Haben Freimaurer eine Zukunft?

Print Friendly, PDF & Email


Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann referiert vor zahlreichen Zuhörern in der Loge in Nienburg/Weser

Die Loge „Georg zum silbernen Einhorn“ hatte zum traditionellen Neujahrsempfang geladen. Der Redner der Großloge, Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann, Köln, spannte in seinem Festvortrag „Freimaurerei: Herkunft und Zukunft“ vor über 80 geladenen Gästen einen weiten Bogen über fast 300 Jahre Entwicklung der Freimaurerei.

Prof. Höhmann betonte u.a., dass der Freimaurerbund ein „Produkt der Moderne“ ist. Ein Freundschaftsbund, der über alle weltanschaulichen, politischen, nationalen und sozialen Grenzen hinweg Menschen miteinander verbindet, die sich nach Herkunft und Interessenlage sonst wohl nicht begegnet wären.

Auch Lessings Feststellung „Freimaurerei war immer“, ließ Höhmann nicht unerwähnt und machte Ausführungen zu dem oft zitierten „maurerischen Geheimnis“ ebenso, wie zu dem immer noch nicht problemfreien Verhältnis zur katholischen Kirche. Der hier schon früh einsetzende Widerstand der katholischen Kirche konnte aber die rasche Ausbreitung der Freimaurerei nicht verhindern, zumal die päpstlichen Verurteilungen nicht in allen Bistümern veröffentlicht wurden und viele hochrangige katholische Geistliche dem Freimaurerbund angehört haben.

Als Prof. Höhmann das freundschaftliche Verhältnis der Freimaurer zur evangelischen Kirche erwähnte, sprach er den anwesenden Superintendenten Martin Lechler direkt an, der neben Bürgermeister Henning Onkes und weiteren Honoratioren aus Stadt und Landkreis Nienburg in der ersten Reihe saß.

Der Festredner führte schließlich zahlreiche Belege dafür an, dass die Freimaurerei eine Zukunft hat. Das erfordere aber große Anstrengungen im öffentlichen Auftreten der Logenmitglieder. Was in der Öffentlichkeit kursiere sei nicht immer geeignet, die unzähligen „Gruselgeschichten“ ad absurdum zu führen, angefangen von „unheimlichen Ritualen“ bis zu dem Vorurteil, die Logen seien „Machovereine“. Der kürzlich ausgestrahlte ZDF-Dreiteiler Terra X „Geheimbünde“ wurde beispielhaft erwähnt.

„Wir haben mittlerweile neben den Brüdern auch viele Schwestern in unseren Reihen“, sagte Höhmann, der für seinen Vortrag starken Beifall erhielt.

Stuhlmeister Rüdiger Schöne, mahnte angesichts der unablässigen negativen Schlagzeilen und der zunehmenden Gewalt, dass insbesondere die Freimaurer in ihren Anstrengungen zur „Schaffung einer besseren und gewaltfreien Welt“ nicht nachlassen dürfen. Darüber hinaus wies er aber auch darauf hin, dass jeder als Einzelperson Verantwortung trage für ein menschliches und würdiges Leben; dies besonders für jene Menschen, die Hilfe suchend zu uns kommen. Schöne informierte, dass die Nienburger Freimaurer in 2015 das 200. Stiftungsfest öffentlich feiern werden und sprach Einladungen für alle Gäste aus.

Der Empfang wurde musikalisch umrahmt von Ralf Winkelmann auf der Konzertgitarre.

Ein in Eigenregie erstelltes Büffet wurde gern in Anspruch genommen von den Gästen, die noch lange zu angeregten Gesprächen im Logenhaus verweilten.

Die anwesenden Pressevertreter haben in den lokalen Medien ausführlich über den Empfang in der Loge berichtet.