht mehr gesungen werden kann, weil es vom Text und von der Melodie her nicht mehr in unsere Zeit und zu unserem Lebensgefühl passt. Es stammt aus einer anderen Tradition und insbesondere stammt es aus einer Zeit, als es noch kein Radio oder Fernsehen gab. Die Brüder waren noch sangeskundiger und Singen war eine wichtige Freizeitgestaltung. Als Konsequenz sucht der Distrikt jetzt nach zeitgemäßen Liedern, um schrittweise sorgfältig einen Fundus aufzubauen, aus dem sich das Liederbüchlein künftig speisen lässt. Wir würden uns freuen, wenn hier weitere Vorschläge mit Text und Noten aus der Bruderschaft kämen. Wichtig ist Singbarkeit, wenn möglich, ein Bezug zur Freimaurerei.

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Humanitärer Preis an Mittelschule Moosach

MUTIG - MENSCHLICH - MITEINANDER. Unter diesem Leitsatz gestaltet der Preisträger 2018 des Humanitären Preises der Südbayerischen Freimaurer die Mittelschule München Moosach ihre tägliche Erziehungsaufgabe.

(München/vf) Die Preisverleihung fand im Rahmen eines öffentlichen Festaktes am Samstag, dem 10. November 2018 in der Aussenstelle des Polizeipräsidium München statt. Die Laudatio hielt Br∴Peter Litturi von der Loge Franz von Gumer im Orient Bozen, Referent a.D. für die Aus- und Fortbildung der Lehrer der Berufsbildung im Lande Südtirol/Italien.

Die Mittelschule München Moosach bemüht sich seit Jahren erfolgreich, die ihr anvertrauten Jugendlichen zur Eigenverantwortung zu erziehen. Dazu hat sie in Zusammenarbeit mit den Schülern zahlreiche Verhaltenspostulate aufgestellt, auf deren Einhaltung grosser Wert gelegt wird. Vielfältige Arbeitsgemeinschaften, die von aktiven und pensionierten Lehrkräften wie auch Handwerkern unterstützt werden, vermitteln den Jugendlichen, bisweilen auch gegen häusliche Widerstände, die Erkenntnis und Fähigkeit, nach Abschluss der Schulzeit in eine weiterführende (Berufs-) Ausbildung zu gehen, die ihnen ermöglichen soll, selbständig und verantwortungsbewusst ihr Leben zu gestalten und sich ihren Lebensunterhalt zu erarbeiten.

Ziel der Veranstaltung ist es, deutlich heraus zu stellen, dass auch Haupt- und Mittelschüler ihren verantwortungsvollen Platz in der Gesellschaft haben und die Schulbildung durch ein hohes, von Verantwortungsbewusstsein getragenes Engagement der Ausbilder einen wertvollen Betrag zu unserem sozialen Miteinander beiträgt.

Der Preis wurde in Form einer Geldspende in Höhe von 15.000 € übergeben. Diese Summe stammt von den Freimaurern und Freimaurerinnen der südbayerischen Logen und Ateliers und der Bruderhilfe e.V. München.

Dazu sagte Joachim Oberhoff, Altstuhlmeister einer Münchner Loge und Organisator der Veranstaltung, in seiner Rede:  

„Bei der Suche nach einem neuen Preisträger wurden wir durch einen Zeitungsartikel auf die Schule aufmerksam. Da stellte sich eine Schule vor mit ihren diversen Schauplätzen. Beim Nachfassen zur besseren Beurteilung aber kamen immer mehr umgesetzte Gedanken zu Tage, die uns Freimaurer und unsere Ziele berührten. Wir fanden eine Schule, die in die Zukunft denkt, in die Zukunft der ihr anvertrauten Jugendlichen, für die es gilt, einen Weg aufzuzeigen, wie sie ihr Leben gestalten können. Das Ziel zu vermitteln, dass nicht Hartz IV in der zweiten oder dritten Generation zufriedenstellt, sondern eigener Hände Arbeit mit einem erarbeiteten Einkommen und damit einer Grundlage zu einem selbstbestimmten Leben. Dafür praktische Hinweise in Ausbildungs- und Anleitungsform angeleitet durch engagierte Lehrer und praktische Helfer. Dazu einen Codex zum Verhalten in einer Gemeinschaft, erarbeitet und nicht nur vorgegeben, um verantwortungsbewusste Menschen als Ausbildungsziel zu gewinnen.

Und seltsamerweise, auch die Schüler machen mit, nehmen das Angebot ihrer Lehrkräfte auf und merken, dass sie damit einen für sie selbst erfolgversprechenden Weg einschlagen. Und deshalb freut es uns Freimaurer besonders – wie ich es schon eingangs betonte – dass wir heute hier nicht nur die ältere Generation im Saal haben, sondern auch eine stattliche Anzahl dieser jungen Menschen, die uns so wichtig sind

Die Investition in die Zukunft ist für mich das wichtige Argument, in dem wir Freimaurer uns mit der Arbeit der Schule gemein wissen. An der Schule sind nicht die heute so verbreiteten „Gutmenschen“ tätig, die für alle stets verbal das Beste wollen, nur sollte es sie – wenigstens in der Mehrheit – nichts kosten und die eigene Sphäre nicht beeinträchtigen. Hier wird still, aber mit grossem Aufwand gearbeitet, unbürokratisch und ohne grossen finanziellen Rückhalt zugepackt.

 Die Vision dieses aufrechten Tuns, dem Gemeinwohl Dienenden, ohne soziale, religiöse oder gar politische Wertungen, steckt im freimaurerischen Symbol des rechten Winkels, dem Zeichen der Gradlinigkeit, einer Ebene, auf der wir uns offenen Auges begegnen.

 Ein Ideal. Vielleicht, aber offenbar nicht nur, denn sonst stünden wir heute nicht hier mit diesem Preisträger.“

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