Mozart am Montag

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Unter dem verheißungsvollen Motto "Mozart am Montag" veranstaltete am 21. Oktober 2019 die Freimaurerloge „Roland“ in Hamburg einen Konzertabend im Goethe-Saal des Logenhauses Welckerstraße.

Eingeladen war ebenfalls die Öffentlichkeit, was sich erfreulich am guten Besuch niederschlug – kaum ein Stuhl blieb im Goethe-Saal unbesetzt.

Die russische Meisterpianistin Alina Kabanova, mehrfach mit international renommierten Preisen ausgezeichnet, spielte an diesem Abend die zwei Mozart-Klaviersonaten in D-Dur KV 570 und A-Dur KV 331, wobei die A-Dur-Sonate vor allem im 3. Satz beim Publikum wegen des besonderen Bekanntheitsgrades besonders stürmischen Beifall auslöste.

Bevor aber die hinreißende Veranstaltung begann, begrüßte der Meister vom Stuhl Axel Kienast das erwartungsfrohe Publikum und stellte neben der Konzertierenden den Moderator des Abends vor – Altgroßmeister Jens Oberheide, der seine Kompetenz unter dem Aspekt „Freimaurerei und Musik“ mehrfach in Publikationen sowie als Buchautor unter Beweis gestellt hat. In spannungsreicher Wechselfolge des Programms zwischen den beiden Mozart-Sonaten am Konzertflügel und dem Referat des Moderators über die Wesensverwandschaft von Musik und Freimaurerei konnte das aufmerksame Auditorium an diesem eindrucksvollen Kulturabend teilhaben.

Beides – Musik und Freimaurerei – dringt nur nachhaltig in die Empfindungstiefe des Menschen durch eigenes Erleben! Das Studium von Noten und Partituren und andererseits seriöses Aufklärungsmaterial über Freimaurerei mögen als Information für ein besseres Verständnis dienlich sein, reichen aber keineswegs an die Teilhabe durch eigenes Hören der Musik bzw. durch die innere Erlebniswelt als Freimaurerbruder heran.

Eine wohldurchdachte Pause zwischen den zwei Klaviersonaten förderte an der Getränkebar im Logenhaus-Foyer das angeregte Gespräch unter den Zuhörern, die über die aufschlussreiche Moderation von Altgroßmeister Jens Oberheide und die konzertante Darbietung der Pianistin Alina Kabanova einen lebhaften Gedankenaustausch pflegten.

Als Facit dieser geglückten öffentlichen Veranstaltung der Loge „Roland“ lässt sich feststellen, dass die vorbildliche Logen-Initiative über den Hörgenuss hinaus einem guten sozialen Zweck diente, nämlich der Förderung des Musikunterrichts für Kinder in Hamburg mit einem ansehnlichen Spendenbetrag, der sich an diesem eintrittsfreien Abend ergab. Die begeisterten Besucher zeigten sich pekuniär großzügig als Dank für eine wunderbare Veranstaltung.

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Großes Kino in Hamburg

Von links nach rechts: Christoph Kaut (Umweltstiftung Michael Otto), Br Norbert Schoen (Altstuhlmeister der „Anglo Hanseatic Lodge“ in Hamburg), Regisseur Br. Tristan Bourlard, Thomas Stuwe (Distriktmeister Hamburg), Bernd Brauer (Zugeordner Großmeister VGLvD) Foto: Sw. Maike Ullmann/Metamorphosis i. Or. Hamburg

Ungewöhnlich, beeindruckend und hochinteressant – mit diesen Attributen versehen präsentierte sich der Film „Terra masonica – Reise um die Welt in 80 Logen“ als Premiere in Hamburg. Die Distriktloge Hamburg hatte am 22. September zur Matinee in das Metropolis-Filmtheater eingeladen – und mehr als 100 Gäste wollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen.

Produziert hat den Film der belgische Regisseur Br. Tristan Bourlard, der zur Hamburger Kinoaufführung persönlich kam, um mit seinem Publikum zu diskutieren und Fragen zu beantworten.

