“Mein lieber Moses” jetzt als Hörspiel erschienen

CD und Inlet des Hörspiels

CD und Inlet des Hörspiels "Mein lieber Moses"

Das Erfolgsstück von Jens Oberheide ist nun als Hörspiel erschienen, gesprochen vom Schauspieler Gerhard Fehn als Gotthold Ephraim Lessing und dem Sänger und Sprecher Ferenc Husta als Moses Mendelssohn, musikalisch begleitet von Franck Adrian Holzkamp und versehen mit einem von Jens Oberheide gesprochenen Prolog. Ein Hörgenuss.

Modes Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing haben sich 1754 beim Schachspielen kennengelernt. Sie waren verwandte Seelen, haben ihre idealistischen und aufklärerischen Gedanken ebenso miteinander ausgetauscht, wie ihre menschlichen Befindlichkeiten und die Sorgen und Freuden des Alltags.

Das Zwei-Personen-Stück “Mein lieber Moses” führt Moses Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing zum fiktiven Gedankenaustausch beim Schach zusammen. Dabei plaudern sie über alles, ws sie bewegt. Über Gott und die Welt, über Philosophie, Wissenschaft und Gesellschaft, über Freimaurerei und die Kunst, recht zu leben. Das ist mal “so dahingeredet”, mal frühlich und satirisch und mal mit ernsthaftem Tiefgang. In den Mund gelegt wurden ihnen fast durchgehend Oriinalzitate, die nicht immer im direkten Dialog und Zusammenhang entstanden sind. Sie stammen aus Briefen, Aufsätzen, Anekdoten und Aphorismen, aus Dramen und Fabeln, Poesie und Prosa.

Manche Gedanken bleiben fragend stehen. Wer sie weiterdenken mag,m möge ide sensible Musikbegleitung als eine Gedankenbrücke zwischen den Stücken dienen.

Herausgegeben von Jens Oberheide und Peter Doderer, erschienen bei Fidelitats Records zum Preis von 15,95 €. ISBN 978-3-94-425600-9

Continue reading...

Lustspiel über Freimaurer neu aufgelegt

Lustspiel in drei Aufzügen von Friedrich Ludwig Schröder

Lustspiel in drei Aufzügen von Friedrich Ludwig Schröder

Friedrich Ludwig Schröder war ein bedeutender Theatermann und Freimaurer des 18. Jahrhunderts. Bis heute verdankt ihm die Freimaurerei viele Einflüsse. Im Jahr 1784 schrieb er ein Lustspiel mit dem Titel die “Die Freimaurer”, das nun von Jens Oberheide überarbeitet und kommentiert wurde.

Dieses Lustspiel wurde am Wiener Burgtheater aufgeführt und war sehr erfolgreich. Zur Premiere kamen mehr als 1.000 Zuschauer, das Stück musste zehn Mal wiederholt werden. Dieser große Erfolg ist wohl weniger auf die Qualität des Stückes zurückzuführen, sondern mehr auf die Neugier des Publikums. Der Widerspruch aus Neugierde und Verschwiegenheit ist es auch, was den Kern dieses dennch unterhaltsamen Stückes ausmacht.

Jens Oberheide kommt das Verdienst zu, dieses Werk in einer kommentierten und sprachlich überarbeiteten Fassung neu aufgelegt zu haben. Es erzählt von dem Wunsche mehrerer Männer, aus unterschiedlichen Gründen dem Freimaurerbund anzugehören, teils aus innerer Berufung, teils aus Geltungssuch und um die Neugier der Angebeteten zu befriedigen, die auf diesem Wege endlich das Geheimnis der Freimaurer zu entdecken glauben. Die Damen sind neugierig, die Geltungssüchtigen erfolglos, die Feinde der Freimaurer feige, die Männer reinen Herzens standhaft und auch in amouröser Hinsicht siegreich. Die Geschichte ist einfach, das Ende vorhersehbar.

