Offizierskorps besucht Bremer Loge

Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Thomas Zimmer, überreicht dem Vorsitzenden, Friedrich Dodo de Boer, ein Gastgeschenk (Quelle: Bundeswehr /David Schütze)

Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Thomas Zimmer, überreicht dem Vorsitzenden, Friedrich Dodo de Boer, ein Gastgeschenk (Quelle: Bundeswehr /David Schütze)

Am 13. März hatte die Freimaurerloge “Zur Hansa” in Bremen Besuch aus Munster. Das Offizierskorps des Panzergrenadierlehrbataillons 92 besuchte die Loge “Zur Hansa” im Rahmen einer Weiterbildung zur Politischen Bildung.

Ziel war es,  die Freimaurerei insgesamt, die Loge als solche und das Logenhaus mit seiner Historie kennenzulernen. Der erste Kontakt zur Loge entstand über eine persönliche Verbindung aus dem Offizierskorps zum Vorsitzenden der Loge, Friedrich Dodo de Boer. Es folgte eine kurze und unkomplizierte Vorbereitung des Besuchs. Die Erwartungen der Offiziere des Lehrbataillons an diese Exkursion waren bereits im Vorfeld recht hoch.

Friedrich Dodo de Boer hieß die Gäste in den Räumlichkeiten willkommen. Nach einer kurzen Begrüßung folgte eine Vorstellungsrunde der anwesenden Freimaurer und der Offiziere. Im Anschluss trug Friedrich Dodo de Boer zur Historie und die Entstehung der Freimaurerei sowie zu aktuellen Entwicklungen vor. Anschließend berichtete Norbert Rotschies über die Geschichte und die Bedeutung des altehrwürdigen Hauses. Vertieft wurde das umfassende Bild mit einem Rundgang durch die Räume des Logenhauses. Alle Bereiche des repräsentativen Gebäudes, die für Nichtfreimaurer zugänglich sind, wurden gezeigt und erläutert. Den in Kleingruppen aufgeteilten Besuchern wurde umfangreich und offen auf Fragen zu Aufnahmekriterien, aktuell diskutierten Themen, zur Rolle der Frauen in der Freimaurerei, aber auch zu finanziellen Aspekten geantwortet.

“Die freimaurerischen Ideale Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität der Freimaurer haben bis heute das Ziel, mithilfe aufklärerischen Denkens die Probleme und Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren und praxisorientierte, humanistisch geprägte Lösungsansätze zu finden. Damit stehe die Freimaurerei im Einklang mit dem wissenschaftlichen Denken und Handeln und in der humanistisch aufgeklärten Tradition des Abendlandes.” so der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Thomas Zimmer. “Hier zeigen sich viele Parallelen in den Auffassungen der Bundeswehr und der Freimaurer” betonte Friedrich Dodo de Boer, und er ergänzte: ” Die Ziele sind gleich, nur die Mittel, diese Ziele zu erreichen, unterscheiden sich natürlich.”

Im Anschluss an die etwa einstündige Führung stand ein gemeinsames Abendessen auf dem Programm. Die hauseigene Gastronomie servierte die örtliche Spezialität „Bremer Kükenragout“. Das Essen bildete den Ausgangspunkt für weitere Gespräche, bei denen sich immer wieder das gegenseitige Interesse sowohl der Soldaten an der Freimaurerei als auch das der anwesenden Freimaurer an der Bundeswehr zeigte. Insgesamt erlebte das Offizierskorps des Panzergrenadierlehrbataillons 92 eine höchst spannende und informative Weiterbildung.

Der Bataillonskommandeur bedankte sich bei der Freimaurerloge „Zur Hansa“ und insbesondere bei Friedrich Dodo de Boer für die Gastfreundschaft und den kurzweiligen und interessanten Tag.

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Ist Freimaurerei als Lebensstil zeitgemäß?

© friedberg/fotolia

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Freimaurerei wird in ihrer jetzigen Form in diesem Jahr 300 Jahre alt. Ihre Grundregeln sind in dieser Zeit praktisch unverändert geblieben, während sich unsere Gesellschaft geradezu in einem permanenten radikalen Wandel befindet. Wie soll dann etwas wie die Freimaurerei noch zeitgemäß sein?

Von Volker Hammernick

Ich möchte mich in diesem Text damit auseinandersetzen, ob Freimaurerei ein Lebensstil ist oder ein solcher sein kann, ob ich diesen leben will und wie ich dies kann. Als Grundlage dazu habe ich mich an der Publikation „Freimaurerei – ein Lebensstil“ von Jens Oberheide orientiert. In dieser Veröffentlichung wird das Thema jedoch isoliert erörtert. Mir scheint es aber sinnvoll, auch eine Verknüpfung mit der heutigen Gesellschaft herzustellen und herauszufinden, ob die Freimaurerei in diesem Kontext als Lebensstil noch zeitgemäß und sinnvoll ist.

