Arbeitstagung zu Humanismus und Aufklärung

Herrenhäuser Gärten in Hannover ( Bild: fotolia/Waldteufel)

Herrenhäuser Gärten in Hannover ( Bild: fotolia/Waldteufel)

Die Forschungsloge “Quatuor Coronati” veranstaltet am 14. und 15. Oktober 2017 ihre 52. Arbeitstagung zum Thema “Humanismus und Aufklärung als Grundlagen der Freimaurerei in Deutschland – Vorgaben der Tradition, Sichtweisen der Gegenwart” in Hannover.

“Als Friedrich Immanuel Niethammer, einst ein Stipendiatsgenosse von Hölderlin, Hegel und Schelling 1808 das Wort ‘Humanismus’ als ‘Sektenbezeichnung’ für die ältere humanistische Pädagogik prägte, hatte das Wort bereits seine Unschuld verloren. […] Dass Sloterdijk die Position Heideggers mit der These von der ‘Humanisierung als Abrichtung und Züchtung’ abrundet, soll uns nicht davon abhalten, Humanismus als den Auftrag der Freimaurerei zu erfassen, den Verbrechen an der Menschlichkeit, die sich bis in die Gegenwart hinein als zivilisatorischer Auftrag verkleiden, nicht wort- und widerstandslos hinzunehmen.”

So leitet Thomas Forwe, der Vorsitzende der Forschungsloge Quatuor Coronati, die Einleitung zur 52. Arbeitstagung in Hannover ein. Das Programm hat es in sich: Über Humanismus und Aufklärung als kritisches Potential für Gegenwart und Zukunft spricht der Philosoph Klaus-Jürgen Grün, der Sozialwissenschaftler Hans-Hermann Höhmann ist “wieder einmal” bei Lessing auf den Spuren eines modernen Denkers — beide Referenten sind oft gebuchte Redner in Freimaurerlogen. Ralf Liedke referiert über Freimaurerei zwischen Aufklärung und Romantik und beleuchtet die Folgen des Kant’schen Denkens. Thomas Forwe geht der Frage nach, ob Humanismus ein Garant für Offenheit ist und Christian Meier macht sich unter dem Titel “Von Solitaire zu Solidaire” Gedanken über Camus’ Entwurf einer Ethik als Richtschnur für humanitäre Freimaurer. Der Samstag endet mit einem Aufsatz von Stefan Lüddemann über “Verinnerlichte Humanität? Freimaurerei aus der Sicht der Praxissoziologie”. Am Sonntagvormittag erwartet die Teilnehmer eine Abschlussdiskussion mit den einleitenden Thesen über konzeptionelle Grundlagen – Notwendigkeit oder Störfaktor für die Freimaurerei der Gegenwart.

13. bis 15. Oktober, Hannover. Anmeldungen und sonstiger Schriftverkehr zur Veranstaltung an den Sekretär.

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Vortrag von Prof. Wernstedt in Hannover

Rolf Wernstedt als Referent beim Festakt der Vereinigten Großlogen in Hannover

Rolf Wernstedt als Referent beim Festakt der Vereinigten Großlogen in Hannover

Rolf Wernstedt, ehemaliger niedersächsischer Kultusminister und Präsident des Niedersächsischen Landtages referierte bei der Festveranstaltung der Vereinigten Großlogen 2017 in Hannover. Lesen Sie hier seine vollständige Rede.

“Es ist von nicht zu unterschätzender Symbolik- und von Symbolen verstehen Sie ja eine ganze Menge-, dass Sie Ihre 300. Jahresfeier aus Anlass der Gründung der ersten Loge in Hannover begehen. Hannover ist, wie Sie wissen, die Stadt, in der Gottfried Wilhelm Leibniz 40 Jahre gelebt hat und im Jahre 1716 gestorben ist. Er liegt keine 2 km Luftlinie von uns entfernt in der Neustädter Hof- und Stadtkirche begraben. Ich wage die Behauptung, dass Leibniz Mitglied einer Loge geworden wäre. Er konnte es aus verständlichen chronologischen Gründen nicht.