Es jedoch für ein minder wertvolles Stück aus der Feder Schröders zu halten, wäre zu kurz gegriffen. Man muss sich die Theaterlandschaft des 18. Jahrhunderts vor Augen führen, in der Theater weit weniger Kunstbetrieb als heute war, sondern der Unterhaltung und der Kommunikation diente und von allen Schichten der Gesellschaft besucht wurde. Hieran wird Schröder, der Reformer des Theaters wie der Freimaurer, gedacht und das Stück entsprechend geschrieben haben. Der vorgenannte Erfolg gibt ihm recht.

Insofern ist die verdienstvolle Neuauflage ein Stück Zeitgeschichte. Für Freunde der blumigeren Sprache klassischer Werke ist durch die aus Sicht des Herausgebers notwendige Überarbeitung “nach aktuellen Sprachverständnis” vielleicht etwas verloren gegangen, möglicherweise ist diese Bearbeitung zum besseren Verständnis tatsächlich notwendig. Als ein kurzweiliger Blick in die Welt Friedrich Ludwig Schröders ist dieses Buch durchaus empfehlenswert, für Schröder-Fans beinahe ein Muss. Vor der kurzweiligen Lektüre empfiehlt sich dem Schröder-Laien zum besseren Verständnis das Lesen des Nachwortes aus der Feder von Jens Oberheide.

Friedrich Ludwig Schröder, “Die Freimaurer — Ein Lustspiel in drei Aufzügen”. Herausgegeben, bearbeitet und mit einem Nachwort versehen von Jens Oberheide. Erschienen im Salier-Verlag, ISBN 978-3-943539-66-0, 60 Seiten, Broschur, 9,00 €

Continue reading...

Gespräch mit einem Freimaurer

Im Gespräch mit einem Freimaurer

Gotthold Ephraim Lessing veröffentliche im Jahr 1779 sein Werk “Ernst & Falk — Gespräche für Freimäurer”. Heute streitet man, ob die Sprache Lessings angestaubt oder besonders schön ist. Wie auch immer: Der Freimaurer Gabriel Pracht entwickelte ein zeitgemäßes unterhaltsames Gespräch zwischen Caroline und Paul. Die Sprache ist anders, aber auch hier wird in einem lockeren Gespräch über Freimaurerei aufgeklärt und auch das “Laut Denken mit dem Freunde”, das Lessing als so wichtig erachtete, ist unverkennbar.

Im August 2015 erschien dieses Gespräch in vier Teilen auf dieser Website und erlebte einen großen Zuspruch. Jetzt ist der Text als Buch erschienen und gibt die Gespräche zwischen Caroline und Pail wieder, die in der Mittagspause am Arbeitsplatz, im Café, in der Kneipe und im Bistro geführt werden. Es geht um Symbole, um Vorurteile, um den Grad der Verschwiegenheit und den Grad der Öffetlichkeit von Logen und m die Frage nach den Gründen, um Arkandisziplin, Persönlichkeiten und vieles mehr. Auf unterhaltsame Weise kann man im Rahmen von vier Gesprächen viel über Freimaurerei erfahren. Erfrischende, moderne Gespräche, die das Buchcover gar nicht erwarten lässt.

Gabriel Pracht, Im Gespräch mit einem Freimaurer. 58 Seiten, 148 x 210 mm, Taschenbuch. Erschienen bei Bookondemand zum Preis von 10,00 €, ISBN: 978-3-86460-435-5

Continue reading...

Das verlorene Symbol der Freimaurer

Mark Verroneyet: Das verlorene Symbol der Freimaurer

Freimaurerei hat eine lange nachweisbare und eine noch längere mutmaßliche Geschichte und wird begleitet von unzähligen Nebenwegen und Spekulationen. Wer sich auf die Spurensuche nach Symbolen macht, die im Zusammenhang mit der Freimaurerei stehen oder zu stehen scheinen, kann sich schnell im Geflecht verlieren.

Neben vielen anderen, zum großen Teil heute nicht mehr gebräuchlichen Symbolen und Pictogrammen findet man auf älteren Abbildungen hin und wieder einen Kreis mit einem Punkt, gestreift von zwei parallelen Linien.

