Zentraler Festakt 300 Jahre Freimaurerei in Hannover

Gruppenbild beim Zentralen Festakt der Vereinigten Großloge 2017 in Hannover

Gruppenbild beim Zentralen Festakt der Vereinigten Großloge 2017 in Hannover

Die Vereinigten Großlogen von Deutschland als Dachverband der deutschen Freimaurer luden am 1. September zum “Zentralen Festakt aus Anlass der 300-Jahr-Feier” unter dem Motto “Freimaurer — Menschlichkeit weltweit” in das Sprengel-Museum nach Hannover ein.

Viele Logen haben den 300. Jahrestag der sogenannten modernen Freimaurerei zum Anlass für eigene Veranstaltungen genommen. So gab und gibt es zahlreiche Informationsveranstaltungen, zum Teil gemeinsam mit Museen organisierte Ausstellungen, Kulturveranstaltungen wie Konzerte und Theateraufführungen, die Verleihung des Kulturpreises an Uwe Tellkamp, Podiumsgespräche, einen Empfang des Hamburger Senats mit der vielbeachteten Rede von Prof. Dr. Norbert Lammert, Radio- und Fernsehberichte und viele offene und gut besuchte Logenhäuser.

Zum 1. September, dem Beginn des neuen Logenjahres, veranstalteten die Vereinigten Großlogen nun einen offiziellen zentralen Festakt, gemeinsam organisiert durch alle hannoverschen Logen verschiedener Lehrarten, die, abgesehen von den Frauenlogen, durch die Vereinigten Großlogen in Deutschland repräsentiert werden. Mehrere hundert Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter Stefan Schostok, Oberbürgermeister von Hannover, Rolf Wernstedt, ehemaliger niedersächsischer Kultusminister und Präsident des Niedersächsischen Landtages sowie verschiedene Großmeister aus verschiedenen Ländern.

Am Vortag durften sich die Großmeisterin und die Großmeister der verschiedenen Großlogen in das Goldene Buch der Stadt Hannover eintragen

Am Vortag durften sich die Großmeisterin und die Großmeister der verschiedenen Großlogen in das Goldene Buch der Stadt Hannover eintragen

Durch das umfangreiche Programm führte der bekannte Moderator Max Schautzer. Moderieren allerdings wäre zuwenig gesagt: Kenntnisreich, unterhaltsam und intelligent waren seine Zwischenmoderationen hörenswerte eigene Beiträge, die den eigentlichen Redebeiträgen in nichts nachstanden. Der Großmeister der Vereinigten Großlogen, Christoph Bosbach, begrüßte die Anwesenden gut gelaunt und verlas ein zu Beginn ein Grußwort des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeyer, der den Freimaurern ihre wichtige Rolle in der Entwicklung der Gesellschaften bescheinigte. Eine hochbeachtete Rede hielt der frühere Kultusminister und Präsident des Niedersächsischen Landtages, Rolf Wernstedt. Die Beiträge der Redner lesen Sie in Kürze auf dieser Seite.

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Das Geheimnis der Freimaurerei – nichts als Worte

Das Logenhaus in Osnabrück

Das Logenhaus in Osnabrück

(Osnabrück/ck) Im Rahmen der alljährlichen Osnabrücker Kulturnacht öffneten die Osnabrücker Freimaurer am Samstag, den 26.8.2017, für einen Abend ihr Logenhaus der Öffentlichkeit. Weit über 300 Besucher erlebten eine bewegende audio-visuelle Installation über den Kern der Freimaurerei.

Ein besonderer Höhepunkt der Osnabrücker Loge “Zum Goldenen Rade” war die Teilnahme an der Osnabrücker Kulturnacht am 26. August 2017. Das Motto der diesjährigen Veranstaltung war das „Wort“ und so öffneten dutzende Kulturträger, Museen, Ateliers, Vereine und sonstige Institutionen des öffentlichen Lebens einen Abend lang ihre Pforten für die Öffentlichkeit, um sich mit dem Leitmotiv „Wort“ künstlerisch auseinanderzusetzen.

