Salzburger Hofmusik präsentiert Freimaurerlieder

"Salzburger Hofmusik" mit ihrem Dirigenten Wolfgang Brunner

Am 15. September 2017 präsentierte das Barockorchester „Salzburger Hofmusik“ zum 25-jährigen Bestehen des Ensembles auf historischen Instrumenten unter ihrem Dirigenten Wolfgang Brunner ihre neueste CD in einem Festkonzert.

Auf dem Programm standen sämtliche erhaltenen Freimaurerkompositionen Mozarts (mit Ausnahme der „Zauberflöte“). Die Besetzung der Instrumentalisten war solistisch, klein und durchsichtig gehalten, denn in den österreichischen Logen zur Zeit Mozarts waren die Räumlichkeiten auch eher beengt. Der Klang wird freilich dadurch direkter und klarer, der Text leichter verständlich. In höchst abwechslungsreichen Besetzungen von oratorienhaften Kantaten über Lieder  mit Männerchor bis hin zu Bassetthorntrios erlebten die Konzertbesucher eine selten zu hörende Seite Mozarts.

Die Zugabe bildete eine Melodie, die jeder Österreicher kennt – wenn auch mit anderen Text: die österreichische Bundeshymne aus der Feder  Paul Wranitzkys wurde ursprünglich als Freimaurerlied gesungen. Der originale Text Lasst uns mit geschlungnen Händen war im Programmheft abgedruckt, so dass die 480 Konzertbesucher den Abend mit einem gemeinsamen Gesang beenden konnten.

Auf der vorgestellten CD sind — mit Ausnahme der “Zauberflöte” — Mozarts sämtliche masonische Kompositionen enthalten. Ein umfangreiches Booklet führt in die einzelnen Stücke ein, enthält sämtliche Texte und stellt zudem die Sänger Jan Kobow (Tenor), Maximilian Kiener (Tenor) und David Steffens (Bass) sowie das Orchester “Salzburger Hofmusik” und den Dirigenten Wolfgang Brunner detaillierter vor. Es gibt verschiedene Einspielungen freimaurerischer Musiken, diese steht den besten von ihnen in nichts nach und ist ganz sicher eine Empfehlung. Der Musikfreund findet ausgezeichnet eingespielte und interpretierte Stücke Mozarts in außerordentlicher musikalischer Qualität. Kurz: ein Hörgenuss.

Freimaurermusiken

Wolfgang Amadé Mozart, Die Freimaurermusiken. Jan Kobow, Maximilian Kiener, David Steffens, Salzburger Hofmusik unter Wolfgang Brunner. — “Laut verkünde unsre Freude / Zerfließet heut / Ihr unsre neuen Leiter / Kanonisches Adagio / Adagio /Paul Angerer Fantasie zu KV 440b / Dir, Seele des Weltalls / Maurerische Trauermusik / Lobgesang auf die feierliche Johannesloge / Lied zur Gesellenreise / Die ihr des unermesslichen Weltalls Schöpfer ehrt / Die Maurerfreude / Anonym: Oh heil’ges Band

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Mit der Kelle vom Winkel zum Zirkel

"Mit der Kelle vom Winkel zum Zirkel" – Texte und Fotografien von Frank Dörr

In seinem Buch “Mit der Kelle vom Winkel zum Zirkel” beschäftigt sich der Fotograf mit der Symbolik der Freimaurer und schafft so einen oft anderen und ungewöhnlichen Blick auf die Dinge.

“Die Philosophie der Freimaurer liefert keine vorgefertigten Antworten”, heißt es im Vorwort des Bildbandes von Frank Dörr. Gewöhnung kann aber doch zu Denkschablonen führen und darum ist das Buch einerseits erfrischend für Freimaurer, die einmal ihre Gewohnheiten überprüfen möchten wie auch für Einsteiger in die Thematik, die sich der Symbolik von anderer Seite nähern wollen.

Auf der linken Seite präsentiert der Autor jeweils einen kurzen Text, auf der rechten Seite stellt er dem ein Bild gegenüber. Beispielsweise “‘Schau in Dich’ ist der Sinnspruch des Lehrlings. Es gilt, das eigene Selbst zu erforschen, die eigene Dualität aus Licht und Schatten kennen zu lernen, als Basis für die Arbeit am rauen Stein. Der Blick des Lehrlings richtet sich nach innen.” Der Freimaurer hat üblicherweise sofort Symbole im Kopf, die er aus der einschlägigen Literatur kennt oder aus der Verwendung in den rituellen Zusammenkünften.

