Vernissage im Hamburger Logenhaus

Am 20. März fand im Logenhaus in der Welckerstraße eine Vernissage des Künstlers Hans Jürgen Gottschalk statt. Eingeladen hatte zu dieser Veranstaltung die Freimaurer Loge Roland und rund 100 Interessierte hatten sich eingefunden.

Hamburg (hjs) Hans Jürgen Gottschalk, Jahrgang 1940, lebt und arbeitet seit 43 Jahren in Hamburg. Er hat Graphik Desiegn an der renommierten Alsterdamm Kunstschule in Hamburg studiert und war Schüler von Oskar KoKoschka. Zu Beginn seiner Tätigkeit war er allerdings als Creativ Director, Designer und Illustrator für Werbung bei internationalen Konzernen und Verlagen in Nürnberg, Frankfurt, New York und Hamburg tätig.  Mit 7 Jahren hat er die ersten Gehversuche in die Malerei gemacht, aber erst seit 2009 hat sich dann nur noch der Kunst und damit der Malerei gewidmet.

Zu seiner  Ausstellung hat Hans Jürgen Gottschalk 32 Bilder aus einer Serie von 56 ausgewählt, die sich mit dem Thema Ausgrenzung Vernachlässigung, Erniedrigung, Verführung, Ausbeutung und Alterseinsamkeit und anderen sozialen Ungerechtigkeiten beschäftigen. Die Überschrift zu der Ausstellung lautet „die im Dunkeln sieht man nicht“ und die Bilder sind ausnahmslos auf großformatigem Karton in Öl mit schwarzem Untergrund, in einer Größe und grobem Pinselstrich gemalt. Keines der Bilder hat einen Titel, doch jedes Bild spricht für sich und macht nachdenklich.  Der Titel der Ausstellung ist übrigens einem Zitat von Berthold Brecht entliehen, in dem es heißt „Man siehet die im Lichte…die im Dunkeln sieht man nicht.“ Hans Jürgen Gottschalk bezeichnet seinen Malstil als Realistisch/ Impressionistisch. Nach der Ausstellung war auch reichlich Gelegenheit zu Gesprächen.

Hans Jürgen Gottschalk (Mitte) begleitet von Axel Kinast von der Loge Roland (Links) und Thomas Stuwe, Distriktmeister Hamburg (Rechts)
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Bruder Rolf Appel verstorben

Bruder Rolf Appel

Der bedeutende Freimaurer Br. Rolf Appel ist am 3. April 2019 im Alter von 99 Jahren in Hamburg gestorben oder, wie Freimaurer sagen: in den Ewigen Osten vorausgegangen.

Geboren wurde Rolf Appel 1920 im schleswig-holsteinischen Süderbrarup. Die weiteren 25 Jahre kann man im Grunde nur in drei Worten beschreiben: Kindheit, Schule, Krieg. Direkt nach dem Abitur wurde er an die Front eingezogen, wurde als Panzeroffizier drei Mal schwer verwundet und fand sich nach dem Krieg in der Druckerei wieder, die er von seinem Vater übernahm. 1945 war er einer der ersten Buchverleger, der von der britischen Militärführung eine Lizenz erhielt.

Schon 1948 wurde er Freimaurer. Sein Vater, dessen Unerschütterlichkeit als Freimaurer auch während der Nazizeit ihm ein großes Vorbild war, wurde sein Bürge. Neben der Freimaurerei engagierte er sich in vielen anderen Bereichen, beispielsweise in der Herrnhuter Brüdergemeine und dem CVJM, sowie beruflich in der Handelskammer, Buchhändler- und Verlegerverband u.a.

Seine Aktivitäten in der Freimaurerei sind in ihrem ganzen Umfang kaum zu benennen. Er war Meister vom Stuhl in verschiedenen Logen, Distriktmeister des Distriktes Hamburg, Zugeordneter Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Mitbegründer der freimaurerischen Künstler- und Publizistenvereinigung “Pegasus”, er arbeitete wesentlich an der Entwicklung des bis heute gültigen Rituales unserer Großloge mit und war Ehrenmitglied etlicher Logen im In- und Ausland.

Von 1968 bis 1981 war er er Mitglied des Dialogforums zur Beratung der Katholischen Kirche und leistete einen wesentlichen Anteil zur Annäherung und Verständnis zwischen Theologie und Freimaurerei in Deutschland.