Aber sein Wirken fällt in eine Zeit, in der ganz Europa an den Folgen des 30-jährigen Krieges litt und nach den selbstzerstörerischen Verwüstungen, vorgeblich im Namen der richtigen und wahren Religion, nach einem neuen Aufbruch suchte. Unter den Intellektuellen Europas war der Geist der Wahrheitssuche, der naturwissenschaftlichen Experimente, des nicht konfessionell gebundenen philosophischen Denkens überall spürbar. Und Leibniz war, wie wir heute wissen, der Klügste von allen, sein Werk wird erst in einigen Jahrzehnten vollständig ediert sein. Leibniz war der Repräsentant der Vernunft, an deren Wert und Wirken er glaubte. In allen möglichen Bereichen, nämlich der Mathematik, Politik, der Religion, der Geschichte, des Rechts, der Technik, der Ökonomie, der Medizin und sogar der Dichtung hat er sich produktiv eingebracht. Er war, im Gegensatz zu Kant, davon überzeugt, dass es den allumfassenden Gott gebe, hielt aber nichts von dem Gott, der ihm in den kleinkarierten Predigten mancher Pastoren entgegenklang. Deswegen glaube ich, dass er in einer Freimaurerloge gut aufgehoben wäre. Denn, wenn es stimmt, dass der innere Beweggrund freimaurerischen Denkens und Verhaltens ist, den selbständigen und freien Geist zu befördern und damit bei sich selbst anzufangen, dann wäre Leibniz dort gut aufgehoben. Die einzige Frage wäre nur, ob er, der so vom Verstand gesegnet war, des rituellen Prozedere bedurft hätte. Geschadet hätte es ihm sicher nicht, zumal seine mündliche und tägliche Kommunikation durchaus ausbaufähig gewesen wäre.

Da mag es sehr hilfreich sein, in einem vertrauten Raum sich seiner selbst zu vergewissern und damit „an sich selbst zu arbeiten.

Auf unsere heutige Situation übertragen zeigt sich der freimaurerische Ansatz, soweit ich das von außen verstehe, dem Einzelgängertum überlegen, man mag noch so klug sein und bewundernswertes Ansehen genießen. Das bedeutet nicht automatisch, die inneren Beweggründe für berufliches, geselliges, politisches, karitatives oder anderes Verhalten durchschaut zu haben. Berufliches Streben kann von Ehrgeiz und Wettbewerb zerfressen werden, geselliges Haschen nach Aufmerksamkeit mag in falscher Anerkennungssucht gründen, politisches Engagement gründet häufig in unausgewiesenem Herrschaftswillen, und selbst karitatives Tun ist nicht frei von eigensüchtigem „Bessersein- Wollen“. Da mag es sehr hilfreich sein, in einem vertrauten Raum – gleich ob geheim oder transparent – sich seiner selbst zu vergewissern und damit „an sich selbst zu arbeiten“, „DEN RAUHEN STEIN ZU BEHAUEN“; wie Sie zu sagen pflegen.

Die ständige Arbeit an sich selbst, um ehrenwerte und ethisch wertvolle Eigenschaften zu entwickeln und ihnen näher zu kommen, kann man gar nicht positiv genug würdigen. Denn nur eine Person, die sich ihrer selbst sicher und suchend zugleich ist, kann frei sein. Und die Freiheit der Person ist eine der Grundforderungen der Aufklärung, die schließlich zu den politischen Hoffnungen des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges und der Französischen Revolution führten.

