Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (A.F.u.A.M.v.D.)

Freimaurerei – ein Kind der Aufklärung?

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Freimaurerei — ein Kind der Aufklärung?

Von Rainer Großer

Wir schreiben das Jahr 1741, der von Friedrich bewunderte französische Schriftsteller Francois-Marie Arouet, bekannter unter seinem Pseudonym Voltaire, schreibt in einem Brief über den König, der ihm seine Gunst wegen einiger verbotener Geschäfte mit sächsischen Anleihen entzogen hatte: „Der Fürst wirft seinen Philosophenmantel ab und ergreift den Degen, sobald er eine Provinz erblickt, die ihm gefällt.“

Zwar hatte Friedrich im Jahre seiner Thronbesteigung dekretiert, „daß dem hiesigen Berlinischen Zeitungsschreiber eine uneingeschränkte Freiheit gelassen werden soll, in dem articul von Berlin von demjenigen, was anietzo hieselben vorgehet, zu schreiben, was er will, ohne daß solches censieret werden soll.“

Doch ein halbes Jahr später wurde diese Freiheit für den Berliner Artikel aufgehoben, und Gotthold Ephraim Lessing, 1751 Mitarbeiter der „Vossischen Zeitung“, schrieb an seinen Vater über die Berliner Zeitungen: „Sie sind wegen der scharfen Censur größtenteils so unfruchtbar und trocken, daß ein Neugieriger wenig Vergnügen darinne finden kann.“

Und im August 1769 gar schrieb er an Friedrich Nicolai: „Lassen Sie einen in Berlin auftreten, der für die Rechte der Untertanen, der gegen Aussaugung und Despotismus seine Stimme erheben wollte, wie es jetzt in Frankreich und Dänemark geschieht, und Sie werden bald die Erfahrung haben, welches Land bis auf den heutigen Tag das sklavischste Land von Europa ist.“

Dies geschah zu einer Zeit, als der König über die Herrscherpflichten schrieb (1777): „Müßte man nicht von Sinnen sein, um sich vorzustellen, Menschen hätten zu einem ihresgleichen gesagt: Wir heben Dich über uns, weil wir gern Sklaven sein wollen, und wir geben Dir die Macht, unsere Gedanken nach Deinem Willen zu lenken? Sie haben im Gegenteil gesagt: Wir bedürfen Deiner, damit wir weise regiert und verteidigt werden: im übrigen verlangen wir von Dir, daß Du unsere Freiheit achtest.“

Vom Glück und Wohlergehen des Volkes

Und dieser Friedrich war Freimaurer, allerdings ohne es in seinen späteren Jahren noch recht zu wissen, wie es scheint: Seit dem Jahre 1740 hatte er an keiner Logenarbeit mehr teilgenommen. Doch dies hindert uns heutzutage nicht daran, zahlreiche Aussagen des Königs, zum Teil aus seiner Kronprinzenzeit, zu zitieren, zum Nachweis, da habe ein Aufklärer auf dem preußischen Thron gesessen. Oft und gern wird er „unser kgl. Bruder“ tituliert. Wie denn auch Hannah Arendt in einem Essay aus dem Jahre 1963 formulierte: Wenn es stimme, dass das Glück und das Wohlergehen des Volkes Ziel staatlichen Handelns sein müsse — sie spricht dies mit Blick auf das Ziel von Revolutionen aus —, so sei dafür eine ausreichend aufgeklärte despotische Regierung womöglich besser geeignet als eine Republik. Ja, genau so habe ich es in der Schule als Maxime des großen Friedrich gelernt: „Alles für das Volk, aber nichts durch das Volk.“