Die erste Frage ist, was ein freimaurerischer Lebensstil überhaupt ist. Die Publikation beschreibt ihn als eine Geisteshaltung, deren Basis Menschenliebe und Toleranz ist, die Sehnsucht nach Frieden, Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit, und dass man das Fantastische denken darf, das Machbare des Denkbaren aber auch tun muss. Demnach sind wir Freimaurer auch eine Art „Lichtsucher“, Erkenntnissucher, mit der Vision einer besseren Welt, die versuchen, ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen: Dass einmal „alle Menschen Brüder“ werden könnten, die friedlich und in gegenseitiger Achtung miteinander auf dieser Welt leben. Daher werden Freimaurer, wie wir es schon in den „Alten Pflichten“ von 1723 nachlesen können, nur freie Männer von gutem Ruf, wobei wir, denke ich, heutzutage in erster Linie vom geistig freien Mann ausgehen können. Dem trägt auch das Ritual Rechnung, in dem der Meister vom Stuhl fragt: „Wodurch soll sich ein Freimaurer im Leben vor anderen Menschen auszeichnen?“, worauf ein Aufseher antwortet: „Durch winkelrechte Lebensführung, von der Sklaverei der Vorurteile befreite Gedanken und echte Freundschaft zu seinen Brüdern“. Freie Männer sind also Menschen, die ihre eigenen Ideen entwickeln und versuchen, sie umzusetzen. Sie sind ebenso Menschen, die sich mit anderen freien Männern reiben und in dieser Reibung in den Spiegel schauen. Freie Männer würden dem Staat und dem Unternehmen, für das sie arbeiten, nur solange loyal gegenüber stehen, solange diese die Würde des Menschen und seine Rechte respektieren.

Weiter heißt es bei Jens Oberheide: „Freimaurerische Idealvorstellungen gehen davon aus, dass ein Minimalkonsens gefunden werden müsste, über alle Kulturen, Nationalitäten, Religionen und Nationen hinweg. In Achtung vor der Würde jedes Menschen treten die Freimaurer ein für die freie Entfaltung der Persönlichkeit und für Brüderlichkeit, Toleranz, Hilfsbereitschaft und die Erziehung hierzu. Freimaurerei ist also ein Lebensstil für offene Herzen und offene Sinne für die Zeit, die Menschen, die Umwelt und die Dinge in uns und um uns herum. Ein Lebensstil der individuellen Lebensführung und -deutung“. All dies hat im Kern die Jahrhunderte nahezu unverändert überdauert.

Auf der individuellen Ebene streben wir Freimaurer nach der Weiterentwicklung unserer Persönlichkeit, nach Weisheit und der Erkenntnis einer höheren Wahrheit, nach einer gerechten und friedlichen Welt, in der sich Menschen wie Völker in gegenseitiger Achtung und ohne Vorurteile und Aggression begegnen. Freimaurer sein bedeutet demnach also auch, sich für einen Weg entschieden zu haben, der über den rauen Pfad der ständigen Selbsterkenntnis führt und der uns lehrt, die Irrwege der Vorurteile und Eitelkeiten zu meiden. Diese Selbsterkenntnis ist die Grundlage für unsere Beziehung zur Welt. Wer diesen Weg ernst nimmt wird spüren, wie er einem Vieles abverlangt, aber auch Vieles geben kann: Erkenntnisse, die er vielleicht allein nie gehabt hätte; Erlebnisse, die es nur in der Gemeinschaft gibt; Erfolge, die er auch seinen Brüdern zu verdanken hat, denn immer, wenn er zweifelt oder schwankt, ist mindestens einer von ihnen da, ihm zur Seite zu stehen und zu helfen. Das verleiht ihm den Halt und das Bewusstsein, dass andere für ihn da sind und er für andere einsteht in einer Zeit, in der Egoismus das Denken Vieler beherrscht. Ich habe in den zwei Jahren als Bruder diese Entwicklung deutlich wahrgenommen. Viele Dinge sind mir bewusster geworden, weil ich vorher keinen Zugang dazu hatte, viele auch überhaupt erst bewusst, weil ich davon gar keine Kenntnis hatte.

Ich nehme wahr, dass alle Brüder, die ich kennen gelernt habe, nicht nur geachtete, respektierte und angenehme Mitmenschen sind, sondern auch vielfach die Menschen sind, die man um Rat fragt und denen man vertraut.

