Salongespräch mit Franz Alt in der Passauer Loge

Großes Interesse am

Großes Interesse am "Salon Batavis" der Passauer Loge

Die Passauer Loge “Zu den vereinigten drei Flüssen” hat eine alte freimaurereische Tradition mit großem Erfolg wiederbelebt: Bereits zum zweiten Mal fand ein Salongespräch statt, dieses Mal war der bekannte Journalist Franz Alt zu Gast und referierte über den Dalai Lama, die Notwendigkeit säkularer Ethik und über die brennenden Probleme dieser Welt.

Der Passauer Bürger verliert seine Berührungsängste mit den Freimaurern. Freimaurerjazz, veranstaltet von der Passauer Loge ist schon fast Traditon. Die Loge unter ihrem derzeitgen MvSt Franz-Josef Gotzler hat jetzt eine weitere Traditon wiederbelebt: die der Pariser Salons, in der interessierte Menschen zusammenkommen, um politische, philosophische oder auch literarische Gespräche zu führen, kurz: um Geist und Geselligkeit zu vereinen.

"Würde der Dalai Lama hier leben, wäre er vielleicht Mitglied Ihrer Loge", sagte der Journalist Franz Alt

Für den zweiten Salon am 26. Februar 2016 konnte der bekannte Journalist und Dalai Lama-Kenner Dr. Franz Alt gewonnen werden. 150 interessierte Passauer im vollbesetzten Saal waren sehr positiv überrascht von den Ausführungen des früheren Reporters und ARD Moderators. Es ging um das neue Buch von Franz Alt, in dem dieser sich mit der Kernbotschaft „Ethik ist wichtiger als Religion“ befasst, einer Aussage des Dalai Lama. Das Buch ist seit Juli 2015 ununterbrochen auf der Spiegel Bestsellerliste. Es besteht im Wesentlichen aus einem langen Interview von Franz Alt mit dem Dalai Lama sowie einem „Appell“ des geistlichen Oberhaupts der Tibeter. Religion werde – auch von religiösen Führern – “missbraucht und instrumentalisiert, um politische oder wirtschafliche Interessen durchzusetzen“, argumentiert der Dalai Lama in seinem Aufruf „für eine säkulare Ethik und Frieden“.

Franz Alt stellte zutreffend fest, dass das Gedankengut der Freimaurerei sich durchaus mit seinem und dem des Dalai Lama deckt. Die Mahnung, Ökologie sei die Überlebensfrage der Menschheit, müsse alle vernünftig denkenden Menschen beschäftigen. Würde der Dalai Lama hier leben, wäre er vielleicht Mitglied Ihrer Loge, meinte Franz Alt.

Nach den Anschlägen vom Januar 2015 auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ sagte der Dalai Lama den bemerkenswerten Satz: „An manchen Tagen denke ich, dass es besser wäre, wenn es gar keine Religionen gäbe.“ Diesem Zitat war auch der Titel des Vortrags von Franz Alt entlehnt, der bereits auf 35 Begegnungen mit dem Dalai Lama zurückblicken kann. Ihn bezeichnete Alt „als den wahrscheinlich ältesten Flüchtling auf der Welt“.

Die Passauer Loge „zu den vereinigten drei Flüssen“ kann auf ihr 240-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Gründungszeit reicht also genau in die Jahre der Aufklärungszeit, in der in den Pariser Salons Freimaurerbrüder wie Denis Diderot, Voltaire, Jean-Jacques Rousseau, Benjamin Franklin oder Baron d’Holbach zusammensaßen, um die Macht von Thron und Altar zu brechen. Humanität und säkulare Ethik waren damals bereits zentrale Themen. Was sich aus freimaurerischer Sicht hinter dem Begriff der Ethik, verbirgt, versuchten Franz-Josef Gotzler, MvSt und Wolfgang Böhm, bayerischer Distrikt-Redner, dem Auditorium darzulegen. Auch der Zugeordnete Großmeister Karl Deckart ließ es sich nicht nehmen, nach Passau zu reisen, um dem Salon Batavis einen Besuch abzustatten.

Eines ist nach den vielen öffentlichen Veranstaltungen der Passauer Loge „zu den vereinigten drei Flüssen“ aber bereits zu erkennen. Passauer Bürger nehmen die Loge positiv wahr. Sie kommen nicht mehr, um vielleicht einen Blick hinter Freimaurerkulissen zu ergattern, sondern weil sie das Veranstaltungsthema interessiert. Schon lange hatten es die Menschen nicht mehr es so nötig, den Mut zu haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen, wie es der Philosoph Immanuel Kant ausdrückte. Der Salon Batavis wird hierzu versuchen, seinen Beitrag zu leisten.

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Dr. Kristina Schröder sprach in Wiesbadener Loge zur Flüchtlingspolitik

Der MvSt. der Loge, Dieter Börgers, bedankt sich bei Frau Dr. Kristina Schröder

Der MvSt. der Loge, Dieter Börgers, bedankt sich bei Frau Dr. Kristina Schröder

Frau Dr. Kristina Schröder, Mitglied des Bundestages und ehemalige Familienministerin, sprach in der Wiesbadener Loge “Plato zur Beständigen Einheit” im Rahmen einer öffentlichen Vortragsveranstaltung zur aktuellen Lage der Flüchtlingspolitik.

