Neujahrsempfang in Hamburg

Neujahrsempfang in Hamburg, Foto: Martin Brinckmann

In einer gemeinschaftlichen Veranstaltung begingen die Hamburger Freimaurer ihr "Neujahrsfest". Als Festredner referierte Prof. Michael Otto zum Thema "Verschwinden mit der Digitalisierung unsere Werte?"

Zur Zeit dominiert eine Fülle von Zukunftsängsten die gesellschaftspolitische Debatte, wobei neben dem vielbeschworenen Klimawandel auch das Stichwort „Digitalisierung“ die Gemüter nachhaltig bewegt. Da hat sich der Distrikt Hamburg als Ideengeber und federführend in der Vorbereitung und Ausführung des NEUJAHRSEMPFANGS am 2. September 2019 im Namen aller Freimaurerlogen in Hamburg sowie in Kooperation mit den Großlogen der Vereinigten Großlogen von Deutschland und den Alten Freien und Angenommenen Maurern von Deutschland, der Provinzialloge von Niedersachsen und der Großloge Humanitas die Auseinandersetzung mit dem Thema „Verschwinden mit der Digitalisierung unsere Werte?“ und seinem Festredner Prof. Dr. Michael Otto konstruktiv eingemischt.

Der oft unterstellte Vorwurf, die Freimaurer würden sich nur mit sich selbst – zurückgezogen in ihren eigen Mauern – beschäftigen, wurde an diesem Abend in der Tat eindrucksvoll widerlegt. Eine breite Öffentlichkeit und ein Fernsehteam von „Hamburg 1“ bekundeten neben vielen Logen ihr großes Interesse an der Veranstaltung im Logenhaus der Privinzialloge von Niedersachsen.

Als dessen Hausherr begrüßte Br. Uwe Dörger alle Anwesenden im vollbesetzten Großen Mozart-Saal, ihnen voran den Festredner, masonisch den Großmeister A.F.u.A.M., Br. (Prof. Dr.) Stephan Roth-Kleyer, den VGL-Großmeister, Br. Christoph Bosbach, und dessen Stellvertreter, B. Bernd Brauer, sowie die Großmeisterin der Großloge Humanitas, Sr. Hanna Stadler-deCubas. Anschließend ergriff zu weiterer Begrüßung Distriktsmeister Br. Thomas Stuwe das Mikrophon am Rednerpult, erläuterte dem Auditorium den „Neujahrsempfang“ im September als „freimaurerische Zeitrechnung“ mit dem Ende des ersten Maurer-Halbjahres zu Johanni, dem 24. Juni, und dem Beginn des neuen Maurer-Halbjahres am 1. September, um sich dann der Persönlichkeit des Festredners, Prof. Dr. Michael Otto, zu widmen.

„Ein Leuchttum – las ich in der Vorbereitung über Ihr Unternehmen. Digitale Information sei wie Wasser, heißt es. Irgendwie sickert durch, welche Werte eine Firma vertritt.“ richtete der Distriktsmeister seine Worte an den Festredner und fügte u. a. zwei weitere Zitate hinzu (aus einem Leserbrief in der ZEIT): „Wir Menschen sind gefordert, die im Zeitalter der Aufklärung gewonnenen Erkenntnisse und Werte zu digitalisieren, wir brauchen neue Kompetenzen in allen Lebensbereichen.” sowie aus einer Finanzzeitschrift: „Durch Outsourcing und Digitalisierung gehen zunehmend Gemeinsamkeit und Vertrautheit verloren. Rituale helfen, die Gemeinschaft wieder zu stärken.”

Das Zitat ist für einen Freimaurer-Empfang natürlich eine Steilvorlage. Schließlich ist die rituelle Arbeit unser USP.“, bekannte Br. Thomas Stuwe und fasste danach die Biographie von Prof. Otto in knappen Daten zusammen: Abitur, Banklehre, Studium der Volkswirtschaft, Promotion. 1971 Vorstand im Unternehmen des Vaters, von 1981 bis 2007 Leitung der „Otto Group“ als Vorstandsvorsitzender sowie Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hamburger Handels- und Dienstleistungsgruppe Otto. Initiator und Vorsitzender des Freundeskreises der Hochschule für bildende Künste Hamburg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Kulturkreis des BDI und Vorsitzender des Kuratoriums der Werner Otto Stiftung für medizinische Forschung. Und Br. Thomas Stuwe fuhr fort: „Ökologischen Aspekten misst Prof. Otto von jeher in der Führung seiner Unternehmensgruppe, aber auch bei seinen zahlreichen ehrenamtlichen Engagements, eine große Bedeutung bei.