Und ist nun erstaunt, dem Text gegenüber das Bild eines Kleinkindes zu finden, ein Kind mit großen Augen, eine Hälfte in das Dunkel des Raumes eintauchend, die andere Hälfte sanft vom Licht beschienen. Es ergibt sich vielleicht nicht zwingend ein neuer Zugang zum Symbol, aber doch eine andere Betrachtungsweise. Das ist auch für den Interessenten spannend, denn oft genug gibt es in der freimaurerischen Literatur eingetretene Trampelpfade der Erläuterung, so kann sich jeder seine eigenen Wege suchen, und das Suchen ist ja eine der Aufgaben jeder persönlichen Entwicklung.

Insofern ist es stimmig, wie die Einleitung des Buches abschließt: “Das Buch soll einladen, sich der Gedankenwelt der Freimaurer auf eine neue, auf eine visuelle Art zu nähern.” Dabei erschließt sich dieser andere Weg dem Freimaurer wahrscheinlich anders, der die Gedankenwelt kennt, vermutlich leichter. Für den im tatsächlichen Sinne “Suchenden” könnte dies Buch eine spannendere Beschäftigung mit der Thematik bewirken als manche masonische Fachlektüre.

Frank Dörr, “Mit der Kelle vom Winkel zum Zirkel – Symbole der Freimaurer”, Hardcover, 76 Seiten, Format 21 x 21 cm, erschienen im Salier-Verlag zum Preis von 16 €, ISBN 978-3-943539-60-8.

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Freimaurer und berufliche Sonntagsschulen

Helmut Klemm - Mitwirkung deutscher Freimaurer beim Aufbau beruflicher Sonntagsschulen

Wenig bekannt bisher war die intensive Beschäftigung von Logen und einzelnen Freimaurern mit der Schaffung beruflicher Bildungseinrichtingen bereits ab dem 18. bis hinein ins 20. Jahrhundert. Eine Dissertation von Helmut Klemm, nunmehr Dr. phil., schließt auf bemerkenswerte Weise diese Lücke.

Unter dem sperrigen Titel “Die Mitwirkung deutscher Freimaurer beim Aufbau beruflicher Sonntagsschulen im Spannungsfeld zwischen Aufklärung und industrieller Revolution. Gezeigt an Beispielen in Preußen, Sachsen und Thüringen.” legte Helmut Klemm seine Dissertation vor.

Auf über 500 Seiten beschäftigt er sich mit einem Thema, das auch von großen Teilen der freimaurerischen Öffentlichkeit in diesem Umfang nicht wahrgenommen wurde. “Im Sinne der auferlegten Verschwiegenheit legten sie [die Freimaurer] die Leitung und den Betrieb der Schulen überwiegend in die Hände öffentlicher, von Freimaurerlogen geschaffener Vereine; ganz nach dem Motto: ‘Tue Gutes und rede nicht darüber!’ Infolgedessen ordnete die historische berufspädagogische Forschung nur einige wenige Sonntagsschulen ihren wahren Stiftern zu.”, so der Autor.

Wer eine sperrige wissenschaftliche Lektüre erwartet hat, darf sich auf angenehmste Weise getäuscht sehen. Neben allen notwendigen wissenschaftlichen Erkenntnissen führt der Autor den geneigten Leser behutsam in alle Themenbereiche ein.

So beschäftigen sich die ersten gut 70 Seiten beispielsweise ausschließlich mit einer sachlichen und auch für den Nichtfreimaurer gut verständlichen Einführung in die Entstehungsgeschichte, die Struktur und die Besonderheiten der Freimaurerlogen. In der Folge beleuchtet Helmut Klemm den wirtschaftlichen und politischen Wandel in den wichtigen europäischen Ländern England, Frankreich und im zaristischen Russland, um sich dann über Preußen und Sachsen seinem eigentlichen geografischen Untersuchungsgebiet zu nähern. Diese interessanten Erläuterungen sind notwendig, um sich an die Anfänge und Notwendigkeit der beruflichen Bildung heranzutasten und um zu verstehen, warum gerade die Freimaurer dieser Zeit sich mit dem ihnen eigentlich fremden Thema so intensiv und folgenreich beschäftigten. Erst nach weit über 200 Seiten einleitenden Textes beschäftigt sich Klemm mit dem eigentlichen Anliegen seiner Arbeit, den Freimaurern als Stiftern von beruflichen Bildungseinrichtungen.

