Achimer Geschichtswerkstatt besucht Nienburger Freimaurer

Die Achimer Geschichtswerkstatt interessierte sich für die Geschichte der Nienburger Freimaurer

Die Achimer Geschichtswerkstatt interessierte sich für die Geschichte der Nienburger Freimaurer

Dr. med. Wilhelm C.F. Cohrs begrüßte als amtierender Stuhlmeister der Nienburger Freimaurerloge am vergangenen Sonntag 24 Mitglieder der Geschichtswerkstatt Achim. Sie hatten den Wunsch geäußert, etwas über die Freimaurerei und über die Nienburger Loge zu erfahren.

Bei Kaffee und Kuchen kam Dr. Cohrs dieser Bitte im Logenhaus in der Cretschmarstraße gerne nach. Zuvor hatten sich die Besucher in einer Stadtführung über Nienburg informiert. Der Besuch des Polizeimuseums und ein Spargelessen rundeten den ersten Teil der Exkursion ab,

Was bringt diesen Verein mit den Nienburger Freimaurern zusammen?

Das Vereinsmitglied Karl Heinz Hildebrandt hatte sich auf die Suche nach den Lebensdaten von zwei Achimer Bürgern gemacht. Das war zum einen der berühmte Bremer Arzt und Astronom Wilhelm Olbers sowie sein weniger bekannter älterer Bruder Theodor, der u.a. als Amtmann in Achim und Nienburg wirkte.

Dr. Heinrich Wilhelm Matthias Olbers wurde am 11. Oktober 1758 geboren und verstarb am 2. März 1840 in Bremen. Er war Arzt und leistete Pionierarbeit als Astronom im frühen 19. Jahrhundert. Er entwickelte Methoden zur Bahnbestimmung von Himmelskörpern und entdeckte die Kleinplaneten Pallas und Vesta, sowie sechs Kometen und formulierte das Olberssche Paradoxon: „Warum ist es nachts dunkel?”

Sein älterer Bruder Dr. Johann Caspar Theodor Olbers wurde am 9. Mai 1752 geboren und starb am 26. Dezember 1815 in Nienburg. Er studierte Jura in Leipzig und Göttingen und promovierte mit einer Doktorarbeit über die Stabilität der Währung in unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen. Interesse am geistigen Leben kommt durch seinen Beitritt zur Oldenburger „Johannisloge zum Goldenen Hirsch” im Jahr 1778 zum Ausdruck. Er wirkte dort bis 1801 an deren humanistischen, christlich orientierten gesellschaftlichen Tätigkeiten mit. Auch erreicht er 1785, dass, als Vorläufer des Bremer Freimarktes, Künstler zur allgemeinen Volksbelustigung unbehelligt auf dem Barkhof öffentlich auftreten konnten.

Da 1802 der Amtmann Compe in Nienburg starb, fügte es sich, dass Theodor Olbers für die Nachbesetzung in Betracht gezogen wurde. Und dieser Umstand führte letztlich dazu, dass Theodor Olbers im Juni 1815 zum ersten Stuhlmeister (Vorsitzenden) der nunmehr 200 Jahre bestehenden Nienburger Freimaurerloge „Georg zum silbernen Einhorn“ gewählt wurde. Leider verstarb er bereits im Dezember desselben Jahres. Sein Nachfolger in der Loge wurde der Holtorfer Pastor Ludwig Eggers. Ein Portrait des Amtmannes Olbers befindet sich übrigens im Kreishaus am Schlossplatz.

Die Gäste bedankten sich mit einer großzügigen Spende an den Gabenpfleger der Loge und verabschiedeten sich voll des Lobes für die Gastfreundschaft der Stadt Nienburg und der Loge.

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Bad Pyrmonter Brudermahl mit Prof. Dr. Jürgen Rüttgers

Zugeordneter Großmeister Peter Doderer (A.F.u.A.M.v.D.), Großmeister Christoph Bosbach (VGL), Prof. Dr. Jürgen Rüttgers, Alt- und Ehrenstuhlmeister Titus Malms, Meister vom Stuhl Ingo Neumann, Großmeister Bill Beardmore (BFG)

Zugeordneter Großmeister Peter Doderer (A.F.u.A.M.v.D.), Großmeister Christoph Bosbach (VGL), Prof. Dr. Jürgen Rüttgers, Alt- und Ehrenstuhlmeister Titus Malms, Meister vom Stuhl Ingo Neumann, Großmeister Bill Beardmore (BFG)

Im vollbesetzten Fürstensaal des Hotels Steigenberger in Bad Pyrmont fand am 20. Mai 2016 das 7. Bürgerliche Pyrmonter Brudermahl am statt. Ehrengast war der vormalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und ehemalige Bundesminister, Prof. Dr. Jürgen Rüttgers.

