Aschaffenburger Loge stiftet Gedenkstein

Gedenkstein Einl. Stadt AB

Bürger, Komponist, Freimaurer: Die Aschaffenburger Loge ehrt zu ihrem 50. Jubiläum Johann Friedrich Hugo von Dahlberg, genannt “Fritz”, mit einem Gedenkstein.

Der Bruder des letzten Mainzer Kurfürsten war Freimaurer in einer örtlichen Loge und ein bedeutender Komponist, der die letzten Lebensjahre in der Stadt am Main verbrachte. Am 16. Februar wird die Meisterklasse der Steimmetzschule ihre Entwürfe für den Gedenkstein öffentlich vorstellen. Die Meinung des Publikums fließt in die Entscheidung mit ein.

Die städtischen Kulturtage 2017 stehen unter dem Motto „Aufbruch“. Im Sommer werden daher viele Veranstaltungen unter anderem an den Anfang des 19. Jahrhunderts erinnern. Damals erlebte Aschaffenburg unter dem letzten Mainzer Kurfürsten Karl Theodor von Dalberg seine Blüte als Residenzstadt sowie den Übergang in eine neue Epoche.

Die Saat für diesen Aufbruch in die Moderne war bereits in den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor ausgebracht worden – unter anderem vom Bund der Freimaurer, dem auch Fürstbischof Karl Theodor sowie sein jüngerer Bruder Johann Friedrich Hugo, genannt „Fritz“, angehörten. „2017 jährt sich der Gründungstag der Freimaurerei in England zum 300. Mal. Zudem feiert die Aschaffenburger Freimaurer-Loge „Post Nubila Phoebus“ (PNP) in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum“, sagt Daniel Schleusener, der dem Verein aktuell vorsteht.

Anlässlich des doppelten Jubiläums wollen die hiesigen Freimaurer die Öffentlichkeit im Lauf des Jahres mit mehreren Veranstaltungen über sich und die Freimaurerei informieren. Zudem wird die Loge, deren lateinischer Name mit „Nach dem Dunkel das Licht“ übersetzt werden kann, der Stadt Aschaffenburg ein Denkmal für Fritz von Dalberg stiften. Der Gedenkstein soll im Juli auf der Grünbrücke an der Großmutterwiese eingeweiht werden

Der jüngere Dalberg war ein bekannter Komponist und Schriftsteller, zudem war er Mitglied einer Aschaffenburger Freimaurer-Loge und mit den Dichterfürsten Goethe und Herder, beides selbst Freimaurer, befreundet. Das Main-Echo hatte 2012 über den 200. Todestag des jüngeren Dalbergs berichtet, der im Schatten seines fürstbischöflichen Bruders stand. „Wir freuen uns, einen so bekannten, ja berühmten Bürger der Stadt Aschaffenburg bei uns als Mitglied gehabt zu haben“, sagt Schleusener. Die Loge „Carl Eugen Napoleon zur festen Vereinigung“, der Fritz von Dalberg angehörte, ist 1812 auf Geheiß Napoleons geschlossen wurden, da der Franzose wegen der Einwohnerzahl nur eine Loge in der Stadt wollte.

Der Gedenkstein für Fritz von Dalberg wird von der Steinmetzschule Aschaffenburg entworfen und gefertigt. Am Donnerstag, 16. Februar, wird die Meisterklasse 2016-17 ihre Entwürfe für das Denkmal vorstellen. Vorgabe für die Arbeiten war das noch immer aktuelle Lebensmotto Fritz von Dalbergs: „Ich muss selbst bewegt seyn, andere zu rühren“. Die Werkstattschau ist für alle Interessierten zugänglich und beginnt um 19 Uhr in der Steinmetzschule Aschaffenburg (Schlossgasse 27). Die Besucher erfahren mehr über die Biographie Dalbergs, die Hintergründe für die Stiftung des Denkmals sowie über den Prozess, wie aus einer Idee ein Denkmal entsteht. Und das Publikum ist aufgefordert, über die Entwürfe mit abzustimmen.