So hat sich auch mein Fokus verschoben. Als ein Beispiel nenne ich Toleranz. Heute schimpfe ich nicht mehr über Menschen, die Dinge tun, die meiner Meinung nach unsinnig oder falsch sind, sondern ich versuche zunächst, deren Handeln aus ihrem Blickwinkel zu sehen, ihre Motive zu erkennen und ihr Handeln danach erneut zu bewerten. Auch gehe ich mit einem anderen Selbstverständnis durchs Leben. Dinge, die mir vorher egal waren, sind mir nun wichtig, und Dinge, die mir wichtig waren, interessieren mich nicht mehr.

Aber sind diese traditionellen Ideale und Werte unverändert aktuell? Passt dieser Geist überhaupt noch in unsere moderne Gesellschaft, oder sollten wir uns nicht gänzlich anderen Vorstellungen zuwenden? „Nichts ist schwerer, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden.“ So lässt sich die Stimme Tucholskys aus den 20ern des vergangenen Jahrhunderts heute noch vernehmen. Werfe ich einen Blick auf unsere Gesellschaft, so hat diese sich in den fast drei Jahrzehnten, über die ich mir ein Urteil bilden kann, rasant verändert. Vieles zum Besseren oder vielmehr Angenehmeren, unbestritten, aber ich erkenne auch Vieles, das mich nachdenklich macht: Diese moderne Zeit der Globalisierung ist geprägt von Effizienz und Gewinn, von mehr Wachstum und mehr Geschwindigkeit, von Oberflächlichkeit und Egoismus. In der man Karriere macht, „weiter kommt“, „jemand ist“, wenn man auf sich selbst fokussiert ist und restlos alles optimiert. Vieles von dem, was ich unmittelbar selbst, über Dritte und die Medien wahrnehme, wirft in mir die Frage auf, ob die genannten „Werte und Ideale“ überhaupt mit „Menschlichkeit“, einem unserer freimaurerischen Werte, zusammen passen.

In Konsequenz der Beispiele, die ich gerade aufgeführt habe, werden Menschen ausgebeutet, um unter unwürdigen Bedingungen beispielsweise überdimensionierte Sportstätten zu bauen, und sie werden dafür noch nicht einmal bezahlt. Da sind „Manager“, die nur noch kurzfristigen Profit und Effizienz im Auge haben, denen aber die Situation der Mitarbeiter völlig egal zu sein scheint, die gar als Ressourcen versachlicht werden. Ich sehe Politiker, die alles dem „Wachstum“ unterordnen. Ich sehe Selbstdarsteller, die die Medien beherrschen, und im Übrigen auch die Medien selbst, die uns vielfach den Eindruck vermitteln, dass unsere Gesellschaft „geil“ ist. Wir nehmen wenig Rücksicht auf andere Menschen, deren Ansichten, Nöte, ethischen Ansichten und Religion. Ich sehe eine Informationsflut, die den Einzelnen kaum noch in die Lage versetzt, aus seiner Überinformation für sich einen Gewinn zu erkennen. Die hohe Informationsdichte macht uns oberfl ächlich und orientierungslos.

Verwundert es dann, dass viele Menschen sich nur noch für sich selbst interessieren, wegschauen, wenn neben ihnen Unrecht geschieht? In dieser Welt scheint es schwer geworden, freimaurerisches Gedankengut zu verbreiten und erst Recht, danach zu leben. Dieses Bewusstsein sollte auch zur Verantwortung für unsere Mit- und Umwelt führen. Die Freimaurerei macht uns deshalb nicht nur auf unser individuellen Ebene und im Logenleben, sondern auch und vor allem außerhalb zu besonderen Menschen. Ich nehme wahr, dass alle Brüder, die ich kennen gelernt habe, nicht nur geachtete, respektierte und angenehme Mitmenschen sind, sondern auch vielfach die Menschen sind, die man um Rat fragt und denen man vertraut. Ein erstes Anzeichen dafür, dass die Freimaurerei durchaus ein zeitgemäßer Lebensstil ist. Denn Freimaurerei ist auch Dienst am Menschen und somit Dienst an der Gesellschaft. Dabei weite ich den Begriff des Dienens bewusst auf das engere und weitere Umfeld jedes Einzelnen von uns aus. Das Dienen beginnt in der Familie und im Bruderkreis und hört im Beruf noch lange nicht auf. Es erstreckt sich auf alle Menschen, die in unserem Umfeld stehen.

Wir Freimaurer können der Gesellschaft durch unser Denken und Tun wieder etwas von dem zurück geben, das ihr in der schnelllebigen Zeit abhanden gekommen ist.

