Eine freimaurerische Vision

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Das Wort „Vision“ leitet sich von lateinisch „visio“ ab und bedeutet „Erscheinung“ bzw. „Anblick“. Als „Vision“ wird ein subjektives Erleben von etwas sinnlich nicht Wahrnehmbarem bezeichnet, das aber dem erlebenden Visionär als wirklich erscheint.

Von Alexander Trettin

Im Mittelalter wurden „Visionen“ noch religiös gedeutet – im Sinne einer Einwirkung durch eine jenseitige Macht. Im Zeitalter der Aufklärung, erhielt der Ausdruck „Vision“ auch die etwas negativeren Nebenbedeutungen „Einbildung“, „Trugbild“, „Wahnbild“, „Traumbild“, und „Fantasievorstellung“. Sobald „Visionen“ einen Zukunftsbezug beinhalten, spricht man von „Zukunftsvisionen“ im Sinne einer Wunschvorstellung. Diese kann eine für realisierbar gehaltene „Utopie“ aufweisen. Gemeint sind dann meist kühn wirkende „Entwürfe“, „Konzepte“ und „Ideale“. Visionen nehmen ihren Anfang in der „Fantasie“. Mittels unserer Fantasie erträumen wir uns gelegentlich eine bessere Zukunft. Deshalb stellt sich mir die Frage, wie heutzutage eine Vision von einer besseren Zukunft, unter freimaurerischen Gesichtspunkten aussehen könnte? Auf jeden Fall bräuchte es hierfür „Visionäre“. Ein „Visionär“ ist jemand, der mutige, bahnbrechende Ideen formuliert und verwirklicht. Sind wir Freimaurer heutzutage noch Visionäre? Gibt es genügend Visionäre in unserem Bund?

Natürlich gibt es Brüder, die bereits mit der Bearbeitung ihres „rauen Steins“ vollends ausgelastet sind und keine Zeit für Visionen haben. Sicherlich gibt es auch Brüder unter uns, die es mit dem Zitat von Helmut Schmidt halten und denken, dass diejenigen, die Visionen haben, lieber zum Arzt gehen sollten. Dann gibt es wahrscheinlich auch noch die Brüder, die insgeheim denken, dass sich jemand anderes um die Zukunftsgestaltung kümmern sollte. All diesen Brüdern sei gesagt, dass das visionäre Denken im freimaurerischen Sinne gelernt und eingeübt sein will. Das Denken an sich beinhaltet nämlich nur eine Illusion von Macht, mit der die meisten Menschen — ungeübt — nicht umgehen können. Zum Glück gibt es die Toleranz! Wir sollten in diesem Zusammenhang nur aufpassen, dass wir nicht irgendwann — so wie Br. Werner Güttler es ausgedrückt hat – „toler-ranzig“ werden.

C. G. Jung (1967, S. 347 f.) wiederum definierte die Vision als einen Vorgang, der wie ein Traum sei, sich aber im wachen Zustand abspiele. Die Vision tritt aus dem Unbewussten neben die bewusste Wahrnehmung und ist somit „nichts anderes als ein momentaner Einbruch eines unbewussten Inhaltes in die Kontinuität des Bewusstseins“. Visionen können aber auch im Traum empfangen werden. Ist das, was wir gerade erleben, Wirklichkeit oder nur ein Traum? Der berühmte taoistische Philosoph Zhuang Zi (1994, vgl. S. 52) träumte eines Nachts, er wäre ein Schmetterling, der mit sorgloser Leichtigkeit herumflog. Der Traum war so real für ihn, dass er, als er erwachte, sich fragte, ob er Zhunag Zi war, der geträumt hatte, er sei ein Schmetterling, oder ob er wirklich ein Schmetterling war, der träumte, er sei Zhuang Zi. Wenn ein Traum real scheint, wie kann man feststellen, was die Realität ist?

Auch in der Antike gab es Erklärungen dafür, warum wir träumen und was den Zustand des Träumens von dem des Wachseins abgrenzt. Dazu ein Beispiel: Schon in Homers „Odyssee“ (19. Gesang) kündigt sich Penelope das Kommende im Traum an. Sie träumt von zwanzig Gänsen in ihrem Haus, die sich an ihrem Weizen gütlich tun und dann von einem Adler getötet werden. Der Adler gibt sich ihr kurz darauf als Odysseus zu erkennen. Wenig später, in der Wirklichkeit, tötet Odysseus tatsächlich einige ungebetene Gäste in seinem eigenen Haus. Sind Träume nur unterbewusste Wunschvorstellungen? Oder vielmehr ein „überbewusstes“ Verlangen? Ein Verlangen, dessen Stärke vielleicht darin besteht, sich immer und immer mehr in das eigene Innere zu fressen? Oder ist es genau dieses Verlangen, dass die Vision unsterblich macht? Was aber ist „geträumt“ und was ist „wirklich“? Was ist es, das den Traum von der Wirklichkeit unterscheidet?