Es sind faszinierende Bilder aus verschiedenen Kontinenten und Ländern, spannende Interviews, die der Filmemacher eingesammelt hat. In der Dokumentation wird sehr deutlich, mit welchen Problemen und Schwierigkeiten Logen in der ganzen Welt zu kämpfen haben und wie die Brüder dennoch die Freimaurerei aus vollem Herzen leben.

Der Film hat einen starken Eindruck hinterlassen, der noch lange nachwirken wird. Als Fazit könnte man ziehen, dass wir hier in Deutschland in einem „freimaurerischen Paradies“ leben.

Das Publikum hatte Gelegenheit, Fragen an den Regisseur zu richten, der in seinen Antworten sehr ausführlich berichtete, sodass es dem Moderator der Matinee, Br. Norbert Schoen, Altstuhlmeister der „Anglo Hanseatic Lodge“ in Hamburg, manchmal schwerfiel, das Wesentliche in Kurzform zu präsentieren.

Im Zusammenhang mit der Filmvorführung fand eine Charity-Sammlung zu Gunsten der „Umweltstiftung Michael Otto“ statt. Ziel dieser Stiftung ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren und nachfolgenden Generationen einen zukunftsfähigen Planeten zu erhalten. Christoph Kaut von der „Umweltstiftung Michael Otto“ wird den noch nicht bezifferten Spendenbetrag entgegennehmen, an dem sich auch die Vereinigten Großlogen von Deutschland beteiligten. Deren Großmeister hatte bereits vor zehn Jahren die Freimaurer weltweit dazu aufgerufen, „durch geeignetes Verhalten eine drohende Umwelt-Katastrophe zu verhindern“.

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Neujahrsempfang in Hamburg

Neujahrsempfang in Hamburg, Foto: Martin Brinckmann

In einer gemeinschaftlichen Veranstaltung begingen die Hamburger Freimaurer ihr "Neujahrsfest". Als Festredner referierte Prof. Michael Otto zum Thema "Verschwinden mit der Digitalisierung unsere Werte?"

Zur Zeit dominiert eine Fülle von Zukunftsängsten die gesellschaftspolitische Debatte, wobei neben dem vielbeschworenen Klimawandel auch das Stichwort „Digitalisierung“ die Gemüter nachhaltig bewegt. Da hat sich der Distrikt Hamburg als Ideengeber und federführend in der Vorbereitung und Ausführung des NEUJAHRSEMPFANGS am 2. September 2019 im Namen aller Freimaurerlogen in Hamburg sowie in Kooperation mit den Großlogen der Vereinigten Großlogen von Deutschland und den Alten Freien und Angenommenen Maurern von Deutschland, der Provinzialloge von Niedersachsen und der Großloge Humanitas die Auseinandersetzung mit dem Thema „Verschwinden mit der Digitalisierung unsere Werte?“ und seinem Festredner Prof. Dr. Michael Otto konstruktiv eingemischt.

Der oft unterstellte Vorwurf, die Freimaurer würden sich nur mit sich selbst – zurückgezogen in ihren eigen Mauern – beschäftigen, wurde an diesem Abend in der Tat eindrucksvoll widerlegt. Eine breite Öffentlichkeit und ein Fernsehteam von „Hamburg 1“ bekundeten neben vielen Logen ihr großes Interesse an der Veranstaltung im Logenhaus der Privinzialloge von Niedersachsen.

Als dessen Hausherr begrüßte Br. Uwe Dörger alle Anwesenden im vollbesetzten Großen Mozart-Saal, ihnen voran den Festredner, masonisch den Großmeister A.F.u.A.M., Br. (Prof. Dr.) Stephan Roth-Kleyer, den VGL-Großmeister, Br. Christoph Bosbach, und dessen Stellvertreter, B. Bernd Brauer, sowie die Großmeisterin der Großloge Humanitas, Sr. Hanna Stadler-deCubas. Anschließend ergriff zu weiterer Begrüßung Distriktsmeister Br. Thomas Stuwe das Mikrophon am Rednerpult, erläuterte dem Auditorium den „Neujahrsempfang“ im September als „freimaurerische Zeitrechnung“ mit dem Ende des ersten Maurer-Halbjahres zu Johanni, dem 24. Juni, und dem Beginn des neuen Maurer-Halbjahres am 1. September, um sich dann der Persönlichkeit des Festredners, Prof. Dr. Michael Otto, zu widmen.

