Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (A.F.u.A.M.v.D.)

Musikalische Gastronomen in Hamburg

Peruanische Folklore im Hamburger Logenhaus: in der Mitte Mario, rechts daneben David Guadalupe, die Gastronomen des Hauses (Bild: Marcus Hampel)

Ein Benefizkonzert in eigener Sache: die Hamburger Loge "Die Brückenbauer" hatte ihre Gastwirte - David und Mario Guadalupe - animiert, zum Auftakt des Logenjahres Musik aus ihrer peruanischen Heimat zu spielen. Sie taten dies hochprofessionell und auch die Spendentruhe war gut gefüllt.

Vereinsgastronomie ist ein schwieriges Geschäft. Viel Leerlauf, dann hektisches Stoßgeschäft – dies ist schon unter normalen Umständen eine Herausforderung. Unter “Lock down-” und Eindämmungs-Bedingungen ist es noch schwieriger. Das gilt auch für die Gastronomie im Logenhaus an der Hamburger Welckerstraße, die seit einigen Jahren von der aus Peru stammenden Familie Guadalupe betrieben wird. Im Lock down wurden die Gastronomen von vielen Logen mit Spenden unterstützt, zum Beginn des Logenjahres hatten sich die “Brückenbauer” etwas besonderes ausgedacht: ein Benefizkonzert.

Der Meister vom Stuhl Walter Plassmann hatte die Guadalupes beim Musizieren gesehen – und war begeistert von ihrer Professionalität. Er fragte die Brüder David und Mario Guadalupe, ob sie Lust auf ein Konzert hätten – und sie hatten. “Wir haben seit 20 Jahren nicht mehr zusammen gespielt”, gestand Mario, “und den ganzen Sommer geprobt.” Zum Konzert holten sie sich Verstärkung: die temperamentvolle Sängerin Charo Mendívil, den Multi-Instrumentalisten Hernan Vega und den Bass- und Gitarre-Virtuosen Samuel Castillo.

Drei Sets hatten sie zusammengestellt: Instrumentalstücke, in denen vor allem Hernan Vega an einer Vielzahl von Panflöten glänzte; ein Set, in der Charo Mendívil eine musikalische Reise durch Peru unternahm (und dies mit vielen Erklärungen und Anekdoten ausschmückte) und den Abschluss-Set, in der Musik aus ganz Lateinamerika zu hören war.

Die Musiker hatten sich viel Mühe gegeben, spannende Arrangements zu schreiben – selbst das totgenudelte “El Cóndor pasa” hatte einen frischen Anstrich bekommen. Viele der Musiker arbeiten professionell – aber die Guadalupes hatten keine Probleme mitzuhalten. Besonders spannend war das Spiel von David an der “Churango”-Gitarre, einer sehr kleinen Gitarre, die aus den Anden stammt.

Der Goethesaal im Hamburger Logenhaus an der Welckerstraße war (im Rahmen der Pandemie-Vorschriften) voll besetzt, die Zuhörer mussten sich schon sehr am Riemen reißen, um nicht von den Sitzen zu springen und zu tanzen – was aktuell ja nicht tunlich ist. Ihre Dankbarkeit für die immer fröhlichen Gastwirte und für das Konzert drückten sie in einer gut gefüllten “Spendentruhe” aus: Walter Plassmann konnte einen vierstelligen Betrag übergeben.

Die Fröhlichkeit der Peruaner war auch deshalb bemerkenswert, weil sie aktuell viele schlechte Nachrichten aus der Heimat zu verkraften haben. Peru ist das – relativ gesehen – am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. “Wir bräuchten Eure Hilfe”, sagt David Guadalupe. Aber Peru steht aktuell nicht auf der politischen Landkarte.

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