Der Großmeister Stephan Roth-Kleyer führte nach der Begrüßung durch Stuhlmeister Dieter Börgers in das Thema „Flüchtlingskrisen“ ein, zugleich begrüßte er nachdrücklich diese Veranstaltung als Beispiel für die wünschenswerte „Öffnung nach außen“ innerhalb der deutschen Freimaurerei.

Das „unglaublich bewegende Thema“ führe – konsequent zu Ende gedacht – zur Frage: wie ist Integration, wie ist vor allem kulturelle Integration möglich? Ja ist sie überhaupt möglich? Die Erfahrung zeigt, dass der Wille und die Möglichkeiten zum Erlernen der deutschen Sprache sowie die Anerkennung der geschlechtlichen Gleichberechtigung in Migrationsfamilien sich noch nach zwei Generation als fast unüberwindliche Hemmnisse auf dem Weg zur Integration erweisen.

2015 sind mindestens 1 Million Asylanten in die Bundesrepublik gekommen, überwiegend alleinstehende Männer. Eine Obergrenze ist erreicht, der Flüchtlingsstrom muss eingedämmt werden, so Frau Schröder. Dem Zuzug von Familien solle Vorrang eingeräumt, Integrationswilligkeit verbindlich nachgewiesen werden. Doch die Sicherung der europäischen Außengrenzen, wie sie die Bundesregierung fordert, sei kaum zu realisieren. Die Türkei spielt in diesem Prozess eine entscheidende Rolle, doch sie stellt Gegenforderungen, finanzielle wie politische.

Was also ist in dieser Situation wünschenswert, was davon machbar? Wie können muslimische Rollenbilder, Antisemitismus und Aggressionstrieb überwunden werden? Die Referentin nannte Möglichkeiten wie individuelle Integrationsvereinbarungen, Steuerung der Migrantensiedlung, Residenzpflicht, konkrete Gesetzgebung und deren strikte Befolgung und Stärkung der Staatsmacht.

In der nachfolgenden Diskussion wurden wünschenswerte Möglichkeiten aus den Reihen der Zuhörer aufgegriffen und erläutert, dazu gehörten Grenzsicherung, Verbesserung der Situation in den Aufnahmeeinrichtungen durch sinnvolle Beschäftigungsprogramme, Beschleunigung der Verfahren, bessere Abstimmung der Gremien, Schaffung von Transitzonen, Bessere Integration freiwilliger Hilfsangebote, standardisierter Islamunterricht u.a.m.

An der Veranstaltung nahmen u.a. Gäste teil, die zum Thema einen besonderen Bezug haben, so der Kommandeur des Hessischen Landeskommandos der Bundeswehr, Herr Brigadegeneral Eckart Klink, der Präsident der Hessischen Polizeiakademie, Herr Gert Fischer oder auch die Vorsitzende der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit in Wiesbaden, Fr. Dr. Carola Voelkel.

Der Abend wurde verbunden mit einer Sammlung für die „Deutsch-Intensiv-Klasse“ der Wiesbadener Diltheyschule, wo zurzeit Flüchtlingskinder intensiv auf eine Integration in normale Klassen vorbereitet werden. Die verantwortliche Klassenlehrerin und die stellvertretende Schulleiterin freuten sich sehr über das Engagement und waren begeistert von ihrem Aufenthalt bei den Freimaurern.

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Norbert Blüm zu Gast bei der Loge „Zur edlen Aussicht“ in Freiburg

Gastredner Norbert Blüm

Gastredner Norbert Blüm

Die Loge „Zur edlen Aussicht“ lädt seit 2011 Personen aus Wissenschaft und Politik ein, um über aktuelle Themen zu referieren. Nach Eugen Drewermann (Theologe), Manfred Spitzer (Mediziner) und Paul Brandenburg (Mediziner), war dieses Jahr der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm zu Gast.

Sein Vortrag im Historischen Kaufhaus zum Thema „Wert der Arbeit – Regiert Geld die Welt?“ fand viele interessierte Zuhörer.  Er hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die „Rehabilitierung einer aussterbenden Spezies: ehrliche Arbeit“. Wer nur in Geldkategorien denkt, so der ehemalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, ist kein Unternehmer, sondern ein Unterlasser. Er lasse die Chancen ungenutzt, die sich daraus ergeben, dass der Mensch nicht ein ständig von Vorteilssuche getriebener Homo oeconomicus ist. Arbeit und Einkommen würden entkoppelt, Realwirtschaft und Finanzwirtschaft trennten sich. Geld „arbeitet“ und verdient mehr als man mit Arbeit verdienen kann.

Norbert Blüm zeigte sich als ein Freund deutlicher Worte und machte deutlich, dass erals gelernter Werkzeugmacher weiß er, wovon er spricht, wenn er über Arbeit redet. Blüm trug eine Analyse unserer modernen Wirtschaftswelt vor und wagt mutige Prognosen darüber, wie ein tragfähiges Zukunftskonzept aussehen könnte.

Im Anschluss seines Vortrages, hatte das Publikum im Rahmen einer Diskussionsrunde die Möglichkeit, Fragen zu stellen und weitere Anliegen zu erörtern.

Der Erlös und eine Geldspende des AFAM-Distriktes Baden-Württemberg ging an die Schuldnerberatung der Diakonie Breisgau-Hochschwarzwald, deren Vertreterin sich für die Geldspende bedankte. Das eigene Honorar stiftete Blüm einer Morbus-Crohn-Stiftung.

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