Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (A.F.u.A.M.v.D.)

Bewegender Online-Vortrag von Dirk Planert

Internet-Redaktion

Unter dem Titel "Kehrt niemals der Not und dem Elend den Rücken" hielt der frühere Journalist Dirk Planert einen bewegenden Vortrag über seine humanitären Einsätze in Bosnien.

Die kleine Hoyaer Loge lud zu ihrem zweiten digitalen Salonabend den Dirk Planert aus Dortmund ein, der während des Bosnien-Krieges auf eigene Faust mit zunächst wenigen Freunden Hilfsgüter zum Teil hinter die Linien geliefert hatte, woraus später eine Organisation mit mehreren hundert Freiwilligen wurde. Jahrzehnte nach dem Ende des Krieges zog es ihn wieder nach Bihac, um mit einer Fotoausstellung dieses Kapitel seines Lebens abzuschließen. Unvermittelt sah er sich durch das Leid der Flüchtlinge in Bosnien, einem Tor zu Europa, wieder in der Situation des Helfers. Die Redaktion berichtete mehrfach über seine Aktionen, beispielsweise in der dreiteiligen Serie “Für das Leben — Rückkehr in eine kleine Stadt in Bosnien“, “Not und Elend auf der Müllkippe” sowie “Der stille Krieg: Untätigkeit ist die Waffe“.

Planert berichtete in einer trotz aller Erlebnisse und trotz aller unangenehmen Bilder in beeindruckender Milde und Offenheit über seine Erfahrungen, er schilderte sowohl die ungeschminkte Not und das Elend der Flüchtlinge auf der Müllkippe, er ließ Konflikte unter den Menschen in seiner sachlichen Schilderung nicht aus, sparte aber auch nicht mit den Momenten großer Menschlichkeit, Dankbarkeit und Freundschaft. Erstaunlicherweise sah er sein Engagement als nichts Besonderes an, sondern “genauso normal, als wenn jemand der krebskranken Nachbarin Essen bringt oder Oma Krawuttke über die Straße hilft”.

Lieber Bruder, es ist mir ein Bedürfnis, Dir vor allem für Deinen Mut zu danken. Zu danken für deine großartige humanitäre, menschliche Leistung. Es ist wieder einmal ein Anstoß, seine Komfortzone zu verlassen. Ich nehme Deinen Vortrag zum Anlass, in meiner Loge hiervon zu berichten mit dem Ergebnis, einen Beitrag zu leisten.

Aus dem Chat

Spürbar ungehalten dagegen wurde Planert, wenn er auf die Rolle der Europäischen Union in der Flüchtlingsfrage zu sprechen kam, die nicht nur keine Hilfe leistete, sondern zum Teil auch hinderlich war. Dramatisch empfindet Planert die illegalen “Push-Backs”, also die vornehm bezeichnete “Rückführung” von Flüchtlingen zurück auf bosnischen Boden, die die Grenze nach Europa bereits überschritten hatten. Dass es sich dabei nicht um freundliche Aufforderungen gehandelt hat, sondern um gewalttätige Übergriffe, zeigten die Fotos der verletzten Flüchtlinge, die verschiedene Helfer, auch Dirk Planert selbst, behandelt haben. Dabei berichtete er auch davon, dass betroffene Flüchtlinge von Grenzbeamten sogar bestohlen seien.

Ich bedanke mich ganz herzlich für diesen herzzerreißenden und sehr informativen Vortrag. Ein ganz großes Kompliment an Dirk Planert für den Mut und die enorme Hilfsbereitschaft, die er den Ärmsten der Armen zuteil kommen ließ und für die Gründung dieses humanen Hilfe-Projekts.

Aus dem Chat

Dem knapp einstündigen Vortrag schloss sich ein Dialog mit dem Moderator der Loge Sven Dubbert an, bei dem auch die Fragen der Zuschauer eingestreut wurden. Bereits während der Veranstaltung gab es über den Chat etliche positive Kommentare, auch nach der Veranstaltung erreichte die Loge über diverse Mails viel Zustimmung. Dirk Planert berichtete, dass bereits während der Veranstaltung über den Zahlungsdienstleister Paypal Spenden an die zwischenzeitlich betreuende Organisation Hermine e.V. eingegangen sind. Über diesen Link kann man nach wie vor für das Flüchtlingslager in Bosnien spenden.

Die Veranstaltung kann als Aufzeichnung weiterhin angesehen werden. Dazu ist eine Anmeldung bei der Loge erforderlich, die Aufzeichnung wird zu jeder vollen Stunde gestartet.

Leserbriefe

Chapeau, dreimal drei mit dem Hohen Hut, lieber Br. Dirk und Deiner guten Loge! Wieder ein eindrücklicher Vortrag auf einem nachahmenswerten Weg der Kommunikation - nicht nur in „diesen Zeiten“. Was da vermittelt wurde, ist vorbildliches Engagement im Zeichen der Humanität. Großer Respekt für diesen Mut. Das rüttelt auf , fordert zum selbstkritischen, vielleicht auch beschämten Nachdenken auf. Erinnert an die freimaurerische. Aufgabe, tatkräftig in die Welt hinauszugehen und zu handeln. Nicht mit schönen Worten, sondern mit Taten. Das kann Leere füllen, die sich überall breit macht. Wir ahnen, dass in unserer Gesellschaft hie und da etwas verloren gegangen ist. Das Beispiel kann die Kräfte mobil machen, die wir aus unseren Arbeiten in die Welt mitnehmen sollten. Br. Dirk hat bescheiden, aber glaubwürdig vermittelt, was das bewirken kann: Reichtum auf andere Art. Dieser trägt unser aller Sein. Heute und morgen. Dieter Metzger, Eisingen

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