Für die Osnabrücker Freimaurer ergab sich so eine willkommene Gelegenheit, etwas Licht ins Dunkel der oft verbreiteten Vorurteile zu bringen. Dem Leitmotiv „Das Geheimnis der Freimaurerei – nichts als Worte“ folgend, entwarfen sie für ihren Versammlungsraum eine audio-visuelle Installation, die einige freimaurerische Kernbotschaften und Leitlinien zu ethischem Handeln für die profanen Besucher zugänglich machte.

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Eingebettet in das würdige Ambiente eines nur durch Kerzen beleuchteten Saals, den Blick auf einen Rauen Stein mit einem Spitzhammer darauf gerichtet, im Hintergrund akustisch untermalt durch das wiederkehrende Geräusch eines Spitzhammers, der auf einen Stein trifft, hatten die Gäste die Gelegenheit, für einige Minuten völlig einzutauchen in das besondere Gefühl, das Freimaurern aus der Teilnahme am Ritual bekannt ist. “Das Außergewöhnliche daran war, dass wir gar nicht über das eigentliche Ritual reden mussten, sondern nur das Gefühl während eines Rituals und an die Wand projizierte Kernbotschaften wie das „Die Arbeit am Rauen Stein ist die Arbeit an sich selbst“ vermitteln brauchten. Es wurde erlebbar gemacht, dass jedes Wort, jeder moralische Impetus am Ende nur durch die Reflektion auf das diesseitige Selbst einen Sinn ergibt. Vergleicht man unser Ritual mit einer Oper, so haben wir also quasi Noten und Leitmotive dekonstruiert und im ästhetischen Rahmen des Opernhauses neu zusammengefügt.”, so einer der Osnabrücker Brüder.

Das Konzept kam extrem gut an und der Erfolg übertraf die Erwartungen. Weit über 300 Besucher strömten zwischen 18 und 23 Uhr in die Bauhütte und die meisten blieben im Anschluss noch auf ein Glas, um mit anwesenden Brüdern das Erlebte zu reflektieren. Unterstützt wurden die Brüder von mehreren engagierten Schwestern der Osnabrücker Frauenloge Temperantia.

Es war also ein sehr guter Abend für die Freimaurerei im Allgemeinen und im Besonderen auch für die Wahrnehmung der Osnabrücker Bruderschaft in der Öffentlichkeit.

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Nienburger Loge sprach über Öffentlichkeitsarbeit

Stefan-Oliver Strate referierte in Nienburg

Stefan-Oliver Strate referierte in Nienburg

Wie viele Logen befasst sich auch die Nienburger Loge “Georg zum silbernen Einhorn” mit der Frage der Öffentlichkeitsarbeit. Dazu hatte man Stefan-Oliver Strate als Referenten eingeladen, der bereits 2013 bei einem Großlogentreffen zu diesem Thema gesprochen hatte.

Der Meister vom Stuhl der Nienburger Loge, Bruder (Dr. med.) Wilhelm C.F. Cohrs, begrüßte den Redner des Abends herzlich zu einem internen Meinungsaustausch, der dem Vortrag folgen sollte.

Stefan-Oliver Strate ist Personalleiter in einem Unternehmen der Chemiebranche. Er ist also „auf dem Laufenden“, wenn es um Ansprüche und Vorstellungen von Menschen geht. Das Anwerben von Mitarbeitern folgt heute anderen Regeln als noch vor 5, 10 oder gar 30 Jahren. Lebenslanges Verweilen in einem einzigen Betrieb hat Seltenheitswert. Strate hat täglichen Umgang mit hoch motivierten jungen Leuten, die, gut ausgebildet, sehr selbstbewusst auftreten.

Solche Menschen gehören auch zur Zielgruppe der Logen. “Wie erreichen wir Menschen, die bereits in jungen Jahren beruflich viel unterwegs sind?”, war die Frage des Abends. Montag bis Mittwoch in Köln, Donnerstag London und Freitag Lissabon. Der Samstag und der Sonntag sind fest für die Familie und die Freunde reserviert. Können und wollen diese Männer wirklich jede Woche in eine Loge kommen?