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Jubiläumskonzert in Frankfurt

Jubiläumskonzert der Frankfurter Loge

275 Jahre “Zur Einigkeit” – das der Frankfurter Loge ein wichtiger Anlass, Lieder der Freimaurer zum Klingen zu bringen, in denen die Ideale Freundschaft, Wohltätigkeit, Dankbarkeit, Gerechtigkeit besungen werden.

Diese Lieder verwenden viele Logen bis heute beim feierlichen Ritual, dem ein geselliges Zusammensein folgt, für die ebenfalls Lieder, nun mehr schwungvollen und heiteren Inhaltes, geschrieben wurden.

Der Chor “Rhein Main Vokalisten” unter Leitung von Jürgen Blume, sowie Peter Schüler (Bariton), Rolf Bissinger (Flöte) und Eberhard Panne (Klavier) verwöhnten das zahlreich erschienene Publikum in dem frisch renovierten großen Saal mit Wechselgesängen, aber auch Sololiedern und Chorstücken von W. A. Mozart, Joseph Augustin Gürlich, Kurt Eichberg, Antonio Salieri, Anton André, Peter Joseph Lindpaintner, Johann Abraham Peter Schulz, Johann Gottlieb Naumann, Franz Schubert, Carl Maria von Weber und Ludwig van Beethoven.

Das Konzert wurde von Loge und Besuchern als würdiger Auftakt zu den Feierlichkeiten im Jubeljahr bewertet. Bewegend war die Vertonung des Bundesliedes für einen gemischten Chor, manchen bereits bestens bekannt aus der empfehlenswerten CD „Aus diesen heiligen Hallen – Freimaurermusik aus dem Tempel der Loge zur Einigkeit, Frankfurt am Main.“

 

Weitere Veranstaltungen der Loge zum Jubiläumsjahr finden sich hier http://www.freimaurerloge-zur-einigkeit-frankfurt.de/downloads/275J_Loge-Frankfurt.pdf

 

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Großlogentreffen 2017 in Dresden

dresden

Das diesjährige Großlogentreffen der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland findet vom 24. bis 26. Mai in Dresden statt. Neben einem angenehmen Programm in einer interessanten Stadt beschäftigen sich die Freimaurer mit der Frage “Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen?”

Jedes Jahr treffen sich die Freimaurer der Großloge A.F.u.A.M.v.D. mit jeweils wechselndem Schwerpunkt an wechselnden Orten. In einem Jahr ist es der Großlogentag, der satzungsmäßigen Mitgliederversammlung mit Wahlen und verbindlichen Abstimmungen, im Folgejahr das Großlogentreffen, das mehr dem kommunikativen Charakter dient. Das diesjährige Großlogentreffen findet in der schönen Stadt Dresden statt, die den Besuchern am Randes des freimaurerischen Treffens viele Sehenswürdigkeiten und ein besonderes Flair bietet. Die Ausrichtung des Treffens übernimmt traditionell eine örtliche Loge, in Dresden ist es die 1863 gegründete, im Dritten Reich und der DDR verbotene und im Jahre 2014 wiederbegründete Loge „Zu den Ehernen Säulen“.