Das „Erkenne Dich selbst“ der Freimaurer bleibt zeitlos

Der Philosoph René Descartes (1976, 1979) entwickelte seine Philosophie aus dem „methodischen Zweifel“ heraus. Auch er fragt: Könnte nicht alles in der Welt und somit auch das eigene Bewusstsein bloß ein Traum sein? Es kann doch durchaus sein, dass wir vielleicht — jetzt in diesem Moment — träumen. Doch selbst wenn wir nur träumen, bleibt etwas übrig, dass wir nicht mehr bestreiten können, nämlich, dass wir träumen. Wenn wir denken können, dass wir träumen, dann denken wir — egal ob der Traum „wirklich“ oder „unwirklich“ ist. Das meint Descartes mit seinem Ausspruch „Ich denke, also bin ich!“ Die Frage ist bloß, wer oder was bin ich? Und wie kann ich mich diesbezüglich eigentlich selbst erkennen? Das „Erkenne dich selbst“ ist und bleibt unbestritten eine zeitlose Idee der Freimaurerei. Jeder Bruder hat also die Aufgabe, sich selbst zu erkennen und seine Persönlichkeit auszubilden. Der Selbsterkenntnis, die als eine wesentliche Voraussetzung für die Selbstwerdung des Einzelnen angesehen wird, folgt die Selbstkritik. Die Selbstbeherrschung ist darüber hinaus eine Voraussetzung zur Selbstveredelung, die wiederum in der Selbstüberwindung mündet. Dabei schadet es sicherlich nicht, Bestätigung durch andere zu erleben und an seiner eigenen Selbstverwirklichung zu arbeiten, solange man nicht im „narzisstischen Interesse“ verbleibt.

Freuds Psychoanalyse (1923) konfrontiert das Bewusstsein jedoch mit der peinlichen Einsicht, dass das „Ich“ nicht Herr in seinem eigenen Haus sei. Nur indem „Ich“ mich reflexiv betrachte, bilde ich ein eigenes „Selbst“ aus. Bei dieser Art der Reflexion wird demnach die Aufmerksamkeit auf das „Selbst“ gelenkt, wodurch die Person das „Subjekt der Wahrnehmung“ und „wahrgenommenes Objekt“ zugleich ist. Dieses „reflexive Selbstbewusstsein“ kann im Kern jedoch zugleich eine Entfremdung hervorrufen, „nämlich den Verlust der Spontanität, der Unbefangenheit und der Unschuld des kindlichen Lebens; es gleicht dem biblischen ‚Sturz aus dem Paradies‘“. (Fuchs, 2017, S. 20) Sind wir Freimaurer in der Lage unsere eigenen Gedanken und Handlungen in ausreichendem Maße zu reflektieren?

Seit jeher beschäftigt die „Vision“ also unser Denken. Sie fasziniert uns und erscheint doch zugleich als etwas zutiefst Fremdes, etwas Andersartiges und Unwirkliches. Ist es das Fremde, das uns vielleicht insgeheim Angst macht, eine Vision auszubilden? Das Fremde kann als Jenseitiges, als unbekanntes Draußen, oder als jenes verstanden werden, das in den psychischen Raum des Eigenen einbricht. Das Fremde kann aber auch definiert werden als „das Äußere in Abgrenzung vom Inneren. […] Fremd ist sodann, was nicht zum Selbst oder zur eigenen Gruppe gehört, im Gegensatz also zum Eigenen, Verwandten oder Heimischen. Fremd ist schließlich das Unbekannte, Unvertraute oder gar Unheimliche im Unterschied zu Bekannten, Vertrauten und Gewohnten.“ (ebd.) Das „Fremde“ hat aber noch eine zusätzliche Bedeutung: „Es wird dann nämlich zu einem notwendigen Gegenpol dessen, was wir die persönliche Identität nennen.“ (ebd.) Die Identität „stiftet der Person Kohärenz, Sinn und Richtung im Leben“ und bildet zudem eine Konstante des Selbstseins und Selbsterlebens über die Zeit hinweg. (Rauthmann, 2016, S. 28)

Das Fremde im eigenen Bruder

Spannend ist nun, welche Formen die emotionale Reaktion auf das visionhafte „Fremde“ annehmen kann. Im positiven Sinne kann das Fremde als Neugier, als Faszination oder als eine verlockende Gegenwelt wahrgenommen werden. Im negativen Sinn reicht sie „zunächst von der bloßen Überraschung und Irritation über Verunsicherung und Beunruhigung bis zu Furcht oder Angst, aber auch zu Verachtung, Feindseligkeit und schließlich Aggression. Dementsprechend kann das Fremde Reaktionen der Vermeidung, des Rückzugs und der Flucht ebenso auslösen wie den Versuch, es abzuwehren, zu bekämpfen oder gar zu vernichten.“ (Fuchs, 2017, S. 18)

