Führung durch den Eutiner Schloßgarten

Die Fürhungen sind beliebt: bereits über 2500 Menschen haben teilgenommen

Der Eutiner Schlossgarten direkt am Eutiner See ist als Parkanlage im englischen Stil schon für sich eine Augenweide. Erfährt man jedoch die Geheimnisse der freimaurerisch geprägten Gartenarchitektur, wird der Schlossgarten zu einem beeindruckenden Erlebnis.

Wie schön, dass die Eutiner Loge “Zum Goldenen Apfel” in den Sommermonaten regelmäßige Führungen anbietet. Ansonsten würden den Besuchern die meisten Besonderheiten verschlossen bleiben. Viele Jahre haben verschiedene Eutiner Freimaurer geforscht und haben dem Schlossgarten viele Geheimnisse entlocken können, von denen die meisten heute noch sichtbar oder zumindest nachvollziehbar sind, auch wenn der heutige Schlossgarten sich nicht mehr im gleichen Zustand befindet wie zum Zeitpunkt der entscheidenen Umgestaltung.

Ursprünglich war der Schlossgarten ab dem frühen 14. Jahrhundert vermutlich der Medizingarten des Bischofs Heinrich II. von Bockholt. 200 Jahre später wurde der Garten durch die Lübecker Bischöfe um die in Italien bereits verbreiteten “Wasserkunst” erweitert, im 16. Jahrhundert wurde ein Tiergarten hinzugefügt und die Anlage im Laufe der Zeit zu einem Prunk- und Lustgarten umgewandelt. Im Zeitalter der Aufklärung vollzog sich ein deutlicher Wandel: philosophische Gedanken flossen in die Gestaltung ein, das Streben nach Freiheit ließ die “Englischen Gärten” entstehen. Die Überzeugungen von Freimaurern prägten auch die Gartenanlagen, versprengte Bauten und die Führung der Strecken wiesen auf Tages- und Jahreszeiten, Himmelsgestirne, freimaurerische Symboliken wie Weisheit, Stärke und Schönheit.

Im Jahre 1771 wurde im Eutiner Schloss die bis heute bestehende Freimaurerloge “Zum Goldenen Apfel” gegründet, was ohne Zweifel erhebliche Einflüsse auf den Herzog Peter Friedrich Ludwig (1755 – 1829) hatte. Er war es, der als Anhänger des aufgeklärten Absolutismus den Schlossgarten als Englischen Garten mit freimaurerischer Symbolik anlegen ließ.

Wer Freimaurer werden möchte, muss im Rahmen der Initiation symbolische Wanderungen voller Bedeutsamkeit absolvieren. Seit eh und je finden diese Belehrungen in einem engen räumlichen Rahmen statt. Im Eutiner Schlossgarten jedoch wurden die Ideen dieser Wanderungen in die Wirklichkeit übertragen, sozusagen ein Lustwandeln zu den Idealen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, zur Homanität, zum Licht und zru Wahrheit. So ist der Schlossgarten ein Abbild von sichtbaren und unsichtbaren Idealen, von Zielen, Lebenswegen, von klaren Wegen dorthin, aber auch Ablenkungen und Irrwegen. Wege und Irrwege, Wahrheit und Trugschlüsse versprechen dem aufmerksamen Wanderer manche Erkenntnis, sofern er den Park deuten will und kann.

Letzteres ist ohne wissenden Begleiter nur schwer möglich, und wie der werdende Freimaurer bei seiner Aufnahme an führender Hand geht, so stehen auch im Eutiner Schlossgarten die Freimaurer Hans-Peter Kirscht und Dieter Orzelak im Wechsel zur Verfügung, um mit viel Wissen, Witz und Charme die beliebten Führungen zu gestalten. Mehr als 2500 Menschen haben sich bisher diesem freimaurerischen Spaziergang angeschlossen.

