Starkes Zeichen für weltweiten Bruderbund

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Die Freimaurerloge Zur alten Linde feiert 164. Stiftungsfest mit Brüdern aus England,Österreich, Stuttgart und Herne – Partnerinnen waren beim Schwesternfest dabei.

Dortmund. Die Weltbruderkette verbindet Freimaurer in der ganzen Welt: Während Brexit, nationale Interessen im internationalen Handel und unterschiedliche Vorstellungen über Normen und Werte zu Spannungen und Streit führen, fühlen sich Millionen Freimaurer auf der ganzen Welt auch heute noch durch die Ideale der Aufklärung verbunden. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sowie Menschenliebe und Toleranz sind ihnen wichtig. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass beim 164. Stiftungsfest der humanitären Freimaurerloge “Zur alten Linde” in Dortmund viele besuchende Brüder aus Wiltshire (England), Wien (Österreich), Stuttgart und Herne dabei waren.

Im Logenhaus an der Landgrafenstraße hielt Meister vom Stuhl Harald Ulbrich eine Festarbeit im Lehrlingsgrad ab, bei der auch ein neuer Bruder in die Gemeinschaft aufgenommen wurde. Beim anschließenden Schwesternfest waren die Ehefrauen und Partnerinnen der Freimaurer geladen – und hörten eine außergewöhnliche Rede von Alt-Großmeister Axel Pohlmann. Anschließend ging es zur Festtafel ins Restaurant „Syght“ im Casino Hohensyburg. Dort kam es schon
während des Trinkspruchs auf die Vaterländer der Gäste zu Gänsehaut-Momenten, als Freimaurer und Damen die Nationalhymnen Österreichs, Englands und Deutschlands sangen.

Neben Arbeit und Feierlichkeiten stand die gute Tat im Mittelpunkt des Stiftungsfestes. „Wir Freimaurer fühlen uns der Humanität verpflichtet“, erklärt Harald Ulbrich. So war den Brüdern der Alten Linde nicht entgangen, dass der Dortmunder Journalist Dirk Planert sich beinahe übermenschlich für Menschlichkeit einsetzt. Während des Bosnienkrieges war Dirk Planert 1994 in Bihac, um zu helfen. 25 Jahre danach kehrte er in diesem Jahr dorthin zurück und musste mit ansehen, wie aus Opfern Täter wurden. Behörden vor Ort hatten rd. 1.000 Geflüchtete, die über die Balkanroute kamen, auf einer ehemaligen Müllkippe
untergebracht. Die Not war groß und Dirk Planert half. Die Freimaurer ihrerseits wollten nun helfen, wenn auch nicht vor Ort, dann doch wenigstens finanziell. Knapp 1.200 Euro Spenden kamen für das Projekt des Dortmunders zusammen.

Begonnen hatten die Feierlichkeiten des Stiftungsfestes mit einem Meet & Greet aller Beteiligten, bei dem mit selbstgemachter Musik die Weltbruderkette verstärkt wurde. Der Besuch des Ballettzentrums mit ergreifenden Vorführungen der Tänzerinnen und Tänzer sowie Erläuterungen vom Chefdramaturg Dr. Beier, die Werbung für Dortmund waren, bildete den kulturellen Höhepunkt. Bei einem Abendessen in einem italienischen Restaurant klang das Stiftungsfest-Wochenende am Sonntagabend aus.