Wie entstehen solche negativen emotionalen Reaktionen? Traumatische Erfahrungen, erlebte Zurückweisung sowie Verletzungen während der frühesten Kindheit können „die Beheimatung in der Welt, das Urvertrauen und die Entwicklung eines stabilen Selbstgefühls mehr oder minder gravierend beeinträchtigen. Lebenslange existenzielle Grundgefühle der Fremdheit, Unsicherheit und Ausgesetztheit in der Welt können die Folge sein.“ (ebd., S. 19) Hinzu kommt eine Reihe von „selbstreflexiven Emotionen“, wie z. B. Scham, Verlegenheit, Stolz oder Schuldgefühle, die auf dem „internalisierten Blick der anderen“ beruhen. Des Weiteren erfordert jede definierte soziale Identität, „dass wir unser Selbstbild mit dem Bild abgleichen, das uns von außen angeboten oder zugewiesen wird. Dieses aber gerät häufig in Konflikt mit dem primären, spontanen Selbstsein. Darin besteht das Grunddilemma der menschlichen Identität: Das durch Fremdzuschreibungen geschaffene Selbstbild oder Rollen-Ich wird dem spontanen, werdenden Selbst immer wieder zum Fremden.“ (ebd., S. 20) Ein regelrechter Teufelskreis. Denn jede „Identität grenzt andere Möglichkeiten des Selbstseins aus“ (ebd.).

Dennoch bleibt „das Ausgegrenzte immer eine latente Herausforderung; es gelingt uns nie, uns ganz von ihm zu trennen. Wer das Eigene verdrängt (oder verleugnet), bleibt in der Negation umso mehr auf es bezogen. Das zeigt sich an der Heftigkeit, mit der das Verdrängte an anderen attackiert wird. In der Projektion repräsentiert der andere das, was ursprünglich im eigenen Inneren zu finden war und was das insgeheim Gesuchte oder Begehrte geblieben ist. Umso unnachgiebiger muss der Gegner bekämpft werden, um das latente Eigene im Fremden zum Schweigen zu bringen. Das führt zu dem Paradox, dass die Abwehr mit der Ähnlichkeit oder sozialen Nähe des anderen eher noch zunimmt.“ (ebd.) Nichts wird so heftig abgelehnt oder bekämpft wie ein Angehöriger der gleichen Schicht. Auf uns Freimaurer übertragen würde dies bedeuten, dass wir in einem solchen Fall auch schon einmal unsere Toleranz über Bord werfen, um das — auf unseren Bruder projizierte Fremde — besser bekämpfen zu können. „Das Fremde wirkt umso bedrohlicher, je näher und ähnlicher es uns in Wahrheit selbst ist.“ (Fuchs, 2017, S. 21) Diese Art der „Dialektik des Selbst“ „wird zur Dynamik der Entwicklung, in der wir zeitlebens auf der Suche nach uns selbst sind“. (ebd.) Das entspricht dem Motto, dass wir Freimaurer ein Leben lang Lehrlinge bleiben und uns somit auch immer wieder aufs Neue „selbst erkennen“ müssen.

Wie steht es mit dem Sozialkapital der deutschen Freimaurerei?

Ist es das Fremde innerhalb unserer freimaurerischen Vision, das anderen vielleicht Angst macht? Werden wir deshalb so oft als Weltverschwörer tituliert? Ist es die Angst vor dem Fremden, weshalb gerade so viele Menschen in der Welt irgendwelchen Populisten an die Macht verhelfen? Wie gehen wir Freimaurer mit dem mörderischen Potenzial von Vorurteilen dieser Populisten um, die sich leider auch in unseren Logen wiederfinden? Wie steht es mit dem Sozialkapital der deutschen Freimaurerei, angesichts der vielen Flüchtlingen, die in unser Land kommen? In diesem Zusammenhang möchte ich einen Witz aus einem Asterix-Band (1976, S. 16) wiedergeben. Methusalix sagt bei der Ankunft von Fremden in seinem Dorf zu seiner jungen Frau, die gerade ihr blondes Haar vor dem Spiegel kämmt: „Du kennst mich ja, ich habe nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden da, die sind nicht von hier!“

Um es mit Hölderlin (StA 6,1, S. 425f.) zu sagen: „Das Eigene muss so gut gelernt sein wie das Fremde.“ Aber wie verstehen und definieren wir Freimaurer eigentlich „Gemeinwohl“ und „Solidarität“ in der heutigen Zeit? Doch hoffentlich ganz anders als jene Populisten! Dabei stellt sich ebenfalls die Frage, wie wir Freimaurer unsere Vision einer selbstbestimmten, demokratischen, freien und offenen Gesellschaft verwirklichen? Der brasilianische Befreiungstheologe Hélder Camara (1969) schreibt in diesem Zusammenhang: „Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Anfang einer neuen Wirklichkeit!“ Und jede visionäre Tat beginnt mit einem Traum, wie es Martin Luther King (1963) ausgedrückt hat: „Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden. I have a dream!“ Wäre das nicht traumhaft? Willkommen in der neuen Welt der Wirklichkeit!