Aufgeklärt sei er gewesen, hieß es in unserem Geschichtsbuch. Fürwahr, unter seinesgleichen stach er hervor wie kein zweiter, wenn er auch in seinem Regierungshandeln eher als Schlachtenlenker wahrgenommen wurde. Aber ein Bruder stellte mir einmal die kluge Frage, ob es wirklich Aufgabe eines Königs sein könne, die noch heute auf Hohenzollern ausgestellte Tabaksdose im Uniformrock zu tragen und in vorderster Front zu kämpfen, anstatt sich um die Wohlfahrt seines Landes zu kümmern. Schließlich weist der Historiker Johannes Kunisch 2009 in einem Beitrag für die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und Künste darauf hin „wie ja überhaupt das poetische und kompositorische Oeuvre des Königs, dessen Umfang ja durchaus beachtlich ist, für die Würdigung seiner Herrscherpersönlichkeit kaum Beachtung gefunden hat“. Es bedeutet also insgesamt, dass der König als „homme de lettres“ nicht recht wahrgenommen wurde noch wird. Doch die Aufklärungszeit zeichnet sich in dem Bild, das wir von ihr pflegen, geradezu dadurch aus, dass sie maßgeblich vorangetrieben worden ist von eben diesen Hommes de lettres. Und dass deren Visionen und Ideen geradewegs in die große Revolution hineinführten. Hannah Arendt fügt dem noch die leicht spöttische Anmerkung hinzu: „Hommes de lettres, die keinen Herren hatten und nicht immer eifrig dabei waren, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.“

Nun, über Voltaire weiß man es genauer: Dieser geldgierige Spekulant besaß mehrere Uhrenfabriken, in denen auch Kinder schufteten, und er war steinreich, so dass er trefflich, wie Ivan Nagel anmerkt, über die Literaten schimpfen konnte, die das Schreiben auch als Brotberuf betrieben: Die elenden Skribenten! Aber wer im Glashaus sitzt, weiß der Volksmund, solle nicht mit Steinen werfen: Wir wissen heute, dass Voltaire ein Klient der Hofpartei um Madame de Pompadour und den von ihr geförderten Außen- und Marineminister Choiseul war; wenn er die Jesuiten angriff, so war das gleichbedeutend mit einer Attacke gegen die Hofpartei des Dauphin. Ihm, Voltaire, folgten u.a. Diderot, Raynal, d‘Alembert, Malesherbes, Mirabeau sen., Morellet und Quesnay.

Die Aufklärung als heterogenes Gebilde

Was also war die Aufklärung, gab es sie überhaupt in der Gestalt, wie ich es z.B. in der Schule gelernt habe, und wer waren ihre Protagonisten, die sog. Aufklärer, als die wir sie heute wahrnehmen?

Die beiden Historiker Andreas Pecar und Damien Tricoire haben sich in ihrem wissenschaftlichen Essay „Falsche Freunde“ mit dieser Frage auseinandergesetzt und kommen zu dem Ergebnis, die Aufklärung als monolithische Erscheinung habe es so wohl nicht gegeben, ebenso wenig wie eine geschlossene Bewegung von Individuen, genannt Aufklärer, existiert habe. Vielmehr handele es sich bei den Aufklärern um eine Gruppe von Personen, die sich, sich abgrenzend von der übrigen Gesellschaft, aufgeklärt nannten (Substantiv: Aufklärer).

Konzentrieren wir uns auf Frankreich, das wegen der dort erschienenen „Encyclopédie“ eine Sonderrolle einnimmt. Die sogenannten Aufklärer lebten in mehr oder weniger heftiger Opposition zum herrschenden Ancien Regime, gebildet aus der Symbiose von Hof und Römischer Kirche. Einige Aufklärer waren Jesuitenschüler, einige auch Freimaurer, gemeinsam ist ihnen, dass sie für sich in Anspruch nahmen, nur der Vernunft verpflichtet zu sein. Pecar und Tricoir fassen fünf Punkte zusammen, die hier wörtlich wiedergegeben werden sollen:

  • Die exklusive Inanspruchnahme der Vernunft für eigene, jeweils ganz unterschiedliche Positionen.
  • Die Selbstermächtigung bestimmter Autoren zur Kritik und zur Intervention in politische und gesellschaftliche Belange.
  • Die meist moralische Deklassierung bestimmter Gruppen und Widersacher.
  • Die Idee einer Prozesshaftigkeit der Geschichte und eines eigenen Beitrags in einer Fortschrittsentwicklung der Menschheit in dem Maße, in dem die Aufklärung sich in den einzelnen Gesellschaften und letztlich global und kulturübergreifend durchsetzt.