  • Ein Farbenmeer gleich zu Beginn der Landesgartenschau in Eutin
  • Das Eutiner Schloss von der Schlossgartenseite
  • Der Seepavillon, dessen dritte Stufe früher durch das Wasser führte
  • Von weitem als Ziel sichtbar: der Sonnentempel als Symbol des Lichts
  • Dieter Orzelak führt im Wechsel mit Hans-Dieter Kirscht amsüsant durch die Anlage
  • Das Ziel der strahlenden Vollendung, zu Höhe, Licht und Glückseligkeit
  • Die Fürhungen sind beliebt: bereits über 2500 Menschen haben teilgenommen
  • Der große Wasserfall, das Ende der Führung

Lassen wir Hans-Peter Kirscht sprechen. “Wir alle kennen die wunderschönen Alleen die auf ein Herrschaftshaus hinführen oder eine besondere Säule/Denkmal z.B. Siegessäule in Berlin zum Ziel haben. Anders hier in Eutin! Rechtwinklig zu den Säulen des Seepavillons, die in Ost/West Richtung, einen rechten Winkel zu der in Nord/Süd Richtung verlaufenden Lindenallee bilden, wird hier ein freimaurerisches Symbol gebildet, das auf die rechte Lebensweise des Freimaurers hindeutet.

Ziel war es den Lebensweg des Freimaurers ab der Geburt bis zum Tode in Form eines Circuit –Rundgang- unbemerkt von den Nutzern des Parks zu implementieren. Unter anderem aber auch den Park der Bevölkerung öffentlich zugänglich zu machen. Im Zeitalter der Aufklärung eine bemerkenswerte An- und Einsicht.

Bestandteil dieses Gartens ist wie anfangs genannt, die Lindenallee.

Nach dem Willen und der Planung Hirschfelds, Professor und Garten-Theoretiker in Kiel sollten die Linden unbeschnitten in schwankender Linie von unterschiedlicher Höhe und Abständen sowie Breite des Wuchses gepflanzt werden. Die Eutiner Allee gehört zwar zu jenen, in denen die Bäume ihren Wuchs relativ frei entfalten konnten, im übrigen aber zieht sie sich, schnurgerade mit gleich hohen Bäumen einer einzigen Sorte, so dass man ihr ansieht das sie unter den Augen eines um größtmögliche Regelmäßigkeit besonnen Schöpfers entstanden ist.

Bestehend aus 120 Stammlinden mit 12 Fuß Höhe, 1788 in Paaren zu einer Allee angeordnet. Der Abstand unter den Paaren beträgt 6,20 Meter. Die Gesamtlänge sind somit etwas über 365 Meter, welches den 365 Tagen des Jahres entspricht. Zwischen jeweils 2 Paaren / 4 Linden entsteht ein Quadrat, also 30 unabhängige Quadrate, d.h. allegorisch für jeden Monatstag eines. Die perfekte Fläche, deren Seitenlänge gleich ist, steht symbolisch für Recht und Ordnung, für eine korrekte und rechtwinklige Lebensweise. Jedes Quadrat bildet die Grundfläche eines Kubus, der wiederum gilt als perfekter Baustein für ein Gebäude. So wie wir uns selbst, vom unbehauenen rohen Stein zu einem Kubus entwickeln, nachdem wir die Ecken und Kanten abgeschlagen haben, d.h. durch Beseitigung unserer negativen Eigenschaften. Aus diesen Steinen, den Menschen, soll der “Tempel der Humanität” gebaut werden. Eine Aufgabe, die unsere ganze Kraft und täglichen Einsatz fordert.

Sinnbildlich stellt der Weg durch die Allee den Weg durchs Leben dar. Wir werden symbolisch durch das Spalier der Bäume geleitet, so wie das Kind bis zu seiner Reife zunächst durch die Eltern geführt wird. Später durch die Lehrer und Freunde die einen auf dem weiteren Weg begleiten. Diese Personen, dargestellt durch die Bäume, begleiten uns auf dem Weg durch die Erkenntnisse, denen wir in den einzelnen Quadraten gedenken wollen. Sie lassen ein Abweichen nach rechts oder links schwerlich zu.

Mit der Flora als imaginärem Ziel durchschreiten wir die Quadrate aus Barmherzigkeit und Humanität, Freiheit und Gleichheit, Brüderlichkeit und Toleranz, Weisheit und Verschwiegenheit usw.

