Neujahrsempfang mit Vortrag zum Thema “Sprache”

Der Festreddner Prof. Dr. med. Bernhard L. Bauer als Festredner auf dem Neujahrsempfang der Nienburger Loge

Der Festreddner Prof. Dr. med. Bernhard L. Bauer als Festredner auf dem Neujahrsempfang der Nienburger Loge "Georg zum Silbernen Einhorn"

Ende Januar konnte der amtierende Vorsitzende der Nienburger Freimaurerloge “Georg zum Silbernen Einhorn”, Dr. med. Wilhelm C.F. Cohrs, zahlreiche Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang der Bruderschaft begrüßen.

Neben dem stellvertretenden Bürgermeister Wilhelm Schlemermeyer und dem stellvertretenden Landrat und Bundestagsabgeordneten Maik Beermann (CDU) hieß der Hausherr weitere Landtagsabgeordnete, Kommunalvertreter sowie Vertreter von Serviceclubs, Vereinen und Verbänden aus Stadt und Landkreis Nienburg, Gäste aus befreundeten Logen in Stadthagen, Hannover, Hoya, Celle und Einbeck und die Presse herzlich willkommen. Distriktmeister Rainer Koch repräsentierte die 31 Logen der Alten Freien und Angenommenen Maurer in Niedersachsen/ Sachsen-Anhalt.

Er ließ das vergangene Jahr aus Sicht der Nienburger Loge Revue passieren. Neben den regelmäßigen Treffen der Brüder wurden auch öffentliche Veranstaltungen durchgeführt. So kam man gerne dem Wunsch der Geschichtswerkstatt aus Achim nach, sich hier vor Ort über die Loge und den ersten Meister vom Stuhl im Jahr 1815, den aus Achim stammenden Amtmann Dr. Theodor Olbers zu informieren. Am Wettbewerb der Gymnasien haben sich 2016 vier Gymnasien mit herausragenden Facharbeiten beteiligt. Im derzeit laufenden Wettbewerb für 2017 sind alle fünf Gymnasien des Landkreises Nienburg vertreten. Die Prämierung soll im März stattfinden. Cohrs hob hervor, dass es eine Freude sei, so viele verschiedene Themen in den bemerkenswerten Arbeiten begutachten zu können. Die Loge sieht in der Art der Arbeiten ein gutes Zeichen, daß sich junge Menschen kritisch und sachlich, aber auch in gut verständlicher Sprache mit vielen Themen auseinandersetzen. Das mache Mut, positiv in die Zukunft zu sehen.

”Das Jahr 2017 hat für uns zwei besonders hervorzuhebende Höhepunkte”, so Dr. Cohrs, ”Zum einen 500 Jahre Luther mit der Reformation und der Begründung unserer gemeinsamen Sprache. Das ist für die Loge Anlass, die Sprache zum Leitthema dieses Jahres zu machen. In den freimaurerischen Ritualen ist erkennbar, welche Bedeutung Wort, Sprache und Form als Träger der Kommunikation und Möglichkeit der Wiedererkennung hat. Zum anderen jährt sich 2017 die Gründung der ersten Großloge in London zum 300. Mal. Weltweit wird dieses besondere Ereignis von den Freimaurern gewürdigt werden. Das Symbolhafte der Sprache der Freimaurerei weltweit erweitert das Thema Verständigung und Kommunikation im Geiste einer Weltbruderkette über Sprachbarrieren und über geistige Grenzen hinweg.“

Man könne sich dabei auch mit „Fremden“, uns nicht bekannten Menschen, auseinandersetzen. Das bedeute, die Menschen mit respektvoller Distanz zu betrachten, um sie ganz wahrnehmen zu können. Dadurch ergeben sich möglicherweise viele positive, neue Eindrücke und Erfahrungen. Cohrs betonte, dass diese tolerante Haltung aus den freimaurerischen Grundsätzen Toleranz, Brüderlichkeit und Humanität entstehe.

”Wenn jeder mit seinen Möglichkeiten seinen Anteil zur Gemeinschaft beiträgt”, so Cohrs, ”dann wird auch in Zukunft ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft zu gestalten sein. Freimaurer suchen das Gemeinsame und nicht das Trennende. Gehen wir an die Arbeit.”

Als Festredner wurde Professor Dr. med. Bernhard L. Bauer herzlich begrüßt. Er sprach zum Thema „Alltagsbeobachtungen zur Sprachentwicklung im 21. Jahrhundert“.

Prof. Dr. med. Bauer beschäftigte sich in seinem Vortrag aus verschiedenen Blickwinkeln damit, dass unser „Ich“ in der Auseinandersetzung mit unserer physischen Körperlichkeit und in der Kommunikation in einem pluralistischen Umfeld immer wieder neu zu hinterfragen und zu bestätigen ist. „Genau dazu ist Sprache unerlässlich“, so der Redner. „ Sprache ist vor und im Denken. Ja, Sprache ist selbst dann, wenn wir schweigen. In unseren Träumen, in all unserer Gestik und Mimik ist die Sprache; selbst die Musik „spricht“ zu uns“.