"Goethe war Freimaurer, Herder war Freimaurer, Lessing war Freimaurer, Carl von Ossietzky war Freimaurer — dann sag ich mir immer: Und Du? — Was hier und heute geschieht, das ist das Entscheidende!"

Rolf Appel

Mehr als 35 Bücher freimaurerischen Inhaltes stammen aus seiner Feder, auch sonst war er in der Freimaurerei in hohem Maße publizistisch tätig. Mit Unterbrechungen war er 44 Jahre Redakteur des “Hanseatischen Logenblattes”, war am Aufbau und der Erweiterung des Bauhüttenverlages engagiert, war Redakteur der freimaurerischen Zeitschrift “Die gelben Blätter”, der Zeitschrift “Euro Mason”, der Zeitschrift “Die Bruderschaft” und der “Humanität”.

Rolf Appel war in seinen mehr als 70 Jahren überaus tätiger Mitgliedschaft in der Freimaurerei zahllosen Brüdern Leitfigur und Vorbild, das mehrere Generationen nachhaltig prägte und weiter prägen wird. Eine Vielzahl von Preisen, Ehrungen und Ehrenmitgliedschaften sind dafür nur äußerer Ausdruck. Wichtiger ist, dass sich seinem nachhaltig positivem Eindruck kaum ein Mitglied unserer Logen entziehen kann und will.

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Wettbewerb der Gymnasien im Landkreis Nienburg

Alle Preisträger des Logenwettbewerbs

Die Nienburger Loge "Georg zum Silbernen Einhorn" und die Hoyaer Loge "St. Alban zum Æchten Feuer" vergaben gemeinsam Preise und Urkunden für die besten Facharbeiten an den Gymnasien im Landkreis Nienburg.

Nienburg. (dh) Insgesamt 35 Schülerinnen und Schüler der Nienburger Gymnasien, des Gymnasiums Stolzenau und des Johann-Beckmann-Gymnasiums Hoya haben mit 18 Facharbeiten an dem bereits zum 5. Male ausgeschriebenen Wettbewerb der Freimaurerlogen „Georg zum silbernen Einhorn“ und „St. Alban zum Aechten Feuer“ teilgenommen.

Die Themen, mit denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 11. und 12. Jahrgangsstufe beworben haben, reichen von Untersuchungen der Bedeutung von Filmmusik über Auswirkungen des Massentourismus bis zur Realisierung eines Digitaltrainers für Schülerversuche oder zur Anwendung eines Drucksensors in modernen Kommunikationsgeräten.

Alles sehr anspruchsvolle Themen, für deren Ausarbeitung sich die Schülerinnen und Schüler sehr spezielle Kenntnisse angeeignet haben. Dabei mussten die nicht alltäglichen Fragen umfassend recherchiert und analysiert, fachlich korrekt beschrieben und gleichzeitig allgemein verständlich in einer Facharbeit aufbereitet werden.

Von den betreuenden Fachlehrern war zu erfahren, dass die Begeisterung und der Einsatz der Schüler jeweils überdurchschnittlich gewesen ist und deutlich über das geforderte Maß für eine Facharbeit hinausgehen. Die Freude an selbstständigem, wissenschaftlichem Arbeiten spiegelt sich dann auch eindrucksvoll in allen Arbeiten wider.

„Die Jury der beiden Logen hat sich die Entscheidungen nicht leicht gemacht“, sagte der Vorsitzender der Nienburger Loge, Dr. med. Wilhelm Cohrs. „Wir wollten in jedem Fall die Arbeit, die sich diese jungen Menschen gemacht haben, wertschätzen. Ich hoffe, dass uns das gelungen ist. Außerdem haben wir etliche Impulse für uns selbst gewinnen können – herzlichen Dank dafür!“.

Der ebenfalls anwesende Stuhlmeister der Hoyaer Loge, Andreas Jonda, wies in seiner Begrüßung auf die Bedeutung von Bildung, Wissensgewinn, Persönlichkeitsbildung und lebenslangem Lernen hin. „Stay hungry!“ ermunterte er die Schülerinnen und Schüler.

Die vierköpfige Jury aus Mitgliedern der Logen in Nienburg und Hoya hat bei der Bewertung etwas andere als nur rein schulische Maßstäbe zugrunde gelegt. Besonderes Augenmerk wurde gelegt auf einen guten Aufbau der Facharbeiten, eine klare und logische Struktur. Entscheidend war auch, ob das Thema von Bedeutung ist für die Gesellschaft und für den Leser.