Bemerkenswert ist die Wegführung. Sie ist kein Fahrweg, keine künstliche Auffahrt zu einem Prachtwohnsitz eines Regenten, um herrschaftliche Größe zu demonstrieren; nein, sie führt sogar am Schloss vorbei. Im Äußeren Norden am tiefsten Punkt beginnend in Richtung Monopterus im Süden, zum höchsten Punkt des Gartens, ein Beweis für die bedachte Anlage. Rechtwinklig zum Seepavillon führt ihr Verlauf vom Norden, von der Nachtseite zur Tagseite, nämlich aus dem Süden. Im übertragenem Sinne führt der Weg aus der Dunkelheit heraus ins Licht. Es gibt mehrere Möglichkeiten auf dem Weg abzuweichen. Sie führen an das Ufer des Sees und zum Teil wieder zurück zur Allee oder von Ihr fort, z.B. zum Schloss, zurück in das profane Leben. Was nutzt es aber der Entwicklung einen schönen Weg am Ufer des Sees zu begehen, wichtiger ist doch die Stufen der Erkenntnis zu erlangen, die uns dieser Weg aufgibt.

Wir sehen am Ende des Weges, wie eine Lichtgestalt, umrahmt von dunklen Eiben die Flora, Göttin des Frühlings und doch für uns unerreichbar weil ein Graben am Ende der Lindenallee den direkten Zugang verhindert. Mit der Botschaft, das wir nicht alle Ziele im Leben erreichen können und der bevorstehenden Entscheidung, welchen weiteren Weg der Wanderer wählt.

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Die Führungen finden in den Sommermonaten an jedem ersten und dritten Samstag im Monat statt und dauern zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Für Gruppen ab zehn Personen sind auch Termine nach Absprache möglich. Die Führungen sind kostenlos, am Ende wird um eine Spende für karitative Aufgaben der Loge gebeten. Während der Landesgartenschau muss jedoch der Eintrittspreis für die LGS gezahlt werden, da sich der Schlossgarten im Bereich der Gartenschau befindet. Für die genauen Termine der Führungen nehmen Sie bitte per E-Mail Kontakt mit der Loge auf.

Wer atmosphärisch eintauchen möchte, dem sei der Roman “Der verschollene Weg” von Jochen Eberhardt Helfferich,  einem Eutiner Freimaurer, empfohlen, der angenehm lesbar die fiktive Reise eine Aufzunehmenden durch den Schlosspark des ausgehenden 18. Jahrhunderts mit all seinen Stationen und Allegorien beschreibt.

DIN A 5, ca. 155 Seiten mit vielen Erläuterungen, Paperback, 12,90 €, ISBN 978-3-9814615-0-3

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Brunsbütteler Krebsinformationstage

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In der Zeit vom 26. September bis zum 11. November finden in der Region Brunsbüttel die „8. Brunsbütteler Krebsinformationstage“ statt. Die Veranstaltung hat das Ziel, die Überlebenschancen von Krebspatienten zu erhöhen.

Zwei nach Angaben des Organisators besonders wichtige Referenten nehmen für diese Veranstaltung weite Weg auf sich: Privatdozent Dr. Robert Gorter reist aus Indien an, Dr. Michael Lottan aus Israel. In deren Vorträgen geht es um aktuelle medizinische Erkenntnisse zur legalen Nutzung von CBD und THC, also medizinisch relevante Cannabis-Wirkstoffe in der Onkologie.

Den Auftakt bildet die Ernährungsberaterin Martina Johannsen, die in ihrem Vortrag Brustkrebs-Patientinnen Tipps geben wird, wie man die Nebenwirkungen bei einer antihormonellen Therapie erträglicher machen kann.

Prof. Dr. Maximilian Mehdorn berichtet über neue Wege der Tumorchirurgie mit unterstützender intraoperativer bildgebender Technik. Über neue Wege in der technischen Ausstattung geht es auch im Vortrag des Chefarztes der Inneren Medizin der Westküstenklinik Brunsbüttel, Dr. Thomas Thomsen. Zu seinem Vorsorgeplan gehört die Endoskopische Sonografie, um die Möglichkeiten der Untersuchung im Magen-Darmtrakt zu verbessern.

Der „Hausreferent“, so der veranstaltende Verein Wattolümpiade e.V., ist Dr. Bernd Schmude, selbst Betroffener und ein sogenannter Langzeit-Überlebender. Seine mutmachenden Vorträge unter dem Titel „Diagnose Krebs – Heilungschancen nutzen statt Ende beschließen“ bieten inzwischen deutschlandweit konstruktive Überlebensrezepte. Zusammen mit Jens Rusch, der den Abschlussvortrag über Komplementärmedizin halten wird, gründete er den Verein „Stark gegen Krebs“, der die Krebsinformationstage maßgeblich unterstützt.