Die Vorstellung von der eigenen Zeit, dem 18. Jahrhundert, als Zeit der überkommenen Ideen und einer Epoche der Aufklärung, die die Zeitgenossen von der Unvernunft der vergangenen Epochen befreit und das Leben nach Grundsätzen einer natürlichen Vernunft ermöglicht.

In den Visionen mancher Aufklärer sollte in ferner Zukunft ein Philosophenkönig über das geistige Leben des Volkes wachen. Nur wertvolle Bücher wie etwa die von Voltaire, Montesquieu und Rousseau würden in einer dem ganzen Volke offenstehenden Bibliothek aufbewahrt, Schund und Schmutz aber würde auf einen Scheiterhaufen geworfen und verbrannt — wer schon Bücher verbrennt! Über die Staatsform gingen die Ansichten auseinander. Diderot etwa hielt alles für verderblich, was Staat und Kirche gefährden könnte — Voltaire prägte in seinen „guten“ Zeiten den Satz „Ecrasez l‘Infame“, ehe er sich angesichts des drohenden Todes mit den Sterbesakramenten aussegnen ließ.  Letztere Beispiele mögen genügen, die Heterogenität der Aufklärungsbewegung anzudeuten.

Philosophia perennis

Während die einen von der Urreligion, in der die Völker einst übereingestimmt hatten, träumten und von ihrer Wiederherstellung, verfochten andere wie z.B. Louis Sébastien Mercier und Etienne-Louis Boullée die Idee eines „Metropole“ genannten Tempels für das Höchste Wesen. Dessen Religion würde mittlerweile alle überkommenen Religionen abgelöst haben, deren Glaubensbücher würden im Bibliothekskeller hinter dicken Eisengittern verwahrt, sie dienten nur noch als historische Belege dessen, was einst die Völker entzweit und sie am Gebrauch ihrer Vernunft gehindert habe.
Religiöse Toleranz oder die Neutralität des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland den Konfessionen gegenüber sieht anders aus. So etwas ist in Louis Sébastien Merciers Überlegungen und seiner Vision des Jahres 2440 nicht vorgesehen.

Der Leser möge selbst entscheiden, ob er in solch einer Welt leben will! Selbst wenn Mercier die Gesetzgebung beim Volke angesiedelt sehen möchte, das dazu aber erst noch erleuchtet werden muss. Man ahnt, hier hat jemand intensiv Platon und dessen „Politeia“ studiert. Dabei hat er aber wohl übersehen, dass Plato in Syrakus diesen seinen Idealstaat errichten wollte und nur knapp einem ruhmlosen Ende als Sklave entkommen ist.

Der Gedanke der Urreligion, der manche Aufklärer beseelte, geht möglicherweise auf Überlegungen einiger Jesuiten zu Beginn des 18. Jahrhunderts zurück, es habe einst eine natürliche Religion gegeben, aus der sich die Einzelreligionen entwickelt hätten; diese Ordensgeistlichen, in der Regel im Missionsdienst, führten auch Korrespondenzen mit europäischen Intellektuellen, wie dem Leipziger Leibniz — und erst Papst Pius XII. bereitete den Spekulationen ein Ende. Und natürlich ist es Spekulation, aber viele sogenannte Aufklärer aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatten eine jesuitische Ausbildung durchlaufen, so dass Robespierre womöglich von dort seine Inspiration zur Einführung des Kultes des Höchsten Wesens empfangen hatte.