„Als ein Bund mit ausgeprägter humanistischer Zielsetzung wollen die Logen bei jungen Menschen besonders auch kritisches Denken und die Auseinandersetzung mit negativen Umgangsformen für unser Zusammenleben fördern“, sagte Dr. Cohrs. „Dafür öffnen sich die Freimaurerlogen auch stärker als in der Vergangenheit, denn sie wollen ihre wesentlichen Ziele, wie Toleranz und humanitäres Miteinander, einer breiten Öffentlichkeit und eben auch jungen Menschen näherbringen.“

Für die Erstplatzierten gab es jeweils 300 Euro und eine Urkunde. Die weiteren Preisträger erhielten Urkunden und Bücher. Als bestes der fünf teilnehmenden Gymnasien wurde das Johann-Beckmann-Gymnasien aus Hoya mit einer Extra-Urkunde und einem Sonderpreis geehrt.

Preisträger, Lehrkräfte, Eltern, Freunde und Mitglieder der beiden Logen blieben noch für geraume Zeit im Nienburger Logenhaus in der Cretschmarstraße zu angeregten Gesprächen.

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Konzert mit freimaurerischen “Gebrauchsliedern” in Görlitz

"Geheimnisumwoben" — so lautete die Ankündigung zu einem Konzert des Kammerchores „Vocal Concert Dresden“. Ein öffentlicher Gästeabend der besonderen Art, zu dem die Freimaurerloge „Zur gekrönten Schlange“ Görlitz den Chor einlud.

Görlitz. (hw) Ein Konzert im Rang einer Uraufführung. Es wurden Lieder präsentiert, die für Freimaurerlogen zum Gebrauch geschaffen wurden und bisher noch nicht zu hören waren. Lieder, die zum größten Teil aus den Federn von Freimaurern stammen. Lieder, die hier mit Sicherheit vor 100 Jahren und mehr zum letzten Mal ertönten.

Haben denn nun die neun ehemaligen Dresdner Kruzianer den mehr als 60 Besuchern des Konzertes mit ihren vorgetragenen Freimaurerliedern aus dem 18. Jahrhundert eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage gegeben?

Die Reaktionen der Besucher nach dem 90-minütigem Konzert brachten ein eindeutiges Ja. Nicht nur einmal äußerten Zuschauer „Ich habe sehr viel über die Freimaurerei erfahren!“. So erklangen Lieder zur Eröffnung einer Loge, zu Wechselgesprächen innerhalb einer Tempelarbeit. Die Zuschauer konnten aber auch erleben, was bei einer festlichen Tafelloge passiert, wie bereits im 18. Jahrhundert die Freimaurer an ihre Frauen denken, denen der Zutritt zur Loge verwehrt wird und die sie Schwestern nennen: „Seid gegrüßt, verehrte Schönen, mit dem Gruß der Zärtlichkeit!“

Ein Erlebnis war für alle, dass der Chor nicht starr auf der Bühne stand, sondern sich, dem jeweiligen Anlass gerecht werdend, im gesamten Konzertsaal bewegte; eine gelungene Choreografie. Der Chor wurde begleitet von zwei Musikinstrumenten, die die Musik des 18. Jahrhunderts prägten. Der Leiter des Chores, Prof. Peter Kopp – Rektor der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle/Saale – selbst ehemaliger Kruzianer, saß am Hammerflügel. Dieser wurde von Roy Amotz (Berlin) mit seiner barocken Traversflöte hervorragend ergänzt. Dieses Holzblasinstrument, das der Vorläufer der heutigen Querflöte war, konnte man trotz der zarten Töne nicht überhören. Der Dresdner Musikwissenschaftler Dr. Kornél Magvas trug zwischen den einzelnen Liedern freimaurerische Texte des 18. Jahrhunderts vor.

Erwähnt werden soll, dass das Konzert im Evangelischen Jugendhaus „Wartburg“ selbst für den Chor ein einmaliges Erlebnis war. Die Künstler waren davon beeindruckt, dass sie in dem ehemaligen Haus der Loge „Zur gekrönten Schlange“ freimaurerische Lieder singen durften.