Nebenbei soll erwähnt werden, dass an der Veranstaltung selbst und den unterstützenden Gruppen etliche Freimaurer beteiligt sind. Die Finanzierung erfolgt maßgeblich durch die Vereine “Wattolümpiade e.V.” und “Stark gegen Krebs”. Zum vollständigen Programm kommen Sie über den nachfolgenden Button.

 

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Ein Fez voller Watt

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Am 30. Juli 2016 fand im Elbschlick vor Brunsbüttel die 12. “Wattolümpiade” statt, ein schmutziges Spektakel für einen guten Zweck. Erstmals war unter den rund 400 “Wattlethen” auch eine Gruppe von Freimaurern.

Vorweg: für einen der vorderen Plätze hat es nicht gereicht. Aber die “Shriners” mit ihren roten Fez haben, wie alle anderen Mannschaften auch, sehr zum Amüsement der mehreren tausend Besucher beigetragen und damit zum Erfolg der Veranstaltung. Wie hoch der Erlös der Charity-Veranstalung in diesem Jahr sein wird, ist noch nicht bekannt. Im letzten Jahr waren es 40.000 € und seit Bestehen dieser Veranstaltung fast 300.000 € für die Behandlung von Krebs und die Begleitung an Krebs Erkrankter.

Die Mannschaft der Freimaurer bestand aus “Shriners”, die man – ganz salopp formuliert – als “Spaßguerilla der Freimaurer” bezeichnen könnte. In den USA gibt es diese Gruppierung bereits seit langer Zeit, sie betreiben durch ihre Spenden namhafte Kinderkliniken, in denen Kinder bei Bedarf kostenlos behandelt werden. In Deutschland sind Shriners ein neues Phänomen, die Kameradschaft mit Spaß und karitativem Engagement verbinden wollen. Mitglied kann jeder Freimaurer werden, der den Meistergrad besitzt.

Sie hatten ihren großen Auftritt bei der Wattolümpiade in Brunsbüttel und setzten damit ein sensibles, aber sehr wichtiges Zeichen. Der Schulterschluss mit der bereits bestehenden Organisation “STARK gegen KREBS e.V.”, deren Vorsitzender Bernd Schmude einen Scheck über 5000 € für die 8. Krebs-Informationstage an die Geschäftsführerin der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft überreichte, unterstrich diese Effektivität.

Weniger erfolgreich waren sie dagegen bei ihrem “schmutzigen Sport für eine saubere Sache” im Watt der Elbmündung. Der watterfahrene Torwart Jens Rusch ließ drei Bälle ins schmutzige Netz und landete anschließend angeschlagen im Krankenhaus.

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Das dreckige Dutzend

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Am 30. Juli findet im Elbschlick vor Brunsbüttel wieder die “Wattolümpiade” statt. Das für Freunde gepflegter Kultur eher abseitige Spektakel mit bemerkenswerter Wohlfühlatmophäre  findet von Jahr zu Jahr mehr Freunde und Besucher. Und es ist eine erfolgreiche Charity-Aktion, die im Vorjahr mehr als 40.000 € zugunsten des Krebsberatungszentrums Westküste einspielte – fast 300.000 € seit ihrem Bestehen.

Wer schon einmal auf der “Tomatina”, der berühmten Tomatenschlacht in der Nähe Valencias gewesen ist, erinnert sich daran, dass kaum ein Unterschied zwischen Akteuren und Zuschauern gemacht wird: Jeder wird mit Tomaten beworfen. Bei der Wattolümpiade ist dies erfreulicherweise anders: im Schlick toben die schmutzigen “Wattleten”, auf dem Elbdeich sitzen die sauberen Zuschauer; jeder amüsiert sich auf seine Weise und insgesamt haben alle großen Spaß, was man an der sehr angenehmen Stimmung schon kurz nach der Ankunft spürt. Wer glaubt, dass sich der Dreck durch die gesamte Veranstaltung zieht, sieht sich angenehm belehrt. Schmutzig ist es nur im Schlick, der Rest der Veranstaltung ist bestens organisiert und auch in Sonntagskleidung begehbar, wenn man denn möchte. Man kann sich aber auch in phantasievolle Garderobe stürzen wie nicht wenige Besucher, die auf diese Weise zum Spektakel beitragen.

