Kulturpreis der Freimaurer an Uwe Tellkamp

Großmeister Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer mit dem Preisträger Uwe Tellkamp

Großmeister Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer mit dem Preisträger Uwe Tellkamp

Am 25. Mai 2017 verlieht die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland den Kulturpreis Deutscher Freimaurer im Dresdner Landhaus (Stadtmuseum) an den Schriftsteller Uwe Tellkamp.

Der Preis wird seit 1980 in unregelmäßigen Abständen an Personen vergeben, die besondere kulturelle Leistungen oder Engagement erbracht und dabei humanitäre Werte im Blick haben. Frühere Preisträger waren unter anderem Johannes Mario Simmel, Yehudi Menuhin, Lew Kopelew, Otmar Alt, Hans Küng und zuletzt im Jahre 2012 Kurt Masur.

1968 in Dresden geboren, wuchs Uwe Tellkamp als Sohn eines Arztes im Dresdner Villenviertel „Weißer Hirsch“ auf, wo er seit 2009 mit seiner Familie wieder beheimatet ist. Nach dem Abitur musste er einen dreijährigen Dienst bei der NVA antreten, um in der DDR Medizin studieren zu dürfen. Obwohl er bereits vor dem Oktober 1989 wegen „politischer Diversantentätigkeit“ unangenehm auffiel, weil er Texte von Wolf Biermann und anderen nicht geduldeten Autoren bei sich trug, blieb er bis Oktober 1989 Unteroffizier bei der DDR-Armee. Nach einer kurzen Inhaftierung folgten Tätigkeiten als Hilfsarbeiter im Braunkohletagebau und der Industrie. 1990 begann er eine Arbeit als Hilfspfleger auf der Intensivstation eines Dresdner Krankenhauses.

Sein Studium der Medizin absolvierte Tellkamp schließlich nach dem Ende der DDR an der Universität Leipzig, in New York und Dresden, gab den Arztberuf, den er bis 2004 an einer unfallchirurgischen Klinik in München ausübte, im Jahre 2004 aber zugunsten seiner Schriftstellerkarriere auf.

Tellkamp veröffentliche ab Ende der 80er Jahre zahlreiche Beiträge in Zeitschriften und Anthologien. Sein erster Roman „Der Hecht, die Träume und das Portugiesische Café“ erschien im Jahre 2000. Vier Jahre später gewann er mit „Der Schlaf in den Uhren“ den renommierten IngeborgBachmann-Preis. Im Herbst 2008 erschien schließlich sein Roman „Der Turm — Geschichte aus einem versunkenen Land“, in dem er die Zeit zwischen 1982 und 1989 aufarbeitete. Für dieses monumental zu nennende Werk erhielt Tellkamp den Deutschen Buchpreis sowie 2009 den Deutschen Nationalpreis. Eine Bühnenfassung seines „Turms“ wurde 2010 in Dresden uraufgeführt, und die ARD verfilmte den Stoff in zwei Teilen.

Seine Arbeit charakterisierte der Schriftsteller einmal in einem Interview mit dem Versuch, Heimat wiederzugewinnen. Er sehe sich als eine Art Dombaumeister, der durchaus pathetisch sein dürfe, wenn er die grundlegenden menschlichen Empfindungen wiedergeben könne. Kritikern gilt Tellkamp einerseits als Sprachvirtuose, der die literarischen Formen perfekt beherrscht, andererseits aber auch als höchst politischer Autor, der aufgrund seiner persönlichen Geschichte den Schriftstellern im ehemaligen Ostblock geistig näher ist als seinen deutschsprachigen Kollegen im Westen.

Jürgen Kaube hielt eine gleichermaßen unterhaltsame, einfühlsame und intelligente Laudatio

Jürgen Kaube hielt eine gleichermaßen unterhaltsame, einfühlsame und intelligente Laudatio

Laudator Jürgen Kaube, Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“

Die Laudatio für die Verleihung des Kulturpreises der Großloge hielt Jürgen Kaube, Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der 1962 in Worms geborene Soziologe, Autor und Germanist ist bei der FAZ zuständig für das Feuilleton. Kaube wurde Anfang 2015 als Nachfolger des verstorbenen Frank Schirrmacher in den Herausgeberkreis der Zeitung berufen. Mit seinen Sachbüchern erhielt er selbst bereits zahlreiche Preise und wurde vom Tübinger Seminar für Allgemeine Rhetorik mit der Auszeichnung „Rede des Jahres 2015“ geehrt.