Träumen wir Freimaurer eigentlich immer noch gemeinsam von einer besseren Welt? Oder um es mit Leibniz (1710) zu sagen, von der „besten aller möglichen Welten“? Oder sind wir doch nur Individualisten, die in Deckung gehen, wenn es brenzlig wird? Als Freimaurer können wir zwar alle möglichen Welten denken, aber doch nur die Beste von ihnen wollen. Denn mit unseren Idealen wäre es unverträglich, das weniger Vollkommene zu verwirklichen.

Daher rufe ich euch zu, meine Brüder: Erkennt auch weiterhin die Menschenwürde an, fördert die Menschenkräfte anderer, orientiert euch an der Redlichkeit und an der reflexiven Vernunft, klärt auf, wo es etwas aufzuklären gibt, benutzt eure intellektuelle bzw. soziale Offenheit und verteidigt somit eine offene Gesellschaft. Eignet euch Werte an und setzt diese um, schult euren Charakter, beteiligt euch an der Erinnerungskultur sowie am allgemeinen Diskurs und nehmt auch eure Verantwortung in der Außenwahrnehmung ernst!

Nur dann bleiben die Worte des Meisters vom Stuhl, nämlich: „Geht nun zurück in die Welt […] und bewährt Euch als Freimaurer. Wehret dem Unrecht, wo es sich zeigt, kehrt niemals der Not und dem Elend den Rücken, seid wachsam auf Euch selbst“, nicht nur eine ständige Mahnung, sondern eine echte ‚Arbeitsanweisung‘ für jeden einzelnen von uns.

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Pforzheim als Zentrum des Humanismus

Pforzheim (tn). Till Neumann, Meister vom Stuhl der Loge Reuchlin, und der Verleger Jef Klotz, Inhaber des gleichnamigen Buchhauses, präsentieren das von der Pforzheimer Loge und dem Buchhaus gemeinsam herausgegebene Buch “Pforzheim , ein Zentrum des Humanismus in Deutschland.”

Das Buch gibt einen umfassenden Überblick über die geistigen Strömungen in der Renaissance in Pforzheim mit seiner bedeutenden Lateinschule und ihren Lehrern und Schüler wie Johannes Reuchlin, Philipp Melanchthon oder den ersten deutschen Prior der Sorbonne, Johannes Heymlin aus Stein bei Pforzheim.

Die Pforzheimer Loge “Reuchlin” hat auch durch Spenden der Brüder das Projekt mitfinanziert und mit herausgegeben. Es war der Loge ein Anliegen, die Bedeutung der Stadt Pforzheim für  den Humanismus in Deutschland , wie er durch den Namensgeber der Loge symbolisiert wird, wieder in das allgemeine Bewusstsein zu bringen. Das Buch ist ein Einstieg in das bedeutsame Thema der seinerzeit weithin bedeutenden Pforzheimer Lateinschule und der Pforzheimer Humanisten.

Das Buch ist im Pforzheimer Buchhandel und bei der Loge erhältlich.

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Jahrestagung der Forschungsloge QC in Kempten

Dominique Freymond von der Großloge der Schweiz und Thomas Forwe, Meister der Forschungsloge unterzeichnen die Freundschaftscharta

Die Kemptener Freimaurerloge „zum hohen Licht“ war Gastgeber für die Jahrestagung der deutsche freimaurerische Forschungsloge „Quatuor Coronati“. Mitglieder aus dem ganzen deutschsprachigen Raum kamen nach Kempten.

Kempten. (me) Die Freimaurerei mit ihrer 300jährigen Tradition versteht sich als ein ethischer Bund freier Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst zu einem menschlicheren Verhalten führt.

Die Forschungsloge hat rund 1.600 Mitglieder und ist der bedeutendste Träger freimaurerischer Forschung in Deutschland. Ihre Hauptaufgabe ist die Zusammenführung von Freimaurern um die Geschichte, Brauchtum, soziale Struktur und gesellschaftliche Stellung des Freimaurerbundes erforschen.

In Kempten wurde neben dem gesellschaftlichen Rahmenprogramm ein Ritual zelebriert, das bereits die Loge von Wolfgang Amadeus Mozart in Wien für ihre Zusammenkünfte verwendete. Weitere Programmpunkte waren Vorträge von Dominique Freymond: Freimaurerei in den „bandes dessinés“/im Comic sowie von Gerald Huber: Zur Geschichte der Freimaurerei in Bayern – Wahrheit oder trügerischer Schein?

Einen besonderen Höhepunkt stellte die Unterzeichnung einer Freundschaftscharta zwischen der deutschen Forschungsloge Quatuor Coronati und der Schweizer Großloge „Alpina“ dar, in der eine weitere vertiefte Zusammenarbeit vereinbart wurde.

Der Meister vom Stuhl der Loge zum Hohen Licht in Kempten Dr. Jürgen Rogalla zeigte sich sichtlich erfreut über die Ehre, dass die Kemptener Loge die Jahreskonferenz ausrichten durfte und das Lob für die gute Organisation, das vom Meister der Forschungsloge Thomas Forwe ausgesprochen wurde.