Für sein Engagement wurde Prof. Otto vielfach ausgezeichnet, unter anderen mit dem Heinz Sielmann Ehrenpreis für seine herausragenden Leistungen im Bereich Natur- und Umweltschutz sowie mit dem Walter-Scheel-Preis“. Und neben weiteren Auszeichnungen wurde ihm 2013 von der Bürgerschaft und dem Senat die Würde eines Ehrenbürgers der Freien und Hansestadt Hamburg „für seine herausragenden Leistungen als Unternehmer sowie als Stifter, der über das Notwendige hinaus wirtschaftliche und gesellschaftliche Verantwortung übernimmt“, verliehen. Soweit die gekürzten Ausführungen unseres Distriktsmeisters.

Festredner Michael Otto, Foto: Martin Brinckmann

Nach einem musikalischen Intermezzo folgte nun der Vortrag von Prof. Otto unter dem Titel „Verschwinden mit der Digitalisierung unsere Werte?“ In seiner freien Rede schilderte er an der Vita seines großen Unternehmens die vielschichtige Entwicklung seiner Firmenstruktur zu einem weltweit vernetzten Konzern mithilfe einer gezielten Digitalisierung auf allen Ebenen, deren Planung und Anwendung 25 Jahre in Anspruch genommen haben. Die „Otto-Group“ hat bei dieser gigantischen Umstellung eines traditionsbewussten Konzerns in das neue digitale Zeitalter geradezu unerforschtes Terrain betreten, dessen Bewährung am eigenen Experiment erprobt werden musste – mit
allen Risiken, die eine Avangarde eingehen muss. Die „Otto-Group“ stellte sich dabei der Herausforderung, neben wirtschaftlicher Effizienz und notwendigem Erfolg den vielfältigen innovativen Maßnahmen auch die Balance der sozialen Verantwortung und der ökologischen Nachhaltigkeit zu gewährleisten, ein Vorhaben, das wahre digitale Pionierarbeit im Unternehmen erforderte.

Ergänzend sei hier der Festredner in der Zielsetzung seiner von ihm gegründeten „Umweltstiftung Michael Otto“ aus dem Internet ebenfalls zitiert: „Es geht mir bei meinem Wirken als Stifter insbesondere darum, Impulse für die Gestaltung zukunftsweisender Lösungen im Natur- und Umweltschutz zu setzen und diese in einem gesellschaftlichen Diskurs zu stärken. Wir haben deshalb die Stiftung von Beginn an auch als Dialogplattform und Brückenbauerin konzipiert.“

In seinem Festvortrag schilderte Prof. Otto eben nicht nur die Firmengeschichte der „Otto group“, sondern die damit verbundene Notwendigkeit, innovative Entwicklungen wie beispielsweise die Digitalisierung zu erkennen, anzuwenden und kritisch zu überprüfen, ob der gesellschaftliche Wertekanon dabei gewahrt bleibe, damit der Mensch den Zukunftsperspektiven nicht nur in der Arbeitswelt mit Zuversicht begegnen kann – ein echtes „Otto-Credo“! Kein Wunder, dass diese Botschaft im Auditorium kräftigen Beifall auslöste und dem „Neujahrsempfang“ eine sinnstiftende Richtung zuwies. So fügten sich auch die Schlussworte von Sr. Hanna Stadler-deCubas über das Streben der Freimaurerei nach mitmenschlicher Wertschätzung und Empathie nahtlos ein, verbunden mit der Einladung zu anregenden Gesprächen bei Fingerfood und Getränken im Kleinen Mozart-Saal. Von diesem Angebot machten viele der Anwesenden – einschließlich des Festredners – regen Gebrauch.

Bleibt unbedingt nachzutragen: Die musikalische Umrahmung besorgten in hinreißender Virtuosität die Kammermusikerin Frau Sabine Grofmeier (Klarinette) und Br. Jean Panajotoff (Konzertflügel). Beide ernteten den stürmischen Applaus eines begeisterten Publikums.

Summa summarum: Der Freimaurerbund hat mit seinem „Neujahrsempfang“ in Hamburg wieder einen Maßstab von Öffentlichkeitsarbeit angelegt, der nicht nur in der Hansestadt erneut eine anerkennende Beachtung und einen bemerkenswerten Zuspruch fand. Ein weiterer Baustein einer erfolgreichen Bewusstseinsbildung über Freimaurerei im öffentlichen Raum wurde so hinzugefügt. Und ganz nebenbei war das Gemeinschaftserlebnis unter den Beteiligten am Zustandekommen des „Neujahrsempfangs“ und dessen Unterstützung auch eine erfreuliche, motivierende Erfahrung, die man gern für weitere Aktivitäten nutzen darf.