Wir haben in unseren Logen die Grundlage dazu, weil allen die gleiche menschliche Würde und gleiches Ansehen zuerkannt wird, und aufgrund der unablässigen Arbeit am rauen Stein ein hochqualifiziertes geistiges und moralisches Potential entwickelt. Wir Freimaurer haben die Werkzeuge, unsere Persönlichkeit weiterzuentwickeln und damit die Aufgabe, das kulturelle, geistige und ethische Erbe zu bewahren. Zum „Lebensstil Freimaurerei“ gehört weiterhin, dass sich überall in der Welt Menschen völlig unterschiedlicher Herkunft und Kultur mit den Idealen der Freimaurerei identifizieren und versuchen, sie in ihrem Leben zu verwirklichen. Von dieser Lebenseinstellung der Freimaurer könnte etwas auf ihre Umwelt abfärben, wenn jeder ein kleines Stück dazu beiträgt, wie diese Welt beschaffen ist und wie Menschen in unserer Gesellschaft miteinander umgehen. Der Zustand unserer Gesellschaft ist immer genau so, wie wir ihn wollen oder wie wir ihn erdulden. Niemand sollte uns abhalten können, einen als falsch erkannten Weg zu ändern oder umzukehren, um einen neuen zu suchen.

Diesen Widerspruch zwischen dem Wissen, das die Gesellschaft über sich hat und dem Zustand, in dem sie sich befi ndet, aufzuheben, kann wiederum nur durch das Streben nach Humanität, durch die Suche nach den rechten Wegen zur Gestaltung einer menschlichen Gesellschaft unter Wahrung der Rechte ihrer einzelnen Mitglieder gelingen. Humanität hat die Aufgabe, die gangbaren Wege für ein Zusammenleben unter friedlichen Bedingungen aufzuzeigen und darzustellen, welche verheerenden Auswirkungen inhumane Verhaltensweisen unter den Menschen haben. Dabei wird allerdings auch sichtbar, was unter Menschen alles möglich ist, also was Menschen anderen Menschen unter bestimmten Bedingungen anzutun in der Lage sind. Es gilt also einen Entwurf zu formulieren, der zeigt, dass Humanität in einer Gemeinschaft von Menschen nicht nur möglich, sondern unabdingbar ist. Eine Gemeinschaft, geprägt vom Bewusstsein der gleichen Abstammung, der gleichen Geburt und der gleichen Art, die Erde wieder zu verlassen. Ein Bewusstsein, das erkennt, dass die Früchte der Erde allen, die Erde selbst aber niemandem gehört. Ein Bewusstsein, dass nur Frieden ernährt, Unfrieden aber immer verzehrt, dass Ungerechtigkeit immer neues Unrecht zur Folge hat und dass Gerechtigkeit eine Folge von Weisheit ist. Die Beförderung der menschlichen Tugenden wie Mitgefühl und Mitleid, wie Liebe und Zuwendung, Gemeinnutz und Solidarität, Gewaltlosigkeit und Toleranz müssen wieder als das dargestellt werden, was sie sind: Grundlagen menschlichen Zusammenseins. Human zu sein heißt dabei vor allem, nicht zu warten, bis jemand damit anfängt, sondern selbst als bestes Beispiel voranzugehen.

In unserer Gesellschaft scheinen zudem Generationen heranzureifen, in denen der Begriff „Zukunft“ keine Flamme mehr zündet. Es ist der Mangel an Visionen einer künftigen Gesellschaft, die die Gegenwart in Beliebigkeit versinken lässt. Es gilt also, Bedingungen zu schaffen, die eine lebens- und erlebenswerte Zukunft ermöglichen, das heißt, das Verständnis unter den Menschen, den Nationen, den Völkern und Religionen dahingehend zu fördern, dass ein friedliches Miteinander als die einzige mögliche Lebens- und Überlebensform erkannt und anerkannt wird. Denn eine menschliche Gesellschaft ohne Humanität ist beides nicht: Nicht menschlich und nicht Gesellschaft. Die Wege, die dorthin führen, kennen wir nicht; sie entstehen erst, wenn wir losgehen. Wir kennen aber die Sterne, die uns leiten. Es sind: Die Werte unseres Lebens als Freimaurer – Menschenliebe, und Brüderlichkeit, menschliche Toleranz, Freundschaft und gegenseitiger Beistand.