Mark Verroneyet hat sich in seinem Buch „Das verlorene Symbol der Freimaurer“ auf die Suche nach möglichen Ursprüngen und Bedeutungen gemacht. Angenehm hervorzuheben ist, dass der Autor nicht trocken dokumentiert, sondern die Leser auf unterhaltsame Weise auf seine Reise und die einzelnen Phasen seiner Recherche mitnimmt. Auf der Reise passiert der Autor viele Stationen, u.a. Bibel, Koran, Talmud, Psychologie, Ägyptologie, Mathematik, Alchemie, Okkultismus, Mystizismus. Im Allgemeinen die üblichen Verdächtigen der esoterischen Symantik. Wer es mag findet spannende Spekulationen und zweifelsohne interessante Anregungen.

Das Buch erhebt sicherlich keinen wissenschaftlichen Anspruch. Wer aber Interesse an Symbolik und deren Deutung sowie esoterischen Streifzügen hat, wird an diesem Buch vermutlich seine Freude haben.

Mark Verroneyet: Das verlorene Symbol der Freimaurer; 12,5 x 20, Paperback, 100 Seiten. Erschienen in der Edition Königliche Kunst, ISBN 9783942051767 zum Preis von 14,95 €

Continue reading...

Kirchenkreuz versus Winkelmaß

Kirchenkreuz versus Winkelmaß

Der Wiener Autor Jörg Jordan zeigt in seinem Buch, dass dogmatische Religionen und starre politische Ideologien weder moralisch “bessere” noch glücklichere Menschen schaffen. Sie führen eher zu moralisierender Intoleranz und ziehen so nicht nur überflüssige, sondern auch unüberbrückbare Grenzen zwischen Menschen und Gesellschaften.

Um diese künstlichen Trennungen zu überwinden, bedarf es einer herrschaftsfreien Spiritualität, wie sie etwa in der Freimaurerei möglich ist. Dagegen steht die unsinnige Verteufelung des humanitären Bruderbundes, wie sie zum Beispiel von der katholischen Amtskirche seit Jahrhunderten – bis hin zur Exkommunkation – betrieben wird. “Kirchenkreuz und Winkelmaß” wiederlegt lt. Verlag souverän und gut recherchiert auf vielseitige Art und Weise die Argumente der Kirche, die von einer Unvereinbarkeit zwischen Freimaurerei und Kirchenglauben sprechen.

Salier-Verlag, Broschur, 270 Seiten, ISBN 978-3-943539-57-8, 16.90 €

Continue reading...

Freimaurer in Hildburghausen

Bastian Salier: Freimaurer in Hildburghausen

In der kleinen südthüringischen Residenzstadt Hildburghausen wurde bereit 1740 eine der ersten deutschen Freimaurerlogen gegründet. Leider ist über ihr Wirken und ihre Existenz nur sehr wenig überliefert. 1787 jedoch wurde als Nachfolgerin die St. Johannisloge “Karl zum Rautenkranz” installiert.

Ihr berühmtestes Mitglied war der Dichter Friedrich Rückert. Die Hildburghäuser Loge erlebte bis zu ihrer Auflösung 1934 eine bewegte Geschichte. Ihre Entwicklung steht beispielhaft für die deutsche Freimaurerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Salier-Verlag, Broschur, 168 Seiten, ISBN 978-3-939611-80-6, 12,00 €

Continue reading...

Das Ritual in der Humanistischen Freimaurerei

Hans-Hermann Höhmann: Das Ritual in der Humanistischen Freimaurerei

Hans-Hermann Höhmann: Das Ritual in der Humanistischen Freimaurerei

Mit seinem neuen Buch “Das Ritual in der Freimaurerischen Praxis” zeigt der Autor Hans-Hermann Höhmann, dass man sehr wohl über das freimaurerische Ritual, seine Besonderheiten und Wirkungsweisen sprechen kann, auch und gerade mit Außenstehenden, ohne die sogenannte Arkandisziplin, also die Verschwiegenheit über die Inhalte unserer Rituale, zu verletzen. Ganz nebenbei befreit er die Diskussion von mancher verstaubten Sichtweise.