„Ein Leuchttum – las ich in der Vorbereitung über Ihr Unternehmen. Digitale Information sei wie Wasser, heißt es. Irgendwie sickert durch, welche Werte eine Firma vertritt.“ richtete der Distriktsmeister seine Worte an den Festredner und fügte u. a. zwei weitere Zitate hinzu (aus einem Leserbrief in der ZEIT): „Wir Menschen sind gefordert, die im Zeitalter der Aufklärung gewonnenen Erkenntnisse und Werte zu digitalisieren, wir brauchen neue Kompetenzen in allen Lebensbereichen.” sowie aus einer Finanzzeitschrift: „Durch Outsourcing und Digitalisierung gehen zunehmend Gemeinsamkeit und Vertrautheit verloren. Rituale helfen, die Gemeinschaft wieder zu stärken.”

Das Zitat ist für einen Freimaurer-Empfang natürlich eine Steilvorlage. Schließlich ist die rituelle Arbeit unser USP.“, bekannte Br. Thomas Stuwe und fasste danach die Biographie von Prof. Otto in knappen Daten zusammen: Abitur, Banklehre, Studium der Volkswirtschaft, Promotion. 1971 Vorstand im Unternehmen des Vaters, von 1981 bis 2007 Leitung der „Otto Group“ als Vorstandsvorsitzender sowie Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hamburger Handels- und Dienstleistungsgruppe Otto. Initiator und Vorsitzender des Freundeskreises der Hochschule für bildende Künste Hamburg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Kulturkreis des BDI und Vorsitzender des Kuratoriums der Werner Otto Stiftung für medizinische Forschung. Und Br. Thomas Stuwe fuhr fort: „Ökologischen Aspekten misst Prof. Otto von jeher in der Führung seiner Unternehmensgruppe, aber auch bei seinen zahlreichen ehrenamtlichen Engagements, eine große Bedeutung bei.

Für sein Engagement wurde Prof. Otto vielfach ausgezeichnet, unter anderen mit dem Heinz Sielmann Ehrenpreis für seine herausragenden Leistungen im Bereich Natur- und Umweltschutz sowie mit dem Walter-Scheel-Preis“. Und neben weiteren Auszeichnungen wurde ihm 2013 von der Bürgerschaft und dem Senat die Würde eines Ehrenbürgers der Freien und Hansestadt Hamburg „für seine herausragenden Leistungen als Unternehmer sowie als Stifter, der über das Notwendige hinaus wirtschaftliche und gesellschaftliche Verantwortung übernimmt“, verliehen. Soweit die gekürzten Ausführungen unseres Distriktsmeisters.

Festredner Michael Otto, Foto: Martin Brinckmann

Nach einem musikalischen Intermezzo folgte nun der Vortrag von Prof. Otto unter dem Titel „Verschwinden mit der Digitalisierung unsere Werte?“ In seiner freien Rede schilderte er an der Vita seines großen Unternehmens die vielschichtige Entwicklung seiner Firmenstruktur zu einem weltweit vernetzten Konzern mithilfe einer gezielten Digitalisierung auf allen Ebenen, deren Planung und Anwendung 25 Jahre in Anspruch genommen haben. Die „Otto-Group“ hat bei dieser gigantischen Umstellung eines traditionsbewussten Konzerns in das neue digitale Zeitalter geradezu unerforschtes Terrain betreten, dessen Bewährung am eigenen Experiment erprobt werden musste – mit
allen Risiken, die eine Avangarde eingehen muss. Die „Otto-Group“ stellte sich dabei der Herausforderung, neben wirtschaftlicher Effizienz und notwendigem Erfolg den vielfältigen innovativen Maßnahmen auch die Balance der sozialen Verantwortung und der ökologischen Nachhaltigkeit zu gewährleisten, ein Vorhaben, das wahre digitale Pionierarbeit im Unternehmen erforderte.