Der Ehrengast sprach sehr eindringlich über “Die Entgrenzung der Welt” mit Beispielen aus der Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Religion und warb für seine Stiftung “Weiter sehen”, die Not leidenden Menschen in Afrika dazu verhilft, Blindheit zu verhüten und Bildung für Behinderte zu ermöglichen. Nach der zu diesem Zweck aufgelegten Sammlung konnte dem Referenten 3.000 € überreicht werden.

Der Saal bildete einen Querschnitt durch Politik (einschl. Bundestags-, Landtags-, Kreistagsabgeordneten und lokalen Repräsentanten incl. Bürgermeister etc.), Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Die Reaktion des Publikums auf das Menü mit dem in Pyrmont entwickelten, an typische freimaurische Formen angelehnte Zeremonial, war wieder außerordentlich positiv. Die hohe großmeisterliche Vertretung dreier Großlogen an dieser repräsentativen Tafel bildete für die anwesenden Brüder eine besonders seltene, noch nie zuvor genossene Auszeichnung.

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Magdeburger Konservatorium ehrt Freimaurer

Dr. Christian Heimann (Fördervereinsvorsitzender Konservatorium), Altstuhlmeister Dr. Paul Franke, Gründungsstuhlmeister Günter Hellmich, aktueller Stuhlmeister Sören Wilmerstaedt, Roland Kähne (stellv. Vorsitzender Förderverein Konservatorium)

Dr. Christian Heimann (Fördervereinsvorsitzender Konservatorium), Altstuhlmeister Dr. Paul Franke, Gründungsstuhlmeister Günter Hellmich, aktueller Stuhlmeister Sören Wilmerstaedt, Roland Kähne (stellv. Vorsitzender Förderverein Konservatorium)

Das Magdeburger Konservatorium beging am 29. April 2016 in einem Festakt sein 25-jähriges Bestehen. In diesem Rahmen wurden vier Organisationen zu Ehrenmitgliedern des Konservatoriums ernannt. Eine davon war die Johannis-Freimaurerloge „Harpokrates“ aus Magdeburg.

Seit der Wiedergründung im Jahr 1993 unterstützt die Loge das Konservatorium im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten. Die jahrelange Treue wurde nun durch diese Geste gewürdigt. Mehr als zehn Mitglieder der Loge, teilweise mit Partnerinnen, nahmen am Festakt und der Verleihung der Ehrenurkunde teil. Dabei hatten sie einige Überraschungen im Gepäck. Der Gründungsstuhlmeister (nach der Wende) Günter Hellmich fand ein Foto von der ersten Absprache der Zusammenarbeit vor 25 Jahren und überreichte es dem Förderverein. Außerdem hatten die Brüder beschlossen, zu einem solchen Geburtstag nicht mit leeren Händen zu kommen. Während des Festaktes konnte der amtierende Meister vom Stuhl Sören Wilmerstaedt einen Scheck über 1.200,- € an das Konservatorium überreichen.

In seinem Grußwort betonte er, dass es eine besondere Partnerschaft sei. Denn es geht bei den guten Kontakten zwischen beiden Organisationen nicht nur um eine Förderung durch die Loge, auch das Konservatorium unterstützt das Logenleben durch die Bereitstellung von Ensembles von Musikschülern zu verschiedensten Veranstaltungen der Loge. So können auch die Logenveranstaltungen, bei denen Musik traditionell eine besondere Rolle spielt, live und in guter Qualität durch Schüler des Konservatoriums ausgestaltet werden. Beide Partner betonten, die hervorragende Zusammenarbeit auch in Zukunft fortsetzen zu wollen.

Die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft war für die Mitglieder der Loge und darüber hinaus ein gutes Zeichen, dass auch in den neuen Bundesländern die Logen wieder in das öffentliche, bürgerliche Leben zurückkehren und sich als ein Teil der engagierten Bürgergesellschaft verstehen. Dieser Weg soll in Zukunft weiter verstärkt werden, zeigt er doch, dass die Logen keine isolierten Vereinigungen sind und sorgen gleichzeitig für Interesse an einer Mitgliedschaft in einer Loge.