Um abschließend wieder auf die Frage zurück zu kommen, ob das Leben freimaurerischer Werte geeignet ist, in der heutigen Gesellschaft überhaupt zu bestehen, kann ich sie für mich so beantworten, dass unsere Werte in ihrer Aktualität wohl kaum in Frage zu stellen sind. Wir Freimaurer können der Gesellschaft durch unser Denken und Tun wieder etwas von dem zurück geben, das ihr in der schnelllebigen Zeit abhanden gekommen ist. In diesem Sinne schließe ich meine Zeichnung mit dem klaren Auftrag des Meisters vom Stuhl an die Brüder am Ende einer Tempelarbeit, den freimaurerischen Lebensstil auch tatsächlich zu leben: „Geht nun zurück in die Welt, meine Brüder und bewährt euch als Freimaurer! Wehret dem Unrecht, wo es sich zeigt, kehrt niemals der Not und dem Elend den Rücken, seit wachsam auf euch selbst! Es geschehe also, ziehet hin in Frieden!“

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Podiumsgespräch mit Angela Kane und Prof. Dr. Klaus Töpfer

v.l. Dr. Ekkehard Griep, Angela Kane, Andreas Franke, Prof. Dr. Klaus Töpfer

v.l. Dr. Ekkehard Griep, Angela Kane, Andreas Franke, Prof. Dr. Klaus Töpfer

Am 31. März 2017 fand auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. bei hannover ein spannendes Podiumsgespräch zur Lage der UNO statt, das tiefe Einblicke in die Welt der Vereinten Nationen zuließ und Antworten zu geben versuchte, welche prioritären Aufgaben sich dem neuen UN-Generalsekretär António Guterres stellen.

(wh) Dies sei vor allem eine deutliche Entbürokratisierung und eine strafferes Management, allerdings sei der Wille zur Veränderung bei den Mitgliedsstaaten der UNO nicht erkennbar, so der übereinstimmende Tenor der Podiumsteilnehmer. Auch sei die UNO auf die zunehmende Digitalisierung der Staaten in keiner Weise vorbereitet, was große Probleme bereiten werde.

Nach einem Grußwort des Vorsitzenden der DGVN Herrn Detlef Dzembritzki und unter der Moderation des freien Journalisten Herrn Andreas Franke diskutierten Frau Angela Kane, Herr Prof. Dr. Klaus Töpfer und Herr Dr. Ekkehard Griep über Möglichkeiten, die zahlreichen Krisen und Konflikte in der Welt mit Hilfe und durch die Unterstützung der Vereinten Nationen einzudämmen. Die Welt ist im Umbruch und in der internationalen Politik scheinen sich bisherige Konstanten aufzulösen, nicht erst seit der Wahl des neuen Präsidenten in den USA. Wo sind die Vereinten Nationen, deren Mitglieder sich in Artikel 1 der UN-Charta zur Wahrung von Frieden und Sicherheit bekannt haben?

So berichtete Frau Kane, bis 2015 Untergeneralsekretärin und Leiterin der Chemiewaffen-Untersuchung in Syrien 2014, zunächst über ihre belastenden Erfahrungen im Krisen- und Kriegsgebiet in Syrien und sie bedauerte, dass seitens der Bundesrepublik Deutschland personell und materiell mit Ausnahme der sog. Blauhelmmissionen die Arbeit der UNO und ihrer zahlreichen Unterorganisationen nicht ausreichend unterstützt und publik gemacht würden. Prof. Dr. Klaus Töpfer, ebenfalls wie Frau Kane Preisträger der Dag-Hammersköld-Ehrenmedaille der DGVN und lange Jahre als Executive Direktor für die UNO in Nairobi tätig, stellte in den Mittelpunkt seines Statements die absolute Krise des Multilateralismus, er erinnerte an den Krieg im Iran, der auf einer Lüge basierend eine ganze Region in Mitleidenschaft gezogen hat, er erinnerte an die divergierenden Ethnien auf dem Balkan und stellte die Forderung nach 2% Ausgaben der Bruttosozialproduktes der BRD für Rüstungsausgaben in Frage, wo doch nur 0,7% für soziales Engagement in den Entwicklungsländer ausgegeben würde. Lösungen konnten für die drängenden Fragen der Zeit nicht angeboten werden, aber es wäre schon viel gewonnen, wenn die Tätigkeiten der Vereinten Nationen nicht nur durch die einzelnen Staaten gefördert und unterstützt werden würden, sondern noch viel mehr durch die Menschen in den Mitgliedsstaaten, die häufig über die Existenz und Berechtigung der UNO nur bescheidene Kenntnisse hätten. Dies gelte auch für die Bürger der Bundesrepublik Deutschland, und die Diskutanten richteten einen Appell an das Auditorium, Flagge zu zeigen und die Arbeit der UNO und ihrer Unterorganisationen personell und materiell zu fördern, wo sich die Gelegenheit dazu biete.