Ergänzend sei hier der Festredner in der Zielsetzung seiner von ihm gegründeten „Umweltstiftung Michael Otto“ aus dem Internet ebenfalls zitiert: „Es geht mir bei meinem Wirken als Stifter insbesondere darum, Impulse für die Gestaltung zukunftsweisender Lösungen im Natur- und Umweltschutz zu setzen und diese in einem gesellschaftlichen Diskurs zu stärken. Wir haben deshalb die Stiftung von Beginn an auch als Dialogplattform und Brückenbauerin konzipiert.“

In seinem Festvortrag schilderte Prof. Otto eben nicht nur die Firmengeschichte der „Otto group“, sondern die damit verbundene Notwendigkeit, innovative Entwicklungen wie beispielsweise die Digitalisierung zu erkennen, anzuwenden und kritisch zu überprüfen, ob der gesellschaftliche Wertekanon dabei gewahrt bleibe, damit der Mensch den Zukunftsperspektiven nicht nur in der Arbeitswelt mit Zuversicht begegnen kann – ein echtes „Otto-Credo“! Kein Wunder, dass diese Botschaft im Auditorium kräftigen Beifall auslöste und dem „Neujahrsempfang“ eine sinnstiftende Richtung zuwies. So fügten sich auch die Schlussworte von Sr. Hanna Stadler-deCubas über das Streben der Freimaurerei nach mitmenschlicher Wertschätzung und Empathie nahtlos ein, verbunden mit der Einladung zu anregenden Gesprächen bei Fingerfood und Getränken im Kleinen Mozart-Saal. Von diesem Angebot machten viele der Anwesenden – einschließlich des Festredners – regen Gebrauch.

Bleibt unbedingt nachzutragen: Die musikalische Umrahmung besorgten in hinreißender Virtuosität die Kammermusikerin Frau Sabine Grofmeier (Klarinette) und Br. Jean Panajotoff (Konzertflügel). Beide ernteten den stürmischen Applaus eines begeisterten Publikums.

Summa summarum: Der Freimaurerbund hat mit seinem „Neujahrsempfang“ in Hamburg wieder einen Maßstab von Öffentlichkeitsarbeit angelegt, der nicht nur in der Hansestadt erneut eine anerkennende Beachtung und einen bemerkenswerten Zuspruch fand. Ein weiterer Baustein einer erfolgreichen Bewusstseinsbildung über Freimaurerei im öffentlichen Raum wurde so hinzugefügt. Und ganz nebenbei war das Gemeinschaftserlebnis unter den Beteiligten am Zustandekommen des „Neujahrsempfangs“ und dessen Unterstützung auch eine erfreuliche, motivierende Erfahrung, die man gern für weitere Aktivitäten nutzen darf.

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Hamburger Freimaurer beteiligen sich an der 20. Europawoche

Foto: sunt / Adobe Stock

Schon zum 20. Mal beteiligt sich der Distrikt Hamburg an der Europawoche der Stadt Hamburg. Der Referent Oberst Prof. Dr. Rogg sprach zum Thema "Die Lichter am Himmel hängen alle schief — 1919 und die Neuordnung der Welt". Er sollte einen Blick auf 100 Jahre Europa geben.

Von Br. Andreas Bolte

Interessant, ja. Aber was haben wir Freimaurer mit der Europawoche zu tun, mag sich mancher fragen. Die Antwort gibt unser Großmeister Br. Stephan Roth-Kleyer in seiner Begrüßungsansprache.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Solidarität, Humanität und Toleranz, das sind die Ziele Europas und das sind auch unsere Ideale, die Ideale der Freimaurer. Alle demokratischen Parteien in Deutschland fördern ein gemeinsames Europa. Das auch, weil es Frieden stiftet und zukunftsfähige Lösungen für nationale wie globale Herausforderungen schafft. Auch wir Freimaurer glauben und arbeiten für ein Europa der Freiheit, der Gleichheit, der Brüderlichkeit, der Humanität, der Solidarität und der Toleranz. Dafür lohnt es sich aktiv einzutreten und das wollen wir auch weiterhin verstärkt tun.

Br. (Prof. Dr.) Stephan Roth-KLeyer, Großmeister

Dies sei heute wichtiger und aktueller denn je und sei ein Ziel für die Zukunft. Inhaltlich deutet unser Distriktmeister Br. Thomas Stuwe in seiner Einführung an, was den Zuhörer erwarten würde: gewaltige Umbrüche in Technik, Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur. Die Relevanz für unsere Zeit würde noch mehr als deutlich werden.