In Kürze lesen Sie hier weitere Informationen sowie ein Interview mit dem Preisträger Uwe Tellkamp.

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Buchloge und Podiumsdiskussion in Leipzig

(Foto.: winmang, fotolia)

(Foto.: winmang, fotolia)

Anfang April hatte die Leipziger Freimaurerloge Minerva zu den drei Palmen zu ihrer traditionellen „Buchloge“ geladen. An deren 7. Ausgabe nahmen zu verschiedenen Veranstaltungen insgesamt mehr als 300 Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland teil.

(bs) Den Auftakt bildete am Freitagabend eine Party des Leipziger „Emirat Shrine-Clubs e. V.“ Unter dem Motto „Helping Kids – Having Fun“ sammelte der Ableger der weltweit größten karitativen Organisation der Freimaurer Geld für regionale Projekte.

Tags darauf trafen sich mehr als 200 Freimaurer aus 97 Logen zu einer Festarbeit im Völkerschlachtdenkmal. Dort wurde der 276. Geburtstag der Loge Minerva zu den drei Palmen feierlich begangen. Bei einer Spendensammlung kamen 1.000 Euro für das „Haus Leben Leipzig“ zusammen. Das Geld soll dem „Friesennest“ zugutekommen, einem Projekt zur sozialen und emotionalen Betreuung von Kindern krebskranker Eltern. Die stellvertretende Vereinsvorsitzende des Vereins „Haus Leben Leipzig“, Michaela Bax, konnte bereits am Sonntag den Spendenscheck von Klaus Kieswimmer, dem Vorsitzenden der Freimaurerloge, entgegennehmen.

Die Spendenübergabe fand im Rahmen einer Matinee am Sonntag im Logenhaus statt. Geladen waren hierzu vor allem Leipziger Akteure aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur. Bei einer Podiumsdiskussion unter der Überschrift „300 Jahre Freimaurerei – eine Standortbestimmung“ diskutierten die Teilnehmer über die gesellschaftliche Notwendigkeit freimaurerischer Werte wie Toleranz, Brüderlichkeit und Humanität. Auch überaus selbstkritische Töne wurden dabei laut.

Moderiert von dem Leipziger Fernsehjournalisten Hanno Neustadt debattierten der Historiker Prof. Dr. Helmut Reinalter aus Innsbruck, der Philosoph Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün aus Frankfurt am Main, der Künstler Jens Rusch aus Brunsbüttel und Ivan Wojnikow, Leipziger Verleger und Mitglied der Minerva.

Die Loge Minerva zu den drei Palmen war ursprünglich am 20. März 1741 – zunächst als namenlose “Loge de Leipsic” – gegründet worden und ist damit eine der ältesten noch bestehenden Vereinigungen der Stadt Leipzig. Während der NS-Diktatur und der DDR-Zeit blieben die Freimaurer verboten und konnten erst nach der Friedlichen Revolution auch im Osten Deutschlands wieder Fuß fassen.

In diesem Jahr stand die „Buchloge“ zudem ganz im Zeichen des weltweit gefeierten 300. Jubiläums der modernen Freimaurerei. Im Jahre 1717 hatten sich in London vier Freimaurerlogen zur Großloge von London und Westminster zusammengeschlossen. Die heutige Großloge von England gilt noch immer weltweit als federführend innerhalb der Freimaurerei.

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Ein Fest für die Ohren in Altenburg

Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera (Foto: Sabina Sabovic)

Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera (Foto: Sabina Sabovic)

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten der Altenburger Loge “Archimedes zu den drei Reißbretern” gibt es ein Konzert im Theater Altenburg mit Sinfonien von freimaurerischen Komponisten (Hummel, Lortzing und Mozart).