Welches „Produkt“ bewerben wir und wie tun wir es? Was versprechen wir und was können wir vorleben? Bin ich, ist meine Bruderschaft mental und inhaltlich auf eine Ansprache anderer Menschen vorbereitet? Welche Wirkung erzeugen wir mit unseren Logen und den darin arbeitenden Brüdern nach außen? Zum Beispiel auf Gästeabenden und diversen öffentlichen Auftritten? Viele Themen wurden in der Diskussion angesprochen.

Den Vortrag von Stefan-Oliver Strate empfanden die Nienburger als eine ausgezeichnete Basis für den laufenden Diskussionsprozess.

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Magdeburger Freimaurer feiern und spenden

Scheckübergabe in den Pfeifferschen Stiftungen: v.l. Uwe Dorand, Friederike Höppner, Ernst-Dieter Mehrtens, Sören Wilmerstaedt

Scheckübergabe in den Pfeifferschen Stiftungen: v.l. Uwe Dorand, Friederike Höppner, Ernst-Dieter Mehrtens, Sören Wilmerstaedt

(Magdeburg / sm) Vier Freimaurer-Logen aus Mitteldeutschland feierten ihr Johannisfest im Magdeburger Rathaus, das natürlich unter dem Eindruck der 300-Jahr-Feierlichkeiten stand. Am Schluss kam ein nennenswerter Spendenbetrag für ein Kinderhospiz zusammen.

Bereits zum vierten Mal feiern die Logen „Alexius zur Bestaendigkeit“ aus Bernburg, „Zu den drei Säulen“ aus Dessau, „Fünf Türme am Salzquell“ aus Halle und „Harpokrates“ aus Magdeburg gemeinsam ihr Johannisfest. Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper stellte den Logen das Kaiserin-Adelheid-Foyer im Rathaus für ihr Fest zur Verfügung. Die Feier im Rathaus war etwas Besonderes, denn in die Magdeburger Loge „Harpokrates“ wurde vor 24 Jahren eben in den gleichen Räumlichkeiten das Licht nach der Wende wieder eingebracht. Die Öffnung des Rathauses stellte ein Bekenntnis der Stadt zu den Freimaurern dar und würdigte die Bedeutung Magdeburgs als Freimaurerhochburg vor der „dunklen Zeit“.

Der Kulturbeigeordnete der Stadt Magdeburg, Prof. Matthias Puhle überbrachte die Grüße der Landeshauptstadt und gratulierte den Freimaurern zu ihrem 300. Geburtstag. In seinem Grußwort hob er die Bedeutung der Freimaurerei in Magdeburg im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert hervor. Der Magdeburger Meister vom Stuhl versicherte im Anschluss, dass die Magdeburger Freimaurer auf einem guten Weg sind, wieder ein wichtiger Bestandteil der Magdeburger Bürgergesellschaft zu werden. Denn es genügt in der heutigen Zeit bei weitem nicht, nur im verschlossenen Tempel Freimaurer zu sein, sondern man muss sich auch den Menschen öffnen und die guten Ideen der Freimaurer in die Welt tragen.

Als Ausdruck ihrer sozialen Arbeit unterstützen die Freimaurer Magdeburger Projekte wie das Konservatorium der Landeshauptstadt. Passend dazu wurde die Veranstaltung durch Musikschüler des Konservatoriums begleitet. Das Blockflötentrio „TriAngeli“ erfreute die Teilnehmer mit Stücken eines weiteren Jubilars der Stadt, Georg Philipp Telemann. So wurde seines 250. Todestages am 25. Juni würdig gedacht.

Während des Johannisfestes sammelten die Freimaurer dieses Mal für ein anderes Projekt: Das Kinderhospiz der Pfeifferschen Stiftungen Magdeburg soll in diesem Jahr mit einer Spende bedacht werden. So kamen mit Unterstützung des Freimaurerischen Hilfswerks Deutschland 1.500,00 € zusammen. Wenige Tage später übergaben die Freimaurer die Spende in Höhe von 1.500,00 € an die Mitarbeiterinnen des Kinderhospizes.

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Ausstellung “Mon cher Conte” in Stadthagen

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(cr) Bis zum 9. Juli findet in der Stadthagener Zehntscheune eine Ausstellung mit Werken des Bielefelder Künstlers Cornelius Rinne statt.