Und unser Referent beginnt gleich, konkret zu werden. Der erste Radiosender, die erste Pandemie in Gestalt der Spanischen Grippe mit geschätzten 100 Millionen Toten — mehr als in beiden Weltkriegen zusammen —, die schrecklichen Kriegserfahrungen, in denen mehr als 50 Milliarden Geschosse produziert wurden. Das sind Ereignisse, die das Bewusstsein der Epoche prägen.

Dazu der erste Tabubruch der Geschichte: Der Einsatz von Giftgas. Heute ist das schon lange geächtet. Heute würden wir sagen, das erste Unwort des Jahres, “Menschenmaterial”. Diese “Entgrenzung der Gewalt” verunsicherte die Menschen tief. Dazu geriet der politische Liberalismus in die Krise und althergebrachte Rollenbilder von Mann und Frau wurden infrage gestellt. Kurzum: “Dieser Verlust der alten Kontrollsysteme führte zu Orientierungslosigkeit und Entheimatung”, so unser Referent. Ein Gefühl, das auch heute Teile der Gesellschaft kennen. Wir denken an die Anhänger von Pegida, AfD und weiteren Gruppierungen, die sich das vermeintliche Idyll der 50er Jahre zurückwünschen, das es aber so nie gegeben hat.

Für weitere Unzufriedenheit sorgte der Versailler Vertrag, der eher einem Diktat gleiche, wodurch Deutschand 13 Prozent seines Staatsgebiets verlor, die Alleinschuld am Krieg wurde Deutschland zugewiesen, die Auslieferung der Handelsflotte an die Siegermächte und Reparationszahlungen in Höhe von 269 Milliarden, was heute dem zehnfachen Betrag entspräche.

Auch geografisch änderten sich altbekannte Strukturen. Das Osmanische Reich zerfiel, die baltischen Staaten entstanden, die Arroganz der Weltmächte, die mit dem Lineal neue Ländergrenzen in Arabien zogen, zeitigt Folgen, unter denen die Weltgemeinschaft bis heute leidet und die die Araber nachhaltig tief verstimmte.

Doch aus Positives sei nachzuweisen. So diente die Weimarer Verfassung in Teilen als Vorlage für unser Grundgesetz, eine ganz neue Kunst mit Dada habe Menschen viel Kraft gegeben, das Bauhaus, das nicht nur mit seiner Architektur, sondern auch mit seinem neuen Menschenbild der großen gesellschaftlichen Komplexität eine neue Einfachheit entgegensetzte, sorgte für einen gewissen Orientierungsrahmen.

Nun könnten hier eine Reihe weiterer Details aufgezählt werden, doch schon jetzt ist offensichtlich, was diese Zeit vor hundert Jahren mit heute zu tun hat. Prof. Rogg: “Der Verlust an Gemeinsamkeit, die Vertrauenskrise der Institutionen und die Suche nach neuer Orientierung.” Ein Blick nach Polen oder Rumänien genüge, um das festzustellen. Generell gelte, unsere Probleme hätten an Komplexität zugenommen. Wer nun vermeintlich einfache Lösungen präsentiere, liege falsch. Hier komme nun die Rolle Europas ins Spiel. Drei wesentliche Aufgaben sehe er. Erstens: Europa müsse als Anker der Stabilität dienen, zweitens Europa müsse Orientierung geben und drittens Europa müsse neue Ideen haben.

Wir hörten einen etwas anspruchsvollen, aber sehr klaren Vortrag, der viele gut belegte Details enthielt. Analysen und Schlussfolgerungen waren übezeugend; sehr angenehm der ruhige Ton des Referenten und seine immer wieder sichtbare Fachkompetenz.

Entnommen aus dem “Hanseatischen Logenblatt”

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Vernissage im Hamburger Logenhaus

Am 20. März fand im Logenhaus in der Welckerstraße eine Vernissage des Künstlers Hans Jürgen Gottschalk statt. Eingeladen hatte zu dieser Veranstaltung die Freimaurer Loge Roland und rund 100 Interessierte hatten sich eingefunden.