Verleihung des Kulturpreises an den Schriftsteller Uwe Tellkamp

Die Freimaurer leitet ihr Treffen mit einer rituellen Zusammenkunft, einer sogenannten “Arbeit” ein, mit der sie sich auf zwei Tage voller brüderlich-freundschaftlicher Gespräche einstimmen. Im Anschluss folgt der für die Öffentlichkeit wohl wichtigste Punkt, die Verleihung des Kulturpreises an den Schriftsteller Uwe Tellkamp. Im Großen Saal des “Dresdner Stadtmuseums” wird dem bekannten Schriftsteller (“Der Turm”, “Der Eisvogel” u.v.a.) der “Kulturpreis der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland” verliehen. Für Tellkamp ist dies sozusagen ein Heimspiel, wurde er doch in Dresden geboren und lebt seit 2009 wieder in der Stadt. Die Laudatio hält Jürgen Kaube, einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der Kulturpreis Deutscher Freimaurer wird von der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer seit 1966 in unregelmäßigen Abständen vergeben. Der Preis dient der Anerkennung künstlerischen Schaffens, das den ethischen freimaurerischen Lebensvorstellungen entspricht, für ein Werk, das die freimaurerischen Ideen der Toleranz, der Freiheit und der Brüderlichkeit fördert, wobei kein Unterschied zwischen Freimaurern und Nicht-Freimaurern gemacht wird. Bisherige Preisträger waren Max Tau, Erich Kästner, Siegfried Lenz, Golo Mann, Peter Huchel, Winfried Dotzauer, Otto Friedrich Bollnow, Johannes Mario Simmel, Yehudi Menuhin, Lew Kopulew, Otmar Alt, Rainer Kunze, Arno Surminski, Fritz Pleitgen, Prof. Dr. Hans Küng, Gidon Kremer und Prof. Kurt Masur.

Am folgenden Tag beschäftigen die Freimaurer sich in einer internen Zusammenkunft mit Fragen der Gegenwart und Zukunft ihres Bundes unter dem Thema “Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen?”. Damit wird ein vor mehreren Jahren eingeleiteter Prozess fortgesetzt, die humanistische Freimaurerei in Deutschland in ihrem Bezug zu gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart zu untersuchen und Antworten auf aktuelle Fragestellungen zu finden.

Währenddessen genießen die Damen und Gäste ein angenehmes Programm in der Stadt Dresden, beispielsweise Zwinger und Semperoper, Schloss und Fürstenzug, Neumarkt und Frauenkirche, Brühlsche Terrasse und Neue Synagoge — das klassische Dresden-Programm mit den typischen Sehenswürdigkeiten. Viele werden die Gelegenheit nutzen, und auch einige andere der vielen Dresdner Sehenswürdigkeiten zu erschließen. Als gemeinsame Abendveranstaltung ist eine reizvolle mehrstündige Elbfahrt auf einem Salonschiff geplant.

Dresdens lange Tradition der Freimaurerei

Die älteste Dresdner Loge “Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute” wurde bereits 1738 gegründet und ist damit eine der ältesten Logen Deutschlands. Im Jahre 1776 folgte die Loge “Zum Goldenen Apfel” und 1863 die Loge “Zu den ehernen Säulen” — die drei genannten Logen sind Mitglieder der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. In Dresden gibt es zudem die Loge “Zum Goldenen Kreuz“, gegründet 1894 und eine Mitgliedsloge der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland. Auch in Dresden hatte die Freimaurerei im Laufe ihrer geschichte populäre Mitglieder, beispielsweise Johann Gottlieb Naumann, Christian Gottfried Körner, Karl Christian Friedrich Krause, Gottfried Semper, Johann Andreas Schubert, Friedrich Wilhelm Pfotenhauer, Max Arnhold, Hans Erlwein, Richard Seifert.  Auf gemeinsame oder einzelne Initiative der Dresdner Logen gingen wichtige Einrichtungen wie das Freimaurerinstitut, eine Wohlfahrtseinrichtung, zurück, ebenso die “Lehr- und Erziehungsanstalt für Töchter gebildeter Stände sowie die Schillerstiftung. Von dem Verbot durch die Nationalsozialisten hat sich, wie in ganz Deutschland, auch die Dresdner Freimaurerei noch nicht wieder erholt. Mit etwas mehr als einhundert Mitgliedern sind die heute aktiven Logen gleichwohl auf einem guten Weg.

Das Großlogentreffen in Dresden findet vom 24. bis 26. Mai statt. Die genauen Termine entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungskalender.

