Stolpersteinverlegung für Bruder Gustav Tugendreich und seine Familie in Berlin

Im Beisein seines Sohnes Tom (Thomas) Tugendreich und zahlreicher weiterer Teilnehmer wurden am 13. Juli 2019 in Berlin Stolpersteine für die Familie Tugendreich (Dr. Gustav, Brigitte, Irene und Thomas Tugendreich) verlegt.

Berlin (ab). Begleitet wurde er dabei von Benjamin Kuntz, der eine Biografie über das Leben von Gustav Tugendreich veröffentlichte.

Dr. Gustav Tugendreich, geboren am 21. Oktober 1876 in Berlin, war Bruder der Loge Victoria und ein sehr renommierter Kinderarzt, Sozialhygieniker und Pionier des öffentlichen Gesundheitswesens. Gustav Tugendreich, begeisteter Leser von Goethe und Schiller, wurde am 14.12.1922 in die Loge Victoria und in den Bund der Freimaurer aufgenommen.

Als junger Assistenzarzt arbeite er zuerst in einem städtischen Kinderasyl und Waisenhaus. Im Ersten Weltkrieg war er Arzt an der Front und leitete von 1906 bis 1909 die neu gegründete Säuglingsfürsorgestelle in Berlin Prenzlauer Berg.

1937 emigrierte Gustav Tugendreich nach London und von dort 1938 in die Vereinigten Staaten. Die Nationalsozialisten entzogen ihm die Kassenzulassung am 9. Dezember 1938. Gestorben ist er am 21.01.1948 in Los Angeles und wurde auf dem Hollywood Forever Cemetery bestattet.

Seiner Schwester Brigitte schrieb Gustav Tugendreich folgende Verse, frei zitiert von Thomas Tugendreich während der Stolpersteinverlegung:

„Im Leben geht’s oft stürmisch zu,
Du stehe fest, Du bleibe Du,
gibt Dir das Leben einen kleinen Klaps,
so wehre Dich, das wünscht Dein Paps!“

Mehr über die Biografie über das Leben von Gustav Tugendreich finden Sie hier: https://www.hentrichhentrich.de/buch-gustav-tugendreich.html

Mehr über das Schicksal von Thomas Tugendreich, seiner Familie und weiterer jüdischer Brüder der Loge Victoria sind in der neuen Ausgabe des Gedenkbuches über das Schicksal der Brüder der Loge Victoria im Nationalsozialismus zu lesen: https://loge-victoria.org/neue-ausgabe-des-gedenkbuches-zum-schickal-der-brueder-der-loge-victoria-im-nationalsozialismus-erschienen/

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Vortragsveranstaltung „Humanitäre Freimaurerei in Berlin“

Kenan Yilmaz (mittig, MvSt. der Loge Victoria) mit Ulrich Schürmann (evangelischer Vorsitzender der GCJZ) und Jael Botsch-Fitterling (jüdische Vorsitzende der GCJZ)

Fast 100 Gäste erschienen am 23. Mai im Logenhaus der Peter-Lenné-Str. anlässlich der gemeinsamen Veranstaltung der Loge Victoria in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin e.V. (GCJZ).

Berlin. (ab) Der Abend wurde dem Schicksal der jüdischen Brüder der Johannisloge Victoria während des nationalsozialistischen Terrors gewidmet. Dies erfolgte im Rahmen der Themenreihe „Freimaurerei und Religion“ im Maurerjahr 2018/2019 und anlässlich der Veröffentlichung der neuen Ausgabe des Gedenkbuches über das Schicksal der Brüder der Loge Victoria im Nationalsozialismus. Begleitet wurde der Abend durch die Klezmer-Band “Klezbanda” aus Berlin unter der Leitung des bekannten Klezmer-Musikers Jossif Gofenberg.

Nach Grußworten des Meister vom Stuhl der Loge “Victoria” Kenan Yilmaz und dem evangelischen Vorsitzenden der GCJZ, Herrn Ulrich Schürmann, leitete Br. Carl C. mit seinem Vortrag zur humanitären Freimaurerei und dem Erbe der Loge Victoria ins Thema ein.