Die individuelle Freiheit bedarf aber der Kompensation durch die soziale oder kollektive Eingebundenheit. Das wussten offenbar schon die Gründer der Ersten GROSS- Loge. Die Überlieferung der Bauhüttenregeln erleichterten die Praxis, die individuelle Arbeit an sich im Zusammenhang präziser ausgestatteter Symbole und Rituale zu vollziehen. Man muss sie in ihrer Unterschiedlichkeit gar nicht bemühen, um die Richtigkeit des gemeinsamen Wirkens, das im Erleben und dem gegenseitigen Respekt besteht, nachvollziehen zu können.

Die geübte und immer wieder eingeübte Brüderlichkeit entspringt wahrscheinlich einer jahrhundertelangen Erfahrung. Diese bestand und besteht in der Beobachtung, dass die scharfe und immer wieder bestärkte Trennung einer Gesellschaft in soziale, bildungsmäßige, politische und rechtliche oder religiöse Unterscheidung im Extremfall zum Auseinanderfallen einer Gesellschaft führen kann. Der 30jährige und der englische Bürger- Krieg waren auch ein solcher Fall. Und religiöse Begründungen für abscheulichste Verbrechen können wir jeden Tag aus den Medien erfahren. Deswegen ist neben der Freiheit auch der Gedanke der Gleichwertigkeit aller Menschen, nicht nur des eigenen Volkes, der eigenen Religion, der eigenen sozialen Schicht oder der eigenen Überzeugung so wichtig.

Eine Verfassung schützt sich nicht von allein, sondern nur, wenn es genügend Menschen gibt, die sich zu ihr bekennen und sie verteidigen.

Es war ein Freimaurer, der in den Grundsätzen der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung erstmals politisch die Gleichheit der Würde aller Menschen verankert hat. Derselbe Gedanke erscheint uns heute als Artikel 1 des Grundgesetzes. Bei uns stehen dahinter die Erfahrungen eines nicht nur religiösen Fanatismus, sondern auch des rassischen, nationalistischen oder ideologischen Jahrhunderts, das hinter uns liegt. Auch Freimaurer waren nicht alle gefeit vor diesen Verführungen, wie Sie wissen. Gleichwohl darf man sich nicht blenden lassen. Eine Verfassung schützt sich nicht von allein, sondern nur, wenn es genügend Menschen gibt, die sich zu ihr bekennen und sie verteidigen.

Vielleicht liegen in der Freimaurerei noch nicht ans Tageslicht gekommene Erfahrungen mit dem Postulat der Gleichheit. Denn der unbedingte Wille, sich dem freimaurerischen Bruder ( jetzt auch Schwester) gleichwertig zu fühlen und sich danach zu verhalten, verlangt natürlich das Überschreiten der im realen Leben wirksamen Regeln. Worin besteht die Gleichheit eines Königs (Friedrich II. oder Georg V.) mit einem Handwerksmeister oder einem Arzt? Oder welche Folgerungen zieht ein freimaurerischer Banker in seinem alltäglichenVerhalten zu einem Professor oder Journalisten?

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist es nicht Ziel der Freimaurer, die grundsätzlichen politischen und sozialen Zustände zu ändern, sondern die ethischen, auf das geistige und sittliche Leben bezogenen Regeln zur Geltung zu bringen und sie zu mehren. Das ist viel mehr als idealistisches Geschwätz, es ist eine Art Selbstverpflichtung ( obwohl ich diesen Begriff als in der DDR Aufgewachsener sonst nicht sehr schätze), die Würde im Andern in jeder Situation zu verteidigen. Vielleicht ist das lobenswerte soziale Engagement, in Hannover das Zahnmobil für diejenigen, die sich keine Zahnbehandlung leisten können, ein Ausweis dieser Grundhaltung.

Chauvinismus und Nationalsozialismus, Kommunismus wirkten zu ihrer Zeit, aber Dummheit wirkt noch immer.