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Neujahrsempfang der Loge “Plato” in Wiesbaden

Festredner Dirk Reimers, Staatsrat a.D und Vorstandsbevollmächtigter der Deutschen Nationalstiftung im Festsaal der Loge „Plato zur beständigen Einigkeit“ Foto: Privat

Der freimaurerische Jahreswechsel erfolgt nach alter Tradion um den 24. Juni herum. Ende Juni fand der 5. Neujahrsempfang der Wiesbadener Loge „Plato zur beständigen Einigkeit“ im Festsaal des Logenhauses statt.

Wiesbaden (tf). Meister vom Stuhl Br. Richard Lewinsky begrüßte zahlreiche Ehrengäste wie beispielsweise Oberbürgermeister, Sven Gerich, die Stadtverordnetenvorsteherin und ihren Stellvertreter, den Stadtältesten, den Wiesbadener Bundestagsabgeordneten Ingmar Jung und zahlreiche weitere Gäste aus Stiftungen, Vereinen, der Casino-Gesellschaft und dem Lionsclub.

Br. Rolf Keil, stellv. DM Hessen- Thüringen, überbrachte die Grüße des Großmeisters Br. Stephan Roth-Kleyer. In seinem Grußwort stellte er die Logen als Brückenbauer für den Austausch auf kultureller und geistiger Ebene heraus. Dazu trage auch dieser bereits 5. Neujahrsempfang der Wiesbadener Loge „Plato zur beständigen Einigkeit“ bei, um die Gedanken der Freimaurerei über den Weltethos und die Humanität in die Öffentlichkeit zu tragen.

Sven Gerich, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden, bedankte sich für die erneute Einladung zu dieser Veranstaltung. Oberbürgermeister Gerich griff vorab das Thema des Festredners auf, um auf die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Tendenzen einzuwirken. Hier würdigte er das Engagement von Ehrenamtlichen und Vereinen insbesondere für die Stadt Wiesbaden. So unterstützt seit mehr als 100 Jahren die Loge Plato mit der logennahen Hempelstiftung beiuspielsweise die Wiesbadener Musik- und Kunstschule. Er dankte der Loge für ihr Öffnung und ihre Unterstützung beim Zusammenhalten des Wiesbadener Stadtlebens. Für die Zukunft wünschte er der Loge Plato, dass sie die Ziele, ethische wie humanistische, weiter verfolgt und sie ausbaut.

Der Festredner des 5. Neujahrsempfanges war Dirk Reimers, Staatsrat a.D. und Vorstandsbevollmächtigter der Deutschen Nationalstiftung. Der Titel der Festrede lautete „Was uns zusammenhält – die Idee der Nation in Europa“. Herr Reimers stellte kurz die Stiftung vor und ging anschließend auf den Nationenbegriff ein. Hierbei bediente er sich einer Rede von Ernest Renan aus dem Jahre 1882. „Die Nation sieht Renan als ein ‘Wir-Gefühl’, als das Ergebnis eines inneren Prozesses in den Köpfen und Herzen der Menschen, also einem ‘täglichen Plebiszit’ für oder gegen die Zugehörigkeit zu einer Nation.“ Hierbei setzt sich das „Wir-Gefühl“ aus drei Säulen zusammen:

  1. Gemeinsame Sprache für eine Kommunikation, für eine Gesellschaft und damit auch als Teilhabe an der Demokratie
  2. Mindestkenntnisse des kulturellen Erbes, wie gemeinsame Werte, Traditionen, Gebräuche
  3. Der Wille an einer gemeinsamen Zukunft mitzuwirken

Das „Wir-Gefühl“ hat ein breites Spektrum an „Wir-Gefühlen“, z.B. familiärer, weltanschaulicher Art, und unterliegt, wie alle Gefühle, Schwankungen in jede Richtung. Unsere Nation ermögliche Vielfalt. Das bedürfe einer gemeinsamen Grundlage auf der das „Wir-Gefühl“ gedeihen kann, um die Menschen zusammenzuhalten. Im Ausland seien die Deutschen bekannt, dass sie keine Deutschen sein wollen. Allerdings habe diese Ich-Schwäche Deutschlands gleichfalls die Bereitschaft gefördert, sich stärker als manch andere Nation in das Europa zu integrieren. Deutschland sei ein Einwanderungsland. Um dessen Zusammenhalt zu erreichen unter Bewahrung unserer Werte und unseres Lebensstils, sowie bei der Integration von Migranten erfolgreich sein zu wollen, bedürfe es vor allem Selbstbewusstsein. „Nur wer sich seiner selbst bewusst ist und in sich ruht, kann anderen Partner sein und weltoffen, um multilateral mit anderen gemeinsame Probleme zu lösen.“ Herr Reimers stellte klar, dass der Zusammenhalt nicht von oben verordnet werden kann. Der Zusammenhalt als Nation wächst von unten und ist mitbestimmt durch die Werte des Humanismus, das Erbe der Aufklärung, durch unseren eigenen Willen und unsere Zuversicht.