Es ist die zwölfte Veranstaltung dieser Art in Brunsbüttel, weshalb die Veranstalter vom “dreckigen Dutzend” sprechen, in Anlehnung an einen berühmten amerikanischen Film aus dem Jahre 1967. Einlass ist am 30. Juli ab 12 Uhr, um 13 Uhr gibt es einen “Wattgottesdienst”, gefolgt vom Einzug der “Wattleten”, Entzündung des “olümpischen Feuers”, danach finden im Elbschlick direkt vor dem Deich spannende Fußball-, Handball- und “Wolliball”-Spiele statt, Schlickschlittenrennen und Aalstaffellauf. Im Anschluss werden die Gäste musikalisch von “Big Harry” (Hamburger Musiker und bekannt aus der Fernsehserie “Großstadtrevier”) sowie der Band Mandowar (Country-Folk-Metal mit Gitarre, Mandoline und Ukulele) unterhalten.

Aufgrund von Brückenbauarbeiten ist in diesem Jahr ein Parken direkt am Austragungsort nicht möglich. Deshalb gibt es in diesem Jahr erstmals ein „Park & Ride“-System zur Wattolümpiade. Besucher von außerhalb werden von der B5 aus auf die Parkplätze im Bereich Festwiese/LUV gelotst, von wo aus kostenlose Pendelbusse im 15-Minuten-Takt Richtung Deich fahren. Diese Busse fahren auch den ZOB an, in dessen Nähe sich die Parkplätze an Elbeforum und Bauamt befinden. Auf der Internetseite gibt es Hinweise zur Anreise.

Weit über 290.000 Euro hat der Wattolümpiade-Verein seit 2004 mit dem „schmutzigen Sport für eine saubere Sache“ gesammelt – Geld, das unter dem Motto “Stark gegen Krebs” Krebsbetroffenen in der Region zu Gute kommt. So finanziert der Verein seit 2005 unter anderem zwei Beratungsstellen für Krebspatienten und deren Angehörige in Brunsbüttel und Heide. Nachdem in den vergangenen Jahren die Einrichtung eines Palliativzimmers am Brunsbütteler Westküstenklinikum auf der Agenda stand und eine großangelegte Typisierungs-Aktion rund 400 potenzielle Lebensretter hervorbrachte, wurde 2014 die Einrichtung von Angehörigenzimmern am Heider Westküstenklinikum sowie die Ausstattung eines Zimmers für onkologische Behandlungen am Klinikum Brunsbüttel vom Wattolümpiade-Verein finanziell unterstützt, außerdem die Kinderhospizarbeit des Hospizvereins Dithmarschen. Eine große Resonanz erfahren auch die vom Wattolümpiade-Verein organisierten Brunsbütteler Krebsinformationstage, die 2016 zum inzwischen achten Mal stattfinden werden.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite www.wattoluempia.de.

Jens Rusch vor dem Banner der Hanse Shriners

Jens Rusch vor dem Banner der Hanse Shriners

Erstmals haben sich Freimaurer aus der ganzen Republik zusammengefunden, um bei der diesjährigen Veranstaltung als Wattletengruppe anzutreten. Auch der Begründer der Wattolümpiade, der Brunsbütteler Künstler Jens Rusch, wird Mitglied dieser “schmutzigen Bruderschaft” sein und erstmals selbst antreten. “Wir werfen uns in den Dreck für einen guten Zweck” sei der Schlachtruf der Gruppe, man betreibe “schmutzigen Sport für eine saubere Sache”, so Jens Rusch. Um dem karitativen Charakter gerecht zu werden, treten die Brüder aus den unterschiedlichsten Logen unter dem Dach des frisch gegründeten “Hanse Shriners Club”. Shriners sind eine internationale Organisation, die Lebensfreude mit karitativem Engagement, teilweise in erheblichem Maße, verbinden. Beitreten können nur Freimaurer-Meister.

“Wir haben in zwölf Jahren Strukturen für Palliativ-Medizin vorangebracht, Sterbezimmer finanziert, Angehörigenzimmer, das professionelle Krebsberatungs-Zentrum Westküste aufgebaut, sehr umfangreiche Stammzellen-Typisierungen finanziert und die jährlichen Krebsinformationstage für Betroffene veranstaltet. Auch daran sind viele Brüder beteiligt. In diesem Oktober sogar brüderliche Experten aus Tel Aviv. Insgesamt also ein Engagement, das uns Freimaurern gut zu Gesicht steht – auch wenn dieses dabei sehr, sehr schmutzig wird.” sagt Jens Rusch über sein Engagement.