Die Altenburger Freimaurerloge „Archimedes zu den drei Reißbretern“ wurde 1742 gegründet und gehört damit zu den ältesten Logen Deutschlands. Sie war außerdem die erste deutschsprachige Loge. Das 1804 eingeweihte Logenhaus hat große Tradition als kulturelles Zentrum der Stadt. Da das Freimaurertum auch in der Musikgeschichte eine entscheidende Rolle gespielt hat, ist es uns eine Ehre, den dreitägigen Festakt zum 275. Jubiläum der Loge musikalisch eröffnen zu dürfen!

Als selbst begeisterter Freimaurer komponierte Albert Lortzing 1841 seine Jubelkantate „Hört, des Hammers Ruf ertönet“, die zum 100. Stiftungsfest der Loge „Minerva“ in Leipzig uraufgeführt wurde. Danach wurde das Werk von der Loge verschlossen und ging in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren. Erst 2013 wurde diese Vertonung von August Ludwig Mothes symbolträchtigem Text, die Lortzing als eines seiner besten Werke bezeichnete, wiederentdeckt.

Berühmt ist die Weimarer Loge „Amalia“, weil ihr Johann Wolfgang von Goethe angehörte. Aber auch Johann Nepomuk Hummel wurde dort 1820 initiiert, als er Hofkapellmeister in Weimar war. Sein Trompetenkonzert, in seiner virtuosen Brillanz eines der wichtigsten und bekanntesten dieser Gattung, komponierte er 1803, als gerade die Klappentrompete erfunden wurde, die dem Instrument ganz neue Spielmöglichkeiten eröffnete.

Eine besonders enge Bindung von Musik und Freimaurertum stellt das Werk von Wolfgang Amadeus Mozart dar, der mit seiner Zauberflöte die Freimaureroper schlechthin schuf. Die Sinfonie Nr. 39 ist vor allem durch die Tonart Es-Dur mit der Zauberflöte verbunden. Schon romantisch scheinender, verhangener Klang, kammermusikalische Feinheit und sinfonische Größe sind hier spannungsreich ausbalanciert.

Gespielt werden „In diesen heil’gen Hallen kennt man die Rache nicht“ (Sarastro in “Die Zauberflöte”), Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Ouvertüre zu Die Zauberflöte, Albert Lortzing (1801-1851): Jubelkantate LoWV 49, Johann Nepomuk Hummel (1778-1837): Trompetenkonzert E-Dur, Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 39 Es-Dur KV 543.

Freitag, 7. April, 18.45 Uhr mit einer Einführung durch den Generalmusikdirektor Laurent Wagner. Landestheater Altenburg, Theaterplatz 19, Altenburg. Ticketbuchungen hier: http://bit.ly/2obNYF8

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300 Jahre Freimaurerei – eine Standortbestimmung

Völkerschlachtdenkmal in Leipzig (Foto: Manuel Schönfelder)

Völkerschlachtdenkmal in Leipzig (Foto: Manuel Schönfelder)

Anlässlich des Jubiläumsjahres zum 300-jährigen Bestehen der “modernen Freimaurerei” wird im Rahmen einer Matinee eine Podiumsdiskussion stattfinden, zu der der Historiker Prof. Dr. Helmut Reinalter aus Innsbruck, der Philosoph Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün aus Frankfurt am Main und der Künstler Jens Rusch aus Brunsbüttel ihre Teilnahme zugesagt haben. Ziel ist es, gemeinsam mit den Gästen über eine offene und selbstkritische Standortbestimmung der Freimaurerei in der heutigen Zeit zu diskutieren.

Noch immer haftet der Freimaurerei der Ruf des Geheimnisvollen an, gleichzeitig wird sie als Bewahrerin aufklärerischer ethischer Werte, wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität stilisiert. In der Zeit der Aufklärung waren nahezu alle wichtigen Denker, Künstler und Politiker Mitglieder des Freimaurerbundes. Auch heute, im Jahr 2017, sind etwa 6 Mio. Menschen auf der ganzen Welt aktive Freimaurer – doch wie verstehen diese ihr Wirken in der heutigen Zeit? Welche Werte der Freimaurerei sind
inzwischen umgesetzt – welche Werte haben an Bedeutung verloren? Sind technischer Fortschritt, demokratische Gesellschaftsformen, moderne Wissenschaften und Kommunikationsmedien die Früchte der Aufklärung – oder ist im Gegenteil die Aufklärung gescheitert? Was kann freimaurerisches Denken und Handeln in der heutigen Zeit überhaupt noch bewirken?