Gerade in seinen Publikationen der letzten Jahre beschäftigt sich Hans-Hermann Höhmann, zurzeit einer der wichtigsten Analysten insbesondere der deutschsprachigen Freimaurerei, konsequent mit einer Anpassung der Freimaurerei an die Veränderungen der Zeit, ohne die die Inhalte und die Traditionen dabei einem flüchtigen Zeitgeist zu opfern. Die Freimaurerei hat sich in ihrer nun etwa dreihundert Jahre währenden Geschichte immer angepasst, anpassen müssen. Zweifellos befinden wir uns derzeit weltweit erneut in einem radikalen Umbruch der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Verhältnisse. Höchste Zeit also, die Freimaurerei zu prüfen und mit Augenmaß zu reformieren, damit ihre Werte auch unter veränderten Rahmenbedingungen überstehen.

Für Hans-Hermann Höhmann ist das Ritual eine wichtige Komponente der Freimaurerei, aber nicht die einzige. Er bezeichnet sie als wichtigen Bestandteil eines Gesamtkonzepts, in der Freundschaft, ethische Orientierung und Ritual gleichermaßen die gesellschaftliche intellektuelle, moralische und emotionale Seite des Menschen erfassen. Er weist jedoch auf das Gleichgewicht dieser Komponenten hin, damit es in der Loge nicht zu Vereinsmaurerei, Event-Geselligkeit kommt, oder sie sich zu einem Debattierklub oder, bei Polarisierung auf das Ritual, zu einer esoterischen Sekte verwandelt. Er hält fest: “Der Humanismus der modernen Freimaurerei ist für mich ein säkularer, ein weltlicher Humanismus”, betont aber “zugleich wäre dieser Humanismus ohne die spirituelle Dimension des freimaurerischen Rituals einseitig, flach und sowohl emotional und intellektuell verkürzt.”

Im Buch werden drei zentrale Bilderwelten des Rituals beschrieben: Die Symbolik des Lichtes, des Wanderns und des Bauens. Licht erlaube “unmittelbare, subjektive und dogmenfreie Zugänge zur Transzendenz”; die Wandersymbolik helfe “erkennen, dass es sich bei den Ritualen der Freimaurer nicht um Verkündigungsrituale handelt […], sondern um Erprobungsrituale oder Rituale der Suche, die schrittweise Erkenntnis und korrigierbares Lernen verdeutlichen”; die Symbolik des Bauens verweist auf die Idee, sich selbst als Baustein zu verstehen, “lebenslang und unabweisbar, aber mit der Hoffnung auf Gelingen und auf der festen Grundlage eines positiv-optimistischen Menschenbildes.”

Er beschäftigt sich mit den Grundfragen des Rituales der Humanistischen Freimaurerei: mit der Spiritualität, der symbolischen Ordnung, Raum und Zeit, mit der allgemeinen Rückkehr des Rituellen, der Sehnsucht nach Ritualen in schnelllebigen und unübersuchtlichen Lebenssituationen und damit verbunden der Kraft der Rituale. Das Buch ist für Freimaurer lesenswert, um Bekanntes zu vertiefen, durch methodische Erkenntnisse abzusichern, aber auch neue Sichtweisen zu betrachten; ganz besonders aber, um zu erkennen, wie man das freimaurerische Ritual auch Außenstehenden zugänglich machen kann, wenn man einmal von der Besonderheit des Erlebens absieht. Insofern ist es auch für Nichtfreimaurer zu empfehlen.

Hans-Hermann Höhmann: “Das Ritual in der Humanistischen Freimaurerei; Funktion, Struktur, Praxis”. 112 Seiten, Taschenbuch, erschienen zum Preis von 9,00 € im Salier-Verlag. ISBN 978-3-943539-42-4

Continue reading...