„Nach der Nazi-Barbarei und der menschengemachten Menschheitskatastrophe der Schoah, bekam unser Land eine zweite Chance; die Chance, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen“, erinnerte Br. Carl C. anlässlich des Jahrestages des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland, das auf den Tag genau vor 70 Jahren in Bonn verkündet wurde. Vor diesem Hintergrund schilderte er die Geschichte der Loge “Victoria” im Ringen um die Öffnung der preußischen Freimaurerei für Nichtchristen und gegen das Wüten von Vorurteilen. Zwar sei der Zweck der humanitären Freimaurerei die Verstandes- und Herzensbildung im Zusammenhang einer sittlichen Selbsterziehung. Aber dieser Zweck sei auch nicht völlig unpolitisch – zumal in Zeiten, in denen Grundwerte des Humanismus und der Aufklärung erodieren. „In solchen Zeiten muss sich eine symbolische Bauhütte am Menschheitstempel ihres Anspruches und ihrer Verpflichtung erinnern. Allzumal an einem Tag, an dem eine Errungenschaft gefeiert wird, die wieder in Gefahr ist“, wie er in seinem Vortrag betonte.

Bis 1892 war das christliche Bekenntnis die Voraussetzung für die Aufnahme in eine preußische Freimaurerloge. Erst mit der Gründung der Loge Victoria erhielten Juden in Berlin die Möglichkeit Mitglied einer Freimaurerloge zu werden: Die 1892 durch Br. Hermann Settegast und 28 weiteren Brüdern gegründete Victoria war die erste „humanitäre“ Freimaurerloge in Preußen, die als solche freie Männer von gutem Ruf ohne Ansehen der Konfession und Abstammung aufnahm.

„Nach vier Jahrzehnten des Wachstums, der Blüte und der Konsolidierung löste sich die Loge Victoria aber unter dem Druck des nationalsozialistischen Terrors im Mai 1933 auf und für viele ihrer vornehmlich jüdischen Brüder begann eine schreckliche Leidenszeit“, wie Br. Ingo D. in seinem Vortrag über das Schicksal der Brüder der Johannisloge Victoria Nr. 492 im Orient Berlin im Nationalsozialismus berichtete. Für 193 Brüder der »Victoria« begann die Schoah – die „Heimsuchung“ oder „große Katastrophe“, die über die deutsche und europäische Judenheit hereinbrach.

In seinem 45-minütigem Vortrag stellte Br. Ingo D. die neuesten Ergebnisse seiner aufwendigen Recherchen zum Schicksal der Brüder vor, die in der aktuellen Ausgabe seines Gedenkbuches veröffentlicht worden sind. Über fünf Jahre sind seit der letzten Ausgabe im Jahr 2013 vergangen. In dieser Zeit konnte die Loge Victoria dank seiner aufwendigen Recherche in Archiven, aber auch dank moderner genealogischer Datenbanken wie Ancestry weitere Schicksale der jüdischen Brüder der Loge Victoria klären. Bei ihren Nachforschungen wurde die Victoria von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin e.V., deren Geschäftsführer Herrn Grimm und dem Vorstand Herrn Ulrich Schürmann moralisch unterstützt und ermutigt.

„Mögen die tragischen Schicksale unserer Brüder und ihrer Familienangehörigen uns Mahnung für unsere Zukunft sein und uns in unserer Haltung, Toleranz zu üben und zu fördern, bestärken“, mahnte Br. Ingo D. im Schlusswort.

Heute beträgt die Mitgliederzahl der Loge Victoria wieder fast 60 Mitglieder; dabei ist ihre konfessionelle Zusammensetzung heterogener als je zu vor. Ein Beispiel dafür ist der amtierende Meister vom Stuhl Kenan Yilmaz: Er ist Deutscher mit türkischen Wurzeln, aufgewachsen und beruflich nach wie vor aktiv in Berliner „Problembezirken“. “Aufgenommen wurde ich in die Loge Victoria mit weit geöffneten Armen, wofür ich bis heute sehr dankbar bin”, wie er in seinem Grußwort betonte.