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Theaterstück mit Geflüchteten und Einheimischen

Im vergangenen Jahr ermöglichte eine Spende der Freimaurer ein ungewöhnliches Theaterprojekt, die Premiere wurde jetzt ein voller Erfolg.

Reutlingen. (ms) Das Theater PATATI-PATATA Reutlingen wurde 1993 als freies Kinder- und Jugendtheater gegründet. Es bietet in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Reutlingen einen regelmäßigen Spielplan für unterschiedliche Altersgruppen sowie einen bundesweiten Gastspielbetrieb an. Im Rahmen des „Theaters ohne Grenzen“ hat PATATI-PATATA nun mit dem Stück „Perspektivwechsel“ erneut eine Eigenproduktion in Szene gesetzt, mit seinem internationalen Ensemble, das Menschen mit und ohne Migrationshintergrund umfasst.

Für seine Arbeit wurde das Theater vom Förderverein Glocke e.V der Reutlinger Loge 2018 mit dem Kulturpreis für Integration ausgezeichnet, im Beisein der Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin, Annette Widmann-Mauz (MdB), Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Das Preisgeld von insgesamt 6.000 € war eine finanzielle Voraussetzung, mit der „Perspektivwechsel“ unter Leitung der angesehenen Regisseurin Sonka Müller entwickelt und inszeniert werden konnte. 1.000 € wurden dabei dankenswerterweise von der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer beigesteuert.

Das Stück beleuchtet auf humorvolle Art Tücken, Fallstricke und Freuden einer vielfältigen Gesellschaft und hat in der Region große Beachtung gefunden.

Durch den fremden Blick auf das Eigene kann Gewöhnliches manchmal ganz neu erscheinen. Zu entdecken gibt es viel in einem anderen Land mit einer fremden Sprache, einer fremden Kultur. “Perspektivwechsel” greift Erzählungen aus Syrien, der Türkei, Italien, Deutschland, dem südchinesischen Meer und Europa auf. Ob Stromausfall, Anstehen für Mangelware, Sprachgewirr, Wohnungsnot, Zensur contra Freiheit oder die Suche nach einem sicheren Hafen. Wir stellen fest: es gibt sie immer wieder, Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten. (Denn) Geschichte wiederholt sich.

Den Vorsitzenden des Fördervereins Glocke, Peter Philipp, hat die Arbeit von PATATI-PATATA so begeistert, dass er dem Ensemble für “Perspektivwechsel” beigetreten ist und das Stück gemeinsam mit den anderen Schauspielern auf die Bühne gebracht hat.

Förderverein Glocke Reutlingen e.V.

Der “Förderverein „Glocke“ Reutlingen e.V. ist eine der Freimaurerloge Reutlingen nahestehende Einrichtung und wurde 1986 von deren Mitgliedern gegründet. Zielsetzung seiner Arbeit ist die Förderung von Kunst, Kultur und Bildung, vor allem von besonders Begabten, die der Verein in ihrem kulturellen Schaffen finanziell begleiten kann. Damit will der Förderverein Glocke einen Beitrag zur künstlerisch-kulturellen Vielseitigkeit in der Region Reutlingen-Tübingen leisten und Menschen mit entsprechenden Interessen zusammenführen. In unregelmäßigen Abständen vergibt er Kulturpreise an herausragende Einrichtungen und Projekte.

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Freimaurerei ist Jazz!

© Punnarong / Adobe Stock

Diese Zeichnung soll einen wichtigen Aspekt der Tempelarbeit auf besondere Weise beleuchten: die Musik.

Nach den physischen Gegebenheiten (Anwesenheit und Handlungen im Tempel) und den geistigen (die feierliche, kontemplative Stimmung) ist die Musik für mich eine Art dritte Dimension, die der Arbeit im Tempel – eben wie die dritte Dimension – Tiefe gibt. Was Schnee für den Winter ist, Farbe für ein Bild oder Butter für ein Nutellabrot, ist Musik für eine Tempelarbeit – es ginge auch ohne, aber erst durch diese besondere Zugabe erlangt man eine zusätzliche Facette, eine Würze und eine weitere Ebene von Eindrücken. Die Musik begleitet und ergänzt die Arbeit, so wie ein guter Wein ein gutes Essen unterstützt. Hierfür ist unser Musikmeister zuständig, der für jede einzelne Tempelarbeit feierliche, zur Stimmung passende Stücke auswählt und uns die Arbeit versüßt.

Wir stellen uns vor, dass die uns gewohnte klassische Musik ausnahmsweise etwas Anderem weicht, etwas in dieser Umgebung Fremdartigem: dem Jazz.

Dies hier soll freilich keine Revolution werden. Vielmehr soll es eine andere Betrachtungsweise sein, eine Überlegung, eine andere Perspektive geben. Aber wozu? Und warum ausgerechnet Jazz, dieses Genre, mit dem viele so überhaupt nichts anfangen können? Der Grund: In meinen Augen sind Jazz und Freimaurerei nur verschiedene Umsetzungen der gleichen Sache. Dafür möchte im Folgenden Beispiele geben:

Die Geselligkeit.