Die Teilnahme am Großlogentreffen steht jedem Bruder Freimaurer offen. Ein rechtzeitige Anmeldung ist notwendig; die Anmeldeunterlagen mit den genauen Terminen, Kosten und Orten liegen jeder Mitgliedsloge der Großloge A.F.u.A.M.v.D. vor. Bei Rückfragen ist die Kanzlei unter der Mailadresse kanzlei@freimaurerei.de oder der Telefonnummer 030-86422034 gern behilflich.

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Frankfurter Freimaurer laden zum Empfang im Jubiläumsjahr

Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, Großmeister der Großloge A.F.u.A.M.v.D beim Frankfurter Meisterzirkel

Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, Großmeister der Großloge A.F.u.A.M.v.D beim Frankfurter Meisterzirkel

Der seit 1894 bestehende Frankfurter Meisterzirkel vereint die Stuhl- und Logenmeister aller Logen aus Frankfurt und einiger Logen aus dem Umland. Am 7.Januar trafen sich erstmals Brüder aus allen Logen des Meisterzirkels zu einem gemeinsamen Neujahrsempfang im Logenhaus in der Finkenhofstr. in Frankfurt.

Der Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Frankfurt, Herr Stephan Siegler, ging in seinem Grußwort auf die lange Geschichte der Freimaurerei in Frankfurt ein, die bereits vor 275 Jahren mit der Gründung der Loge zur Einigkeit begann. Er betonte die Aktualität der freimaurerischen Grundwerte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit für den Bestand und die Weiterentwicklung der demokratischen Gesellschaft.

Der Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, Prof.Dr. Stephan Roth-Kleyer, nahm in seinem Grußwort Bezug auf einen Satz des von den Nationalsozialisten ermordeten Theologen Dietrich Bonhoeffer: „Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.“ Nach einem knappen Abriss über Wesen und Bedeutung der Freimaurerei heute formulierte Bruder Stephan-Roth-Kleyer einige konkrete Ziele, die dazu dienen sollen, der Freimaurerei „den Weg in Richtung Mitte der Gesellschaft“ zu bahnen. Diese Teilziele geben wir ungekürzt wieder, weil wir der Auffassung sind, dass sie für unsere Arbeit in den Logen handlungsleitend sein sollten.

„Unsere kurz- bis mittelfristigen Teilziele lauten (aus meiner Sicht) stark verkürzt und ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Priorität:

  • Die GL der AFuAMvD, wie auch unsere Tochterlogen verfolgen auch weiterhin hohe humanitäre Ziele als Wertegemeinschaft.
  • Wir bieten unseren Brüdern, unterschiedlicher Berufe, Religionen, Nationalitäten, unterschiedlichen Alters einen “geschützten Raum, das sind unsere Logen”. Dies, um gemeinsam Gedanken und Informationen auszutauschen, Zusammenhänge zu erkennen, an sich selbst zu arbeiten und sich frei Meinungen zu bilden. Wir bieten Raum und Gelegenheit zum offenen Meinungsaustausch. Das kann am Ende auch der Meinungsbildung des Einzelnen dienlich sein.
  • Wir bemühen uns damit auch um die geistige Entfaltung und ethische Entwicklung der Brüder.
  • Wir schaffen Gelegenheiten für Geselligkeit und Freundschaften.
  • Wir bieten Chancen und Raum, zur Orientierung in der komplexen Entwicklung der Digitalisierung der Umwelt (Stichwort Großlogentreffen 2015, Osnabrück mit dem Thema „Freimaurerei im Informationszeitalter – Chancen, Risiken und Nebenwirkungen der digitalen Welt“).
  • Wir bieten Chancen und Möglichkeiten, zur Orientierung in der Zeit des zunehmenden Populismus, des wachsenden Nationalismus und der Globalisierung, sowie vor dem Hintergrund weiterer politischer und kultureller weltweiten Veränderungen.
  • Wir Freimaurer befassen uns durchaus mit aktuellen kulturellen und politischen Themen, das jedoch ergebnisoffen, das jedoch ohne Dogma, das ohne Streitgespräche.
  • Unsere Logen legen bei der Auswahl ihrer Mitglieder weiter oder besser noch zunehmend Wert auf Qualität, so auf z. B. auf die Attribute Ritualfähigkeit, auf die Werteüberzeugung, auf Verhaltensqualitäten. Diese Qualitäten lassen sich durch geeignete Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung steigern. Das ist mir persönlich ein wichtiges Ansinnen.
  • Unsere Logen partizipieren wieder mehr am gesellschaftlichen und kulturellen Leben in ihren Regionen und lassen die Gesellschaft die Freimaurerei in ihrer Herkunft, ihren Anliegen und Zielen besser verstehen. Lasst uns auch sozial und im weitesten Sinne gesellschaftlich (so auch mit anderen Trägern/Vereinigungen) zunehmend aktiv sein und werden. Hierzu fordert unser Ritual recht deutlich auf. Denkt dabei zum Beispiel an den Satz: „Wehret dem Unrecht, wo es sich zeigt, kehrt niemals der Not und dem Elend den Rücken, seid wachsam auf euch selbst“.
  • Unsere Logen entwickeln sich weiter zu einem kalkulierbaren und bedeutenden Träger sozialer Werte in ihren Regionen. Auch das ist mir eine wichtige Zielsetzung, die es einzulösen gilt.
  • Unsere Logen bilden Plattformen für den kulturellen, geistigen und sozialen Austausch und initiieren entsprechende Projekte mit anderen Trägern in ihren Regionen.
  • Unsere Logen fördern die Freundschaften der Brüder untereinander und machen so aus Mitgliedern “Brüder” und „Freunde“.
  • Nationale und internationale Kontakte sind im Sinne der Weltbruderkette auszubauen und zu intensivieren. Das geschieht in enger Kooperation mit den Vereinigten Großlogen von Deutschland.
  • Jeder von uns, meine Brüder, ist Botschafter in Sachen Freimaurerei. Wir sollten, jeder einzelne von uns, als Imageträger in unserer Sache „Das Mehr“, das die Freimaurerei zweifelsohne zu bieten hat, „Das Mehr der Freimaurerei“ aktiv kommunizieren.
  • Und vergesst es nicht liebe Brüder, Freimaurerei muss gelebt werden. Freimaurerei muss immer gelebt werden, ansonsten ist sie wirkungslos.“

Freimaurerei muss immer gelebt werden, ansonsten ist sie wirkungslos.“

Stephan Roth-Kleyer

Diese Aufforderung zur Tat wurde auch durch den Festvortrag – eine Gemeinschaftsarbeit der beiden Beauftragten des Meisterzirkels Rolf Keil und Eberhard Panne – unterstrichen. Rolf Keil widmete sich kurz der Vergangenheit und verschwieg auch das Versagen der Freimaurerei in der zu Ende gehenden Weimarer Republik nicht. Im programmatischen Teil seines Vortrages stellte Keil die Punkte dar, die aus Sicht der Autoren für eine Weiterentwicklung der Freimaurerei unverzichtbar sind:

„Die Freimaurerei darf sich nicht in falsch angewandter Exklusivität darauf beschränken, ein jedes ihrer Mitglieder besser zu machen. Denn die Aufgabe, die bereits der Konvent von Wilhelmsbad 1782 formulierte, einen jeden Bruder der menschlichen Gesellschaft nützlicher zu machen, bleibt bestehen. Die Freimaurerei ist das, was wir aus ihr machen. So ist auch die uns umgebende Gesellschaft das, was wir – hier im Zusammenspiel mit allen Anderen – aus ihr machen. Unsere Erziehung ist die schon zitierte: „Arbeit am rauen Stein“.

Der Freimaurer sieht nun seine Erziehungsarbeit dann als gelungen an, wenn nicht nur seine Mitbrüder ihn anerkennen, sondern wenn er darüber hinaus Nicht-Freimaurern durch sein Verhalten und sein Handeln mindestens als „edel, hilfreich und gut“ auffällt, ohne dass er ein Schild mit der Aufschrift „Freimaurer“ vor sich herträgt. Wenn wir in unseren Ritualen erklären: Geht hinaus in die Welt und bewährt euch als Freimaurer, dann verbindet sich die Arbeit am rauen Stein des eigenen Ich’s mit dem Auftrag, durch Beispiel zu wirken und somit den Bau des Tempels der Humanität voranzutreiben.