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“Ernst & Falk” in Kooperation mit der Osnabrücker Loge

Theater und Loge Osnabrück kooperieren. Foto: Stefan Lüddemann

Theater und Loge Osnabrück kooperieren. Foto: Stefan Lüddemann

Das Theater Osnabrück führt in Kooperation mit der Freimaurerloge „Zum Goldenen Rade“ i.O. Osnabrück “Gespräche für Freymäurer Ernst und Falk“ von Gotthold Ephraim Lessing auf. Die erste Vorstellung findet im Dezember 2016 statt, der genaue Termin steht noch nicht fest. Die Aufführung steht im Kontext des thematischen Schwerpunktes des Theaterprogramms 2016/2017. Das Theater stellt die Frage nach Toleranz, Gerechtigkeit und den Werten der Aufklärung in den Mittelpunkt und befragt dazu Mozarts „Zauberflöte“ und Lessings „Nathan der Weise“ neu.

Beide Stücke stehen im Zentrum der Aufklärung und bilden auch für die Freimaurer bis heute zentrale Bezugspunkte ihrer an den Werten der Humanität orientierten Weltsicht. Das Theater Osnabrück präsentiert das Aufführungsprojekt „Ernst und Falk“ jetzt im Programmheft zur neuen Spielzeit. Als Ausweis der Kooperation ist das Bijou der Loge „Zum Goldenen Rade“ abgebildet. Die Aufführung von „Ernst und Falk“ bildet einen zentralen Baustein des Programms der Osnabrücker Loge zum 300-jährigen Jubiläum der Freimaurerei im Jahr 2017.

Das Theater Osnabrück wird eine neue Lesart von Lessings „Ernst und Falk“ bieten. An den thematischen Schwerpunkt knüpft sich auch „Stadtprojekt“ zu „Nathan dem Weisen“ für Jugendliche und Erwachsene aller Glaubensrichtungen, in dem Fragen der Toleranz und des Miteinander erörtert werden sollen. Die Osnabrücker Loge hat angeboten, für Teile des Projektes in ihrem Haus, dem „Lortzinghaus“ Gastgeber zu sein.

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Lessing-Festival in Wolfenbüttel

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Das erste »Lessingfestival« in Wolfenbüttel findet vom 21. April bis 13. Mai 2016 statt und widmet sich dem Leben, Werk und der Wirkung Gotthold Ephraim Lessings. Zukünftig als Biennale geplant, rückt das »Lessingfestival 2016« den Begriff der »Identität« unter dem Motto »… mit deinen eigenen Augen« in den Mittelpunkt.

Die Aufklärer, allen voran Lessing, haben einen Kulturbegriff begründet, der auch die Zivilisation und das gesellschaftliche Miteinander umfasst. Sie haben eine Vorstellung davon geliefert, wie wir unser Zusammenleben gestalten und welche Werte eine Gesellschaft auszeichnen. Damit ist Lessing – obwohl seit 235 Jahren tot – aktuell wie seit langem nicht mehr.

Das Motto »… mit deinen eigenen Augen« fordert zu Mündigkeit und Unabhängigkeit auf, dazu, die Perspektive zu wechseln, sich ein persönliches Urteil zu bilden und einen differenzierten Blick auf die Dinge zu wagen. Es erinnert aber auch daran, wie unsere Wahrnehmungen und Bewertungen von unserer kulturellen, sozialen und persönlichen Identität abhängen.

Bekanntermaßen war Lessing Freimaurer und Verfasser mehrerer denkwürdiger freimaurerischer Schriften, beispielsweise “Ernst & Falk, Gespräche für Freymäurer” oder “Erziehung zum Menschengeschlecht”. Insofern ist es naheliegend, dass auch die Braunschweiger Loge als Kooperationspartner das Lessingfestival unterstützt, sowohl durch finanzielle Beteiligung, Bereitstellung des Vortragssaales und durch einen Vortrag von Thomas Parr über das große Thema Toleranz, das Lessing in zahlreichen Werken besonders umgetrieben hat. So hielt am 25. Aprilim Logenhaus der Pädagoge und Islamismusforscher Moussa Al-Hassan Diaw einen Vortrag zum Thema “Politisch Salafiyya – Ideologie, Extremismusprävention, Intervention und Praxis. Am 27. April referierte Thomas Parr, Journalist und Autor, über “Lessing und die Tugend der Orientalen”.