Die Freimaurerei bringt Menschen zusammen, keine Frage. Wir treffen uns allwöchentlich, um in den Tempel zu gehen, Vorträge zu hören oder einfach nur nett beisammen zu sitzen und zu tratschen. Wir sind Brüder, wir sind Freunde, wir arbeiten Hand in Hand an einem großen Werk und haben Spaß daran. Jazz und die Bühnen, auf denen Jazz gespielt wird, sind schon seit der Geburt dieser Musikrichtung vor ungefähr einhundert Jahren ein Symbol für gemeinsame Leistung sowie für die Gemeinsamkeit und Geselligkeit an sich. Ich komme aus einer Familie von überwiegend klassischen Musikern, bin mit Rock und Heavy Metal groß geworden und in verschiedenen Musikerszenen unterwegs. Aber ich habe in keinem anderen musikalischen Umfeld jemals ein solches „Wir“-Gefühl erlebt.

Bei einer Jamsession oder einem Konzert arbeitet man zusammen gewissermaßen – wie wir Freimaurer auch – an einem Bauwerk: Wir bauen den Tempel der Harmonie. Die Steine, derer wir bedürfen, sind die Musiker. Und wenn sich diese auf der Bühne nicht in das Werk einfügen und nicht „um sich schauen“, gelingt das Werk nicht. Im Jazz ist auf der Bühne kein Platz für einsame Wölfe – für Leute, die nur stur in ihre Noten schauen, nur auf sich hören oder nur für sich selbst spielen. Es gilt – und wird zu Recht von jedem Dozenten gebetsmühlenartig gepredigt –, nicht auf sich allein zu hören, sondern auf das Ganze – mit sich selbst als Teil davon. Als kubischen Stein im großen Gefüge sozusagen. Auf der Bühne wird gemeinsam gelacht, gefeiert und Spaß gemacht, was der gebotenen Ernsthaftigkeit keinen Abbruch tut. Es ist in den meisten Fällen ein Fest der Herzlichkeit und des Ausdrucks von Gefühlen. Die Geselligkeit und das Miteinander sind allgegenwärtig.

Offenheit und Kommunikation.

Ein wesentlicher Bestandteil unserer Logenaktivität sind Vorträge, bei denen ein Bruder sein Wissen mit uns teilt und es an uns weitergibt, im Anschluss wird darüber diskutiert und die Brüder tauschen sich über das neu Gelernte und die neuen Denkansätze aus. Danach geht jeder mit etwas Neuem im Kopf nach Hause, etwas, über das man nachdenken kann. Die Suche nach Licht, nach Erkenntnis, das Streben nach neuem Wissen sowie offen für Neues zu sein sind Dinge – zumindest nach meinem Verständnis –, die einen Freimaurer auszeichnen sollten. So ist auch Jazz ein Konstrukt aus verschiedenen Einflüssen. Ursprüngliche Wurzeln waren Blues, Worksongs der afroamerikanischen Sklaven, Ragtime und auch klassische Musik.
Kaum ein Genre enthält so viele äußere Einflüsse, seien es kulturelle oder musikstilistische. Der klassisch ausgebildete Jazzpianist Dave Brubeck beispielsweise bezog viel Inspiration aus klassischer Musik. Bill Evans wäre ein weiteres Beispiel oder der vor kurzem verstorbene Jacques Loussier, der mit seiner Verjazzung von Bachstücken bekannt wurde. Viele Jazzer ließen sich von traditioneller afrikanischer Musik beeinflussen und bezogen sie in ihre Musik mit ein. Sun Ra ließ in seine Musik sowie in seine gesamte Identität ägyptische Kultur mit einfließen, Al DiMeola spanische Flamencomusik und so weiter. Latin Jazz, wie beispielsweise Bossa Nova, ist ein ganzes Subgenre, das Jazz mit traditioneller lateinamerikanischer Musik vermischt. Die Fusionbands der 70er- und 80er-Jahre, wie die Brecker Brothers oder Weather Report, vermischten traditionellen Jazz mit damals zeitgenössischer Rockmusik. Moderne Jazzmusiker wie Robert Glasper oder Snarky Puppy beziehen unter anderem Inspiration von Hiphop oder Soul. Kurzum: Jazz wäre nicht halb so interessant und so lebendig ohne diese Weltoffenheit, dieses Willkommenheißen von Neuem und das Annehmen von anderen Ansichten, allerdings ohne dabei den eigenen Charakter und Ursprung zu vergessen.