Was kann jeder einzelne eigentlich bewirken? Nun, im Ritual verpflichten wir uns allezeit zu erkennbarer, unbedingter Treue, zu Verlässlichkeit, Verbindlichkeit und Ernsthaftigkeit, nicht nur unseren Brüdern gegenüber, sondern auch in der Welt. Indem wir in unseren Ritualen vor den versammelten Brüdern als unseren Zeugen immer wieder laut und vernehmbar zu jenen Tugenden bekennen, versichern wir, dass das, wozu wir uns verpflichten, für uns Gültigkeit besitzt, dass es unverrückbar ist und dass jeder Bruder es für sich vorbehaltlos übernimmt.

Die Freimaurerei mag ein Spiel im Sinn der Spieletheorie sein. Sie ist es nicht nach dem landläufigen Verständnis des Wortes „Spiel“. Denn wir verändern durch die ständigen Wiederholungen in unseren Ritualen unser Bewusstsein und unsere Psyche. Richtig verstanden – und bewusst poetisch ausgedrückt – führt sie zu einer Haltung, mit der jeder von uns den Zauber aktivieren kann, mit dem er – nach Schiller – wieder zu binden vermöchte, „was die Mode streng geteilt“ („Ode an die Freude“/„Europahymne“ und immer brandaktuell!).

Ich bin davon überzeugt, dass die Freimaurerei auch in den nächsten 300 Jahren noch eine Notwendigkeit sein wird.

Rolf Keil

Um in der Welt zu wirken, müssen wir uns zu einem gewissen Teil auf sie einlassen, wir müssen die Welt aber auch bis zu einem bestimmten Grad bei uns einlassen, wie wir es z. B. mit den Suchenden tun, aber auch mit der Befassung von Themen, die in der Gesellschaft relevant sind. Die Freimaurerei darf sich nicht als eine Organisation zur Pflege gehobener Geselligkeit umrahmt von ehrwürdigen Gebräuchen begreifen, sondern wir müssen uns immer gewiss sein, dass es um Arbeit an uns selbst geht und damit um den Bau am Tempel der Humanität, dessen Baustein und Baumeister der Freimaurer sein will. Die Freimaurerei darf nicht der Versuchung erliegen, aus dem Bedürfnis nach Frieden und Ruhe heraus, alles aus den Leben der Logen fernzuhalten, was auch nur im Geringsten geeignet erscheint, gegensätzliche Auffassungen in Erscheinung treten zu lassen und so die Gemüter in Wallung kommen zu lassen.

Ich bin davon überzeugt, dass die Freimaurerei auch in den nächsten 300 Jahren noch eine Notwendigkeit sein wird. Ich bin auch davon überzeugt, dass die Freimaurerei in der heutigen Form eine Zukunft haben wird, wenn sie sich ihr stellt.

Die Chancen sind gut, denn die Logen haben ein Alleinstellungsmerkmal: Ganz gleich ob Wirtschaftsklub, Gewerkschaft, politische Partei oder Religionsgemeinschaften, sie alle machen sich der gleichen Sünde schuldig: der Sünde des Selbstgesprächs. Sozialdemokraten gehen in sozialdemokratische Versammlungen, CDUler zur CDU, Gewerkschaftler besuchen ihre Zusammenkünfte und Geschäftsleute die ihren. Dort hören sie Rednern zu, deren Ansichten sie ohnehin teilen, und die Redner freuen sich, weil sie so herzlichen Beifall finden. Aber ein Austausch findet nicht statt, ihre Glaubenssätze werden nicht hinterfragt.