Neben zahlreichen Freimaurern aus dem Großraum Hannover nahmen etwa 70 Gäste an der Veranstaltung in Paolos Landhaus am Golfpark in Hannover-Langenhagen teil, darunter auch der Distriktmeister des Distriktes Niedersachsen / Sachsen-Anhalt, Rainer Koch.

Die musikalische Umrahmung des Abends hatte István Szentpali, Violine, übernommen, der am Flügel von Frau Claudia Rinaldi begleitet wurde, und bei einem anschließenden von Paolo Bragana gezauberten kalt-warmen Büffet und manchem Glas Wein wurde dann noch bis spät nach Mitternacht in kleinen Gruppen eifrig diskutiert und versucht, die Welt zu retten, was aber wohl nicht immer gelang. In dem Bewusstsein jedoch, einem spannenden Abend beigewohnt zu haben, gingen die Besucher auseinander.

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Allgäuer Ausstellung im Geist der Aufklärung

Ansprechende Ausstellung im Kemptener Kornhaus

Ansprechende Ausstellung im Kemptener Kornhaus

Viel Hintergrundinformation zur bis ins 15. Jahrhundert zurückreichenden Geschichte der Freimaurerei und ihrer 300-jährigen heutigen Form gab es für die zahlreichen Gäste der Vernissage „Im Geist der Aufklärung – 300 Jahre Weltfreimaurerei, 230 Jahre Freimaurer im Allgäu“.

Die Kemptener Loge „Zum Hohen Licht“ zeigt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Freimaurer Museum Bayreuth und der Frauenloge Stella Luminis aus München unter anderem Ritualgegenstände, Symbole oder auch historische Dokumente und ermöglicht allen Interessierten Einblicke in die freimaurerischen Ideale und das Selbstverständnis des an ethischen Werten ausgerichteten, ursprünglich reinen Männer-Bundes.

Einen ersten Einblick in die Ursprünge der anhaltend geheimnisumwitterten Bruderschaft lieferte der Vorsitzende der Kemptener Loge Dr. Jürgen Rogalla, bevor Oberbürgermeister Thomas Kiechle aufgriff, dass sich in der Tat „viele Mythen“ um die Freimaurer rankten, ihre Ideale wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität aber Vielen ein Begriff seien. Ein Ziel der Ausstellung sah er darin, die „Skepsis gegenüber der Freimaurer-Loge abzubauen“. Hannes Brach, Distriktmeister Bayern, stellte die Frage, ob eine 300 Jahre alte Bruderschaft noch zeitgemäß sein könne und konstatierte: “Ihre „Prinzipien sind noch so aktuell wie vor 300 Jahren“, vor allem wenn man die Verrohung der heutigen Gesellschaft sehe. Die Freimaurer seien eine „verschwiegene, diskrete, aber keine geheime Gesellschaft“. Über 68 Jahre Freimaurerinnen in Deutschland klärte Franka Dewies-Lahrs, die Vorsitzende der Münchner Freimaurerinnenloge “Stella Luminis”, mit einem kurzweiligen Vortrag auf, bevor die geladenen Gäste, Freimaurer und Nicht-Freimaurer, in der Ausstellung rege Gespräche miteinander führten.

Geöffnet ist die Jubiläumsausstellung der Freimaurer noch bis 26. Juni 2017, Dienstags bis Sonntags 10 bis 16 Uhr im Börsensaal im Kemptener Kornhaus. Die Ausstellung wird ergänzt durch zwei Vorträge renommierter Freimaurer-Referenten: Am 28. April ist Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün zu Gast, Alt- und Ehrenmeister der Deutschen Forschungsloge “Quatuor Coronati” und spricht über “Die humanistische Freimaurerei als Projekt des 21. Jahrhunderts”. Prof. Dr. Hans- Hermann Höhmann, Redner der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, referiert am 19. Mai über “Wertewandel; welche Antwort hat die Freimaurerei?”. Bei Veranstaltungen finden jeweils um 19 Uhr im kleinen Kornhaussaal des Kornhauses Kempten statt.

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Buchloge und Podiumsdiskussion in Leipzig

(Foto.: winmang, fotolia)

(Foto.: winmang, fotolia)

Anfang April hatte die Leipziger Freimaurerloge Minerva zu den drei Palmen zu ihrer traditionellen „Buchloge“ geladen. An deren 7. Ausgabe nahmen zu verschiedenen Veranstaltungen insgesamt mehr als 300 Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland teil.

(bs) Den Auftakt bildete am Freitagabend eine Party des Leipziger „Emirat Shrine-Clubs e. V.“ Unter dem Motto „Helping Kids – Having Fun“ sammelte der Ableger der weltweit größten karitativen Organisation der Freimaurer Geld für regionale Projekte.