Nach dem Festvortrag von Herrn Reimers und viel Applaus, gab es zum Abschluss der Veranstaltung eine klassische Gesangseinlage von Künstlerinnen und Künstlern der Wiesbadener Musikakademie. Einmal mehr verweilten Gäste und Brüder noch lange zum gesellschaftlichen Ausklang mit Imbiss im Logenhaus. Die Gespräche rankten sich um den geachteten Festvortrag und gleichfalls um Freimaurerei durch interessierte Gäste. Kontaktdaten wurden viele ausgetauscht und einmal mehr Interesse für die nächsten Gästeveranstaltungen bekundet.

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Neujahrsempfang der Nienburger Freimaurerloge

Von Links: Der Referent Altgroßmeister Jens Oberheide, Vorsitzender der Loge Dr. med. Wilhelm Cohrs

Von Links: Der Referent Altgroßmeister Jens Oberheide, Vorsitzender der Loge Dr. med. Wilhelm Cohrs

Der Saal war prall gefüllt beim Vortrag von Altgroßmeister Jens Oberheide über Freimaurerei und Musik anlässlich des Neujahrsempfanges der Nienburger Freimaurerloge, zu dem der Vorsitzende Dr. med. Wilhelm Cohrs rund 70 Gäste begrüßte, u.a. den Bürgermeister Henning Onkes.

(Nienburg/dh) Cohrs erinnerte an eine Vielzahl von Veranstaltungen in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr anlässlich 300 Jahre Freimaurerei. Es war eine gute Möglichkeit die Freimaurerei in der Öffentlichkeit umfangreich vorzustellen. Wichtiger sei allerdings das Bewusstsein, dass jede Loge vor Ort mit ihren Brüdern Kern und Träger der freimaurerischen Gemeinschaft sind. „Wir arbeiten an uns, für unsere Loge und für unsere Gesellschaft. Freiheit, Brüderlichkeit, Menschlichkeit und Toleranz, sind dabei die bestimmenden freimaurerischen Grundhaltungen“, betonte der Meister vom Stuhl.

Eine gemeinsame Aktivität der Nienburger Loge „Georg zum silbernen Einhorn“ und der Hoyaer Loge „St. Alban zum Æchten Feuer“ hob Cohrs besonders hervor. Der Wettbewerb der Gymnasien aus Stadt und Kreis Nienburg wurde zum dritten Male ausgeschrieben und war erneut ein voller Erfolg. Die Jury war begeistert vom Niveau der eingereichten Facharbeiten von denen zahlreiche mit Geld- und Buchpreisen belohnt wurden. Cohrs betonte, dass es Mut macht und Veranlassung gibt positiv in die Zukunft zu sehen, wenn sich junge Menschen kritisch und sachlich und in gut verständlicher Sprache mit aktuellen Themen aus der Gesellschaft und den Naturwissenschaften auseinandersetzen.

Der Referent Jens Oberheide ist den meisten Anwesenden kein Unbekannter. Er referierte schon mehrfach in öffentlichen Veranstaltungen in Nienburg. Sein Thema an diesem Tage war die Musik und ihre Rolle in der Freimaurerei, die von Beginn an eine besondere Bedeutung in der Freimaurerei hatte. Schon in den ersten Logen – vor 300 Jahren – wurde gesungen. Sänger, Instrumentalisten, Librettisten und Komponisten haben die rituellen und gesellschaftlichen Zusammenkünfte der Freimaurer mitgestaltet und einige von Ihnen haben mit ihren Werken sogar die Musikgeschichte geprägt. Mozart, Haydn, Liszt, Sibelius oder Lortzing waren ebenso Freimaurer wie Irving Berlin, Count Basie, Duke Ellington, Lionel Hampton oder Nat „King“ Cole. Eine große Bandbreite von der Klassik über den Jazz bis zum Schlager.