Im reichhaltigen Programm sind (neu interpretierte) Werke von Lessing ebenso zu finden wie Veranstaltungen, die Bezug nehmen auf aktuelle gesellschaftliche und politische Fragestellungen. Der satirische Blick auf unsere multikulturelle Gesellschaft wird ebenso wenig fehlen wie ein Schlagabtausch zwischen Poeten vergangener und heutiger Tage. Mit einem beeindruckenden Brückenschlag zwischen Orient und Okzident endet das erste Lessingfestival am 13. Mai 2016.

41 Veranstaltungen: Konzerte, Schauspiel, Filme, Lesungen, Kabarett, Kindertheater, Tanz, Vorträge, Führungen, Ausstellungen, Poetry-Slams, Workshops, Inszenierungen und Projektergebnisse, dazu: Festivalcafé im Theater, Aktionen im öffentlichen Raum, Audio- und Videoinstallationen. Das komplette Programm findet sich unter www.lessingtheater.de/festival.

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Nienburger Freimaurer vergeben Preisgelder für herausragende Facharbeiten

Die Preisträger im 2. Logen-Wettbewerb der Gymnasien 2016

Die Preisträger im 2. Logen-Wettbewerb der Gymnasien 2016

Insgesamt 17 Schülerinnen und Schüler der Nienburger Gymnasien und des Gymnasiums Stolzenau haben mit 8 Facharbeiten an dem zum zweiten Mal ausgeschriebenen Wettbewerb der Freimaurerloge „Georg zum silbernen Einhorn“ teilgenommen. Das Berufliche Gymnasium Wirtschaft der BBS des Landkreises Nienburg war zum ersten Mal dabei.

Die Themen, mit denen sich die Teilnehmer beworben haben, reichen von Untersuchungen des Urknalls über Kinderarbeit im indischen Baumwollanbau bis zur Bewertung des Einsatzes von Cannabis zur Schmerzmedikation oder zur Therapie der Multiplen Sklerose. Alles sehr anspruchsvolle Themen, für deren Ausarbeitung sich die Schülerinnen und Schüler sehr spezielle Kenntnisse angeeignet haben. Dabei mussten die nicht alltäglichen Fragen umfassend recherchiert und analysiert, fachlich korrekt beschrieben und gleichzeitig allgemein verständlich in der Facharbeit aufbereitet werden. Ein Nienburger Unternehmen hat dafür sogar Unterstützung gewährt und sein Labor für besondere Untersuchungen zur Verfügung gestellt. Extrahierte Zähne waren ebenso Gegenstand verschiedener Versuchsreihen, wie die praxisorientierte Befragung von Kunden eines Unternehmens.

Von den betreuenden Fachlehrern war zu erfahren, dass die Begeisterung und der Einsatz der Schülerinnen und Schüler jeweils überdurchschnittlich gewesen ist und deutlich über das geforderte Maß für eine Facharbeit hinausgehen. Die Freude an einem selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten spiegelt sich eindrucksvoll in allen Arbeiten wider.

Br. (Dr.phil.) Mathias-Simon Schneider bei der Buchvorstellung 2. Logen-Wettbewerb der Gymnasien 2016

Br. (Dr.phil.) Mathias-Simon Schneider bei der Buchvorstellung 2. Logen-Wettbewerb der Gymnasien 2016

„Die Jury der Nienburger Loge hat sich die Entscheidungen nicht leicht gemacht“, sagte deren Vorsitzender, Dr. med. Wilhelm Cohrs, Stuhlmeister der Loge. „Wir wollten in jedem Fall die Arbeit, die sich diese jungen Menschen gemacht haben, wertschätzen. Ich hoffe, das uns das gelungen ist“. Es gab nicht nur Erstplatzierte, doch letztlich ging kein Teilnehmer mit leeren Händen nach Hause.

Die dreiköpfige Jury aus Mitgliedern der Loge hat bei der Bewertung etwas andere als nur rein schulische Maßstäbe zu Grunde gelegt. Punkten konnten Arbeiten, die neben einem guten Aufbau, einer klaren und logischen Struktur vor allem auf die Bedeutung für die Gesellschaft und für den Leser hinweisen.