Tags darauf trafen sich mehr als 200 Freimaurer aus 97 Logen zu einer Festarbeit im Völkerschlachtdenkmal. Dort wurde der 276. Geburtstag der Loge Minerva zu den drei Palmen feierlich begangen. Bei einer Spendensammlung kamen 1.000 Euro für das „Haus Leben Leipzig“ zusammen. Das Geld soll dem „Friesennest“ zugutekommen, einem Projekt zur sozialen und emotionalen Betreuung von Kindern krebskranker Eltern. Die stellvertretende Vereinsvorsitzende des Vereins „Haus Leben Leipzig“, Michaela Bax, konnte bereits am Sonntag den Spendenscheck von Klaus Kieswimmer, dem Vorsitzenden der Freimaurerloge, entgegennehmen.

Die Spendenübergabe fand im Rahmen einer Matinee am Sonntag im Logenhaus statt. Geladen waren hierzu vor allem Leipziger Akteure aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur. Bei einer Podiumsdiskussion unter der Überschrift „300 Jahre Freimaurerei – eine Standortbestimmung“ diskutierten die Teilnehmer über die gesellschaftliche Notwendigkeit freimaurerischer Werte wie Toleranz, Brüderlichkeit und Humanität. Auch überaus selbstkritische Töne wurden dabei laut.

Moderiert von dem Leipziger Fernsehjournalisten Hanno Neustadt debattierten der Historiker Prof. Dr. Helmut Reinalter aus Innsbruck, der Philosoph Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün aus Frankfurt am Main, der Künstler Jens Rusch aus Brunsbüttel und Ivan Wojnikow, Leipziger Verleger und Mitglied der Minerva.

Die Loge Minerva zu den drei Palmen war ursprünglich am 20. März 1741 – zunächst als namenlose “Loge de Leipsic” – gegründet worden und ist damit eine der ältesten noch bestehenden Vereinigungen der Stadt Leipzig. Während der NS-Diktatur und der DDR-Zeit blieben die Freimaurer verboten und konnten erst nach der Friedlichen Revolution auch im Osten Deutschlands wieder Fuß fassen.

In diesem Jahr stand die „Buchloge“ zudem ganz im Zeichen des weltweit gefeierten 300. Jubiläums der modernen Freimaurerei. Im Jahre 1717 hatten sich in London vier Freimaurerlogen zur Großloge von London und Westminster zusammengeschlossen. Die heutige Großloge von England gilt noch immer weltweit als federführend innerhalb der Freimaurerei.

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Ein Fest für die Ohren in Altenburg

Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera (Foto: Sabina Sabovic)

Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera (Foto: Sabina Sabovic)

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten der Altenburger Loge “Archimedes zu den drei Reißbretern” gibt es ein Konzert im Theater Altenburg mit Sinfonien von freimaurerischen Komponisten (Hummel, Lortzing und Mozart).

Die Altenburger Freimaurerloge „Archimedes zu den drei Reißbretern“ wurde 1742 gegründet und gehört damit zu den ältesten Logen Deutschlands. Sie war außerdem die erste deutschsprachige Loge. Das 1804 eingeweihte Logenhaus hat große Tradition als kulturelles Zentrum der Stadt. Da das Freimaurertum auch in der Musikgeschichte eine entscheidende Rolle gespielt hat, ist es uns eine Ehre, den dreitägigen Festakt zum 275. Jubiläum der Loge musikalisch eröffnen zu dürfen!

Als selbst begeisterter Freimaurer komponierte Albert Lortzing 1841 seine Jubelkantate „Hört, des Hammers Ruf ertönet“, die zum 100. Stiftungsfest der Loge „Minerva“ in Leipzig uraufgeführt wurde. Danach wurde das Werk von der Loge verschlossen und ging in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren. Erst 2013 wurde diese Vertonung von August Ludwig Mothes symbolträchtigem Text, die Lortzing als eines seiner besten Werke bezeichnete, wiederentdeckt.

Berühmt ist die Weimarer Loge „Amalia“, weil ihr Johann Wolfgang von Goethe angehörte. Aber auch Johann Nepomuk Hummel wurde dort 1820 initiiert, als er Hofkapellmeister in Weimar war. Sein Trompetenkonzert, in seiner virtuosen Brillanz eines der wichtigsten und bekanntesten dieser Gattung, komponierte er 1803, als gerade die Klappentrompete erfunden wurde, die dem Instrument ganz neue Spielmöglichkeiten eröffnete.