So einfach darf es sich die Freimaurerei nicht machen. Wir müssen weiterhin versuchen die Angehörigen aller der genannten Gruppen zusammenzuführen. In großer Weisheit hat Anderson es schon in den Alten Pflichten aufgezeigt, wenn er schreibt, die Freimaurerei sei eine Stätte der Einigung und zu einem Mittel, wahre Freundschaft unter Menschen zu stiften, die einander sonst ständig fremd geblieben wären.

Politischer Streit ist in der Loge tabu, ebenso wie ein Streit über die Konfessionen. Aber, wo wenn nicht in unseren Logen können wir in Offenheit sprechen, unsere Standpunkte überprüfen und das tun, was laut Lessing eine der größten Freuden ist: Laut Nachdenken mit einem Freund! Die Loge bietet einen geschützten Raum, der erst Entwicklung und das Aufeinander zubewegen ermöglicht. Der geschützte Raum der Logen ermöglicht es, die eigene Position zu hinterfragen, ohne das dies als Schwäche ausgelegt wird. In unseren Diskursen geht es nicht darum zu gewinnen, sondern es geht darum möglichst viele Sichtweisen kennenzulernen, sie abzuwägen und vielleicht den eigenen Standpunkt weiter zu entwickeln.

Lasst uns also mutig sein und uns auch dem zuwenden, was uns und der Gesellschaft auf den Nägeln brennt. Sind wir politisch in diesem Sinn. Betrachten wir die Gesellschaft, üben wir Kritik. Trauen wir uns auch die Felder zu beackern, bei denen wir am Ende nur darin übereinstimmen, dass wir nicht übereinstimmen. Grade in einer Zeit in der die Zentrifugalkräfte an Stärke gewinnen, braucht es einen Raum, in dem der Mensch dem Menschen begegnet. Und tragen wir unseren Standpunkt wieder und wieder in die Gesellschaft zurück!

Wenn wir weiter darauf achten, dass wir einander in brüderlicher Liebe begegnen, den geistigen Kampf nicht zum Streit missbrauchen, die Diskussion nicht zur Disharmonie werden lassen, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Wenn wir dann auch noch daran festhalten, der Freude, dem Spaß und der offenen Herzlichkeit einen Platz in der Arbeit und in unseren Herzen einzuräumen, dann mache ich mir keine Sorgen.

Meine Mutterloge Lessing eröffnet jede rituelle Arbeit mit den drei programmatischen Sätzen aus Ernst und Falk. Sie beschreiben unsere Aufgabe treffend: „Recht sehr zu wünschen, dass es in jedem Staate Männer geben möchte, die über die Vorurteile der Völkerschaften hinweg wären und genau wüssten, wo Patriotismus Tugend zu sein aufhört.“

Wie ungeheuer aktuell sind jene Zeilen heute, wo der große Verführer, der Nationalismus wieder sein Haupt erhebt.

„Recht sehr zu wünschen, dass es in jedem Staate Männer geben möchte, die dem Vorurteile ihrer angeborenen Religion nicht unterlägen, nicht glaubten, dass alles notwendig gut und wahr sein müsste, was sie für gut und wahr erkennen.“

Auch hier liegt die Aktualität auf der Hand. Wir Freimaurer sind aufgerufen, Brücken zu bauen.

„Recht sehr zu wünschen, dass es in jedem Staate Männer geben möchte, welche bürgerliche Hoheit nicht blendet und bürgerliche Geringfügigkeit nicht ekelt, in deren Gesellschaft der Hohe sich gern herablässt und der Geringe sich dreist erhebet.“

Lasst uns in diesem Sinne miteinander feiern und lasst uns anschließend die Ärmel hochkrempeln und gemeinsam an die Arbeit gehen.“

Einen würdigen musikalischen Rahmen des Neujahrsempfangs setzte der Eberhard Panne am Klavier.

Eberhard Panne und Rolf Keil beim Empfang des Frankfurter Meisterzirkels 2017

Eberhard Panne und Rolf Keil beim Empfang des Frankfurter Meisterzirkels 2017

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