Neben dem Podiumsgespräch wird es zwei Buchvorstellungen geben, eine kleine Ausstellung sowie musikalische Umrahmung.

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Großlogentreffen 2017 in Dresden

dresden

Das diesjährige Großlogentreffen der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland findet vom 24. bis 26. Mai in Dresden statt. Neben einem angenehmen Programm in einer interessanten Stadt beschäftigen sich die Freimaurer mit der Frage “Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen?”

Jedes Jahr treffen sich die Freimaurer der Großloge A.F.u.A.M.v.D. mit jeweils wechselndem Schwerpunkt an wechselnden Orten. In einem Jahr ist es der Großlogentag, der satzungsmäßigen Mitgliederversammlung mit Wahlen und verbindlichen Abstimmungen, im Folgejahr das Großlogentreffen, das mehr dem kommunikativen Charakter dient. Das diesjährige Großlogentreffen findet in der schönen Stadt Dresden statt, die den Besuchern am Randes des freimaurerischen Treffens viele Sehenswürdigkeiten und ein besonderes Flair bietet. Die Ausrichtung des Treffens übernimmt traditionell eine örtliche Loge, in Dresden ist es die 1863 gegründete, im Dritten Reich und der DDR verbotene und im Jahre 2014 wiederbegründete Loge „Zu den Ehernen Säulen“.

Verleihung des Kulturpreises an den Schriftsteller Uwe Tellkamp

Die Freimaurer leitet ihr Treffen mit einer rituellen Zusammenkunft, einer sogenannten “Arbeit” ein, mit der sie sich auf zwei Tage voller brüderlich-freundschaftlicher Gespräche einstimmen. Im Anschluss folgt der für die Öffentlichkeit wohl wichtigste Punkt, die Verleihung des Kulturpreises an den Schriftsteller Uwe Tellkamp. Im Großen Saal des “Dresdner Stadtmuseums” wird dem bekannten Schriftsteller (“Der Turm”, “Der Eisvogel” u.v.a.) der “Kulturpreis der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland” verliehen. Für Tellkamp ist dies sozusagen ein Heimspiel, wurde er doch in Dresden geboren und lebt seit 2009 wieder in der Stadt. Die Laudatio hält Jürgen Kaube, einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der Kulturpreis Deutscher Freimaurer wird von der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer seit 1966 in unregelmäßigen Abständen vergeben. Der Preis dient der Anerkennung künstlerischen Schaffens, das den ethischen freimaurerischen Lebensvorstellungen entspricht, für ein Werk, das die freimaurerischen Ideen der Toleranz, der Freiheit und der Brüderlichkeit fördert, wobei kein Unterschied zwischen Freimaurern und Nicht-Freimaurern gemacht wird. Bisherige Preisträger waren Max Tau, Erich Kästner, Siegfried Lenz, Golo Mann, Peter Huchel, Winfried Dotzauer, Otto Friedrich Bollnow, Johannes Mario Simmel, Yehudi Menuhin, Lew Kopulew, Otmar Alt, Rainer Kunze, Arno Surminski, Fritz Pleitgen, Prof. Dr. Hans Küng, Gidon Kremer und Prof. Kurt Masur.

Am folgenden Tag beschäftigen die Freimaurer sich in einer internen Zusammenkunft mit Fragen der Gegenwart und Zukunft ihres Bundes unter dem Thema “Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen?”. Damit wird ein vor mehreren Jahren eingeleiteter Prozess fortgesetzt, die humanistische Freimaurerei in Deutschland in ihrem Bezug zu gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart zu untersuchen und Antworten auf aktuelle Fragestellungen zu finden.