Der Pegasus-Künstler Cornelius Rinne (61) geht mit dieser Ausstellung nicht den typischen Weg einer Einzelausstellung, sondern erarbeitet, neben dem Erstellen der Exponate, ein künstlerisches Gesamtkonzept. Die einzelnen Exponate treten in eine Beziehung zueinander und laden so zu einer Reise durch die Entwicklung der organisierten Freimaurerei in Deutschland ein. Hierbei steht nicht die historische Nachbereitung im Mittelpunkt, sondern der gefühlvolle Blick auf die Erlebnisse innerhalb der Freimaurerei und die emotionale Beziehung des aus Stadthagen stammenden Künstlers zu Schaumburg-Lippe.

Rinne sagte zur Ausstellung und seinem Konzept: „Am liebsten hätte ich noch den Geschmack von Steinhuder Aal-Brötchen, Zungenragout und Fleischgrütze in die Ausstellung einfließen lassen.“ Was aber auffällig ist, der Künstler schafft und spielt mit Symbolen, so tauchen in der Ausstellung ausser dem Porträt von Graf Albrecht Wolgang 4 weitere Porträts namhafter Freimaurer aus dem 18. Jahrhundert auf, die alle auch etwas mit Schaumburg-Lippe zu tun haben und die auch untereinander bekannt waren. Diese Porträts stehen so auch als Symbol für eine Lebensart, die sich in den letzten 300 Jahren stark weiterentwickelt hat.

Wie vieldeutig ein Symbol seien kann zeigt das auch gezeigte Vergissmeinnicht. Freimaurerei war in der NSZeit verboten. Somit konnte man sich auch nicht zu erkennen geben vermisste aber den starken Zusammenhalt unter Brüdern. Ausweg war es sich beim Winterhilfswerk, einer Einrichtung der Nazis, ein hölzernes Vergissmeinnicht zu kaufen und dieses am Revers zu tragen. So konnte in der sogenannten dunklen Zeit der Zusammenhalt
erhalten werden. Unterdessen tragen deutsche Freimaurer dieses Zeichen um ihren Zusammenhalt, gerade auch mit den damals verfolgten Freimauren, zu demonstrieren. unterdessen findet das Symbol aber auch eine allgemeine Nutzung als Zeichen für an Alzheimer erkrankte Personen.

Die Aufforderung von Cornelius Rinne für die Ausstellung lautet daher: „Lassen Sie sich auf die Symbole ein, finden Sie Ihre eigene Haltung zu ihnen, gleichen Sie dann diese Haltung mit der anderer Menschen ab. So werden Sie zu Ihrem eigenen Verständnis finden und sind der Einstellung, die als das freimaurerische Geheimnis bezeichnet wird, auf der Spur.“

Spannend ist sicher auch, dass die gezeigten Bilder in unterschiedliche Arbeitsweisen entstanden sind. Neben Acryl-Gemälden werden auch Zeichnungen, Fotografien und digital erzeugte Grafiken ausgestellt.

Rinne ist Vorsitzender der freimaurerischen Künstlergruppe “Pegasus”.

Die Freimaurerei ist in der glücklichen Lage, im Laufe ihrer fast 300-jährigen Geschichte auf eine Vielzahl künstlerisch tätiger Brüder blicken zu können. Mit gewissem Stolz wird jeder Freimaurer darauf verweisen, dass herausragende Männer wie Goethe und Lessing, Mozart und Liszt, Rückert, Alphonse Mucha, George Kenning, und Tucholsky und viele andere mehr einst der Bruderschaft angehörten.

Dabei wird oft übersehen, daß auch heute viele künstlerisch tätige Brüder in der Kette stehen deren Schaffen vom freimaurerischen Geist geprägt ist. Sie wirken in allen Sparten der Kunst, aber auch in benachbarten Sparten wie z.B. Design, Journalismus, Kochkunst…, eben allem was Kunst, Kultur und Kommunikation ausmacht. Es sind Brüder, die durch ihr Tun in der Öffentlichkeit von den Idealen des Bundes künden, Brüder, die in der Lage sind, in der Sprache unserer Zeit zu den Menschen zu sprechen. Im Bereich Künstler können sie einige der in Pegasus organisierten Brüder kennen lernen. Pegasus ist im deutschsprachigen Raum der einzige kulturell arbeitende Verein, der sich allen Sparten von Kunst, Kultur und Kommunikation verschrieben hat und außerdem hierbei schaffende und interessierte Menschen zueinander führt.