Die neue Ausgabe des Gedenkbuches zum Schicksal der Brüder im Nationalsozialismus kann auf der Homepage der Loge heruntergeladen werden.

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Symposium deutschsprachiger Hauptstadtlogen in Berlin

Brandenburger Tor Foto: sbroisov / Adobe Stock

Die Berliner Loge „Avantgarde“ lädt die deutschsprachigen Hauptstadtlogen aus ganz Europa zu einem Symposium vom 21. bis 24. Juni nach Berlin ein.

Berlin (cs).(Das im freimaurerischen Kontext ungewöhnliche Thema des Treffens lautet: „Freimaurerei im rituellen, sozialen und hauptstädtischen Raum“. Kooperationspartner der Tagung sind die “Akademie forum masonicum e.V.” sowie “PEGASUS Freimaurerischer Verein für Kunst, Kultur und Kommunikation e. V.”

In verschiedenen Arbeitsgruppen sollen sich die Teilnehmer mit der Raumtheorie auseinandersetzen. Unter anderem wollen die Hauptstadtlogen untersuchen, wie durch Stadtplanung die sozialen Räume entstehen und genutzt werden können, in denen sie selbst arbeiten. Zum anderen steht die Fragestellung, wie freimaurerischer Raum strukturiert wird und was diesen in seinen unterschiedlichen Ausformungen ausmacht. Außerdem soll in den Blick genommen werden, unter welchen besonderen Bedingungen Freimaurerlogen in Hauptstädten arbeiten.

Am Freitag, dem 21. Juni, beginnt um 17 Uhr das Programm im „Kabbalah Centre Berlin“ auf dem Gelände des ehemaligen Postfuhramtes Berlin-Schöneberg mit einem Einführungsvortrag durch David Wende. Um 19.30 Uhr wird das Konzert „Lebenslust & Lessinglieder“ aufgeführt, das von den Künstlern Marek Kalbus, Eugene Mursky, Gabrielle Heidelberger und Thomas Bierling gestaltet wird. Moderiert wird die Veranstaltung von Altgroßmeister Br. Jens Oberheide.

Am folgenden Tag finden die Vorträge, Arbeitsgruppen und Diskussionen ab 9 Uhr im Spreespeicher in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg statt. Der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Stephan Günzel wird eine Einführung in die Raumtheorie geben, auf die sich die folgenden Debatten und Beiträge stützen werden. Am Abend ist ein Theaterbesuch mit musikalischer Comedy im Tipi-Zelt am Kanzleramt vorgesehen.

Am Sonntag sind die teilnehmenden Brüder Freimaurer zu einer Tempelarbeit im Lehrlingsgrad eingeladen. Der Distrikt Berlin-Brandenburg feiert ab 11 Uhr im Logenhaus Emser Straße in Berlin-Wilmersdorf das Johannisfest. Im Anschluss beginnt gegen 13.30 Uhr eine feierliche Tafelloge. Und schließlich findet am Montag, dem 24. Juni, ebenfalls im Logenhaus in der Emser Straße, ab 19 Uhr das Stiftungs- und Johannisfest der Loge „Avantgarde“ mit Einsetzung des neu gewählten Beamtenrates statt.

Der zugeordnete Großmeister und der Großsekretär der Großloge von Österreich der A.F. u. A.M. sowie der Großzeremonienmeister der Großloge F. und A.M. von Finnland haben sich bereits angemeldet. Darüber hinaus haben Delegationen aus den Städten Wien (mehrere Logen), Bern, Bukarest, Timisoara, Helsinki und Istanbul ihre Teilnahme angekündigt.

Interessenten können sich bis zum 14. Juni für das Symposium oder Teile davon anmelden. Weitere Informationen, das ausführliche Programmheft und Anmeldungen sind erhältlich per E-Mail unter event@avantgarde-loge.de oder unter der Telefonnummer des Stuhlmeisters der „Avantgarde“, Br. Celil Şenman: + 49 172 9879466.