Die böswilligen Unterstellungen und Verschwörungstheorien gegenüber der Freimaurerei haben in der deutschen Gesellschaft ihre Spuren hinterlassen. Chauvinismus und Nationalsozialismus, Kommunismus wirkten zu ihrer Zeit, aber Dummheit wirkt noch immer. Die aus den Religionskriegen hervorgegangenen Toleranzvorstellungen sind bis heute nicht eingelöst. Offensichtlich ist es schwer zu ertragen, neben den eigenen Überzeugungen andere gelten zu lassen. Jeder, der Kinder hat, weiß das. Wenn sie erstmals eine eigene Überzeugung haben, gelten sie absolut. Aber wer nicht lernt, Unterschiede ertragen zu können, kann nicht tolerant sein. Bei den religiösen Fanatikern (der christlichen im Mittelalter oder bei bestimmten Sekten, der islamistischen in ihren Allmachtsphantasien, den hinduistischen in ihren Nachtodesphantasien u. ä.) kann man sehen, dass der innere Widerspruch des Toleranzdenkens nicht aufgelöst ist und vielleicht auch nicht aufgelöst werden kann. Dieser lautet: Kann das Toleranzgebot gegenüber Intoleranz behauptet werden und wie weit gilt es dann?

Kann das Toleranzgebot gegenüber Intoleranz behauptet werden und wie weit gilt es dann?

Philosophisches und freimaurerisches Denken reagiert darauf pragmatisch: Je intensiver sich Menschen mit der eigenen Entwicklung beschäftigen, also an sich arbeiten, desto unwahrscheinlicher wird eine „Radikalisierung“, weil es nicht um die Behauptung eines je erreichten Zustandes geht, sondern um die Erfahrung, dass man in Würde und Anstand leben kann, wenn man etwas dazu lernt, und d.h. auch sich manchmal korrigieren kann und muss, ohne seine Identität aufzugeben. Toleranz ist also mehr als nur Geltenlassen des Anderen. Für den Anderen bin ich selbst der Andere. Und wovor soll er Respekt haben und sich tolerant zeigen, wenn er nicht weiß, wer der Andere ist. Für die gegenwärtige Debatte um Multikulturalität ist dies bedeutsam: Toleranz ohne eigenen Standpunkt ist Gleichgültigkeit und nicht Respekt. Unter diesem Gesichtspunkt scheint mir die berühmte Ringparabel aus Lessings „Nathan der Weise“ aus echtem freimaurerischen Geist. Es bleibt natürlich richtig, dass sie die vielleicht berühmteste und durchdachteste Formulierung der Toleranz aus dem Geiste der Aufklärung ist.

Sie nennen das aufklärerische Engagement „Bau am Tempel der Humanität“. Das ist der erklärte Wille, die am eigenen Selbst vollzogene Arbeit ( als Lehrling, Geselle oder Meister) auch außerhalb der freimaurerischen Gemeinschaft wirken zu lassen. Ein solcher Schritt verlangt natürlich nach einer gewissen Öffnung aus dem eigenen Zirkel hinaus. Es stellt sich für die Freimaurer und für die, die ihr Tun und Selbstbild mit Sympathie verfolgen, die Frage: welche Form des in die Öffentlichkeit -Tretens ist angemessen und notwendig?
Wenn die Freimaurerei frei von allen religiösen, ideologischen oder parteilichen Vereinnahmungen sein will, muss sie strittige Themen der Gesellschaft (wozu auch die Politik gehört), aufgreifen und im Geiste der Aufklärung und Toleranz bearbeiten. Ich kann mir vorstellen, dass es Fragen gibt, zu denen es hilfreiche freimaurerische Zugänge gibt. Es bedarf dazu keiner förmlichen Abstimmung in Gremien, aber wichtige Fragen zu thematisieren und zu bearbeiten wäre wünschenswert.