Historische Zehntscheune Stadthagen, Eberhard-von-Breitenbach-Platz 1, 31665 Stadthagen. Die Öffnungszeiten sind Freitags von 15:00 – 18:00 Uhr und Samstags und Sonntags von 11:00 – 18:00 Uhr.

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Podiumsgespräch mit Angela Kane und Prof. Dr. Klaus Töpfer

v.l. Dr. Ekkehard Griep, Angela Kane, Andreas Franke, Prof. Dr. Klaus Töpfer

v.l. Dr. Ekkehard Griep, Angela Kane, Andreas Franke, Prof. Dr. Klaus Töpfer

Am 31. März 2017 fand auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. bei hannover ein spannendes Podiumsgespräch zur Lage der UNO statt, das tiefe Einblicke in die Welt der Vereinten Nationen zuließ und Antworten zu geben versuchte, welche prioritären Aufgaben sich dem neuen UN-Generalsekretär António Guterres stellen.

(wh) Dies sei vor allem eine deutliche Entbürokratisierung und eine strafferes Management, allerdings sei der Wille zur Veränderung bei den Mitgliedsstaaten der UNO nicht erkennbar, so der übereinstimmende Tenor der Podiumsteilnehmer. Auch sei die UNO auf die zunehmende Digitalisierung der Staaten in keiner Weise vorbereitet, was große Probleme bereiten werde.

Nach einem Grußwort des Vorsitzenden der DGVN Herrn Detlef Dzembritzki und unter der Moderation des freien Journalisten Herrn Andreas Franke diskutierten Frau Angela Kane, Herr Prof. Dr. Klaus Töpfer und Herr Dr. Ekkehard Griep über Möglichkeiten, die zahlreichen Krisen und Konflikte in der Welt mit Hilfe und durch die Unterstützung der Vereinten Nationen einzudämmen. Die Welt ist im Umbruch und in der internationalen Politik scheinen sich bisherige Konstanten aufzulösen, nicht erst seit der Wahl des neuen Präsidenten in den USA. Wo sind die Vereinten Nationen, deren Mitglieder sich in Artikel 1 der UN-Charta zur Wahrung von Frieden und Sicherheit bekannt haben?

So berichtete Frau Kane, bis 2015 Untergeneralsekretärin und Leiterin der Chemiewaffen-Untersuchung in Syrien 2014, zunächst über ihre belastenden Erfahrungen im Krisen- und Kriegsgebiet in Syrien und sie bedauerte, dass seitens der Bundesrepublik Deutschland personell und materiell mit Ausnahme der sog. Blauhelmmissionen die Arbeit der UNO und ihrer zahlreichen Unterorganisationen nicht ausreichend unterstützt und publik gemacht würden. Prof. Dr. Klaus Töpfer, ebenfalls wie Frau Kane Preisträger der Dag-Hammersköld-Ehrenmedaille der DGVN und lange Jahre als Executive Direktor für die UNO in Nairobi tätig, stellte in den Mittelpunkt seines Statements die absolute Krise des Multilateralismus, er erinnerte an den Krieg im Iran, der auf einer Lüge basierend eine ganze Region in Mitleidenschaft gezogen hat, er erinnerte an die divergierenden Ethnien auf dem Balkan und stellte die Forderung nach 2% Ausgaben der Bruttosozialproduktes der BRD für Rüstungsausgaben in Frage, wo doch nur 0,7% für soziales Engagement in den Entwicklungsländer ausgegeben würde. Lösungen konnten für die drängenden Fragen der Zeit nicht angeboten werden, aber es wäre schon viel gewonnen, wenn die Tätigkeiten der Vereinten Nationen nicht nur durch die einzelnen Staaten gefördert und unterstützt werden würden, sondern noch viel mehr durch die Menschen in den Mitgliedsstaaten, die häufig über die Existenz und Berechtigung der UNO nur bescheidene Kenntnisse hätten. Dies gelte auch für die Bürger der Bundesrepublik Deutschland, und die Diskutanten richteten einen Appell an das Auditorium, Flagge zu zeigen und die Arbeit der UNO und ihrer Unterorganisationen personell und materiell zu fördern, wo sich die Gelegenheit dazu biete.