Währenddessen genießen die Damen und Gäste ein angenehmes Programm in der Stadt Dresden, beispielsweise Zwinger und Semperoper, Schloss und Fürstenzug, Neumarkt und Frauenkirche, Brühlsche Terrasse und Neue Synagoge — das klassische Dresden-Programm mit den typischen Sehenswürdigkeiten. Viele werden die Gelegenheit nutzen, und auch einige andere der vielen Dresdner Sehenswürdigkeiten zu erschließen. Als gemeinsame Abendveranstaltung ist eine reizvolle mehrstündige Elbfahrt auf einem Salonschiff geplant.

Dresdens lange Tradition der Freimaurerei

Die älteste Dresdner Loge “Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute” wurde bereits 1738 gegründet und ist damit eine der ältesten Logen Deutschlands. Im Jahre 1776 folgte die Loge “Zum Goldenen Apfel” und 1863 die Loge “Zu den ehernen Säulen” — die drei genannten Logen sind Mitglieder der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. In Dresden gibt es zudem die Loge “Zum Goldenen Kreuz“, gegründet 1894 und eine Mitgliedsloge der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland. Auch in Dresden hatte die Freimaurerei im Laufe ihrer geschichte populäre Mitglieder, beispielsweise Johann Gottlieb Naumann, Christian Gottfried Körner, Karl Christian Friedrich Krause, Gottfried Semper, Johann Andreas Schubert, Friedrich Wilhelm Pfotenhauer, Max Arnhold, Hans Erlwein, Richard Seifert.  Auf gemeinsame oder einzelne Initiative der Dresdner Logen gingen wichtige Einrichtungen wie das Freimaurerinstitut, eine Wohlfahrtseinrichtung, zurück, ebenso die “Lehr- und Erziehungsanstalt für Töchter gebildeter Stände sowie die Schillerstiftung. Von dem Verbot durch die Nationalsozialisten hat sich, wie in ganz Deutschland, auch die Dresdner Freimaurerei noch nicht wieder erholt. Mit etwas mehr als einhundert Mitgliedern sind die heute aktiven Logen gleichwohl auf einem guten Weg.

Das Großlogentreffen in Dresden findet vom 24. bis 26. Mai statt. Die genauen Termine entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungskalender.

Die Teilnahme am Großlogentreffen steht jedem Bruder Freimaurer offen. Ein rechtzeitige Anmeldung ist notwendig; die Anmeldeunterlagen mit den genauen Terminen, Kosten und Orten liegen jeder Mitgliedsloge der Großloge A.F.u.A.M.v.D. vor. Bei Rückfragen ist die Kanzlei unter der Mailadresse kanzlei@freimaurerei.de oder der Telefonnummer 030-86422034 gern behilflich.

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Hochwasserhilfe für Simbach

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Die Görlitzer Brüder wissen wahrscheinlich nur zu gut, was Hochwasser bedeutet. Zuletzt 2013 mussten sie gegen die Fluten ankämpfen. Die Flutkatastrophe im bayerischen Simbach am Inn Anfang Juni war ausführlich in Presse und Fernsehen. Die Tatsache, dass in einem 10.000-Einwohner-Städtchen 500 Häuser abgerissen werden müssen, weil sie irreparabel beschädigt wurden, spricht eine deutliche Sprache.

Die Brüder der Passauer Loge „Zu den vereinigten drei Flüssen“ waren trotzdem überrascht, von den Görlitzer Brüdern der Loge „Zur gekrönten Schlange“ 1.000 Euro als schnelle Soforthilfe für Simbach erhalten zu haben. Die Passauer Brüder und der Distrikt haben diesen Betrag mit eigenen Mitteln aufgestockt. Nun wäre es schön, wenn durch weitere Spenden von Logen oder einzelnen Brüdern eine größere Summe erreicht werden könnte. Ein Traum wäre, wenigstens 10.000 Euro übergeben zu können. Die Passauer Loge hat gute Kontakte zu den Simbacher Behörden und Institutionen. Man möchte den Betrag ungern in einen großen Hilfetopf werfen, sondern einzelnen Personen und Familien unkompliziert unter die Arme greifen, denen das Hochwasser-Schicksal besonders übel mitgespielt hat. Wer Gutes tun will, hat hier eine sehr sinnvolle Möglichkeit.