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Raoul Wallenberg, B‘nai B’rith Berlin, zu Gast bei der Loge Victoria

V. l. n. r.: Dr. András Kain (Präsident der Raoul Wallenberg Loge, B’nai B’rith Berlin), Kenan Yilmaz (Meister vom Stuhl der Freimaurerloge Victoria in Berlin), Lala Süsskind (Schwester der B’nai B’rith Raoul Wallenberg Loge, ehem. Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V.)

Über 40 Brüder und Gäste hörten aufmerksam zu, als Dr. András Kain am 26. Februar im Logenhaus der Peter-Lenné-Str. über das humanitäre Engagement der B’nai B’rith - der „Kinder des Bundes“ - im Allgemeinen und der Berliner Raoul Wallenberg Loge berichtete.

Berlin. (ab/cmc) Der Gästeabend mit Gastvortrag des Präsidenten der B’nai B’rith Raoul Wallenberg Loge fand im Rahmen der Themenreihe der Berliner Loge “Victoria” statt, die in diesem Maurerjahr unter der Überschrift „Freimaurerei und Religion“ steht. Der Abend ermöglichte es den Anwesenden, sowohl Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zwischen B’nai B’rith und der Freimaurer-Loge “Victoria” als auch Unterschiedliches und Trennendes kennen zu lernen.

B’nai B’rith wurde im Jahre 1843 in New York von zwölf jüdischen Freimaurern aus Deutschland gegründet und widmet sich der Förderung von Toleranz, Humanität und Wohltätigkeit sowie jüdischer Identität. Obwohl sie von Freimaurern gegründet wurde, ist B’nai B’rith keine freimaurerische Vereinigung, sondern ein “freimaurerähnlicher”, karitativ und gesellschaftspolitisch tätiger Orden. Mit seinem karitativen Schwerpunkt ist B’nai B’rith eher mit den Odd Fellows und als jüdische Organisation zur Förderung jüdischer Identität eher mit dem evangelisch-christlichen Johanniter-Orden oder dem katholisch-christlichen Malteser-Orden vergleichbar. Wie bei den Odd Fellows gibt es auch bei B’nai B’rith Männer- und gemischte Logen. Zu Letzteren gehört die Berliner Raoul Wallenberg Loge.

Die Gründung der ersten deutschen B’nai-B’rith-Loge erfolgte 1882 in Berlin. Dies geschah in einer Zeit, als der Antisemitismus, den der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm – der spätere 99-Tage-Kaiser Friedrich III. – als „Schmach des Jahrhunderts“ bezeichnete, bis in die Freimaurerei reichte und die altpreußischen Freimauererlogen keine Juden aufnahmen.

Aufgrund der beschriebenen Unterschiede zu Freimaurerlogen konnte B’nai B’rith aber jüdischen Freimaurern in Preußen keine freimaurerische Heimat bieten. Dazu bedurfte es der Öffnung der Freimaurerei in Preußen für Nichtchristen, die zehn Jahre später, im Jahre 1892, durch die Gründung der humanitären Freimaurerloge Victoria erfolgte. Durch ihre Geschichte hat die Freimaurerloge Victoria wiederum mit B’nai-B’rith mehr als nur die humanitäre Zielsetzung und die Organisation in einer Loge gemeinsam: Da die Victoria die erste Freimauerloge in Preußen war, die Juden aufnahm und auch bis 1933 zu den wenigen Berliner Logen gehörte, die Nichtchristen offenstanden, waren in ihrer Bruderschaft vor der Shoah die jüdischen Brüder in der Mehrheit. Entsprechend hart traf die Nazi-Barbarei auch die Victoria, die in der Shoah mindestens 45 Brüder verlor.

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Gemeinsames Symposium in Wien

Vom 19. bis 21. Oktober 2018 fand im Großlogenhaus in Wien ein Symposium zum Thema „Wie wir wirken – die soziale Dimension“ statt.

Dieser Veranstaltung gingen seit mehreren Jahren stattfindende, regelmäßige Zusammenkünfte von Brüdern der Berner Loge „Zur Hoffnung“, der Wiener Logen „Anthropos“ und „Bruderkette“ sowie der Berliner Loge „Avantgarde“ voraus. Mehr als 80 Brüder befassten sich in Vorträgen, Diskussionen und einer abschließenden Tempelarbeit mit verschiedenen Aspekten, wie wir unsere freimaurerischen Werte konkret in die Tat umsetzen können.