Weiter verwies er, mit Beispielen unterlegt, auf die vielfach unseren Alltag bereits bestimmenden Anglizismen, die zunehmend unsere Alltagssprache unterwandern und zuweilen skurril sind. So meint „Public Viewing“ im englischen u.a. die Aufbahrung einer Leiche. Beispiele aus der Jugendsprache beschäftigten sich mit ihrer Entstehung und ihrer Wandlung. So spricht man heute schon von der Handy-Daumen-Konversation, wo die Aneinanderreihung von Kürzeln und Smileys ganze Sätze und Worte ersetzen. „Wird dies die Sprache der Zukunft?“, stellte Prof. Bauer in den Raum und ging der Frage nach, ob es sich dabei um eine Sprache oder um einen Jargon handelt. „Nicht zuletzt über Facebook, Twitter & Co. verändert sich unsere Alltagssprache zunehmend, leider nicht immer zum Positiven, da oft eine Sprache verwendet wird, die nicht den Dialog sucht („Deutschland geht es schlecht“), sondern eine populistische Hasssprache ist.

Abschließend widmete sich Prof. Dr. Bauer dem Begriff des Humanismus, der, historisch gesehen und aus seiner Sicht, einen Ausdruck menschlicher Verhaltensweisen darstellt und einen Kausalzusammenhang mit politisch-philosophischen und religiösen Erscheinungen zeigt, in denen sich die psychischen, sozialen und ethisch- emotionalen Bedürfnisse der Menschen widerspiegeln. „1717, als die moderne Freimaurerei in England entstand, wurde ein erneuter Versuch unternommen, vor dem Hintergrund der Aufklärung den Begriff Humanität positiv durch menschlichere Verhaltensweisen zu interpretieren und zu belegen“, so Prof. Bauer. „Vor 300 Jahren wurden die Logen zu Übungsstätten eines humanitären Umgangs miteinander, wobei jetzt die Sprache eine wesentliche Rolle spielte aber nicht die Religion, die Rasse oder die Herkunft. Freimaurer fühlen sich bis heute dem Wort verpflichtet, was in ihren freimaurerischen Ritualen zum Ausdruck kommt. Die Ritualsprache der Freimaurerei, bietet ein kontemplatives Erlebnis und die beständige Wiederholung der Abläufe kann dabei positiv auf uns wirken.“

Ein anspruchsvoller und zugleich humorvoller Vortrag, der von den anwesenden Gästen mit viel Beifall bedacht wurde. Dr. med. Wilhelm Cohrs, überreichte dem Festredner eine Spende der Nienburger Loge von 500 Euro für die weitere Arbeit von ARCHEMED – Ärzte für Kinder in Not e.V. Prof. Dr. med. Bauer ist Mitglied der Loge „Zum hellleuchtenden Stern“ in Celle. Er ist seit 60 Jahren Arzt und Neurochirurg und u.a. als Entwicklungshelfer in Afrika für „ARCHEMED – Ärzte für Kinder in Not e.V.“ tätig. Als international anerkannter Hirnchirurg wurde er auf vielfältige Weise mit der Sprache konfrontiert. Prof. Dr. Bauer wurden viele Auszeichnungen und Ehrungen zuteil, u.a. wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Bei einem Büffet und angeregten Gesprächen blieben Gäste und Gastgeber noch für einige Stunden im Nienburger Logenhaus.

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Geschichte zum Anfassen in Wesel

Vortrag über die Weseler Loge

Anlässlich des 300-jährigen Bestehens der modernen Freimaurerei veranstalteten die Weseler Freimaurer einen Informationsabend mit wissenschaftlichem Hintergrund, der auch für die Brüder einige Überraschungen über die Geschichte der eigenen Loge brachte.

Basis des Vortrages waren Auszüge aus der Masterarbeit von Alexander Lex, B.A Student der Universität in Paderborn, der sich der Geschichte der 1775 von preußischen Offizieren gegründeten Weseler Loge „Zum goldenen Schwerdt“ im Hinblick auf verschiedene Schwerpunkte zu nähern versuchte:

  1. Freimaurertum als Abwehrfront gegen den aufkommenden Antisemitismus um 1880;
  2. die Haltung der der preußischen Großloge „Zu den drei Weltkugeln“ angehörende Weseler Loge gegenüber der dezidiert kosmopolitischen und judenfreundlichen Haltung der Leipziger „Bauhütte“ (eine der damaligen größten Freimaurerzeitschriften);
  3. das Verhalten im Spannungsfeld von Standhaftigkeit und opportunistischer Anbiederung nach der Machtergreifung zur Zeit des Nationalsozialismus.

Die annähend vierzig Zuhörer folgten interessiert den Ausführungen der Referenten Herrn Lex und Herrn Dr. Ronald Schneider, der in seiner Funktion als Historiker und Komoderator durch den Abend führte, im Anschluss an den Vortrag die Diskussion begleitete und den interessierten Gästen als auch den Brüdern erklärend zur Verfügung stand. Auch für die Weseler Brüder war es sehr spannend, die Geschichte der eigenen Loge aus der wissenschaftlichen, neutralen Sicht eines Forschers zu verfolgen und Erkenntnisse über den damalige Stand der Loge im öffentlichen Leben zu erfahren.