Ein Höhepunkt für die “Schlangen-Brüder” war es, die bereits 1786 unserer Loge gewidmete Vertonung Schillers „Ode an die Freude“ zu hören. Übrigens die weltweit zweite Vertonung. Neben der„Görlitzer“ Hymne wurden drei weitere Vertonungen von C.G. Körner, J.G. Naumann und F.F. Hurka zu Gehör gebracht.

Wir Görlitzer Brüder sind sich einig, dass alle Anwesenden einen außergewöhnlichen Logenabend erleben durften. Die szenische Präsentation von Freimaurerliedern mit ihren verschiedensten Facetten ist hervorragend geeignet, bedeutsamen maurerischen Ereignissen einen würdigen Rahmen zu geben.

All diese Erstvertonungen und 26 weitere Lieder sind auf einer CD enthalten, die bei dem Görlitzer Konzert angeboten wurde. Ein sehr informativ gestaltetes Booklet in Deutsch und Englisch (54 Seiten) informiert über den Inhalt der CD. „Berlin Classics“ plant, das Album im Herbst 2019 in den freien Handel zu geben. In begrenzter Anzahl kann das Album bereits jetzt bei unserer Loge zum Vorzugspreis von 16,00 € über mvst@loge49.de bestellt werden.

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Raoul Wallenberg, B‘nai B’rith Berlin, zu Gast bei der Loge Victoria

V. l. n. r.: Dr. András Kain (Präsident der Raoul Wallenberg Loge, B’nai B’rith Berlin), Kenan Yilmaz (Meister vom Stuhl der Freimaurerloge Victoria in Berlin), Lala Süsskind (Schwester der B’nai B’rith Raoul Wallenberg Loge, ehem. Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V.)

Über 40 Brüder und Gäste hörten aufmerksam zu, als Dr. András Kain am 26. Februar im Logenhaus der Peter-Lenné-Str. über das humanitäre Engagement der B’nai B’rith - der „Kinder des Bundes“ - im Allgemeinen und der Berliner Raoul Wallenberg Loge berichtete.

Berlin. (ab/cmc) Der Gästeabend mit Gastvortrag des Präsidenten der B’nai B’rith Raoul Wallenberg Loge fand im Rahmen der Themenreihe der Berliner Loge “Victoria” statt, die in diesem Maurerjahr unter der Überschrift „Freimaurerei und Religion“ steht. Der Abend ermöglichte es den Anwesenden, sowohl Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten zwischen B’nai B’rith und der Freimaurer-Loge “Victoria” als auch Unterschiedliches und Trennendes kennen zu lernen.

B’nai B’rith wurde im Jahre 1843 in New York von zwölf jüdischen Freimaurern aus Deutschland gegründet und widmet sich der Förderung von Toleranz, Humanität und Wohltätigkeit sowie jüdischer Identität. Obwohl sie von Freimaurern gegründet wurde, ist B’nai B’rith keine freimaurerische Vereinigung, sondern ein “freimaurerähnlicher”, karitativ und gesellschaftspolitisch tätiger Orden. Mit seinem karitativen Schwerpunkt ist B’nai B’rith eher mit den Odd Fellows und als jüdische Organisation zur Förderung jüdischer Identität eher mit dem evangelisch-christlichen Johanniter-Orden oder dem katholisch-christlichen Malteser-Orden vergleichbar. Wie bei den Odd Fellows gibt es auch bei B’nai B’rith Männer- und gemischte Logen. Zu Letzteren gehört die Berliner Raoul Wallenberg Loge.

Die Gründung der ersten deutschen B’nai-B’rith-Loge erfolgte 1882 in Berlin. Dies geschah in einer Zeit, als der Antisemitismus, den der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm – der spätere 99-Tage-Kaiser Friedrich III. – als „Schmach des Jahrhunderts“ bezeichnete, bis in die Freimaurerei reichte und die altpreußischen Freimauererlogen keine Juden aufnahmen.

Aufgrund der beschriebenen Unterschiede zu Freimaurerlogen konnte B’nai B’rith aber jüdischen Freimaurern in Preußen keine freimaurerische Heimat bieten. Dazu bedurfte es der Öffnung der Freimaurerei in Preußen für Nichtchristen, die zehn Jahre später, im Jahre 1892, durch die Gründung der humanitären Freimaurerloge Victoria erfolgte. Durch ihre Geschichte hat die Freimaurerloge Victoria wiederum mit B’nai-B’rith mehr als nur die humanitäre Zielsetzung und die Organisation in einer Loge gemeinsam: Da die Victoria die erste Freimauerloge in Preußen war, die Juden aufnahm und auch bis 1933 zu den wenigen Berliner Logen gehörte, die Nichtchristen offenstanden, waren in ihrer Bruderschaft vor der Shoah die jüdischen Brüder in der Mehrheit. Entsprechend hart traf die Nazi-Barbarei auch die Victoria, die in der Shoah mindestens 45 Brüder verlor.