Spenden unter dem Stichwort „Simbach” an das Freimaurerische Hilfswerk e.V., Bank für Sozialwirtschaft Hannover, BIC BFSWDE33HAN, IBAN DE18 2512 0510 0007 4631 00.

Das Freimaurerische Hilfswerk e.V. ist die karitative Einrichtung der Freimaurer und Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband. Bei Rückfragen können Sie sich an das Büro in Berlin wenden: Emser Straße 11, 10719 Berlin, Telefon 030-54988040, E-Mail fhwberlin@t-online.de.

Über eine Info hinsichtlich einer Spende würden sich die Passauer Brüder sehr freuen, dies erleichtert die Planung hinsichtlich der Spendenübergabe. Emails bitte an mvst@zdvdf.de

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200. Stiftungsfest der Loge in Zittau

Zahlreiche Besucher beim Festakt der Zittauer Loge

Zahlreiche Besucher beim Festakt der Zittauer Loge

Vor 200 Jahren wurde in Zittau die Freimaurerloge „Friedrich August zu den 3 Zirkeln“ gegründet. Am 10. Juni wurde in einer Festveranstaltung im Saal „Lausitz“ im Hotel „Dreiländereck“ dieses Ereignisses gedacht.

Der Zugeordnete Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Br. Karl Deckart legte in seinem Grußwort mit wenigen Sätzen des Wesen der Freimaurerei dar. Ebenso wurde herzlich der Distriktsmeister des Distriktes Sachsen, Br. Bernd Krieger begrüßt. Als Vertreter des Oberbürgermeisters überbrachte der Baudezernent, Ralph Höhne, die Grüße der Stadt Zittau und würdigte die Grundsätze der Freimaurerei und deren Anwendung in der Gesellschaft. Der M.v.St Br. Rolf-Thomas Lehmann, reflektierte in seiner Festrede sowohl die Geschichte der Zittauer Loge als auch ihre Bedeutung für deren Mitglieder damals wie heute.

Es wurde u.a. derer gedacht, für die die Loge sich als geschätztes „Sozialkapital“ darstellte, beispielsweise der evangelische Pastor Carl Heinrich Gottfried Lommatzsch, der Bürgermeister Ludwig Haberkorn, der Architekt Carl August Schramm, der Komponist des Weihnachtsliedes „Morgen, Kinder, wird’s was geben“, Carl Gottlieb Hering, der Rats-Baudirektor Christian Eschke, der Kirchenmusikdirektor Paul Stöbe, der Lehrer an der Gewerbeschule Prof. Hermann Ludwig Oberreit u.v.a.m.

Aber nicht nur der Gründung am 7. Juni 1816 in der Brunnenstraße, sondern auch der Wiedergründung am 8. Juni 2013 in der Kirche „Heilig Kreuz“ wurde sich dankbar erinnert. So wie Ende des 18. und Anfang des 19. Jhd. von Görlitz Bemühungen ausgegangen waren, die Loge in Zittau zu gründen, so begann die gerade selbst wiedergegründete Görlitzer Loge „Zur gekrönten Schlange“ 1998 das freimaurerische Licht in Zittau wieder zum Strahlen zu bringen. Das Gründungsjahr 1816 ist aber nicht der Beginn freimaurerischen Lebens in der Stadt Zittau. Bereits 1740 beherbergte Zittau in ihren Mauern eine Loge – nach Hamburg, Dresden, Rheinsberg und Berlin als fünfte deutsche Stadt! Durch den Siebenjährigen Krieg wurde so vieles in der Stadt zerstört, u.a auch das Logenhaus und die Loge. So begann das freimaurerische Leben wieder 1816 – und dann wieder 2013.

Anlässlich des Jubiläums wurde dem Kinder- und Familienhaus „Blauer Elefant“ eine Zuwendung in Höhe von 1.000 € übergeben. Für die musikalische Umrahmung sorgten Wassilij Tarabuko (Violine) und Tadeusz Rozek (Bratsche) von der Neuen Lausitzer Philharmonie.

 

 

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