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Schlossgarten Eutin — Ein Garten der Aufklärung

Sonnentempel im Eutiner Schloßgarten

Sonnentempel im Eutiner Schloßgarten

Auch während der Landesgartenschau 2016 wird die Reihe der Schlossgartenführungen unter freimaurerischen Gesichtspunkten fortgesetzt. Der einzigartige Initiationsweg wurde durch Brüder der Eutiner Loge wiederentdeckt und ausführlich erforscht. Bereits mehr als 2.500 Interessenten wurden in den vergangenen zehn Jahren bei regelmäßig stattfindenden Führungen die erstaunlichen Erkenntnisse vermittelt.

Die Führung beginnt jeden ersten und dritten Samstag im Monat um 10:00 Uhr am Freimaurerportal im Schlossinnenhof, der Gründungsstätte der Loge „Zum goldenen Apfel“ in Eutin 1771. Der Initiationsweg führt um den früheren Kräutergarten zum Seepavillon. Die frühere Inselstellung des Bauwerks, Architektur und Ausrichtung des Gebäudes stellen den Beginn des Lebensweges, der im Schlossgarten nachvollzogen wird dar. Durch die Lindenallee zur Flora, dem Tuffsteinhaus und auf verwundenen Wegen weiter bis zum Monopteros werden alle Stationen eines Lebens freimaurerisch vermittelt. Hierin ist eindeutig der Weg eines Freimaurerbruders durch die Grade Lehrling, Geselle und Meister wiederzuerkennen.

Die Führung endet am Großen Wasserfall. Dauer: ca. 1,5 bis 2 Stunden. Die Gäste können im Rahmen der Öffnungszeiten weiterhin auf dem Gelände der LGS verbleiben. Brüder der Loge „Zum goldenen Apfel“ werden fachkundig den Initiationsweg erklären und aufkommende Fragen beantworten. Eine Tages- oder Dauerkarte zum Übergang in das LGS-Gelände ist erforderlich.

Für Gruppen ab 10 Personen kann diese Führung auch zu anderen Zeiten angefragt werden. Bei Interesse kann man per E-Mail Kontakt aufnehmen.

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Erfolgreiches Benefizkonzert in Brunsbüttel

Helferteam des Benifizkonzerts

Helferteam des Benifizkonzerts "Moin refugees" in Brunsbüttel. Foto: Sönke Dwenger

Am. 24. Oktober traten Künstler von internationalem Rang, lokale Urgesteine und talentierte Newcomer beim Benefizkonzert “Moin Refugees” in Brunsbüttel auf. Dabei kam nicht nur ein ansehnlicher Spendenbetrag zusammen, sondern es wurde ein Zeichen gesetzt für Völkerverständigung und dafür, was gemeinsam in kurzer Zeit erreicht werden kann.

SAT 1-Moderator Harry Schulz brachte es auf den Punkt: “Es ist einfach, sich in Kneipen zu setzen und zu jammern. Man kann es aber auch machen, wie wir: Etwas tun und zusammen feiern”. Das dachten mit ihm an die 600 zahlenden Gäste, die Sponsoren und Mitwirkende wie der Hamburger Musiker “Lotto King Karl”, die britische Rockband “Lake”, der Sänger Norman Keil, die Hamburger Blueslegende Abi Wallenstein, Jack Broadbent, der Husumer Rapper Beliaz und die Bands AlmostNew und Pay Pandora. Sie und das Unterstützerteam hatten ganze Arbeit geleistet.

“Ich bin beeindruckt von solchen Aktivitäten”, sagt dann auch Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck. Die Eintrittsgelder sollen vorwiegend für Sprachkurse verwendet werden, “denn nur über die Sprache können wir die Fähigkeiten und Kompetenzen der Flüchtlinge nutzen”, so Mohrdieck weiter. “Unsere Aufgabe muss es sein, die Flüchtlinge zu integrieren und sie zu unseren Mitmenschen zu machen”.

Unter den Gästen ist auch Firas. Er war Anwalt in Syrien. Er flüchtete über die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Kosovo, Serbien, Ungarn und Österreich. “Syrien ist ein schönes Land”, sagt er. “Aber jetzt sind die Städte kaputt wie Hamburg und Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg.” Er freut sich auf die Sprachkurse, denn ohne Sprache wird er beruflich nicht Fuß fassen können. Und bedankt sich überschwenglich für das “Welcome in Deutschland”.