Ein paar Beispiele: Könnte man nicht die unselig oberflächliche politische Diskussion um Gleichheit und Gerechtigkeit in der heutigen Zeit neu akzentuieren? Gibt es eine freimaurerische Haltung zu den Entwicklungen der Flüchtlings- und Migrationsthematik? Was sagen die Freimaurer zur Würde der Millionen von Flüchtlingen und den Tausenden Ertrunkenen? Von welchem Grad von Untätigkeit an wird ein Bekenntnis zur Humanität zur Phrase? Wo bleibt der Aufschrei der aufgeklärten Freimaurer angesichts des dreisten „Sich-Breit-Machens“ von sog. alternativen Fakten? War nicht der innerste Kern der Freimaurerei berührt, wenn in den sozialen Medien die schrankenlose Beschimpfung millionenfache Zustimmung erfährt? Muss es Freimaurer beunruhigen, wenn „Fake- News“ höhere Aufmerksamkeit und Akzeptanz erfahren als gut recherchierte und um Wahrheit bemühte Berichterstattung? Kann die „Arbeit an sich selbst“ dazu helfen, die Kommunikation in Kurzkommentaren bei Twitter, Facebook und SMS-Texten als „Entfernung von sich selbst“ zu entlarven? Es gibt noch eine Reihe anderer Fragen, die die Aktualität und Herausforderung freimaurerischen Denkens kennzeichnen könnten.

Die letzte Frage und Antwort: Könnte Donald Trump Freimaurer sein? Ich glaube nicht.

Dann nehmen Sie lieber postum Leibniz auf!”

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Ausstellung “Isis und Osiris” in Hannover

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(Hannover) Im Kestner-Museum der Landeshauptstadt Hannover gibt es bis zum 25. Februar 2018 eine sehenswerte Ausstellung mit dem Titel “O Isis und Osiris”, die sich mit den in der frühen Freimaurerei beliebten ägyptischen Mysterien beschäftigt.

Tatsächlich erfreuten sich die Freimaurer des 18. Jahrhunderts der Mysterienkulte, neben den griechischen besonders der ägyptischen. Hauptpersonen der ägyptischen Myterien sind der König Osiris und seine Frau Isis, gleichzeitig seine Schwester. Osiris wird von seinem Bruder Seth ermordet, zerstückelt und in einem Sarg im Nil versenkt. Dennoch gelingt es der zauberkundigen Schwester und Gemahlin nach vielen Abenteuern und wundersamen Handlungen den Leichnam ihres Mannes zum Leben zu erwecken.

Die Mysterien haben unter anderem auch die Freimaurer Schikaneder und Mozart zur berühmtesten Oper der Musikgeschichte, der “Zauberflöte”, inspiriert, in der es eine Arie mit dem Titel “O Isis und Osiris” gibt: “O Isis und Osiris, schenket der Weisheit Geist dem neuen Paar”, singt der Priester Sarastro, dem man eine Nähe zum “guten König” Osiris nicht absprechen kann.

Die Ausstellung im hannoverschen Kestner-Museum geht nun der Frage nach, was die Gründe für die Faszination insbesondere der ägyptischen Mysterien waren, die sich zum Teil bis heute in Logennamen wie Isis, Harpocrates, Zur Pyramide, Horus, Sphinx u.a. widerspiegeln, ebenso in der Dekoration mancher Logenhäuser. “Ob nun das Geheime an der frühen Freimaurerei als Aufklärung oder Alchemie, als Lust an der Sensation oder als Beherrschung der Leidenschaften verstanden wurde, Ägypten bot für die unterschiedlichen Richtungen der Freimaurerei stets eine Projektionsfläche.”, so der Ausstellungsflyer des Museums.

Natürlich hat die heutige Freimaurerei nichts mehr mit den genannten Mysterien zu tun, sie fühlt sich den Werten der Aufklärung mehr verbunden. Gleichwohl sind Reste der Legenden noch heute in den Ritualen und Metaphern zu finden. Insofern lohnt sich für am Thema Freimaurerei interessierte Menschen die Beschäftigung mit dieser wichtigen Epoche der Bruderschaft.