Heutige Jesuiten, von denen ich einige befragt habe, schließen jedoch kategorisch aus, dass der gesamte Orden derartigen Überlegungen angehangen haben könnte. Und prominente Vertreter der evangelischen Kirche vertreten die Auffassung, diese Überlegungen zu einer Urreligion seien auch den Protestanten nicht ganz fremd gewesen, spätestens seit Karl Barth aber obsolet geworden. Mit dem Gott der Deisten auf jeden Fall hätte das nichts zu tun; wohl aber behauptet ein Lexikon, der A.B.A.W. sei exakt Robespierres Höchstes Wesen.

Kein Mangel an Verstand, sondern an Mut

Fazit also: So wenig es die Aufklärung als eine geschlossene Bewegung oder die Aufklärer als eine homogene gesellschaftliche Gruppe gegeben hat, so wenig taugen Aufklärung und Aufklärer dazu, von der Freimaurerei zwecks Elternschaft in Anspruch genommen zu werden. Es sind vielmehr einzelne Ideen, die da und dort, bei einem oder mehreren, verfochten wurden, von denen sich das Freimaurertum hat befruchten lassen. Aber auch die Freimaurerei ist insgesamt viel zu heterogen, um als geschlossene, monolithische Erscheinung in Betracht gezogen werden zu können. Nebenbei: Wenn Lessing mit seiner Anmerkung, Freimaurerei sei schon immer gewesen, recht hat, so scheidet besagte Elternschaft schon von selbst aus unseren Betrachtungen aus.

Und noch ein weiterer Gedanke: Zu den heute nicht mehr veröffentlichten, weil angeblich gegenstandslos gewordenen Passagen der „Alten Pflichten“ gehörte auch ein sogenannter „Historischer Teil“, den ich einmal in holländischer Übersetzung lesen durfte. Darin macht Anderson die Menschenwürde an der Beherrschung der Baukunst fest. Funde in Afrika z.B. hätten ergeben, dass man auch dort schon seit alters her die Baukunst beherrsche (man denke an die Ruinen von Simbabwe). Deshalb sei es nicht recht, auf diese Völker herabzuschauen. Sie seien Menschen mit Rechten wie die Europäer. Welch eine Fanfare!

Nun mag der eine oder andere ja auf den Königsberger Philosophen verweisen, der in der „Berlinischen Monatszeitschrift“ auf des Theologen Johann Zöllners Frage, was Aufklärung sei, am 30. September 1784 seinen berühmten Satz publizierte: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“

Unter Unmündigkeit verstand Kant das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Und selbstverschuldet sei diese Unmündigkeit, meinte er, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel an Verstand, sondern der Entschließung und des Mutes liege.

Political correctness und ferne Zeiten

Andere Autoren, die auf Zöllners Frage eine Antwort zu geben versuchten, hielten es eine Nummer kleiner: Sie meinten, Aufklärung laufe auf Fortschritt und Verbesserung hinaus. Wir haben uns daran gewöhnt, Kant zu zitieren. Den mit Diderot ein ziemlich unverhüllter Antisemitismus verband. Aber das lag wohl damals in der Luft. Lessing beispielsweise fand offenbar wenig daran, trotz seines Schauspiels „Die Juden“ dem Gouverneur General von Tauentzien in Breslau als Sekretär dabei zu helfen, Friedrichs restriktive Judengesetzgebung in die Realität umzusetzen.

Wir erinnern uns: Der erste, der die Judengesetzgebung in Deutschland gänzlich aufheben ließ, war Kaiser Napoléon — was in der nachnapoléonischen Zeit wieder rückgängig gemacht wurde. Und der große Moses Mendelssohn musste als Schutzjude in Berlin leben; übrigens begegnete dieser große Geist den meisten französischen Aufklärern — bis auf Rousseau — mit Zurückhaltung und Skepsis. Und ausgerechnet Kants Vorbild Rousseau war, folgen wir dem „Dictionnnaire des Francs-Maçons Français“, kein Freimaurer.