Eine besonders enge Bindung von Musik und Freimaurertum stellt das Werk von Wolfgang Amadeus Mozart dar, der mit seiner Zauberflöte die Freimaureroper schlechthin schuf. Die Sinfonie Nr. 39 ist vor allem durch die Tonart Es-Dur mit der Zauberflöte verbunden. Schon romantisch scheinender, verhangener Klang, kammermusikalische Feinheit und sinfonische Größe sind hier spannungsreich ausbalanciert.

Gespielt werden „In diesen heil’gen Hallen kennt man die Rache nicht“ (Sarastro in “Die Zauberflöte”), Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Ouvertüre zu Die Zauberflöte, Albert Lortzing (1801-1851): Jubelkantate LoWV 49, Johann Nepomuk Hummel (1778-1837): Trompetenkonzert E-Dur, Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 39 Es-Dur KV 543.

Freitag, 7. April, 18.45 Uhr mit einer Einführung durch den Generalmusikdirektor Laurent Wagner. Landestheater Altenburg, Theaterplatz 19, Altenburg. Ticketbuchungen hier: http://bit.ly/2obNYF8

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Düsseldorfer Nacht der Museen großer Erfolg

Düsseldorf bei Nacht (Foto: alexgres, fotolia)

Düsseldorf bei Nacht (Foto: alexgres, fotolia)

Seit 17 Jahren gibt es die “Nacht der Museen” in Düsseldorf. Zu ungewöhnlicher Zeit öffnen Museen, Kirchen, Kunst- und Kulturstätten für einen attraktiven Preis ihre Türen. Zum ersten Mal nahmen auch die Düsseldorfer Logen teil, mit großem Erfolg.

Viele Mitglieder der neun Düsseldorfer Logen waren am Samstag präsent, als das Logenhaus zur Düsseldorfer Nacht der Museen geöffnet wurde. Rund 20 Freimaurerinnen und Freimaurer besetzten pro Stunde die drei verschiedenen Stationen und leiteten die Führungen durch das Haus. Hauptprogrammpunkte waren eine Einführung mit Musik im Mozartsaal, eine Besichtigung und Erläuterung der freimaurerischen Werkstätte, auch Tempel genannt, sowie ein freimaurerisches Wechselgespräch im Heinesaal. Daneben gab es Schautafeln und Exponate. Trotz guter Vorplanung konnten Wartezeiten für die Besucher nicht vollständig vermieden werden. “Mit einem solch großen Interesse haben wir nicht gerechnet” sagte Ronaldo Brüning, Freimaurer und Organisator des Abends, “über den gesamten Abend hatten wir ein volles Haus.” Brüning zeigt sich beeindruckt von den Fragen der Gäste. “Mit großer Offenheit und echtem Interesse wurde gefragt und diskutiert, so, wie wir es auch bei den regelmäßig stattfindenden öffentlichen Abenden in kleinerem Kreis erleben.”

Vor allem der Blick in die freimaurerische Werkstätte regte zu Fragen an: Was ist das für ein Stab? Ein Zeremonienstab. Warum ist der Raum so aufgebaut? Eine Tradition, die sich aus den mittelalterlichen Bauhütten der Kathedralenbauer ableitet und sich danach natürlich weiterentwickelt hat. Warum gibt es bei den Freimaurern Lehrlinge, Gesellen und Meister? Weil wir die Freimaurerei als Handwerk verstehen, das langsam und sorgfältig erlernt werden will. Der Lehrling beobachtet und fragt, der Geselle kann schon was und der Meister sorgt für die Weitergabe und trägt Verantwortung für die Loge.

“Das ist ja alles gar nicht so geheim!” Über diesen Satz eines Besuchers freut sich Antje Hansen, Freimaurerin und Pressekoordinatorin. “Wir leben im Jahr 2017, Freimaurer und Freimaurerinnen stehen mit beiden Beinen im Leben und bemühen sich um eine aktive Lebensgestaltung für mehr Toleranz, Humanität und Brüderlichkeit.” Dass die Freimaurer ihr Haus geöffnet hätten zeige, dass die Freimaurer selbst den Mythos des Geheimnisses nicht beförderten. “Nicht vermittelbar ist jedoch das individuelle Erleben eines jeden Freimaurers. Wenn Sie so wollen, bleibt das ein Geheimnis.”

Von Januar bis Juni 2017 haben die Düsseldorfer Logen gemeinsam über 20 öffentliche Veranstaltungen geplant. Nach einem Neujahrsempfang in der Tonhalle folgen Lesungen, Konzerte und Vorträge bis zur Jahresmitte. Wer am Samstag keine Gelegenheit zu einem Besuch hatte, kann alle weiteren geplanten Events mit aktuellen Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu den einzelnen Logen auf einer Veranstaltungs-Webseite einsehen.

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