Die Veranstaltung wurde gerade bei den Gästen dieses Abends sehr gut angenommen. Die Vielzahl der sich anschließenden Fragen zur Logengeschichte als auch zu Freimaurerei bestärkte die Initiatoren des Abends darin, den Bruderbund wieder mehr in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

Die genannteMasterarbeit wird und wurde durch Professor Dr. Dietmar Klenke (Lehrstuhl für Neueste Geschichte) am Historischen Institut der Universität Paderborn betreut.

Es sollte die sozioökonomische Färbung der Weseler Freimaurerei im 19. und 20. Jahrhundert anhand einer quantitativen Analyse dahingehend betrachtet werden, dass den Zuhörern das personelle Profil der Weseler Freimaurer einerseits und die Sozialstruktur der Weseler Bevölkerung andererseits vergleichend gegenüber gestellt wurde. Die Leitfrage stellt hier auf eine mögliche soziale Exklusivität der Weseler Freimaurer bzw. auf ein gegebenenfalls „‚elitäres“ Selbstverständnis ab.

Ermöglicht, unterstützt und begleitet wurde diese Forschungs- und Publikationsarbeit auch durch die Kölner Stiftung zur Förderung der Masonische Forschung, begründet 1993 von Hannelie und Prof. Adolf Schmitt, als auch durch die Arbeit der Brüder der Loge „Zum goldenen Schwerdt“.

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Berliner Loge “Victoria” spendet Erlöse aus Weihnachtsmarkt

Einige der vielen fleißigen Helfer

Einige der vielen fleißigen Helfer

Brüder der Loge Victoria i. Or. Berlin haben auf dem Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt im historischen böhmischen Dorf in Berlin-Neukölln fleißig Glühwein verkauft, um die Einnahmen einem karitativen Zweck zukommen zu lassen.

Viele Berliner und Berlin-Besucher von Jung bis Alt und Nah bis Fern nutzten das Wochenende für einen Spaziergang vorbei an über 100 Ständen von Vereinen, Organisationen und Verbänden, die diesen berlinweit einzigartigen Weihnachtsmarkt unterstützen. Die Einnahmen der Loge wurden zusammen mit einem Zuschuss des Freimaurerischen Hilfswerks (FHW) parallel an zwei Organisationen gespendet, über die die Loge Victoria auch an ihrem Stand informierte.

Übergabe der Spende an die Berliner Obdachlosenhilfe am 6. Dezember 2016

Übergabe der Spende an die Berliner Obdachlosenhilfe am 6. Dezember 2016

Einen Teil der Einnahmen in Höhe von 5.000 Euro hat die Loge „Victoria“ in Form von Sachspenden an die Obdachlosenhilfe e.V. übergeben – darunter 52 Schlafsäcke und 30 Paar Winterstiefel.

Die Mitglieder und Helfer der Berliner Obdachlosenhilfe leben den Wert der Humanität durch die direkte Unterstützung der Bedürftigen auf den Straßen Berlins. Alle diese Menschen leben einen anderen Alltag als die meisten Bewohner dieser Stadt. Verschiedenste Gründe haben dafür gesorgt, dass sie ihr Leben auf der Straße verbringen, um Spenden bitten oder ihren Lebensunterhalt mit Pfandflaschen aufbessern.

Und die Zahl der Obdachlosen wächst rasant. Trotz Schnee und Eis leben nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe 40.000 Menschen in Deutschland auf der Straße. Allein in Berlin sind die Zahlen zuletzt sprunghaft gestiegen. Die wenigsten von ihnen haben sich bewusst für ein solches Leben entschieden. Und doch werden sie oft in besonderem Maße vorverurteilt, verjagt, ausgegrenzt, angegriffen und verletzt. Viel zu selten nimmt sich jemand Zeit für sie, redet mit ihnen, kümmert sich um sie – so wie die Berliner Obdachlosenhilfe e.V.

Übergabe der Spende an die Björn Schulz STIFTUNG am 9. Dezember 2016

Übergabe der Spende an die Björn Schulz STIFTUNG am 9. Dezember 2016

Der andere Teil der Einnahmen in Höhe von 1.000 Euro ging an das Kinder Palliative Care Team (KinderPaCT Berlin) der Björn Schulz STIFTUNG. Das Kinder Palliative Care Team ist durch die Zusammenführung der Palliative Care Teams der Björn Schulz STIFTUNG und der Klinik für Kinderonkologie der Charité entstanden. Im Team sind Kinderärztinnen und Kinderärzte mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin, Kinderkrankenschwestern mit Palliative Care Weiterbildung und psychosoziale Mitarbeiter tätig. Seit dem 1. April 2013 bietet die Björn Schulz STIFTUNG gemeinsam mit der CHARITE die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an.

Die Björn Schulz Stiftung ist benannt nach einem kleinen Jungen, der 1982 mit nur sieben Jahren an Leukämie verstarb. Der kleine Björn war drei Jahre alt als er erkrankte. Sein Tod war der Impuls für seine Eltern, gemeinsam mit anderen Betroffenen, im Jahr 1983 den Verein Kinderhilfe zu gründen. Anfang der 1990er Jahre wurde deutlich, dass die Arbeit für eine bessere medizinische Versorgung und die Begleitung der Familien ein größeres Netzwerk benötigen würde. So ging 1996 die Björn Schulz Stiftung aus der Kinderhilfe hervor.