“Die vorgelegte Arbeit geht der Frage nach, wer zu den Akteuren dieser Entwicklung zu zählen ist und welche politisch-weltanschaulichen Vorstellungen diese Aktivitäten getragen haben. Viele Einzelfälle – zum Beispiel in Altenburg – haben gezeigt, dass hier immer wieder Freimaurer als Loge oder als Einzelpersonen am Aufbau dieser Schulen beteiligt waren. Im Zentrum steht deshalb die Frage, ob es sich hier um Einzelereignisse und Zufälligkeiten handelt oder ob die Mitwirkung der Freimaurer ein verbreitetes Phänomen darstellt.”, bemerkt der Autor in seiner Zusammenfassung. Diese Frage war berechtigt, denn zu Beginn der Arbeit an dem Werk hatte er “keinerlei Berührung mit der Freimaurerei”. Aber er wurde fündig und berichtet ausführlich über das Freimaurerinstitut in Dresden (1773), das Philantropin in Schnepfenthal (1784), das Schulinstitut der Großen Landesloge der Freimaurer in Berlin, die Sonntagsschulen in Gotha (1805), Leipzig (1816), Dresden (1817), Freiberg (1818), Zittau (1819), Annaberg (1823), Polytechnikum Dresden (1828), Bautzen (1827) Duisburg (1832), Chemnitz (1829), die Kunst- und Handwerkerschule zu Altenburg (1824), die Baugewerkenschule zu Dresden (1837), Handwerkerschule in Dresden. Und angesichts der schwierigen Quellenlage vermutet der Autor noch weitere Schulgründungen, die durch Logen, einzelne Freimaurer oder deren Mitwirkung ins Leben gerufen wurden.

Der Autor Dr. phil. Helmut Klemm lockert alle Kapitel mit interessanten Nebeninformationen und Zitaten auf, umfassende Fußnoten erläutern viele ergänzende Begriffe, sodass das Werk ungeachtet der umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnisse auch als informativ-unterhaltsame Lektüre genossen werden kann. Das mag damit zusammenhängen, dass der Autor, Jahrgang 1942, keinen ganz geradlinigen beruflichen Werdegang hatte, der ihm eine sachbezogene und schnörkellose Sprache bewahrt haben mag. Mit 14 Jahren machte er zunächst eine handwerkliche Ausbildung, studierte dann am Päd. Institut Karl-Marx-Stadt und schloss als Lehrer für Mathematik und Polytechnik ab. Es folge eine Abendstudium zum Dipl.-Ing. zum Konstrukteur für Verarbeitungsmaschinen. Durch die Wirren des Endes der DDR lag sein Schwerpunkt in der Tätigkeit als Berufsschullehrer.

Ein empfehlenswertes Buch, einziger Wermutstropfen ist der stolze Preis von 139,80 €.

Helmut Klemm, “Die Mitwirkung deutscher Freimaurer beim Aufbau beruflicher Sonntagsschulen im Spannungsfeld zwischen Aufklärung und industrieller Revolution, gezeigt an Beispielen in Preußen, Sachsen und Thüringen”, erschienen im Verlag Dr. Kovac, 532 Seiten, 139,80 €, ISBN 978-3-8300-9512-5

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Sponsoren für Bildband über Freimaurer gesucht

Tempel im Logenhaus der Provinzialloge von Yorkshire West Riding, Bradford, England, 2015. Foto: Juliane Herrmann

Tempel im Logenhaus der Provinzialloge von Yorkshire West Riding, Bradford, England, 2015. Foto: Juliane Herrmann

Mehr als fünf Jahre war die Fotografin Juliane Herrmann in Europa und Teilen der Welt unterwegs, um Logenhäuser und Freimaurer zu fotgrafieren. Jetzt sucht sie nach Sponsoren, damit das Buch im Herbst erscheinen kann.

