Theaterstück mit Geflüchteten und Einheimischen

Im vergangenen Jahr ermöglichte eine Spende der Freimaurer ein ungewöhnliches Theaterprojekt, die Premiere wurde jetzt ein voller Erfolg.

Reutlingen. (ms) Das Theater PATATI-PATATA Reutlingen wurde 1993 als freies Kinder- und Jugendtheater gegründet. Es bietet in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Reutlingen einen regelmäßigen Spielplan für unterschiedliche Altersgruppen sowie einen bundesweiten Gastspielbetrieb an. Im Rahmen des „Theaters ohne Grenzen“ hat PATATI-PATATA nun mit dem Stück „Perspektivwechsel“ erneut eine Eigenproduktion in Szene gesetzt, mit seinem internationalen Ensemble, das Menschen mit und ohne Migrationshintergrund umfasst.

Für seine Arbeit wurde das Theater vom Förderverein Glocke e.V der Reutlinger Loge 2018 mit dem Kulturpreis für Integration ausgezeichnet, im Beisein der Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin, Annette Widmann-Mauz (MdB), Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Das Preisgeld von insgesamt 6.000 € war eine finanzielle Voraussetzung, mit der „Perspektivwechsel“ unter Leitung der angesehenen Regisseurin Sonka Müller entwickelt und inszeniert werden konnte. 1.000 € wurden dabei dankenswerterweise von der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer beigesteuert.

Das Stück beleuchtet auf humorvolle Art Tücken, Fallstricke und Freuden einer vielfältigen Gesellschaft und hat in der Region große Beachtung gefunden.

Durch den fremden Blick auf das Eigene kann Gewöhnliches manchmal ganz neu erscheinen. Zu entdecken gibt es viel in einem anderen Land mit einer fremden Sprache, einer fremden Kultur. “Perspektivwechsel” greift Erzählungen aus Syrien, der Türkei, Italien, Deutschland, dem südchinesischen Meer und Europa auf. Ob Stromausfall, Anstehen für Mangelware, Sprachgewirr, Wohnungsnot, Zensur contra Freiheit oder die Suche nach einem sicheren Hafen. Wir stellen fest: es gibt sie immer wieder, Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten. (Denn) Geschichte wiederholt sich.

Den Vorsitzenden des Fördervereins Glocke, Peter Philipp, hat die Arbeit von PATATI-PATATA so begeistert, dass er dem Ensemble für “Perspektivwechsel” beigetreten ist und das Stück gemeinsam mit den anderen Schauspielern auf die Bühne gebracht hat.

Förderverein Glocke Reutlingen e.V.

Der “Förderverein „Glocke“ Reutlingen e.V. ist eine der Freimaurerloge Reutlingen nahestehende Einrichtung und wurde 1986 von deren Mitgliedern gegründet. Zielsetzung seiner Arbeit ist die Förderung von Kunst, Kultur und Bildung, vor allem von besonders Begabten, die der Verein in ihrem kulturellen Schaffen finanziell begleiten kann. Damit will der Förderverein Glocke einen Beitrag zur künstlerisch-kulturellen Vielseitigkeit in der Region Reutlingen-Tübingen leisten und Menschen mit entsprechenden Interessen zusammenführen. In unregelmäßigen Abständen vergibt er Kulturpreise an herausragende Einrichtungen und Projekte.

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Barockmusik in Reutlinger Freimaurerloge

Die Sängerin und Cellistin Martina Trost

Foto: Martina Trost

Ein außergewöhnliches Konzert bekamen die Besucher der Freimauerloge Glocke am Fusse der Alb geboten: Die Sängerin und Cellistin Martina Trost und ihr Duopartner Pedro Gonzalez, boten im Tempel der Loge ein Programm vorwiegend englischer Lieder aus der Barockzeit dar.

(Reutlingen/ms) Nach einer Begrüßung durch Herrn Prof. Dr. Marc Schurr als Vertreter der Reutlinger Freimaurerloge, der sich über das Zustandekommen des Konzerts und die zahlreichen Besucher erfreut zeigte, führte Martina Trost kurz in das Programm ein.

Neben den weniger bekannten Kompositionen von John Barrett, John Eccles und Henry Carey sang Martina Trost unter kongenialer Begleitung ihres Duopartners auch bekannte Liebeslieder wie „Come again“ und „Flow my tears“ des englischen Komponisten John Dowland.

Besonders in diesen Liedern konnten die rund 70 Konzertbesucher die Klasse und das äußerst harmonische Zusammenspiel der beiden Musiker, die sich vor rund 15 Jahren während des Studiums an der Robert-Schumann-Musikhochschule in Düsseldorf kennen gelernt hatten, erfahren. In der mit zugleich viel Enthusiasmus und Zartheit dargebotenen Händel-Kantate „Nel dolce tempo“ griff Martina Trost zusätzlich zu ihrem studierten Instrument, dem Cello, so dass ihr wohl artikulierter Mezzosopran neben der Gitarre auch durch das eigene Cellospiel begleitet wurde. Umrahmt wurden die Gesangstücke durch die einzelnen Sätze der Partita in d-moll (BWV 1004) von Johann Sebastian Bach. Ein Monumentalwerk des Großmeisters der Barockmusik, welches eine Fülle musikalisch verarbeiteter christlicher und biografischer Symbole aufweist und die Genialität dieses Komponisten zeigt.

Pedro Gonzalez brachte dieses mit herausragender Technik und höchster Empfindsamkeit in einer Bearbeitung für Konzertgitarre zu Gehör. Die Zuhörer waren so begeistert, dass die Musiker noch zwei Zugaben spielten, darunter mit „Café 1930“ des argentinischen Komponisten Astor Piazolla das einzige Stück aus dem 20. Jahrhundert, mit dem die beiden Musiker zeigten, dass sie auch dieses Genre überaus feinfühlig beherrschen.

Martina Trost wurde 1980 in St. Wendel/Saar geboren und begann mit 8 ½ Jahren begann das Violoncello zu erlernen. Es folgte ein Instrumentalstudium an der Robert- Schumann-Hochschule Düsseldorf, welches sie mit dem Diplom der Musikpädagogik abschloss. Nach ihrem Instrumentalstudium widmete sie sich zunehmend mehr ihrer zweiten Leidenschaft, dem Gesang und der Barockmusik.

Pedro Gonzalez wurde 1983 in Ávila geboren. Seine erste musikalische Ausbildung erhiellt er am Conservatorio “Tomás Luis de Victoria”, wo er auch das Grundstudium in den Fächern Gitarre bei Salvador Gómez und Komposition bei Antonio Bernaldo de Quirós und Alejandro Moreno abschliesst. Nach dem Abitur studiert er im „grado Superior” am Real Conservatorio Superior de Música in Madrid bei José Luis Rodrigo, an der Hochschule für Musik Köln bei Roberto Aussel, am Conservatorio Superior de Música de Salamanca bei Hugo Geller und an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar bei Thomas Müller-Pering.

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