Die Björn Schulz Stiftung bietet Hilfe für krebs- und chronisch kranke sowie für schwerst- und unheilbar kranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und deren Familien. So ermöglicht die Stiftung, dass die Familien die noch verbleibende Lebenszeit gemeinsam mit ihren Kindern voller Geborgenheit verbringen können.

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Was bringt mir die Freimaurerei?

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Angeregt duch einen Essay auf der Internetseite der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer entstand dieser fiktive Brief an einen Freund, der die Frage stellt, was ihm denn die Freimaurerei bringen könnte.

Von F. W.

„Lieber Freund,

ja, welchen Gewinn bringt Dir die Freimaurerei?

Diese Frage, „was bringt mir die Freimaurerei?“, zeigt, dass Du fest im Griff unserer heutigen Gesellschaft bist, die voll auf eine Vereinzelung und auf Profit ausgerichtet ist. Der Profit bestimmt den Wert eines Menschen, nicht mehr das Menschsein an sich.

Ein Bruder nannte die Gründe, warum er Freimaurer geworden ist. Er war in seinem Beruf sehr erfolgreich, ist gut situiert, hat ein schönes Haus, eine Frau und Kinder. Er hätte sehr zufrieden und sein Leben einfach nur genießen können. Aber, er hatte trotzdem das Gefühl, es fehle ihm etwas. Denn das was ist, konnte doch nicht alles gewesen sein? Er machte sich auf die Suche nach Antworten, so kam er in unsere Loge und sah, dass hier etwas geboten wird, was man mit viel Geld nicht kaufen kann, nämlich das Angebot den Weg in der Gemeinschaft zu sich selbst zu finden.

Es gibt viele, auch ehrenwerte Institutionen, welche, manchmal mit Heilsversprechen garniert, einen Weg anbieten, zu sich selbst zu finden. Die Medien aller Art sind voll von Angeboten zur Selbstfindung. Doch Freimaurerei ist einzigartig, sie bietet viel, aber sie verspricht nichts.

Das System der Freimaurerei ist keine Ideologie und hat keine Dogmen. Das System Freimaurerei, die Freimaurerloge, bietet nur einen Rahmen, ein Gerüst, indem Du leben und Dich frei, in eigener Verantwortung, entwickeln kannst. Wie Du den Rahmen füllst, wie Du denkst und handelst, das bleibt Dir überlassen, Du bist und sollst frei sein. So ist es auch völlig egal, welcher Religion Du angehörst, oder welcher politischen Partei. Wenn Du nur hin-hören (nicht zu-hören) kannst und Deine Überzeugungen anderen nicht aufzwingen willst, ist das völlig ok.

Zuerst ist Freimaurerei eine Geisteshaltung und als solche hat sie nicht das Ziel materielle Vorteile zu bringen, sondern auf humanistischer Basis, auf ethischen und moralischen Grundsätzen Dir eine innere, geistige Stabilität zu verschaffen, was darauf hinausläuft, auch den Sinn für das eigene Leben zu entdecken. Entscheidend für den Freimaurer sind die Fragen: Woher komme ich? Wer bin ich? Wohin gehe ich? Es geht also um Selbst-Erkenntnis.

Was ist der Gewinn von Selbst-Erkenntnis? Das Bewusstsein zu Deiner Freiheit. Die Freiheit selbstbestimmt entscheiden zu können: Will ich Freiheit, oder ordne ich mich ein und unter.

Was viele glauben, sie hätten mit Freiheit immer die Entscheidungsmöglichkeit, sie könnten machen was sie wollen, ist zu kurz gesprungen. Zudem fehlt das Erkennen, dass sie in ihrem Alltag nicht frei sind. Sie haben nicht das Wissen, den Willen und die Ausdauer, immer wieder, jeden Tag, jede Stunde anzufangen, um ihre Freiheit zu kämpfen, weil sie ja glauben frei zu sein.

Freiheit kommt nicht von selbst, sie muss immer wieder erarbeitet werden. Das ist Eigenverantwortung, aber die nutzt gar nichts, wenn sie kein Gegenüber hat, welches Deine Gedanken und Taten spiegelt, ob Dir das nun gefällt oder nicht. Stell Dir vor, Du stehst allein auf einem besonders schönen Strand. Du erlebst den herrlichsten Sonnenuntergang Deines Lebens mit allem Lichtfeuerwerk, aber da ist keiner der ebenso berührt ist, oder dem Du Dich mitteilen, mit dem Du teilen kannst. Das Gemeinsame erleben, das potenziert die Glücksgefühle des Augenblicks. Das kann Dir auch kein virtuelles soziales Netzwerk bieten. Du kannst viele Tausend Follower, viele „Freunde“ haben, aber Gefühle wie Nähe, Geborgenheit, Sympathie und Liebe wirst Du in der virtuellen Welt nie erfahren. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, wir brauchen echte, gelebte Gemeinsamkeit, allein sind wir einsam und nichts. Man ist zwar frei, aber nicht glücklich. So kann auch Eigenverantwortung nur funktionieren, wenn ich auch mit dem Nächsten bin, auch die Verantwortung für den Nächsten trage. Das bedeutet gesunden Egoismus mit Gemeinsinn. Der Freimaurer ist freiwillig eine Verpflichtung eingegangen, zuallererst zu sich selbst, im Weiteren auch zu seinen Brüdern, und darüber hinaus zu allen Menschen dieser Erde.