Fast ein ganzer Tag war „endlich einmal“ – wie viele Brüder feststellten – der Aufgabe Wohltätigkeit gewidmet und wie wir Freimaurer in unserer Wohlstandsgesellschaft aktiv sein können. Die Teilnahme des Großmeisters und weiterer Großbeamter dokumentiert die Bedeutung dieses Themas. Die Vorträge aus verschiedenen Blickwinkeln und konkrete Erfahrungen gaben dazu etliche Anregungen.

Schon in den beiden Einleitungsreferaten kamen die unterschiedlichen Annäherungen zum Ausdruck: Br. Konrad von der Loge „Erkenntnis im europäischen Licht“ skizzierte die Wohltätigkeit unter anderem aus den Zugängen, die die verschiedenen großen Religionen dazu haben, und stellte die Freimaurerei hinzu. Bereits 1723 wurde in England ein Großlogenkomitee für die Wohltätigkeit gegründet.

Br. Günther, Meister vom Stuhl der Loge „Bruderkette“ in Wien, ging vom aktuellen Zahlenmaterial zur gegenwärtigen sozialen Situation weltweit sowie in Österreich aus und bezeichnete die Wohltätigkeit als „Spiegel für uns, in dem wir erkennen, was mit uns sein könnte“.

Br. Celil Şenman, Meister vom Stuhl der Loge „Avantgarde“ in Berlin, berichtete über die Tätigkeit des 1953 gegründeten „Freimaurerischen Hilfswerks“ (FHW), dessen Aufgabe die Förderung der Jugend-, Alten- und Sozialfürsorge ist. Diese größte karitative Organisation der deutschen Freimaurer finanziert sich vor allem aus den Beiträgen der ca. 500 Mitglieder (Einzelpersonen sowie Logen) und aus Spenden. Im Jahr 2017 hat das FHW insgesamt 150.000 Euro an Spendengeldern ausgereicht. Das Hilfswerk beteiligte sich in den vergangenen Jahren unter anderem an Katastrophenhilfen, etwa für Haiti, Nepal oder Italien.

Im Referat von Br. Andreas Herbst, Meister vom Stuhl der Loge „Zur Hoffnung“ in Bern, ging es vor allem um die soziale Dimension als persönliche Lebensgestaltung, was für ihn „mehr als Wohltätigkeit“ ist. Br. Andreas wollte sein Referat als Aufruf verstanden wissen, „sich täglich bewusst zu werden, was es heißt, Freimaurer zu sein: Zu wirken – mitten im Leben“ und dabei auf beiden Ebenen wirkungsvoll zu sein: nach innen und nach außen.

Zwei konkrete Projektvorstellungen rundeten das Symposium ab: Br. Erich stellte das Spendenparlament vor und Br. Fritz präsentierte ein von seiner Loge unterstütztes psychosoziales Tageszentrum in Wien – diesem Projekt wurde auch der „Säckel der Witwe“ mit mehr als 900 Euro an Einnahmen aus der das Symposium abschließenden Tempelarbeit gewidmet.
In dieser Arbeit hielt Br. Rudi von der Loge „Zukunft“ das Baustück, wobei er ausgehend von den Vorträgen die Schlussfolgerung zog: „Wir glauben, dass die Freimaurerei mit ihrer Betonung von Moral, Brüderlichkeit, Toleranz und Fürsorge heute wahrscheinlich relevanter ist als jemals zuvor in ihrer Geschichte.“ Immer habe sich die Freimaurerei an die Zeiten angepasst – in ihren äußeren Formen, nicht in den Grundprinzipien. Und deshalb dürfe man keine Angst vor Veränderungen haben, wenn sie von innen kämen und sorgfältig implementiert würden.

Der Wunsch der Teilnehmer war nach Abschluss des Symposiums eindeutig: Solche Veranstaltungen sollten künftig mindestens einmal jährlich stattfinden, ist doch die soziale Dimension unseres Wirkens ein ganz essenzieller Aspekt unseres Bundes.