„Als ein Bund mit ausgeprägter humanistischer Zielsetzung will die Loge bei jungen Menschen besonders kritisches Denken und die Auseinandersetzung mit negativen Umgangsformen für unser Zusammenleben fördern“, sagte Dr. Cohrs. Dafür öffnen sich die Freimaurerlogen stärker als in der Vergangenheit, denn sie wollen ihre wesentlichen Ziele, wie Toleranz und humanitäres Miteinander einer breiten Öffentlichkeit und eben auch jungen Menschen näher bringen.

Für die Erstplatzierten gab es jeweils 300 Euro und eine Urkunde. Die weiteren Preisträger erhielten Urkunden und Bücher. Einen 1. Platz erreichten: Katja Wizorreck und Jan Klose („Untersuchung zum Einsatz von Cannabis zur Schmerzindikation und zur Therapie der Multiplen Sklerose“, Fachlehrerin E. Winkel, Marion-Dönhoff-Gymnasium), Patricia Meinking („Kinderarbeit im indischen Baumwollanbau. Folge einer globalisierten Welt?“, Fachlehrer S. Toepfer, Albert-Schweitzer-Schule), Lisa Eckert („Der Large Hadron Collider – Wie der LHC zu einem besseren Verständnis des Universums beitragen kann“, Fachlehrer Dr. N. Braun, Gymnasium Stolzenau) sowie Sophie Hoffmeyer, Sarah Schultze, Jana Kohrs, Marian Busch, Kevin Prybitkov, Jenny Dymek und Kai Deibele (Kundendatenanalyse der Firma D. GmbH zur Optimierung der Kundenbeziehungen, Fachlehrer C. Dreyer, Berufliches Gymnasium Wirtschaft BBS Nienburg).

Für eine besondere Überraschung sorgte das Logenmitglied Dr. phil. Mathias-Simon Schneider, der an die Vertreter der Gymnasien je ein Buch seiner Doktorarbeit („Vittorio Hösles Umweltphilosophie im Kontext der Nachhaltigkeitsidee“) überreichte.

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Neujahrsempfang der Nienburger Freimaurerloge

Festredner Cornelius Rinne beim Neujahrsempfang 2016 in Nienburg

Festredner Cornelius Rinne beim Neujahrsempfang 2016 in Nienburg

Am vergangenen Sonntag konnte der Meister vom Stuhl Wilhelm C.F. Cohrs zahlreiche Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang der Nienburger Freimaurerloge begrüßen. Neben Bürgermeister Henning Onkes, Landrat Detlev Kohlmeier und Bundestagsabgeordnetem Maik Beermann (CDU) hieß der Hausherr weitere Kommunalvertreter sowie Vertreter von Vereinen und Verbänden aus Stadt und Landkreis Nienburg sowie die Presse herzlich willkommen.

„Das vergangene Jahr hat den Nienburger Logenbrüdern viel abverlangt“, so Cohrs, mit Verweis auf das 200. Stiftungsfest, das die Loge im Juni 2015 feiern konnte. „Dabei haben uns viele Menschen hilfreich unterstützt und wir konnten uns über jeweils gut besuchte Veranstaltungen freuen.

Besonderen Dank sage ich Herrn Bürgermeister Onkes, dem Kulturamt der Stadt, dem Museum Nienburg und dem Nienburger Kulturwerk. Dank auch den Medien, die uns – einschließlich Internetfernsehen – das ganze Jahr bei mehr als 10 Veranstaltungen begleitet und ausführlich berichtet haben“.

Als Highlights der Veranstaltungsreihe nannte er den stark beachteten öffentlichen Empfang im Foyer des Nienburger Rathauses, „Die Zauberflöte“ im Theater auf dem Hornwerk, „Mein lieber Moses“ im Nienburger Kulturwerk, den Konzertabend von Sophie Heinrich und Jacques Ammon im Giebelsaal der Albert-Schweitzer-Schule, sowie das Kammerspiel „Von der Liebe, vom Wein und vom Geist des Wassers“, welches von und mit der Künstlerloge PEGASUS im Zeichensaal des Quaet-Faslem-Hauses gestaltet wurde.

Besonders in der aktuell schwierigen politischen Situation in Deutschland und in der Welt, könnten freimaurerische Werte wie Humanität und Toleranz, Würde, Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen ein Maßstab für Menschen sein, die nach Orientierung suchen. Die Freimaurer stehen in einer Weltbruderkette und sehen darin praktische Ansätze zur Völkerverständigung unabhängig von politischen, religiösen oder weltanschaulichen Ansichten.