Gemeinschaft und Gemeinsinn, das bietet die Loge. Freimaurer sind und bleiben jedoch immer Individualisten, sind also Einzelgänger in einer Gruppe. Das ist besser, als allein, nach Lust und Laune herumzualbern, oder vielleicht auch nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Wenn Du einmal genauer nachdenkst, was haben Dir Deine vielen Amüsements, Deine vielen Kontakte auf Partys wirklich gebracht, außer vielleicht Spaß? Was bleibt für Dich selbst übrig?

Sind wir wirklich frei und können selbst entscheiden, wie wir denken und handeln? Das bezweifle ich stark, weil wir zum Großteil manipuliert werden, ohne dass wir das groß wahrnehmen. Davon will auch ich mich nicht freisprechen, aber immerhin habe ich ein Gespür dafür entwickelt, manipuliert zu sein und mich zu bemühen in gewissen Rahmen einen Eigensinn zu entwickeln. Dazu hat mir die Freimaurerei wesentlich verholfen, und ich bin dankbar dafür. Dabei will ich anfügen, dass mein Alter und meine gesammelten Erfahrungen auch dazu beigetragen haben. Damit will ich keinesfalls sagen, dass Alter ein Verdienst ist, sondern Ansporn nicht nachzulassen, mich doch noch zu finden.

Zurück zur Frage, ob wir frei sind. Wie gesagt, ich fange immer wieder an, meine Freiheit zu finden. Wir sind heute, im digitalen Zeitalter, der Taktung der Prozessoren unterworfen. Sie bestimmen unseren Arbeitsalltag, Computersysteme wissen fast alles von uns, ob wir nun Geld am Automaten ziehen, mit unserem Handy telefonieren, oder im Internet surfen und eMails schreiben, alles wird aufgezeichnet und wird dazu benutzt unser Verhalten vorherzusagen und zu steuern, damit uns Angebote gemacht werden können, um schnell (und sicher) Profit zu bringen. Alles unter der Parole, du bist frei, habe deinen Spaß, ich besorge ihn dir. So ist alles berechenbar, der Mensch als solches zählt nichts. Genauso werden wir auch durch die Regierungen kontrolliert und manipuliert, Du als Mensch zählst nichts, sondern nur Deine Arbeitskraft, solange Du sie hast. Schau doch mal in die Altersheime und Krankenhäuser, wie es ist, wenn man aus Dir keinen Profit mehr schlagen kann, was bist Du dann als Mensch wert? Die Macher sind alle im Dienst des Mammons. Wir sind in Wahrheit im Besitz von virtuellen Mächten, die uns manipulieren, denen wir ausgeliefert sind und uns sogar freiwillig ausliefern. Wir haben keine Kontrolle mehr über uns selbst. Also, sind wir frei?

Eine Freimaurerschwester beklagte kürzlich, dass sie keinen kommunikativen Kontakt zu ihrer 14-jährigen Nichte mehr bekommen könne. Früher ist sie jeden Sommer mit ihr verreist, es fand ein reger Austausch während des gemeinsam erlebten statt. Inzwischen sitzt das Mädchen unruhig beim Essen, steht sofort danach auf, setzt sich aufs Sofa und schaut angestrengt auf ihr Handy. Notfalls geht sie einfach auf die Toilette, um ungestört mit ihrem Handy zu sein. Gespräch – null. Das Mädchen ist nicht mehr ansprechbar, ein Gespräch, ein Gedankenaustausch in der Familie findet nicht mehr statt. Das Miteinander ist verschwunden. Ist das Mädchen wirklich frei? Wie soll dieses Kind eine Zukunft des Miteinanders gestalten?

Ein extremes Beispiel, gewiss, aber wir alle sind mehr oder weniger dabei, den Verlockungen der Prozessoren zu erliegen, in die Vereinzelung abzugleiten, dabei das Miteinander zu vergessen, und schlimmer noch, dem Spiel der Medien und den tollen Angeboten des Amüsements, zu erliegen, immer mit dem Gefühl, frei zu sein, weil man uns das suggeriert. Ich kann ja beliebig wählen, aber immer im Rahmen, wo ich berechenbar bleibe und irgendjemand davon profitiert. Mitdenken ist nicht erwünscht und bloß selbst keine (Mit-)Verantwortung tragen, die hat man uns abtrainiert. Aber Freiheit ist ohne Verantwortung nicht zu erreichen, geschweige denn zu erhalten. Verantwortung ist für sich selbst zu tragen und ganz besonders für unseren Mitmenschen. Merke: Auch der ist letztlich verantwortlich, der keine Verantwortung übernehmen will.

Freimaurer sollen sich aus sich selbst heraus, also bewusst, verantwortlich fühlen, – das ist ihre Pflicht. Dazu müssen sie erkennen, wer sie sind und wo sie stehen. Das bedingt immer eine Überprüfung des eigenen Standpunktes, des eigenen Handelns und – was ist sinnvoll? was ist wirklich notwendig? was will ich wirklich?