Über den Erlös konnten die Veranstalter noch keine abschließende Auskunft geben. Es fehlen noch Abrechnungen mit Gema und Behörden. Aber man hofft, dass es an die 20.000 € werden, die für regionale Integrationsprojekte gespendet werden können.

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“Moin refugees” — das große Benefizkonzert in Brunsbüttel

Veranstaltungsbanner für

Veranstaltungsbanner für "Moin refugees"

Am 24. Oktober 2015 ab 18 Uhr gibt es im Elbeforum ein großes Benefizkonzert mit umfangreichem Programm zugunsten der Flüchtlingshilfe. Die Liste der Künstler kann sich sehen lassen: Die deutsch-britische Rockband Lake, der Hamburger Musiker Lotto King Karl, der Sänger und Songschreiber Norman Keil, der “Vater der Hamburger Bluesszene” Abi Wallenstein, Jack Broadbent, der zurzeit weltweit Aufsehen durch sein Gitarrenspiel erregt, die Dithmarscher Rock’n’Blues-Band AlmostNew, die Newcomerband der Region Pay Pandora und der Husumer Rapper Beliaz. Moderiert wird die Veranstaltung von Harry Schulz, einem breiten Fernsehpublikum bekannt als Imbisstester bei SAT1 und Betreiber eines Kult-Grills und Promitreffs in Hamburg.

Initiator Jens Rusch mit Veranstaltungsplakat

Initiator Jens Rusch mit Veranstaltungsplakat

Die Idee des Benefizkonzertes zugunsten von Kriegsflüchtlingen in der Region wurde von dem Brunsbütteler Künstler Jens Rusch am Abend des 29. August geboren. Keine zwei Stunden später lag die Zusage der VHS Brunsbüttel vor, das Elbeforum für einen solchen Zweck kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Von diesem Moment an bekam das Projekt eine schwungvolle Eigendynamik.

Mit Michael Behrendt holte sich Rusch einen versierten Planer an seine Seite. Gemeinsam hatte man nicht nur in elf Jahren Wattolümpiade bewiesen, Großveranstaltungen organisieren zu können. Nach der Tsunami-Katastrophe an Weihnachten 2004 stellten die beiden – ebenfalls im Elbeforum – binnen weniger Tage ein großes Benefizkonzert auf die Beine. An jenes Ereignis erinnerte sich Rusch, als er die dramatischen Entwicklungen der Flüchtlingswelle vor Augen hatte. „Ich denke, dass es heute auch möglich wäre, ein Benefiz-Konzert für Flüchtlinge zu organisieren“, schrieb er auf Facebook.

Diverse Titelideen spukten in den Köpfen der Macher umher, doch keine war so griffig wie „Moin Refugees“. Die Verbindung aus Plattdeutsch und Englisch passt einfach, war man sich schnell einig. Einmal davon abgesehen, dass „Moin“ so ziemlich das erste Wort sein dürfte, dass Flüchtlinge in Dithmarschen kennenlernen – es ist weit mehr als eine Grußformel, es ist ein Signal: Ihr seid willkommen hier.

Weitere Informationen und Ticketbuchung (auch Patentickets) unter www.moin-refugees.de.

Der Erlös aus dem „Moin Refugees“-Benefizkonzert soll Flüchtlingen vor Ort als Ersthilfe gemäß der durch den bereits aktiven Verein „Brunsbüttel hilft e.V“ ermittelten Bedürfnisse zugute kommen. Außerdem soll mit einem Teil des Erlöses die Arbeit der Volkshochschule Brunsbüttel e.V. (VHS) unterstützt werden, zweckgebunden für Sprachkurse für Flüchtlinge, die sich bereits im Integrationsprozess befinden. Diese Mittel sollen sowohl für die Durchführung zusätzlicher Kurse als auch für die Ausbildung weiterer, dringend benötigter Lehrkräfte eingesetzt werden, da der tatsächliche Bedarf viel höher ist als das mit den aktuell öffentlich bereitgestellten Fördermitteln realisierte Angebot.

Sprache ist die wichtigste Voraussetzung einer gelingenden Integration: Daher wollen wir erreichen, das jeder Flüchtling in Brunsbüttel schnellstmöglich nach seiner Ankunft einen qualifizierten Einstieg in „Deutsch als Zweitsprache“ erhält.

Weitere Verwendungszwecke werden gemeinsam mit bereits aktiven Hilfsorganisationen ermittelt.

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