“Mein Fotobuch gibt einen komplexen Einblick in eine Welt, die noch nie zuvor so umfangreich fotografiert wurde”, schreibt die Fotografin auf der Seite der Crowdfunding-Plattform “Kickstarter”. Ihr Anliegen ist es nach eigenen Angaben, auf die Existenz der Freimaurer und ihre Wertvorstellungen hinzuweisen, Vorurteile auszuräumen. In ihren auf Kickstarter und ihrer Website erschienenen Fotos zeigt sie Innenansichten von sogenannten Freimaurertempeln, einem Teil der Versammlungsräume, sie zeigt zumeist ältere Herren in freimaurerischer Bekleidung, mehr oder minder gediegene Räumlichkeiten, aber auch Motive aus Nebenräumen und den unspektakulären Alltag der Freimaurer bei Aufbauarbeiten oder dem Putzen des Hauses.

Niederländischer Freimaurer, Mitglied bei „De Vriendschap“ in Den Haag und „Concord“ in Rotterdam, Niederlande, 2013. Foto: Juliane Herrmann

Niederländischer Freimaurer, Mitglied bei „De Vriendschap“ in Den Haag und „Concord“ in Rotterdam, Niederlande, 2013. Foto: Juliane Herrmann

Ob es Juliane Herrmann tatsächlich gelingt, Vorurteile abzubauen, bleibt abzuwarten. Denn natürlich haben es ihr als Fotografin vor allen Dingen die visuell ansprechenden Motive angetan, die beeindruckenden Freimaurertempel, die aber in dieser Form eher die Ausnahme als die Regel sind. Und vielleicht ihrer Vorstellung entsprechend zeigt Frau Herrmann eine Freimaurerei, die gerade dabei ist, diese Bilder abzulegen: zumindest in Deutschland wird Freimaurerei sichtbar jünger, dynamischer und zunehmend nach außen als nach innen gekehrt. Ebenso muss ein Versuch misslingen, die Freimaurerei darzustellen, denn die Freimaurerei gibt sie nicht. Aber eben diese Frage versucht sie in Ihrem Buch zu beantworten: die Frage nach kulturellen Unterschieden, dem Typisches der besuchten Länder.

Aber vielleicht ist es die Mischung und der, wie sie anmerkt, gelegentlich humorvolle Umgang mit der Freimaurerei, der dem Buch einen besonderen Reiz geben könnte. Es kommt darauf an, wie das Bildmaterial kombiniert und mit welchen erläuternden Texten es ergänzt wird. Ob es ein gelungenes Buch wird, kann man erst beurteilen, wenn es vorliegt. Einen Versuch jedenfalls ist es sicher wert. Und damit dieser Versuch gelingt, hat die Fotografin diese Kampagne gestartet, um für eine Veröffentlichung benötigte 15.000 € zu sammeln. Zum Zeitpunkt dieses Artikels waren knapp 8.000 € zugesagt, und noch sind 14 Tage Zeit. Wir sind gespannt.

Was ist “Crowdfunding”?

Der Begriff ist recht jung und bezeichnet den Versuch, ein Projekt durch eine Gruppe unterschiedlichster Menschen zu finanzieren. Dafür wurden im Internet verschiedene Plattformen  – wie in diesem Falle die Seite “Kickstarter” – gegründet, in denen Menschen ihr Projekt vorstellen, den Finanzbedarf erläutern und die Gegenleistung, die der “Investor” bekommt. Beim vorgestellten Crowdfunding kann man bereits ab 8 € teilnehmen und bekommt eine Postkarte, für 40 € erhält man nach Erscheinen ein signiertes Buch. In verschiedenen Schritten bis zu 2.000 € erhält man unterschiedliche, fest umrissene Gegenleistungen. Im Grunde ist es in diesem Fall ähnlich der Subskription im Buchhandel.

Das Buch soll im Format 16,8 x 24 cm erscheinen, über 300 Seiten haben und 160 Farbfotografien enthalten. Die Sprache ist Englisch mit einem Einleger in deutscher Sprache. Der Preis soll 40 € betragen. Auf der Crowdfunding-Seite finden Sie eine Auswahl von Bildern und ausführliche Erläuterungen, weiter unten in deutscher Übersetzung.

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Hans-Hermann Höhmann: Freimaurerei in Deutschland

Hans-Hermann Höhmann: Freimaurerei in Deutschland

Unter dem Titel “Freimaurerei in Deutschland, Aspekte der Vergangenheit – Aufgaben für die Zukunft” ist ein weiteres Buch von Hans-Hermann Höhmann im Salier-Verlag erschienen.