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Schottische Tradition hält Einzug in Gummersbach

Burns Supper in der Tenne des Wyndham Garden Hotel Gummersbach, Foto: Friederike Römer

Am 25. Januar veranstaltete die Loge „Zur oberbergischen Treue“ ihr erstes Burns Supper.

(Gummersbach /gl/ml) Mit dieser Veranstaltung begehen Schottlandbegeisterte und Freunde der Dichtkunst auf der ganzen Welt den Geburtstag von „Caledonias Barden“, dem schottischen Nationaldichter Robert Burns.

Was hat das ganze aber mit Freimaurerei zu tun? Nun, Robert Burns selbst ebenso wie seine Freunde, welche die Tradition ins Leben riefen, waren Freimaurer und der festgelegte Ablauf des Abends ist frei an maurerische Traditionen angelehnt. Neben schottischer Musik und echtem schottischen Haggis, natürlich präsentiert mit der Ode an diese Spezialität aus Burns eigener Feder, konnten sich die Gäste auch an mehreren Sorten Whiskey erfreuen.

Abgerundet wurde der Abend durch einige von Burns Gedichten und die Rede von Br. Roland Schultz, der den Lebensweg des Barden nachzeichnete.

Mit über 60 Gästen war das erste Burns Supper in Gummersbach ein voller Erfolg und wird auch 2020 wieder stattfinden – dann schon als Tradition.

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Münchner Kolloquium spricht über Kultur und Identität

Teilnehmer des 8. Münchner Kolloquiums der Loge "In Treue fest"

Beim 8. Münchner Kolloquium sprach man über Identität und Kultur als Auslaufmodelle und über das Bild des Eigenen und des Fremden.

(München / hjbj) Es ist eine schwierige Frage ob die eigene Identität bzw. Kultur Voraussetzung für die Entstehung kultureller Vielfalt ist. Umso mehr, wenn man – wie es in Deutschland öfter der Fall ist – konfrontativ und einseitig das Eigene ablehnend mit den Begriffen Identität und Kultur umgeht.

Im Laufe des Kolloquiums konnte erfahren werden, dass es selbst der Wissenschaft nicht eindeutig gelingt, die Konzepte über die richtige Auslegung und Verwendung der Begriffe Identität und Kultur ausreichend zu definieren. Die Schwierigkeiten bei deren Definitionen liegen auch darin, dass jede wissenschaftliche Richtung mit unterschiedlichen theoretischen Konstrukten arbeitet. Dennoch ist ein ausgewogener interdisziplinärer gegenseitiger Austausch von Begriffen und Ideen nicht zu verdammen. Aus diesen Gründen ist, nämlich anhand von Darstellungen von Thesen, Hypothesen, Analysen und sogar mit dem Einbezug persönlicher Erfahrungen Antworten auf die Fragen zu finden, was Identität und Kultur sei.

Zu Anfang stellte Dr. Hernán J. Benítez Jump in seinem Vortrag „Persönliche und kollektive Identität aus der Sicht eines Ethnologen. Zwischen Ich-Bezogenheit und kultureller Gruppenzugehörigkeit in einer GesellschaftDefinitionen zu den Fragestellungen Gruppen- und kollektive Identität, ethnische Identität, zum Bild des Eigenen und des Fremden, Kulturund Interkulturelle Kommunikation. Im Rahmen dieser Fragestellungen brachte er eigene Erfahrungen ein, die er als ehemaliger Peruaner und Kanadier, als jetziger deutscher Staatsbürger und als Ethnologe mit dem beruflichem Forschungsschwerpunkt Nordafrika und Vorderem Orient bisher gewonnen hat.