Hamburg (hjs) Hans Jürgen Gottschalk, Jahrgang 1940, lebt und arbeitet seit 43 Jahren in Hamburg. Er hat Graphik Desiegn an der renommierten Alsterdamm Kunstschule in Hamburg studiert und war Schüler von Oskar KoKoschka. Zu Beginn seiner Tätigkeit war er allerdings als Creativ Director, Designer und Illustrator für Werbung bei internationalen Konzernen und Verlagen in Nürnberg, Frankfurt, New York und Hamburg tätig.  Mit 7 Jahren hat er die ersten Gehversuche in die Malerei gemacht, aber erst seit 2009 hat sich dann nur noch der Kunst und damit der Malerei gewidmet.

Zu seiner  Ausstellung hat Hans Jürgen Gottschalk 32 Bilder aus einer Serie von 56 ausgewählt, die sich mit dem Thema Ausgrenzung Vernachlässigung, Erniedrigung, Verführung, Ausbeutung und Alterseinsamkeit und anderen sozialen Ungerechtigkeiten beschäftigen. Die Überschrift zu der Ausstellung lautet „die im Dunkeln sieht man nicht“ und die Bilder sind ausnahmslos auf großformatigem Karton in Öl mit schwarzem Untergrund, in einer Größe und grobem Pinselstrich gemalt. Keines der Bilder hat einen Titel, doch jedes Bild spricht für sich und macht nachdenklich.  Der Titel der Ausstellung ist übrigens einem Zitat von Berthold Brecht entliehen, in dem es heißt „Man siehet die im Lichte…die im Dunkeln sieht man nicht.“ Hans Jürgen Gottschalk bezeichnet seinen Malstil als Realistisch/ Impressionistisch. Nach der Ausstellung war auch reichlich Gelegenheit zu Gesprächen.

Hans Jürgen Gottschalk (Mitte) begleitet von Axel Kinast von der Loge Roland (Links) und Thomas Stuwe, Distriktmeister Hamburg (Rechts)
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Bruder Rolf Appel verstorben

Bruder Rolf Appel

Der bedeutende Freimaurer Br. Rolf Appel ist am 3. April 2019 im Alter von 99 Jahren in Hamburg gestorben oder, wie Freimaurer sagen: in den Ewigen Osten vorausgegangen.

Geboren wurde Rolf Appel 1920 im schleswig-holsteinischen Süderbrarup. Die weiteren 25 Jahre kann man im Grunde nur in drei Worten beschreiben: Kindheit, Schule, Krieg. Direkt nach dem Abitur wurde er an die Front eingezogen, wurde als Panzeroffizier drei Mal schwer verwundet und fand sich nach dem Krieg in der Druckerei wieder, die er von seinem Vater übernahm. 1945 war er einer der ersten Buchverleger, der von der britischen Militärführung eine Lizenz erhielt.

Schon 1948 wurde er Freimaurer. Sein Vater, dessen Unerschütterlichkeit als Freimaurer auch während der Nazizeit ihm ein großes Vorbild war, wurde sein Bürge. Neben der Freimaurerei engagierte er sich in vielen anderen Bereichen, beispielsweise in der Herrnhuter Brüdergemeine und dem CVJM, sowie beruflich in der Handelskammer, Buchhändler- und Verlegerverband u.a.

Seine Aktivitäten in der Freimaurerei sind in ihrem ganzen Umfang kaum zu benennen. Er war Meister vom Stuhl in verschiedenen Logen, Distriktmeister des Distriktes Hamburg, Zugeordneter Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Mitbegründer der freimaurerischen Künstler- und Publizistenvereinigung “Pegasus”, er arbeitete wesentlich an der Entwicklung des bis heute gültigen Rituales unserer Großloge mit und war Ehrenmitglied etlicher Logen im In- und Ausland.

Von 1968 bis 1981 war er er Mitglied des Dialogforums zur Beratung der Katholischen Kirche und leistete einen wesentlichen Anteil zur Annäherung und Verständnis zwischen Theologie und Freimaurerei in Deutschland.