Zudem ist die Kommunikation ein wichtiges Stilmittel. Sei es zwischen zwei oder mehreren Musikern beim sogenannten „Call and Response“, bei dem sich Instrumente mittels musikalischer Phrasen gewissermaßen „unterhalten“ und Motive von einem anderen Instrument musikalisch beantwortet werden, wie auch bei der Kommunikation zwischen Solist und einer unbekannten Instanz. Wie ein Sänger in einem Lied beispielsweise seine Geliebte anspricht, kann man in gewissen Stücken eine gewisse Form von Anrede wahrnehmen. Der Musiker spielt sein Instrument für eine meist unbekannte, dritte Person und als Zuhörer darf man dieser beinahe intimen Unterhaltung lauschen.

Wenn man auf der Internetplattform YouTube Coltranes „Spiritual“ anhört, findet man unter dem Video den folgenden Kommentar eines Nutzers: „The sound of Coltrane speaking to God.“ Diese Formulierung finde ich sehr treffend. Man hört dabei zu, wie jemand sich mittels eines Werkzeugs immer weiter und weiter in einen Monolog verstrickt, der aussagen mag, was auch immer der Hörer hineininterpretiert, und dessen wahre Bedeutung wahrscheinlich einzig John Coltrane bekannt ist.
Oder ein persönlicher Moment, der mir stark in Erinnerung geblieben ist: Mein Onkel, der bei der Beerdigung meines Großvaters, also seines Vaters, im Regen am noch offenen Grab stand und dort Saxophon spielte – eine Improvisation in das Grab hinab, und ein letztes Mal das Wort an seinen Vater richtete, in der Sprache, die sie beide so gut sprachen. Was er ihm genau gesagt hat, weiß nur er, aber alle Anwesenden hörten und verstanden. Kommunikation ist ein grundlegendes Werkzeug des Menschen und für uns Freimaurer ganz besonders wichtig. Nur durch Austausch untereinander und durch Miteinanderreden können wir gemeinsam wachsen.

Progressivität.

Wir Freimaurer möchten die Welt besser machen, wir bemühen uns, eine Gesellschaft voller Liebe, Toleranz und Humanität zu schaffen und zu erhalten. Jazz wollte schon immer verändern, revolutionieren, Neues in die Welt bringen.
Sei es ein politischer Wandel für mehr Gerechtigkeit (damals insbesondere die Gleichberechtigung für Afroamerikaner) oder ein musikalisches Umdenken. Jazz war nach der Dixieland-Ära nicht mehr einfache Unterhaltungsmusik, sondern ein Statement. Er war Protest, er war Demonstration von Meinungen und Forderung nach Wandel.

Auf der musikalischen Ebene: Aus gutem Grund nennt man die teilweise vom Jazz beeinflusste Rockmusik, die in den späten 60er Jahren entstand „Progressive Rock“. Bands wie King Crimson, Yes, EL&P, Gentle Giant etc. zeichneten sich dadurch aus, dass sie die harmonisch, rhythmisch und thematisch relativ einfache Rockmusik mit komplexeren Harmonien, Taktarten und motivischer Arbeit anreicherten. Diese Musik ist progressiv, fortschrittlich, und wurde demnach auch so genannt. Sie ging über die Grenzen der Rockmusik hinaus und stellte eine Weiterentwicklung dar. Auch Jazz selbst entwickelte das bis dato Bekannte weiter – die Pioniere des Jazz drangen in ganz neue harmonische Tiefen vor und experimentierten, was das Zeug hielt.
Diesen Punkt könnte man so zusammenfassen: Sowohl die Freimaurerei als auch Jazz haben ihren Ursprung in dem Wunsch, die Dinge in die Hand zu nehmen und Wandel hervorzubringen.

Freiheit.

Schon der Name unserer Bruderschaft bezieht sich darauf. Sowohl die physische Freiheit im Sinne von uneingeschränkter Bewegungsfreiheit als auch die geistige Freiheit (freie Religionswahl, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit etc.) sind grundlegende Menschenrechte und ein Bestreben der Freimaurerei. Freiheit war (und ist) nicht nur ein musikalisches Bestreben, das sich in freier Improvisation, freierer Harmonik und Rhythmik und irgendwann auch im Free Jazz äußerte.
Zu den Ursprüngen des Jazz gehört der Blues. Der Wunsch nach Freiheit benachteiligter Afro-Amerikaner spiegelte sich oft in den Texten wider. Blues war schon immer stark politisch, und der Tenor der Unzufriedenheit übertrug sich später auch auf den Jazz. Die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark diskriminierten Afroamerikaner fanden mithilfe des Jazz Gehör, Anschluss und Bewunderung.

Barack Obama sagte bei seiner Rede am International Jazz Day 2016 folgendes: „Jazz ist in so vielen Punkten die Geschichte des Fortschritts unserer Nation. Geboren aus den Schwierigkeiten der Afroamerikaner, die sich nach Freiheit sehnten. Jazz hat etwas Furchtloses und Wahres an sich. Es ist Wahrheit erzählende Musik.“

Duke Ellington sagte, von Barack Obama in eben jener Rede zitiert: „Jazz ist ein Barometer der Freiheit.“ Ebenfalls beim International Jazz Day 2016 sagte Herbie Hancock: „Jazz stand immer schon für Hoffnung in der Welt.“

Diese Hoffnung auf eine bessere Welt, diese Herzlichkeit und Liebe und dieser Drang, Neues zu finden – all das waren vermutlich Gründe, warum so viele Jazzmusiker selbst Freimaurer sind und waren. Duke Ellington, Nat King Cole, Count Basie, Fats Waller, Lionel Hampton, Irving Berlin, um nur einige zu nennen. Sie alle waren Freimaurer, sie alle waren Jazzmusiker und sie alle versuchten, die Welt ein wenig besser zu machen.