Die Berliner Freimaurerloge „Avantgarde“ plant deshalb vom 21. bis 23. Juni 2019 ein weiteres Treffen der deutschsprachigen Hauptstadtlogen. Die Themenbereiche dieser Zusammenkunft drehen sich um Fragen der Freimaurerei im sozialen und hauptstädtischen Raum, wobei Raum hier unter Rückgriff auf eine Begriffsbestimmung aus der Raumwissenschaft als „relationale Anordnung sozialer Güter und Lebewesen an Orten“ (Prof. Dr. Martina Löw) verstanden werden soll. Folgende Themenkreise sind geplant:
Entfaltung des aktiven Humanismus im Raum
Freimaurerei in der Hauptstadt: Welche Konsequenzen haben die Nähe zu staatlichen Institutionen und Politik sowie ausgeprägte Multikulturalität in einer Hauptstadt?
Raum als konstitutives Element freimaurerischer Ritualistik

Das Treffen beginnt am Freitagabend mit einer Konzertveranstaltung unter dem Titel „Lessing jazzt“ in Zusammenarbeit mit Pegasus e. V., dem Verein für freimaurerische Kunst, Kultur und Kommunikation.

Am Samstagvormittag werden die verschiedenen Themenkreise in Arbeitsgruppen nähert untersucht und vorgestellt. Geplant ist zudem ein Vortrag zum Thema „Raumtheorie“ in Zusammenarbeit mit der „Akademie forum masonicum e. V.“.
Am Sonntag wollen sich die Teilnehmer zu einer Tempelarbeit mit anschließender Tafelloge zusammenfinden.

Der Beitrag entstammt der Zeitschrift “HUMANITÄT — Das Deutsche Freimaurermagazin”, Ausgabe 2-2019.

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“Blattspinat und Mangold” in Berliner Loge

Der Autor Adrain Kostré liest aus seinem Buch (Foto: Martin Kretschmer)

Der Autor Adrain Kostré liest aus seinem Buch (Foto: Martin Kretschmer)

Am 18. April 2017 lud die Freimaurerloge „Victoria“ im Orient Berlin zu einem literarischen Gästeabend (mit Schwestern). Acht Berliner Autoren stellten ihr gemeinsames Buch „BLATTspinat und ManGOLD“.

Die Hauptstadt Deutschlands ist ein Treffpunkt für viele Kulturen und Menschen mit den unterschiedlichsten Interessen und Fertigkeiten. Man kann sich in Berlin auf keinen Fall über einen Mangel an Vielfalt und Kreativität beschweren. Es ist also auch nicht verwunderlich, dass es in Berlin einige talentierte Autoren gibt, die den Lesern einiges an Unterhaltung zu bieten haben. In dieser einzigartigen Sammlung von ausgewählten literarischen Texten stellen sich gleich 13 Berliner Autoren mit ihrer Prosa und Poesie vor, die so bunt ist wie die Stadt selbst, in der sie wirken. Sogar ihre Lebensläufe stehen dem weltbekannten Vielfältigkeitsanspruch der „Bunteshauptstadt“ in nichts nach.

Mit dabei in der unterhaltsamen Geschichtensammlung „Blattspinat und Mangold“ sind Thomas Beckmann, Theodor Ebert, Daniel Jung, Tom Kadiet, Adrian S. Kostré, Ulrike C. Nikutta-Wasmuht, Rosl Reddy, Katja Reuter, Herbert Rieck, Wolfgang Rill, Helmuth Scheel, Maximillian Volkmann und Peter Volkmann. Ihre Geschichten und Gedichte zeigen Altbekanntes in einem neuen Licht und entführen die Leser in der ein oder anderen Geschichte in skurrile Welten. Freuen Sie sich auf Geschichten und Verse, die Ihnen einen Mordslesespaß bereiten werden.

Mehr als hundert Gäste hatten einen unterhaltsamen Abend im Logenhaus der Großen Landesloge in Berlin Dahlem.

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Berliner Loge “Victoria” spendet Erlöse aus Weihnachtsmarkt

Einige der vielen fleißigen Helfer

Einige der vielen fleißigen Helfer

Brüder der Loge Victoria i. Or. Berlin haben auf dem Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt im historischen böhmischen Dorf in Berlin-Neukölln fleißig Glühwein verkauft, um die Einnahmen einem karitativen Zweck zukommen zu lassen.