"Goethe war Freimaurer, Herder war Freimaurer, Lessing war Freimaurer, Carl von Ossietzky war Freimaurer — dann sag ich mir immer: Und Du? — Was hier und heute geschieht, das ist das Entscheidende!"

Rolf Appel

Mehr als 35 Bücher freimaurerischen Inhaltes stammen aus seiner Feder, auch sonst war er in der Freimaurerei in hohem Maße publizistisch tätig. Mit Unterbrechungen war er 44 Jahre Redakteur des “Hanseatischen Logenblattes”, war am Aufbau und der Erweiterung des Bauhüttenverlages engagiert, war Redakteur der freimaurerischen Zeitschrift “Die gelben Blätter”, der Zeitschrift “Euro Mason”, der Zeitschrift “Die Bruderschaft” und der “Humanität”.

Rolf Appel war in seinen mehr als 70 Jahren überaus tätiger Mitgliedschaft in der Freimaurerei zahllosen Brüdern Leitfigur und Vorbild, das mehrere Generationen nachhaltig prägte und weiter prägen wird. Eine Vielzahl von Preisen, Ehrungen und Ehrenmitgliedschaften sind dafür nur äußerer Ausdruck. Wichtiger ist, dass sich seinem nachhaltig positivem Eindruck kaum ein Mitglied unserer Logen entziehen kann und will.

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Ausstellung des Künstlers H.J. Gottschalk in Hamburg

Unter dem Brecht-Titel "Man siehet die im Lichte — die im Dunkeln sieht man nicht" zeigt die Hamburger Loge Roland Werke des Künstlers H.J. Gottschalk.

Der Künstler H.J.Gottschalk, ein Schüler von Oskar Kokoschka, stellt ab dem 20. März 2019 seine Werke in der Hamburger Loge “Roland” aus. Neben seiner Vielzahl an Werken über Landschaften, Hamburg, die Elbe befasst sich der Künstler parallel mit einem völlig anderen Sujet, mit den Zeitgenossen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. Es geht um Gewalt, Verzweiflung, Angst und Hoffnungslosigkeit in all ihren Facetten. 30 Werke sind über die Zeit entstanden, die nun als Gesamtwerk ab dem 20.März im Logenhaus zu sehen sind.

Thematisch verbunden und als Empfänger einer Spende des Roland ist die Yagmur-Stiftung, die von Michael Lezius ins Leben gerufen worden ist, um auf die Schicksale von Kindern aufmerksam zu machen, die von Amts wegen in Pflegefamilien übergeben wurden und unter mysteriösen Gründen/Umständen zu Tode kamen. Das Schicksal der kleinen Yagmur steht da stellvertretend für andere Kinder, die heute nicht mehr leben, aber unter anderen Umständen am Leben sein könnten. Es geht um das Verhalten der zuständigen Behörden, was sollten zuständige Richter berücksichtigen, wenn sie Kinder aus prekären Verhältnissen an Pflegefamilien vermitteln ? Wie sollten die Kinder selbst in die Entscheidungsprozesse über ihr Leben eingebunden sein ? All dies sind Fragen, die die Yagmur-Stiftung über Forschungsprojekte und politisches Lobbying  zu ihrem Stiftungsauftrag erklärt hat und jährlich einen Preis für ein Projekt auslobt, welches einen direkten Zusammenhang zum Stiftungszweck hat.

Helge Adolphsen, Hauptpastor a.D. der St.-Michaeliskirche „Michel“, ist Mitglied im Vorstand der Yagmur-Striftung und wird im Rahmen der Vernissageeröffnung am Mittwoch, dem 20.März 2019 (ab 19 Uhr) über die Stiftung berichten.

Im Rahmen der Veranstaltung wird Dr. Torsten Kiel, MvS ROLAND Begrüßungsworte an die Gäste richten; Thomas Stuwe, Distriktsmeister und assoziiert mit der Friedrich-Schröder-Kunderstiftung eine Laudatio auf den Künstler halten. Und Harald Winter, Vorsitzender der Roland-Stiftung, wird eine Zuwendung an die Yagmur-Stiftung überreichen.

Vernissage am 20. März um 19 Uhr im Logenhaus in der Welckerstraße 8, Hamburg. Um Anmeldung unter gaeste@loge-roland.de wird gebeten.

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