Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (A.F.u.A.M.v.D.)

Neues Buch von Jens Oberheide über Johann Gottfried Schadow

Internet-Redaktion

Menschliches Maß und Königliche Kunst

Johann Gottfried Schadow, Künstler — Menschenfreund — Freimaurer

Jens Oberheide

Erschienen im Salier-Verlag, Leipzig

Ca. 240 Seiten, Format 12 x 19 cm, Paperback Französische Broschur, ISBN 978-3-96285-042-5, 18 €

Hier erhältlich

Im Leipziger Salier-Verlag ist ein Buch über den Künstler und Freimaurer Johann Gottfried Schadow erschienen, das vom Autor und früheren Großmeister Jens Oberheide kenntnisreich zusammengestellt wurde.

Johann Gottfried Schadow (1764-1850), Schöpfer der Quadriga auf dem Brandenburger Tor und vieler anderer Meisterwerke, gilt als der bedeutendste Bildhauer des deutschen Klassizismus. Der Direktor der Berliner Akademie der Künste war auch ein genialer Zeichner, Grafiker und Karikaturist — und Freimaurer.

Wenn er von sich sprach oder schrieb, tat er das gern in der dritten Person («er», «der Künstler»), so als nähere er sich seinem eigenen Ich, um zu sich selbst zu finden. Auch in seinen Kunstwerken hat er sich behutsam «von außen», über das Handwerk, dem eigentlichen Wesen angenähert, um dieses dann so sensibel wie möglich herauszuarbeiten.

Im Einklang mit seiner ganzen Natur erschien ihm die Kunst nicht als ein allein dastehendes, einfach dem Schönheitsideal nachstrebendes Ding, vielmehr sollte sie dem wirklichen Leben in der Vielheit seiner Erscheinungen und Ansprüche dienen. So entstanden jene Arbeiten, die unser Stolz und unsere Freude sind.

Theodor Fontane über Johann Gottfried Schadow

Unter dem «menschlichen Maß» antiker Lehren und klassischer Proportionen verstand er immer auch die Aufforderung, es zum Leben zu erwecken. Ein Kunstwerk war für ihn erst vollendet, wenn er glaubte, den menschlichen Ausdruck getroffen und die Seele entdeckt zu haben.
Das galt auch gegenüber den Menschen, die ihm nahestanden. Sein Anliegen war es, das Menschliche im Menschen aufzuspüren. Es ging ihm dabei nicht nur um die bildnerischen Künste, sondern auch um die Kunst, recht zu leben und verständnisvoll miteinander umzugehen.
Nicht von ungefähr war Schadow wohl aus solchen Motiven 60 Jahre lang auch Anhänger der sogenannten «Königlichen Kunst» der Freimaurer, die deswegen so genannt wird, weil die Kunst recht zu leben die «edelste und vornehmste aller Künste ist» (James Anderson: «Konstitution», London, 1723). Dieser Aspekt in Schadows Leben und Wirken wird hier erstmals näher betrachtet.