Das „ERKENNE DICH SELBST!“ ist die Grundforderung an den Freimaurer, und das bedeutet im ersten Schritt Aufmerksamkeit; Aufmerksamkeit was in ihm passiert, wo er steht, wie er denkt, weshalb und wie er handelt. Mit Aufmerksamkeit beginnt die Arbeit an sich selbst, an dem rauhen Stein, der bearbeitet werden muss. Es ist der Wille zur Pflicht des Freimaurers, nach moralischen Grundsätzen zu leben, nicht Herr sein wollen, sondern Diener. Immer mit sich selbst kritisch zu sein, immer kritisch mit dem was in seiner Umwelt geschieht, sich in Beziehung setzen, das ist die Arbeit des Freimaurers. Zugegeben, das ist oft mühsam, bedeutet Widerstand, Mut, auch Demütigung und Demut, aber es lohnt sich, denn der Freimaurer fühlt sich lebendig und weiß wer er ist.

Das ist sein Gewinn.

Freimaurerei ist, wie gesagt, eine Geisteshaltung, die kann aber ohne bewusstes Handeln nichts bewirken. Das bedeutet: Engagement ist gefordert, ein Einbringen für mich als ganze Person, ehrlich und offen, zuverlässig, gradlinig, berechenbar – und ausdauernd; nicht „schau mer mal“ oder „komme ich heute oder morgen“.

Die Freimaurerloge vermittelt Dir ethische und moralische Werte (übrigens uralte), damit erhältst Du eine innere Struktur und Ordnung und die wird immer von Deinen Brüdern getestet und in Frage gestellt. Das ist oft nervig und manchmal unerfreulich, die Brüder machen es Dir nicht leicht. Aber in den Auseinandersetzungen darüber erkennst Du langsam aber sicher Deinen eigenen Sinn, Deinen eigenen Weg. Das nicht nur für innerhalb der Loge nützlich, sondern auch für Deinen Alltag. Das ist Dein Gewinn. Dein Wesen verfestigt sich, weil Du Deinen Standpunkt erkennst und damit, was Dir wirklich wichtig ist. Du wirst toleranter, verständnisvoller und pflegst einen liebevolleren Umgang in der Familie, im Verein und der Gesellschaft, wo immer Du Dich engagierst. Aber Du lässt nicht mehr alles mit Dir machen.

Das hast Du nun davon, wenn Du Dich zur Freimaurerei bekennst.

Der Freimaurer ist Gestalter, für sich und seine Mitmenschen. Das erfordert Achtsamkeit und ist unbequem.

Also lieber Freund, entscheide, was Du willst, was Dir Gewinn bringt:Willst Du bewusst durchs Leben schreiten? Willst Du Teilnehmer, oder nur Zuschauer sein? Willst Du bewusst entscheiden? Willst Du eine Aufgabe? Willst Du Verantwortung übernehmen?

Der Lohn des Freimaurers, sein Gewinn ist, dass er bewusst am Leben teilnimmt, anstatt die Illusion zu haben, in Freiheit am Leben teilzunehmen. Er wird im Laufe seines Freimaurerlebens mehr und mehr Herr seiner selbst, anstatt in geistiger Unfreiheit, auch wenn das bequem ist, einfach so zu existieren.

Lieber Freund, es spielt für mich keine Rolle, ob Du den Weg in die Freimaurerei gehen willst oder nicht. Du bist und bleibst mir lieb und teuer, ein für mich wertvoller Mensch, mit dem ich auch gerne in Zukunft zusammen sein möchte.

In diesem Sinne bin ich

Dein Freund.“

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Aschaffenburger Loge stiftet Gedenkstein

Gedenkstein Einl. Stadt AB

Bürger, Komponist, Freimaurer: Die Aschaffenburger Loge ehrt zu ihrem 50. Jubiläum Johann Friedrich Hugo von Dahlberg, genannt “Fritz”, mit einem Gedenkstein.

Der Bruder des letzten Mainzer Kurfürsten war Freimaurer in einer örtlichen Loge und ein bedeutender Komponist, der die letzten Lebensjahre in der Stadt am Main verbrachte. Am 16. Februar wird die Meisterklasse der Steimmetzschule ihre Entwürfe für den Gedenkstein öffentlich vorstellen. Die Meinung des Publikums fließt in die Entscheidung mit ein.

Die städtischen Kulturtage 2017 stehen unter dem Motto „Aufbruch“. Im Sommer werden daher viele Veranstaltungen unter anderem an den Anfang des 19. Jahrhunderts erinnern. Damals erlebte Aschaffenburg unter dem letzten Mainzer Kurfürsten Karl Theodor von Dalberg seine Blüte als Residenzstadt sowie den Übergang in eine neue Epoche.

Die Saat für diesen Aufbruch in die Moderne war bereits in den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor ausgebracht worden – unter anderem vom Bund der Freimaurer, dem auch Fürstbischof Karl Theodor sowie sein jüngerer Bruder Johann Friedrich Hugo, genannt „Fritz“, angehörten. „2017 jährt sich der Gründungstag der Freimaurerei in England zum 300. Mal. Zudem feiert die Aschaffenburger Freimaurer-Loge „Post Nubila Phoebus“ (PNP) in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum“, sagt Daniel Schleusener, der dem Verein aktuell vorsteht.