Begleitet wird die sehenswerte Ausstellung von einigen Vortragsveranstaltungen, selbstverständlich werden regelmäßig Führungen, auch von hannoverschen Freimaurern, angeboten. Verschiedene Termine finden Sie auch im Veranstaltungskalender dieser Website.

Sonderausstellung „O Isis und Osiris“ in Kooperation mit den 12 hannoverschen Freimaurerlogen. Museum August Kestner, Trammplatz 3, 30159 Hannover.  Öffnungszeiten Dienstag, Donnerstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr. www.museum-august-kestner.de

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170. Jubiläum der Wolfenbütteler Freimaurerloge

Spendenübergabe

(Wolfenbüttel/jt) Am 26. August 2017 feierten die Brüder der Wolfenbütteler Freimaurerloge “Wilhelm zu den drei Säulen” in Anwesenheit des Bürgermeisters Herrn Pink und des stellvertretenden Landrats Herrn Schäfer und vieler weiterer Gäste ein doppeltes Jubiläum.

Sie gedachten der Gründung der ersten Großloge der spekulativen Freimaurerei in London/Westminster im Jahr 1717 und gleichzeitig erinnerten sie an den Gründungstag der Wolfenbütteler Loge vor 170 Jahren. Herzog Wilhelm von Braunschweig genehmigte damals die Gründung einer eigenständigen Loge in Wolfenbüttel, die aus einer Braunschweiger Freimaurerloge hervorging. Seit fast 170 Jahren treffen sich die Brüder wöchentlich in dem altehrwürdigen Logenhaus in der Kanzleistraße.

Nach der Begrüßung durch den Meister vom Stuhl (Vorsitzenden) Jochen Thierig hielt Professor Höhmann aus Köln, selbst seit langer Zeit Mitglied in einer Freimaurerloge, einen beeindruckenden, sehr lebendig präsentierten Vortrag, in dem er sowohl die geschichtlichen Hintergründe als auch die Zukunft der Freimaurerei darstellte und erläuterte, welchen Nutzen die Gesellschaft von ihr hat und welches die Gründe sein können, sich diesem Bund anzuschließen: ein freies Gespräch unter Freunden, Geselligkeit und die alten Rituale, die die Sinne ansprechen. Zum Kennenlernen werden regelmäßig Gästeabende angeboten, in denen interessierte Herren Antworten auf ihre Fragen erhalten.

Nach dem Vortrag überreichte der Meister vom Stuhl Jochen Thierig den Vertretern des Aha-Museums und der Wolfenbütteler Heimatstiftung je eine Spende in Höhe von 3000 €, um ihre wertvolle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu unterstützen. Mit dieser Spende setzen die Brüder eine Grundforderung ihrer Ethik um ‚Geht hinaus in die Welt und bewährt euch als Freimaurer’.

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Zentraler Festakt 300 Jahre Freimaurerei in Hannover

Gruppenbild beim Zentralen Festakt der Vereinigten Großloge 2017 in Hannover

Gruppenbild beim Zentralen Festakt der Vereinigten Großloge 2017 in Hannover

Die Vereinigten Großlogen von Deutschland als Dachverband der deutschen Freimaurer luden am 1. September zum “Zentralen Festakt aus Anlass der 300-Jahr-Feier” unter dem Motto “Freimaurer — Menschlichkeit weltweit” in das Sprengel-Museum nach Hannover ein.

Viele Logen haben den 300. Jahrestag der sogenannten modernen Freimaurerei zum Anlass für eigene Veranstaltungen genommen. So gab und gibt es zahlreiche Informationsveranstaltungen, zum Teil gemeinsam mit Museen organisierte Ausstellungen, Kulturveranstaltungen wie Konzerte und Theateraufführungen, die Verleihung des Kulturpreises an Uwe Tellkamp, Podiumsgespräche, einen Empfang des Hamburger Senats mit der vielbeachteten Rede von Prof. Dr. Norbert Lammert, Radio- und Fernsehberichte und viele offene und gut besuchte Logenhäuser.