Der Beitrag entstammt der Zeitschrift “HUMANITÄT — Das Deutsche Freimaurermagazin”, Ausgabe 4-2019.

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Stolpersteinverlegung für Bruder Gustav Tugendreich und seine Familie in Berlin

Im Beisein seines Sohnes Tom (Thomas) Tugendreich und zahlreicher weiterer Teilnehmer wurden am 13. Juli 2019 in Berlin Stolpersteine für die Familie Tugendreich (Dr. Gustav, Brigitte, Irene und Thomas Tugendreich) verlegt.

Berlin (ab). Begleitet wurde er dabei von Benjamin Kuntz, der eine Biografie über das Leben von Gustav Tugendreich veröffentlichte.

Dr. Gustav Tugendreich, geboren am 21. Oktober 1876 in Berlin, war Bruder der Loge Victoria und ein sehr renommierter Kinderarzt, Sozialhygieniker und Pionier des öffentlichen Gesundheitswesens. Gustav Tugendreich, begeisteter Leser von Goethe und Schiller, wurde am 14.12.1922 in die Loge Victoria und in den Bund der Freimaurer aufgenommen.

Als junger Assistenzarzt arbeite er zuerst in einem städtischen Kinderasyl und Waisenhaus. Im Ersten Weltkrieg war er Arzt an der Front und leitete von 1906 bis 1909 die neu gegründete Säuglingsfürsorgestelle in Berlin Prenzlauer Berg.

1937 emigrierte Gustav Tugendreich nach London und von dort 1938 in die Vereinigten Staaten. Die Nationalsozialisten entzogen ihm die Kassenzulassung am 9. Dezember 1938. Gestorben ist er am 21.01.1948 in Los Angeles und wurde auf dem Hollywood Forever Cemetery bestattet.

Seiner Schwester Brigitte schrieb Gustav Tugendreich folgende Verse, frei zitiert von Thomas Tugendreich während der Stolpersteinverlegung:

„Im Leben geht’s oft stürmisch zu,
Du stehe fest, Du bleibe Du,
gibt Dir das Leben einen kleinen Klaps,
so wehre Dich, das wünscht Dein Paps!“

Mehr über die Biografie über das Leben von Gustav Tugendreich finden Sie hier: https://www.hentrichhentrich.de/buch-gustav-tugendreich.html

Mehr über das Schicksal von Thomas Tugendreich, seiner Familie und weiterer jüdischer Brüder der Loge Victoria sind in der neuen Ausgabe des Gedenkbuches über das Schicksal der Brüder der Loge Victoria im Nationalsozialismus zu lesen: https://loge-victoria.org/neue-ausgabe-des-gedenkbuches-zum-schickal-der-brueder-der-loge-victoria-im-nationalsozialismus-erschienen/

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Netzwerk gesellschaftspolitisch aktiver Brüder gestartet

© alphaspirit / Adobe Stock

Das neue Netzwerk "Gesellschaftpolitisch aktiver Logen und Brüder" hat sich nach eigenen Angaben erfolgreich in Mannheim gegründet.

Mannheim (fr). Im Rahmen ihres 32. Stiftungsfestes hat die Mannheimer Loge “Kurpfalz” in Zusammenarbeit mit der ebenfalls in Mannheim beheimateten Loge “Carl zur Eintracht” und im Verbund der Rhein-Neckar-Logen die erste Arbeitstagung des neu gegründeten Netzwerks “Gesellschaftspolitisch aktive Logen und Brüder” durchgeführt. 40 interessierte Brüder nahmen daran teil.

Die anspruchsvollen Ziele des Netzwerks sind die Zusammenführung von Logen und Brüdern, die an der aktiven Teilhabe am öffentlichen Leben interessiert sind, weiter die Entwicklung neuer Konzepte zur gegenseitigen Information, die Entwicklung neuer interner und öffentlicher Diskussionsformen unter Einsatz interaktiver elektronischer Kommunikationsmittel sowie die Organisation eines überregionalen Redner-Austausches zwischen den Logen.

Am 26. Oktober 2019 um 19 Uhr wird der bekannte Politikwissenschaftler Prof. Herfried Münkler im Mannheimer “Marchivum” in einem öffentlichen Vortrag über den “Verfall der Weltordnung und die Folgen für den europäischen Frieden” sprechen. Dieser Vortrag kann auch live verfolgt werden, dazu ist eine Anmeldung unter der Mailadresse info@freimaurerloge-kurpfalz.de erforderlich.

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