Viele Berliner und Berlin-Besucher von Jung bis Alt und Nah bis Fern nutzten das Wochenende für einen Spaziergang vorbei an über 100 Ständen von Vereinen, Organisationen und Verbänden, die diesen berlinweit einzigartigen Weihnachtsmarkt unterstützen. Die Einnahmen der Loge wurden zusammen mit einem Zuschuss des Freimaurerischen Hilfswerks (FHW) parallel an zwei Organisationen gespendet, über die die Loge Victoria auch an ihrem Stand informierte.

Übergabe der Spende an die Berliner Obdachlosenhilfe am 6. Dezember 2016

Übergabe der Spende an die Berliner Obdachlosenhilfe am 6. Dezember 2016

Einen Teil der Einnahmen in Höhe von 5.000 Euro hat die Loge „Victoria“ in Form von Sachspenden an die Obdachlosenhilfe e.V. übergeben – darunter 52 Schlafsäcke und 30 Paar Winterstiefel.

Die Mitglieder und Helfer der Berliner Obdachlosenhilfe leben den Wert der Humanität durch die direkte Unterstützung der Bedürftigen auf den Straßen Berlins. Alle diese Menschen leben einen anderen Alltag als die meisten Bewohner dieser Stadt. Verschiedenste Gründe haben dafür gesorgt, dass sie ihr Leben auf der Straße verbringen, um Spenden bitten oder ihren Lebensunterhalt mit Pfandflaschen aufbessern.

Und die Zahl der Obdachlosen wächst rasant. Trotz Schnee und Eis leben nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe 40.000 Menschen in Deutschland auf der Straße. Allein in Berlin sind die Zahlen zuletzt sprunghaft gestiegen. Die wenigsten von ihnen haben sich bewusst für ein solches Leben entschieden. Und doch werden sie oft in besonderem Maße vorverurteilt, verjagt, ausgegrenzt, angegriffen und verletzt. Viel zu selten nimmt sich jemand Zeit für sie, redet mit ihnen, kümmert sich um sie – so wie die Berliner Obdachlosenhilfe e.V.

Übergabe der Spende an die Björn Schulz STIFTUNG am 9. Dezember 2016

Übergabe der Spende an die Björn Schulz STIFTUNG am 9. Dezember 2016

Der andere Teil der Einnahmen in Höhe von 1.000 Euro ging an das Kinder Palliative Care Team (KinderPaCT Berlin) der Björn Schulz STIFTUNG. Das Kinder Palliative Care Team ist durch die Zusammenführung der Palliative Care Teams der Björn Schulz STIFTUNG und der Klinik für Kinderonkologie der Charité entstanden. Im Team sind Kinderärztinnen und Kinderärzte mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin, Kinderkrankenschwestern mit Palliative Care Weiterbildung und psychosoziale Mitarbeiter tätig. Seit dem 1. April 2013 bietet die Björn Schulz STIFTUNG gemeinsam mit der CHARITE die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an.

Die Björn Schulz Stiftung ist benannt nach einem kleinen Jungen, der 1982 mit nur sieben Jahren an Leukämie verstarb. Der kleine Björn war drei Jahre alt als er erkrankte. Sein Tod war der Impuls für seine Eltern, gemeinsam mit anderen Betroffenen, im Jahr 1983 den Verein Kinderhilfe zu gründen. Anfang der 1990er Jahre wurde deutlich, dass die Arbeit für eine bessere medizinische Versorgung und die Begleitung der Familien ein größeres Netzwerk benötigen würde. So ging 1996 die Björn Schulz Stiftung aus der Kinderhilfe hervor.

Die Björn Schulz Stiftung bietet Hilfe für krebs- und chronisch kranke sowie für schwerst- und unheilbar kranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und deren Familien. So ermöglicht die Stiftung, dass die Familien die noch verbleibende Lebenszeit gemeinsam mit ihren Kindern voller Geborgenheit verbringen können.

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