Zum 1. September, dem Beginn des neuen Logenjahres, veranstalteten die Vereinigten Großlogen nun einen offiziellen zentralen Festakt, gemeinsam organisiert durch alle hannoverschen Logen verschiedener Lehrarten, die, abgesehen von den Frauenlogen, durch die Vereinigten Großlogen in Deutschland repräsentiert werden. Mehrere hundert Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter Stefan Schostok, Oberbürgermeister von Hannover, Rolf Wernstedt, ehemaliger niedersächsischer Kultusminister und Präsident des Niedersächsischen Landtages sowie verschiedene Großmeister aus verschiedenen Ländern.

Am Vortag durften sich die Großmeisterin und die Großmeister der verschiedenen Großlogen in das Goldene Buch der Stadt Hannover eintragen

Am Vortag durften sich die Großmeisterin und die Großmeister der verschiedenen Großlogen in das Goldene Buch der Stadt Hannover eintragen

Durch das umfangreiche Programm führte der bekannte Moderator Max Schautzer. Moderieren allerdings wäre zuwenig gesagt: Kenntnisreich, unterhaltsam und intelligent waren seine Zwischenmoderationen hörenswerte eigene Beiträge, die den eigentlichen Redebeiträgen in nichts nachstanden. Der Großmeister der Vereinigten Großlogen, Christoph Bosbach, begrüßte die Anwesenden gut gelaunt und verlas ein zu Beginn ein Grußwort des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeyer, der den Freimaurern ihre wichtige Rolle in der Entwicklung der Gesellschaften bescheinigte. Eine hochbeachtete Rede hielt der frühere Kultusminister und Präsident des Niedersächsischen Landtages, Rolf Wernstedt. Die Beiträge der Redner lesen Sie in Kürze auf dieser Seite.

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Das Geheimnis der Freimaurerei – nichts als Worte

Das Logenhaus in Osnabrück

Das Logenhaus in Osnabrück

(Osnabrück/ck) Im Rahmen der alljährlichen Osnabrücker Kulturnacht öffneten die Osnabrücker Freimaurer am Samstag, den 26.8.2017, für einen Abend ihr Logenhaus der Öffentlichkeit. Weit über 300 Besucher erlebten eine bewegende audio-visuelle Installation über den Kern der Freimaurerei.

Ein besonderer Höhepunkt der Osnabrücker Loge “Zum Goldenen Rade” war die Teilnahme an der Osnabrücker Kulturnacht am 26. August 2017. Das Motto der diesjährigen Veranstaltung war das „Wort“ und so öffneten dutzende Kulturträger, Museen, Ateliers, Vereine und sonstige Institutionen des öffentlichen Lebens einen Abend lang ihre Pforten für die Öffentlichkeit, um sich mit dem Leitmotiv „Wort“ künstlerisch auseinanderzusetzen.

Für die Osnabrücker Freimaurer ergab sich so eine willkommene Gelegenheit, etwas Licht ins Dunkel der oft verbreiteten Vorurteile zu bringen. Dem Leitmotiv „Das Geheimnis der Freimaurerei – nichts als Worte“ folgend, entwarfen sie für ihren Versammlungsraum eine audio-visuelle Installation, die einige freimaurerische Kernbotschaften und Leitlinien zu ethischem Handeln für die profanen Besucher zugänglich machte.