Aber wir sollten uns nicht zu sehr auf seinerzeit wohl übliche Verhaltensmuster stürzen, das können wir in der heutigen Zeit getrost den Apologeten der Political correctness überlassen, die sich wohl nicht so sehr mit der Ilias und der Odyssee als vielmehr mit der Frage nach Homers Frauenbild beschäftigen. Und ob die großen Maler der Barockzeit die „richtigen“ gesellschaftspolitischen Überzeugungen besaßen — andernfalls man deren Gemälde vielleicht im Fundus der Museen verschwinden lassen sollte. So etwas haben zuletzt die beiden großen Diktaturen des 20. Jahrhunderts praktiziert! Sozialistischer Realismus und Haus der Deutschen Kunst lassen grüßen, sie alle sind desselben Geistes Kinder!

Die Bausymbolik verdankt sich den Aufklärern

Eine andere Frage wollen wir nur anreißen, hier aber unbeantwortet lassen und sie vielleicht weitergehenden Untersuchungen anheimstellen. Seit 1546 hatten auf deutschem Boden innerhalb von 230 Jahren 16 Kriege stattgefunden; der Fernhandel war völlig zusammengebrochen, sichtbares Zeichen war die Selbstauflösung der Hanse 1669. Die Handwerker produzierten nur noch für die nähere Umgebung, und in diesem allgemeinen Niedergang des Handwerkes bediente sich ausgerechnet das Freimaurertum handwerklicher Gerätschaften, um in symbolischer Gestalt ihm wesentliche Inhalte weiterzugeben. Noch dazu aus dem Baugewerbe, das aufgrund von Misserfolgen einen schweren Ansehensverlust erlitten hatte: Dass wir heute noch die Meisterwerke der Gotik bewundern können, ist vor allem den Reparaturen und Erneuerungen späterer Jahrhunderte zu danken. Denkt daran, dass der Baumeister des Ulmer Münsters angesichts des drohenden Einsturzes des Kirchturms über die Stadtmauer flüchten musste, um seiner Hinrichtung zu entgehen; erinnert Euch, dass der Kölner Dom jahrhundertelang eine halbe Bauruine war und vor allem wegen des Krans auf dem Hauptschiff die Besucher anzog, wie noch Bruder Heinrich Heine berichtete! Woher also kommt diese Orientierung des Freimaurertums auf das Bauhandwerk?

Dies, in der Tat, verdanken wir wahrscheinlich den Aufklärern, wenn auch Diderot als Herausgeber der „Encyclopédie“ kein Freimaurer war, ebenso wenig wie der von Friedrich II. umworbene d‘Alembert. Aber die „Encyclopédie“ suchte, vor allem unter dem Einfluss ihres aus einem Handwerkerhaushalt stammenden Herausgebers Diderot, das Ansehen des Handwerks zu stärken: Und dabei ging es um das Verhältnis zwischen den aufkommenden Fabriken mit ihren Maschinen und den althergebrachten Werkstätten mit ihren handwerklichen Tätigkeiten. Diderot macht darauf aufmerksam, dass z.B. bei der Herstellung großer Glasscheiben und Spiegel die Maschine große Stückzahlen in gleichbleibender Qualität ermögliche, dass aber das in der Werkstatt einzelgefertigte Stück die Handschrift des Meisters trage, trotz scheinbarer Mängel und Einzelfertigung. Diderot stellt die Arbeit des Handwerkers auf die gleiche Stufe wie die Tätigkeit des Philosophen. Er macht die Arbeit des Handwerkers geradezu zum Symbol der Aufklärungszeit. Und hier beginnt auch ein Handlungsstrang, der bis in die Moderne, sogar in Charlie Chaplins Film „Moderne Zeiten“ hineinreicht.