„Die bewusst gelebte eigene Identität ist die Voraussetzung für den toleranten Umgang mit Andersdenkenden und nicht das Anbiedern, das ich mehr als eine Abwertung empfinde“, so Cohrs weiter. „Der Kontakt mit Andersdenkenden kann eine Bereicherung sein, vorausgesetzt, die Bereitschaft zur Verständigung ist auf beiden Seiten vorhanden. Lassen Sie uns das Gemeinsame suchen und nicht das Trennende. Gehen wir, jeder an seinem Platz, an die Arbeit“.

Gäste der Loge GzsE beim Neujahrsempfang 2016 (10)

Als Festredner wurde Cornelius Rinne, Vorsitzender des Freimaurerischen Vereins für Kunst, Kultur und Kommunikation PEGASUS herzlich begrüßt. Er sprach zum Thema “Kunst als Ausdruck und Darstellung freimaurerischen Selbstverständnisses”.

„Kunst und Freimaurerei haben sich stets beeinflusst“, so Rinne, „was sicher naheliegend ist, da sich die Freimaurerei aus den Dombauhütten entwickelte. Diese Zünfte gehörten zu den sogenannten ‚artes mechanicae‘, den angewandten Künsten. Im Gegensatz zu den ‚artes liberales‘, den freien Künsten, dienten sie zwar dem Broterwerb, dennoch wurden ihnen, gegenüber den sonstigen Handwerksberufen, Sonderrechte eingeräumt. Sie durften sich in sogenannten Logen treffen, um sich dort auszutauschen und Ihr Wissen zu bewahren.

Diese Privilegien suchten auch einige freie Männer und begehrten Aufnahme in einer Loge, damit sie Ihren Geist frei entwickeln konnten. Daraus entstand die ideelle Maurerei. Da es sich um freie Männer, eigentlich frei geborene Männer, handelte, wurden die ‚artes mechanicae‘ nach und nach aufgewertet und mit der Aufklärung bekamen sie einen anderen Stellenwert, losgelöst vom normalen Handwerk.

Es gibt aber noch einen anderen Verknüpfungspunkt zwischen Kunst und Freimaurerei. Hierzu müssen wir zunächst darauf schauen was Kunst ausmacht. Fangen wir mit der Behauptung an: ‚Kunst ist nicht käuflich‘. Dies ist dadurch zu erklären, dass Kunst ein Prozess ist, an dessen Ende Spuren hinterlassen werden. Nur diese festgehaltenen Spuren, also so zu sagen die Dokumentation des Prozesses Kunst, sind käuflich erwerbbar. Diese Dokumente sollten dann aber bei den Rezipienten einen neuen, individuellen Prozess auslösen. Bei Freimaurern ist dies ähnlich, allerdings ist das zu erzeugende Dokument der Bruder selbst. Wenn jemand Mitglied in einer Loge wird, beginnt er einen Selbstfindungsprozess. Dieser Prozess wird die “Arbeit am rauen Stein” genannt.

Sinn ist es, sich selbst zu formen und so ein Dokument des Selbstfindungsprozesses zu werden. Dieses “Dokument” wird dann mit der Aufforderung: “Gehe hinaus in die Welt und bewähre Dich als Freimaurer” in die Gesellschaft entlassen. Er soll also ein positives Signal in die Gesellschaft geben. Wie er dies tut, ist allein seine Sache. Er kann sich Mitstreiter suchen, er kann caritativ tätig werden oder auch einfach nur Ideen und Ideale an die Gesellschaft weitergeben.“

Rinne resümiert: “Genau aus diesem Grund ist Freimaurerei so faszinierend, es wird ein Prozess durchlaufen in dem der Einzelne sich entwickelt. Allein dies schon ist unbezahlbar, bedarf aber des Mittuns des Einzelnen und lässt sich nicht für Geld kaufen. Allerdings kann der Freimaurer dann als „menschliches Dokument“ viel in die Gesellschaft zurückgeben und dieses kann ein echter Wertegewinn sein, da auch auf andere eine Wirkung ausgestrahlt wird. Dies ist es, was auch ein gutes Artefakt tun sollte.“

Die Veranstaltung wurde in bewährter Weise musikalisch mit Gitarrenspiel umrahmt von Ralf Winkelmann aus Bremen. Bei einem guten Büffet und angeregten Gesprächen blieben Gäste und Gastgeber noch für einige Stunden im Nienburger Logenhaus.

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