Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (A.F.u.A.M.v.D.)

Großlogentag 2021 als gelungene Hybridveranstaltung

Die Teilnehmer vor Ort

Der Großlogentag 2021 wurde in Potsdam als hybride Veranstaltung durchgeführt. Die mit Spannung erwartete Premiere gelang ohne nennenswerte Pannen und konnte sogar vor der geplanten Zeit abgeschlossen werden.

Üblicherweise beinhaltet ein Großlogentag Vorträge und gesellige Veranstaltungen sowie ein Programm für Gäste und Damen. Alles dies musste in diesem Jahr ausfallen und sich auf den wesentlichen Kern, die vereinsrechtlichen Themen, konzentrieren. Statt einer reinen virtuellen Veranstaltung hatte sich der Vorstand für eine sogenannte Hybridveranstaltung entschieden, d.h. die notwendigen Teilnehmer kamen im Kongresshotel Potsdam zusammen und ließen die Veranstaltung durch die auf solche Veranstaltungen spezialisierte Firma NC3 aus Leipzig ins Netz übertragen. Das sorgte für einen gesicherten technischen Ablauf einerseits und gab andererseits vielen Freimaurern die Möglichkeit, als stimmberechtigter Vertreter der Loge oder Zuschauer dabei zu sein, die ansonsten aus verschiedenen Gründen nicht teilnehmen können. Damit war die Anzahl der Teilnehmer höher als bei den meisten Präsenzveranstaltungen: insgesamt 470 Teilnehmer hatten sich angemeldet, davon 200 stimmberechtigte Stuhlmeister oder ihre Vertreter.

In diesem Bericht beschränken wir uns auf die wesentlichen Eckpunkte, Details erhalten alle Mitglieder über interne Veröffentlichungen. Themen waren vorwiegend vereinsrechtlicher Art, also Berichte, Aussprachen, Anträge, Beschlüsse und Wahlen.

Der Großmeister Br. Stephan Roth-Kleyer begrüßte alle im Raum und an den Bildschirmen anwesenden und begründete die Form der Veranstaltung mit den nach wie vor herrschenden Einschränkungen durch die Pandemie. "Die Organisation einer solchen Veranstaltung ist kein leichtes Unterfangen", stellte er fest und bedanke sich bei den Verantwortlichen des externen Dienstleisters.

Unsere vereinsinterne Ehrengerichtsbarkeit ist in die Jahre gekommen. Ihre Reform ist aus meiner Sicht von so hoher Wichtigkeit, dass es dazu erneut einer zielorientierten, breit angelegten Information und einer anschließenden Diskussion mit den Entscheidern, den Logen, dem Souverän unserer Großloge, bedarf.

Großmeister Stephan Roth-Kleyer

Der erste inhaltliche Punkt seines Berichtes widmete sich der Reform der Ehrengerichtsbarkeit. Dieser Prozess sei durch die Pandemie unterbrochen, für die Aussprachen bedürfe es des gewohnten Plenums und der Präsenz mit der offen geführten Debatte aller. Das Thema werde zurückgestellt, "bis die Voraussetzungen wieder gegeben sind, offen und präsent über die Rechtsreform und deren Umsetzung zu diskutieren und abzustimmen."

In seinem Bericht über die letzten drei Jahre seiner Amtszeit sparte der Großmeister nicht mit Dank an viele Wegbegleiter in der Großloge, der Kanzlei, den Distrikten, verschiedenen Gremien und natürlich in den Logen. Er berichtete über seine zum Teil möglichen persönlichen Besuche, später vermehrt den Teilnahmen an zahllosen Videokonferenzen innerhalb der eigenen wie auch anderen Großlogen und freimaurerischen Institutionen. Er ging auf Aus- und Weiterbildung, Rituale, die Medien unserer Großloge, die trotz der Pandemie weitgehend stabilen Mitgliederzahlen, den "Schottischen Ritus", das Freimaurerische Hilfswerk, die neue Stiftung der Großloge, die Vereinigten Großlogen von Deutschland und die Nachbar-Großlogen unter derem Dach ein und gab auch einen kurzen Ausblick auf weitere Tätigkeiten. Im Focus stehen die Förderung der Logenarbeit und der Öffentlichkeitsarbeit. "Hier müssen wir hart am Wind bleiben", war seine Feststellung, die mit der Zusage der weiteren ideellen und materiellen Förderung durch die Großloge verbunden ist.

Ich möchte darauf hinarbeiten, dass wir Freimaurer unseren Weg in die Mitte der Gesellschaft weiterhin sicher und überlegt gehen. Dafür müssen wir einiges tun — die Gesellschaft wartet nicht auf uns Freimaurer. Unsere Werte und Themen sind nach wie vor von hoher gesellschaftlicher Relevanz.

Großmeister Stephan Roth-Kleyer

Mit den Fragen des Besuches nicht anerkannter Logen auf der Basis unserer Freimaurerischen Ordnung werde man sich mit einigen Logen und Brüdern abstimmen müssen. Zum Schluss bat er die Bruderschaft, bei der Nutzung insbesondere der "Sozialen Medien" auf die Diskretion und Zurückhaltung der Freimaurer zu achten.

Der Veranstaltungsraum war deutlich von der Übertragungstechnik geprägt. Gleichwohl gab es eine angenehme Arbeitsstimmung.

Die nächsten Tagungspunkte beschäftigten sich mit den Berichten des Großschatzmeisters und den Entlastungen. Details dazu, wie bereits erwähnt, folgen für die Logen in den vereinsinternen Mitteilungen. Erwähnt sei an dieser Stelle nur, dass mit überwältigender Mehrheit die notwendigen Entlastungen erteilt wurden.

Im Anschluss folgte der Bericht des Vorsitzenden des Freimaurermuseums in Bayreuth, das die Zwangspause für Umgestaltungen und virtuelle Führungen genutzt hat. Danach wurden Anträge und Abstimmungen zu den Tagungsorten der nächsten Veranstaltungen behandelt in der begründeten Hoffnung, dass diese wieder präsent durchgeführt werden können. Die Wahl für den Großlogentag 2022 fiel auf Berlin, das Großlogentreffen 2023 wird in Stuttgart durchgeführt. Ob Teile diese Veranstaltungen ins Netz übertragen werden, wird die Zukunft zeigen. Die guten Erfahrungen aus Potsdam machen dies möglich.

Abschließend gab es zwei Wahlen. Der kommissarische Großkanzler wurde in seiner Funktion durch die Stuhlmeister bestätigt, der bisherige stellvertretende Vorsitzende des Rechtsausschusses wurde zum Vorsitzenden gewählt.

Der Großlogentag konnte noch vor der eigentlich vorgesehenen Zeit in guter Atmosphäre abgeschlossen werden und in der Gewissheit, dass eine virtuelle Variante mit entsprechender Unterstützung durchführbar ist und bei allen Nachteilen auch Vorteile bietet. Teile dieser ungewohnten Form dürften die Pandemie überleben.