(bs) Mit einer Studie zur historischen Entwicklung der Freimaurerei in Deutschland und zu den Aufgaben, die sich dem Bund in der Zukunft stellen, setzt Hans-Hermann Höhmann seine Publikationen über den “Bruderbund der Menschlichkeit” fort. Kernanliegen seiner Analyse im Jubiläumsjahr der Weltfreimaurerei 2017 ist es herauszuarbeiten, wie sehr Herkunft und Zukunft zusammengehören: Einerseite beeinflusst die vergangenheit auf nachhaltige Weise die Freimaurerei der Gegenwart, andererseits lassen sich die zukünftigen Aufgaben des Freimaurerbundes nur bestimmen, wenn bekannt ist, auf welche herkunft sich die angestrebte Weiterentwicklung bezieht. Dem Autor ist für die Zukunft der Freimaurerei vor allem an einer Orientierung des Bundes an den Traditionen von Humanismus und Aufklärung gelegen. Ihm gelingt es, diese Traditionen in der vergangenheit der deutschen Freimaurerei aufzuspüren und zu zeigen, mit welchen anderen, davon abweichenden Traditionslinien es die Freimaurerei in Deutschland zu tun hatte. Daraus entwickelt er schließlich ein klares Konzept für eine “Humanistische Freimaurerei”. Neben den Prinzipien der Freimaurerei werden vom Autor auch die politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen der Gegenwart behandelt, mit denen sich der Bruderbund auf absehbare Zeit auseinanderzusetzen hat.

Hans-Hermann Höhmann: “Freimaurerei in Deutschland, Aspekte der Vergangenheit – Aufgaben für die Zukunft”. Taschenbuch 12 x 19 cm, 180 Seiten, erschienen im Salier-Verlag zum Preis von 12,00 Euro, ISBN 978-3-943539-81-3

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Neues Handbuch zur Freimaurerei

Reinalter-Freimaurerei

“Freimaurerei. Geheimnisse, Rituale, Symbole”. Unter diesem Titel veröffentlichte Helmut Reinalter als Herausgeber ein Handbuch für die Freimaurerei mit Texten von renommierten Autoren, die als profunde Kenner der Freimaurerei gelten.

Die Autoren sind, neben dem Herausgeber Prof. em. Dr. Dr. h. c. Helmut Reinalter selbst, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün, Prof. em. Dr. Klaus Hammacher, Dr. Walter Hess, Dr. Herbert Kessler, Dr. Klaus Oberhauser, Thomas Richert, Dr. Johannes Rogalla von Bieberstein, Prof. Dr. Alfred Schmidt, Prof. Dr. Jan M. Snoek und Prof. i. R. Dr. Peter Volk. Die Autoren beschäftigen sich mit den Themen Freimaurerische Interna, Organisation, Ritualen und Symbolen, den Ideen und Werten und den geistigen Strömungen der Freimaurerei und widmen auch den Gegner ein eigenes Kapitel.

Streng genommen bringt das Buch dem, der sich intensiv mit Freimaurerei beschäftigt hat, keine Neuigkeiten. Aber es verbindet alle notwendigen Informationen, trennt Mythen und Legenden von Fakten und konzentriert sich auf die belastbaren Informationen. Das ist das eigentliche Verdienst dieses Buches, das jedem Interessierten und Freimaurer als sachliche Informationsquelle zu empfehlen ist. Dies war nach eigener Aussage auch die Aufgabenstellung des “Handbuches zur europäischen Freimaurerei”, das im Rahmen eines Projekts mit dem Schwerpunkt “Freimaurerforschung” am Privatinstitut für Ideengeschichte an der Universität Innsbruck entstanden ist.

Es versteht sich als Nachschlagewerk und Hilfsmittel zur Einführung in die wichtigsten Sachbegriffe der europäischen Freimaurerei. “Das Handbuch”, so der Herausgeber, “strebt keine lückenlose Aufarbeitung des Themas an, sondern möchte eine wissenschaftliche Orientierungshilfe und Grundlagen für weitere Studien bieten. Nach Auffassung des Herausgebers scheint es so, dass die Freimaurerei bei der Auflösung der frühneuzeitlichen Dogmen, in der Aufklärung, in der Säkularisierung und in den bürgerlichen Revolutionen einen gewissen Einfluss hatte, insbesondere bei der Herausbildung der westlichen Demokratien, des modernen Staates und des Parlamentarismus, bei der Verbreitung der Menschenrechte und in ihrem Engagement für Weltfrieden, Humanität, Ethik, Bildung und Toleranz.”