Professor Dr. Harald Schöndorf SJ, Professor für Erkenntnislehre und Geschichte der Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München, referierte in seinem Vortrag „Gibt es überhaupt eine undifferenzierte kulturelle oder nationale Identität?“ über die Themen personale „Identität“, über Bildung als Verstärkung des Wissens um differenzierte Identität und die Identifizierung mit dem Größeren und Mächtigeren als Verstärkung des Selbstwertgefühls sowie den totalitären Missbrauch der Identität.

Der dritte Vortragende Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann fokussierte in seinem Vortrag: „Institutionelle und kulturelle Voraussetzungen der ‚offenen‘ Gesellschaft – die Sicht eines Freimaurers“ überwiegend auf die Frage, was eine „Offene Gesellschaft“ sei und auf die Voraussetzungen, die zu erfüllen sind, um diese verwirklichen zu können.

Dr.phil. Jörg Noller, Ludwig-Maximilians-Universität, Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft, setzte sich in seinem Vortrag: „Kultur der Identität: Jenseits von Essentialismus und Relativismus“ mit den Fragen des kritischen Begriffes kultureller Identität, Essentialismus, Relativismus und Konstruktivismus, Identität der Kultur – Kultur der Identität sowie Sprache als kulturelle Lebensform auseinander.

Eine Ausführliche Wiedergabe des Gesagten und des Referierten würde natürlich den Rahmen dieses Kurzberichtes völlig sprengen. Hier sei  als wichtige Antwort zu dem im Titel des Kolloquiums gestellte Frage, ob Identität und Kultur rückständige Auslaufmodelle in einer globalisierten Gesellschaft seien und ob die Wahrung der eigenen Identität und Kultur die Voraussetzung für die Entstehung kultureller Vielfalt sei?“ eine Antwort gegeben: Ja, die Wahrung der eigenen Identität und Kultur ist Voraussetzung für die Entstehung kultureller Vielfalt. Zum Problem bei der Suche nach einer kohärenten Antwort zu den Fragen was ist Identität, bzw. was ist Kultur, führt die Tatsache vor Augen, dass die Debatten über die Perzeption von Identität und Kultur den Kulturwissenschaften natürlich nicht allein gehören. Vor allem im Bereich des öffentlich-politischen Diskurses sind die Auffassungen völlig verschieden wenn nicht sogar chaotisch. Im öffentlich-politischen Kontext wird meistens mit den Begriffen Kultur und Identität des Öfteren balanciert und zwar je nach Couleur der Parteien und Interessenslagen und zwar ohne nicht einmal versuchsweise zu definieren, was unter kulturelle Identität zu verstehen sei. Also im Grunde überhaupt ohne zu wissen, worüber eigentlich diskutiert wird.

Das diesjährige Kolloquium mit dem Thema „Identität und Kultur“, das die ehrwürdige Bauhütte „In Treue fest“ am Samstag, den 19. Januar veranstaltet hat, war ein außerordentlicher Erfolg. Nicht nur wegen der hohen Anzahl der über hundert Teilnehmer, sondern auch wegen der sehr interessanten Vorträge und der regen Diskussionsbeiträgen, die zu dem o.g. Thema gehalten wurden. Wie aus den vielen E-Mails, die dem Veranstalter erreichten, zu entnehmen ist, wollen mehrere Logen die Themen Identität und Kultur in deren ehrwürdigen Bauhütten aufgreifen und diese zur Diskussion stellen.

Distrikmeister Hannes Brach begrüßte die Anwesenden in Namen des Distrikts von Bayern und las die Grußworte des Großmeisters Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer vor. Der Großloge danken wir für die großzügige Unterstützung. Insgesamt waren Teilnehmer aus München, Haar, Augsburg, Starnberg, Traunstein, Kempten, Nürnberg, Lindau, Erlangen, Ulm, Hamburg, Bonn, Düsseldorf, Bad Homburg, Plauen, Lörrach, Bremen, Oxford (GB), Österreich (Wien), Griechenland (Athen) sowie aus drei femininen Bauhütten (München, Augsburg und Düsseldorf) und aus einer Gemischten Loge (München) anwesend. Die Hälfte der Zuhörer waren keine Freimaurer.

Im Rahmen der Dokumentationen der Loge „In Treue fest“ erscheint demnächst das 8. Heft mit den Beiträgen des Kolloquiums „Identität und Kultur“, das zu einer Schutzgebühr von EUR 5,00 zuzüglich Versandkosten beim Sekretär der Loge In Treue fest bestellt werden kann (sekretaer@loge-in-treue-fest.de).

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