Anlässlich des doppelten Jubiläums wollen die hiesigen Freimaurer die Öffentlichkeit im Lauf des Jahres mit mehreren Veranstaltungen über sich und die Freimaurerei informieren. Zudem wird die Loge, deren lateinischer Name mit „Nach dem Dunkel das Licht“ übersetzt werden kann, der Stadt Aschaffenburg ein Denkmal für Fritz von Dalberg stiften. Der Gedenkstein soll im Juli auf der Grünbrücke an der Großmutterwiese eingeweiht werden

Der jüngere Dalberg war ein bekannter Komponist und Schriftsteller, zudem war er Mitglied einer Aschaffenburger Freimaurer-Loge und mit den Dichterfürsten Goethe und Herder, beides selbst Freimaurer, befreundet. Das Main-Echo hatte 2012 über den 200. Todestag des jüngeren Dalbergs berichtet, der im Schatten seines fürstbischöflichen Bruders stand. „Wir freuen uns, einen so bekannten, ja berühmten Bürger der Stadt Aschaffenburg bei uns als Mitglied gehabt zu haben“, sagt Schleusener. Die Loge „Carl Eugen Napoleon zur festen Vereinigung“, der Fritz von Dalberg angehörte, ist 1812 auf Geheiß Napoleons geschlossen wurden, da der Franzose wegen der Einwohnerzahl nur eine Loge in der Stadt wollte.

Der Gedenkstein für Fritz von Dalberg wird von der Steinmetzschule Aschaffenburg entworfen und gefertigt. Am Donnerstag, 16. Februar, wird die Meisterklasse 2016-17 ihre Entwürfe für das Denkmal vorstellen. Vorgabe für die Arbeiten war das noch immer aktuelle Lebensmotto Fritz von Dalbergs: „Ich muss selbst bewegt seyn, andere zu rühren“. Die Werkstattschau ist für alle Interessierten zugänglich und beginnt um 19 Uhr in der Steinmetzschule Aschaffenburg (Schlossgasse 27). Die Besucher erfahren mehr über die Biographie Dalbergs, die Hintergründe für die Stiftung des Denkmals sowie über den Prozess, wie aus einer Idee ein Denkmal entsteht. Und das Publikum ist aufgefordert, über die Entwürfe mit abzustimmen.

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Jubiläumskonzert in Frankfurt

Jubiläumskonzert der Frankfurter Loge

275 Jahre “Zur Einigkeit” – das der Frankfurter Loge ein wichtiger Anlass, Lieder der Freimaurer zum Klingen zu bringen, in denen die Ideale Freundschaft, Wohltätigkeit, Dankbarkeit, Gerechtigkeit besungen werden.

Diese Lieder verwenden viele Logen bis heute beim feierlichen Ritual, dem ein geselliges Zusammensein folgt, für die ebenfalls Lieder, nun mehr schwungvollen und heiteren Inhaltes, geschrieben wurden.

Der Chor “Rhein Main Vokalisten” unter Leitung von Jürgen Blume, sowie Peter Schüler (Bariton), Rolf Bissinger (Flöte) und Eberhard Panne (Klavier) verwöhnten das zahlreich erschienene Publikum in dem frisch renovierten großen Saal mit Wechselgesängen, aber auch Sololiedern und Chorstücken von W. A. Mozart, Joseph Augustin Gürlich, Kurt Eichberg, Antonio Salieri, Anton André, Peter Joseph Lindpaintner, Johann Abraham Peter Schulz, Johann Gottlieb Naumann, Franz Schubert, Carl Maria von Weber und Ludwig van Beethoven.

Das Konzert wurde von Loge und Besuchern als würdiger Auftakt zu den Feierlichkeiten im Jubeljahr bewertet. Bewegend war die Vertonung des Bundesliedes für einen gemischten Chor, manchen bereits bestens bekannt aus der empfehlenswerten CD „Aus diesen heiligen Hallen – Freimaurermusik aus dem Tempel der Loge zur Einigkeit, Frankfurt am Main.“

 

Weitere Veranstaltungen der Loge zum Jubiläumsjahr finden sich hier http://www.freimaurerloge-zur-einigkeit-frankfurt.de/downloads/275J_Loge-Frankfurt.pdf

 

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Großlogentreffen 2017 in Dresden

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Das diesjährige Großlogentreffen der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland findet vom 24. bis 26. Mai in Dresden statt. Neben einem angenehmen Programm in einer interessanten Stadt beschäftigen sich die Freimaurer mit der Frage “Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen?”

Jedes Jahr treffen sich die Freimaurer der Großloge A.F.u.A.M.v.D. mit jeweils wechselndem Schwerpunkt an wechselnden Orten. In einem Jahr ist es der Großlogentag, der satzungsmäßigen Mitgliederversammlung mit Wahlen und verbindlichen Abstimmungen, im Folgejahr das Großlogentreffen, das mehr dem kommunikativen Charakter dient. Das diesjährige Großlogentreffen findet in der schönen Stadt Dresden statt, die den Besuchern am Randes des freimaurerischen Treffens viele Sehenswürdigkeiten und ein besonderes Flair bietet. Die Ausrichtung des Treffens übernimmt traditionell eine örtliche Loge, in Dresden ist es die 1863 gegründete, im Dritten Reich und der DDR verbotene und im Jahre 2014 wiederbegründete Loge „Zu den Ehernen Säulen“.