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Eingebettet in das würdige Ambiente eines nur durch Kerzen beleuchteten Saals, den Blick auf einen Rauen Stein mit einem Spitzhammer darauf gerichtet, im Hintergrund akustisch untermalt durch das wiederkehrende Geräusch eines Spitzhammers, der auf einen Stein trifft, hatten die Gäste die Gelegenheit, für einige Minuten völlig einzutauchen in das besondere Gefühl, das Freimaurern aus der Teilnahme am Ritual bekannt ist. “Das Außergewöhnliche daran war, dass wir gar nicht über das eigentliche Ritual reden mussten, sondern nur das Gefühl während eines Rituals und an die Wand projizierte Kernbotschaften wie das „Die Arbeit am Rauen Stein ist die Arbeit an sich selbst“ vermitteln brauchten. Es wurde erlebbar gemacht, dass jedes Wort, jeder moralische Impetus am Ende nur durch die Reflektion auf das diesseitige Selbst einen Sinn ergibt. Vergleicht man unser Ritual mit einer Oper, so haben wir also quasi Noten und Leitmotive dekonstruiert und im ästhetischen Rahmen des Opernhauses neu zusammengefügt.”, so einer der Osnabrücker Brüder.

Das Konzept kam extrem gut an und der Erfolg übertraf die Erwartungen. Weit über 300 Besucher strömten zwischen 18 und 23 Uhr in die Bauhütte und die meisten blieben im Anschluss noch auf ein Glas, um mit anwesenden Brüdern das Erlebte zu reflektieren. Unterstützt wurden die Brüder von mehreren engagierten Schwestern der Osnabrücker Frauenloge Temperantia.

Es war also ein sehr guter Abend für die Freimaurerei im Allgemeinen und im Besonderen auch für die Wahrnehmung der Osnabrücker Bruderschaft in der Öffentlichkeit.

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Nienburger Loge sprach über Öffentlichkeitsarbeit

Stefan-Oliver Strate referierte in Nienburg

Stefan-Oliver Strate referierte in Nienburg

Wie viele Logen befasst sich auch die Nienburger Loge “Georg zum silbernen Einhorn” mit der Frage der Öffentlichkeitsarbeit. Dazu hatte man Stefan-Oliver Strate als Referenten eingeladen, der bereits 2013 bei einem Großlogentreffen zu diesem Thema gesprochen hatte.

Der Meister vom Stuhl der Nienburger Loge, Bruder (Dr. med.) Wilhelm C.F. Cohrs, begrüßte den Redner des Abends herzlich zu einem internen Meinungsaustausch, der dem Vortrag folgen sollte.

Stefan-Oliver Strate ist Personalleiter in einem Unternehmen der Chemiebranche. Er ist also „auf dem Laufenden“, wenn es um Ansprüche und Vorstellungen von Menschen geht. Das Anwerben von Mitarbeitern folgt heute anderen Regeln als noch vor 5, 10 oder gar 30 Jahren. Lebenslanges Verweilen in einem einzigen Betrieb hat Seltenheitswert. Strate hat täglichen Umgang mit hoch motivierten jungen Leuten, die, gut ausgebildet, sehr selbstbewusst auftreten.

Solche Menschen gehören auch zur Zielgruppe der Logen. “Wie erreichen wir Menschen, die bereits in jungen Jahren beruflich viel unterwegs sind?”, war die Frage des Abends. Montag bis Mittwoch in Köln, Donnerstag London und Freitag Lissabon. Der Samstag und der Sonntag sind fest für die Familie und die Freunde reserviert. Können und wollen diese Männer wirklich jede Woche in eine Loge kommen?

Welches „Produkt“ bewerben wir und wie tun wir es? Was versprechen wir und was können wir vorleben? Bin ich, ist meine Bruderschaft mental und inhaltlich auf eine Ansprache anderer Menschen vorbereitet? Welche Wirkung erzeugen wir mit unseren Logen und den darin arbeitenden Brüdern nach außen? Zum Beispiel auf Gästeabenden und diversen öffentlichen Auftritten? Viele Themen wurden in der Diskussion angesprochen.

Den Vortrag von Stefan-Oliver Strate empfanden die Nienburger als eine ausgezeichnete Basis für den laufenden Diskussionsprozess.

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