Neben zahlreichen Freimaurern aus dem Großraum Hannover nahmen etwa 70 Gäste an der Veranstaltung in Paolos Landhaus am Golfpark in Hannover-Langenhagen teil, darunter auch der Distriktmeister des Distriktes Niedersachsen / Sachsen-Anhalt, Rainer Koch.

Die musikalische Umrahmung des Abends hatte István Szentpali, Violine, übernommen, der am Flügel von Frau Claudia Rinaldi begleitet wurde, und bei einem anschließenden von Paolo Bragana gezauberten kalt-warmen Büffet und manchem Glas Wein wurde dann noch bis spät nach Mitternacht in kleinen Gruppen eifrig diskutiert und versucht, die Welt zu retten, was aber wohl nicht immer gelang. In dem Bewusstsein jedoch, einem spannenden Abend beigewohnt zu haben, gingen die Besucher auseinander.

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Rauer Stein und Ringparabel

Prof. Klaus-Jürgen Grün

Prof. Klaus-Jürgen Grün

Er ist einer der profiliertesten deutschen Freimaurer: Klaus-Jürgen Grün. Bis 2016 stand er der freimaurerischen Forschungsloge Quatuor Coronati vor. Seit 1991 ist der Mitglied der Frankfurter Freimaurerloge „Zur Einigkeit“. Mit meinungsstarken Beiträgen tritt er für eine konsequent humanitäre Freimaurerei in der Nachfolge der Aufklärung ein.

Klaus-Jürgen Grün spricht am 20. April 2017 um 20 Uhr als Gast der Osnabrücker Freimaurerloge Zum Goldenen Rade im Lortzinghaus zum Thema „ Rauer Stein und Ringparabel – Warum ist Freimaurerei ein symbolischer Bund?“. Dieser Vortrag steht für den Besuch der Öffentlichkeit frei.

Grün entwickelt seine Gedanken im Ausgang von der Praxis der Aufklärung, die Wahrheit alter Dogmen in Metaphern zu betreiben. Insbesondere das religiöse Bewusstsein habe sich gegen die Auslegung von Glaubensinhalten in bloßen Metaphern gesperrt, sagt Grün zu seinem Vortrag. Seiner Ansicht nach gewinnt die Freimaurerei auf dem Hintergrund der Texte von Gotthold Ephraim Lessing die Rolle einer künstlerischen Praxis, die „den Menschen daran gewöhnt, dass seine heiligsten Werte vorwiegend Symbolcharakter haben“.Diese Einübungspraxis schleift religiöse Alleinvertretungsansprüche ab. Dieser Zug der Freimaurerei gewinnt nach den Worten Grüns auf dem aktuellen Hintergrund neuer religiöser Fundamentalismen eine unerwartete Aktualität.

Klaus-Jürgen Grün ist außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der Universität Frankfurt am Main. Er betreibt ein philosophisches Kolleg für Führungskräfte und ist als Vortragsredner aktiv. Mehrfach hat er die Anliegen der Freimaurerei in den Medien vertreten. Grün studierte Philosophie, Mathematik und Geschichte in Frankfurt. Sein philosophischer Lehrer Alfred Schmidt war selbst ein profilierter Freimaurer. Zu den wichtigen Publikationen Grüns im Themenfeld der Freimaurerei gehören die Bücher „Philosophie der Freimaurerei – eine interkulturelle Perspektive“ und „Menschenähnlichkeit: Zum Unterschied zwischen humanitärer Freimaurerei und Religion“.

20. April 2017 um 20 Uhr im Lortzing-Haus der Osnabrücker Freimaurerloge “Zum Goldenen Rade”, An der Katharinenkirche 3. Der Vortrag ist öffentlich, Eintritt wird nicht erhoben.

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