Verleihung des Kulturpreises an den Schriftsteller Uwe Tellkamp

Die Freimaurer leitet ihr Treffen mit einer rituellen Zusammenkunft, einer sogenannten “Arbeit” ein, mit der sie sich auf zwei Tage voller brüderlich-freundschaftlicher Gespräche einstimmen. Im Anschluss folgt der für die Öffentlichkeit wohl wichtigste Punkt, die Verleihung des Kulturpreises an den Schriftsteller Uwe Tellkamp. Im Großen Saal des “Dresdner Stadtmuseums” wird dem bekannten Schriftsteller (“Der Turm”, “Der Eisvogel” u.v.a.) der “Kulturpreis der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland” verliehen. Für Tellkamp ist dies sozusagen ein Heimspiel, wurde er doch in Dresden geboren und lebt seit 2009 wieder in der Stadt. Die Laudatio hält Jürgen Kaube, einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der Kulturpreis Deutscher Freimaurer wird von der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer seit 1966 in unregelmäßigen Abständen vergeben. Der Preis dient der Anerkennung künstlerischen Schaffens, das den ethischen freimaurerischen Lebensvorstellungen entspricht, für ein Werk, das die freimaurerischen Ideen der Toleranz, der Freiheit und der Brüderlichkeit fördert, wobei kein Unterschied zwischen Freimaurern und Nicht-Freimaurern gemacht wird. Bisherige Preisträger waren Max Tau, Erich Kästner, Siegfried Lenz, Golo Mann, Peter Huchel, Winfried Dotzauer, Otto Friedrich Bollnow, Johannes Mario Simmel, Yehudi Menuhin, Lew Kopulew, Otmar Alt, Rainer Kunze, Arno Surminski, Fritz Pleitgen, Prof. Dr. Hans Küng, Gidon Kremer und Prof. Kurt Masur.

Am folgenden Tag beschäftigen die Freimaurer sich in einer internen Zusammenkunft mit Fragen der Gegenwart und Zukunft ihres Bundes unter dem Thema “Was hat die Freimaurerei uns heute zu sagen?”. Damit wird ein vor mehreren Jahren eingeleiteter Prozess fortgesetzt, die humanistische Freimaurerei in Deutschland in ihrem Bezug zu gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart zu untersuchen und Antworten auf aktuelle Fragestellungen zu finden.

Währenddessen genießen die Damen und Gäste ein angenehmes Programm in der Stadt Dresden, beispielsweise Zwinger und Semperoper, Schloss und Fürstenzug, Neumarkt und Frauenkirche, Brühlsche Terrasse und Neue Synagoge — das klassische Dresden-Programm mit den typischen Sehenswürdigkeiten. Viele werden die Gelegenheit nutzen, und auch einige andere der vielen Dresdner Sehenswürdigkeiten zu erschließen. Als gemeinsame Abendveranstaltung ist eine reizvolle mehrstündige Elbfahrt auf einem Salonschiff geplant.

Dresdens lange Tradition der Freimaurerei

Die älteste Dresdner Loge “Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute” wurde bereits 1738 gegründet und ist damit eine der ältesten Logen Deutschlands. Im Jahre 1776 folgte die Loge “Zum Goldenen Apfel” und 1863 die Loge “Zu den ehernen Säulen” — die drei genannten Logen sind Mitglieder der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. In Dresden gibt es zudem die Loge “Zum Goldenen Kreuz“, gegründet 1894 und eine Mitgliedsloge der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland. Auch in Dresden hatte die Freimaurerei im Laufe ihrer geschichte populäre Mitglieder, beispielsweise Johann Gottlieb Naumann, Christian Gottfried Körner, Karl Christian Friedrich Krause, Gottfried Semper, Johann Andreas Schubert, Friedrich Wilhelm Pfotenhauer, Max Arnhold, Hans Erlwein, Richard Seifert.  Auf gemeinsame oder einzelne Initiative der Dresdner Logen gingen wichtige Einrichtungen wie das Freimaurerinstitut, eine Wohlfahrtseinrichtung, zurück, ebenso die “Lehr- und Erziehungsanstalt für Töchter gebildeter Stände sowie die Schillerstiftung. Von dem Verbot durch die Nationalsozialisten hat sich, wie in ganz Deutschland, auch die Dresdner Freimaurerei noch nicht wieder erholt. Mit etwas mehr als einhundert Mitgliedern sind die heute aktiven Logen gleichwohl auf einem guten Weg.

Das Großlogentreffen in Dresden findet vom 24. bis 26. Mai statt. Die genauen Termine entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungskalender.

Die Teilnahme am Großlogentreffen steht jedem Bruder Freimaurer offen. Ein rechtzeitige Anmeldung ist notwendig; die Anmeldeunterlagen mit den genauen Terminen, Kosten und Orten liegen jeder Mitgliedsloge der Großloge A.F.u.A.M.v.D. vor. Bei Rückfragen ist die Kanzlei unter der Mailadresse kanzlei@freimaurerei.de oder der Telefonnummer 030-86422034 gern behilflich.

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