Helmut Reinalter (Hg.): Freimaurerei. Geheimnisse – Rituale – Symbole. Ein Handbuch. 170 Seiten, Broschur. Erschienen im Salier-Verlag zum Preis von 18 €, ISBN 978-3-943539-74-5.

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Als ich König war und Maurer

Johann Wolfgang von Goethe und Rudyard Kipling, gemalt vom Österreicher Oskar Stocker: zwei von neunzig Dichtern, die der Wiener Kulturjournalist Heinz Sichrovsky in einem erstaunlichen 600-Seiten-Buch versammelt hat. Was die Neunzig verbindet? Alle waren Freimaurer!

Johann Wolfgang von Goethe und Rudyard Kipling, gemalt vom Österreicher Oskar Stocker: zwei von neunzig Dichtern, die der Wiener Kulturjournalist Heinz Sichrovsky in einem erstaunlichen 600-Seiten-Buch versammelt hat. Was die Neunzig verbindet? Alle waren Freimaurer!

Heinz Sichrovsky stellt in seinem Buch “Als ich König war und Freimaurer” eine erstaunliche Sammlung von Freimaurerdichtung aus vier Jahrhunderten vor; eine Anthologie mit 90 Portraits des Künstlers Oskar Stocker.

Den Buchtitel entlehnte Sichrovsky dem Gedicht „Der Palast“ von Kipling. Gemeinsam mit Goethe und Mathias Claudius hat er sensationelle Freimaurer-Lyrik geschrieben. Viele weitere große Namen und deren Werke werden im Buch verewigt: etwa Lessing, Heine, Puschkin oder Tucholsky; aber auch weniger geläufige Namen wie Blumauer, Schönwiese oder unser Zeitgenosse Gerd Scherm. Insgesamt sind es 124 Texte von 90 Dichtern aus 21 Ländern und vier Jahrhunderten; überwiegend Lyrik.

Der einzige Nicht-Freimaurer ist Friedrich Schiller, schrieb er doch die berühmte ‚Ode an die Freude’ („Alle Menschen werden Brüder“) im Auftrag eines Freimaurers für eine Leipziger Loge; die Beethoven-Melodie ist heute die Europahymne.

Heinz Sichrovsky (Hg.):

Heinz Sichrovsky (Hg.): "Als ich König war und Maurer"

Sichrovsky bei der Buchvorstellung im Wiener Mozarthaus: „Der Freimaurerbund ist im schönen Wortsinn ein Kunst-Produkt. Seine Gründer waren Architekten und Steinbildhauer aus dem englischen und französischen Mittelalter; der Gesang begleitete früh seine Rituale; und seine Stiftermythen beruhen auf großer Literatur. … Tausende literarische Amateure dichteten für den Logengebrauch. Schon aus dem 18. Jahrhundert sind 15.000 Logenlieder überliefert. Aber die Resultate, meist pädagogisch-moralische Appelle oder Trinklieder für das Brudermahl nach der Tempelarbeit, gelangten nur in Glücksfällen über den Status der Gebrauchsliteratur hinaus.“

Zehn Jahre lang hat Sichrovsky diese Glücksfälle gesammelt: freimaurerische Lyrik, aber auch Prosa – diese Werke machen mehr als vier Fünftel des Buches aus; und auf den letzten hundert Seiten freimaurerische Konnotationen in nicht-freimaurerischen Texten. Dazu Sichrovsky: „Die Freimaurerei war immer ein Abbild des Lebens, im Guten wie im weniger oder gar nicht Guten. Deshalb hat das Buch einen Anhang mit nicht-maurerischer Lyrik von Freimaurern zur Weltpolitik. Hier krachen alle Gegensätze der Jahrhunderte aufeinander.“ Schon damals Gegensätze von links und rechts, könnte man heute ergänzen.

Durch das Buch zu blättern ist ein doppelter Kunstgenuss: wegen der Texte UND wegen der Dichterporträts, für jeden der Neunzig eines von Oskar Stocker.

Erschienen im StudienVerlag, Innsbruch, ISBN 978-3-7065-5583-8, 608 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 29,80 €

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