Menschen, die dem Erlebnisgehalt von Musik und Freimaurerei anhängen, sind Seelenverwandte. Das hängt wohl damit zusammen, dass sowohl Musik als auch Freimaurerei mit Selbstfindung und Sinnsuche zu tun haben. Sie sind im sensiblen Sinn von „Harmonie“ miteinander innig verbunden. Komponisten, die Freimaurer waren, haben oft auch freimaurerische Stimmungen und Rituale entsprechend übersetzt. Der Freimaurer Mozart hat zum Beispiel von sich gesagt, er könne „Gesinnungen und Gedanken in Tönen ausdrücken“. In diesem Sinn gehören seine freimaurerischen Kompositionen zu den schönsten Beispielen einer fruchtbaren Wechselwirkung von Musik und Freimaurerei. Nicht nur in seiner Oper „Die Zauberflöte“ verarbeitet er freimaurerische Ideen.

Wenn Musik die Kunst ist, durch Töne Empfindungen auszudrücken, dann versteht man leichter, warum sich so viele Musiker zu einem Bund wie dem der Freimaurer hingezogen fühlen. Ein Bund, der Empfindungen sensibel über Symbole ausdrückt oder über Sinnbilder, die zu Denkbildern werden. „Wer sich auskennt, kann Musik auch lesen. Über die Noten. Musik erschließt sich aber erst, wenn man sie erlebt. Auch über Freimaurerei kann man vieles lesen, doch sie erschließt sich erst, wenn man sie selbst erlebt. Und das Erleben von Freimaurerei wird immer auch begleitend unterstützt durch Musik. Zum Beispiel im Erleben eines Rituals“, sagte Oberheide.

Die anwesenden Gäste bedachten den Vortrag mit herzlichem Beifall und der Stuhlmeister bedankte sich bei Altgroßmeister Oberheide mit einer Spende für das Freimaurerische Hilfswerk. Ralf Winkelmann, vielen (musizierenden) Nienburgern ebenfalls kein Unbekannter, begleitete den Empfang auf seiner Gitarre und wurde ebenfalls mit herzlichem Beifall belohnt. Für die jahrelange treue Unterstützung überreichte ihm der Logenvorsitzende ein Buchgeschenk.

Die meisten Gäste nutzten die sich anschließende Möglichkeit, bei einem kleinen Buffet Neujahrsgrüße und Gedanken in den Logenräumen auszutauschen.

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Neujahrsempfang der Düsseldorfer Logen

v.L.n.R. Bürgermeister Karen-Jungen, Kulturdezernent Lohe, Eduardo Flores Bermudez, Barbara Rüth, Michael Meckel

v.L.n.R. Bürgermeister Karen-Jungen, Kulturdezernent Lohe, Eduardo Flores Bermudez, Barbara Rüth, Michael Meckel

Die neun Düsseldorfer Logen hatten sich vor zwei Jahren entschieden, das Jubiläumsjahr 2017 der modernen Freimaurerei, gemeinsam und lehrartübergreifend gebührend zu feiern. Am 8. Januar 2017 fand die erste öffentliche Veranstaltung mit dem Neujahrsempfang in der Düsseldorfer Tonhalle statt. Zu diesem Anlass wurden alle Logen-Mitglieder im Rheinland sowie die Großmeister innerhalb der Vereinigten Großlogen von Deutschland und der Frauen-Großloge von Deutschland eingeladen.

Um 11.00 Uhr kamen trotz Eiseskälte und Glatteis knapp 270 Freimaurer/Innen und Gäste zusammen. Nach einem Sektempfang moderierten Sr. Barbara Rüth, Stuhlmeisterin der Freimaurerinnenloge Constantia und Br. Michael Meckel, Stuhlmeister der Loge Rose und Akazie die Veranstaltung mit viel Charme und Wärme. Die Grußworte des Oberbürgermeisters der Stadt Düsseldorf wurden von Bürgermeister Günter Karen-Jungen und vom Düsseldorfer Kulturdezernenten Herrn Hans-Georg Lohe überbracht. Letzterer hat besonders die Verknüpfung von Kultur, Musik und Freimaurerei unterstrichen.

Bei der anschließenden Ansprache von Br. Eduardo Flores Bermudez als Vertreter des Großmeisters der VGLvD stellte er die Bedeutung und Tragweite der VGLvD im In- und Ausland anhand von einigen Beispielen dar. Besonders hervorzuheben ist “das neue Gesicht der modernen Freimaurer in Deutschland”. Er unterstrich auch sehr energisch, dass die Freimaurer, die sich durch Bescheidenheit und Brüderlichkeit auszeichnen, aber ebenso eine wichtige Leadership-Rolle in unserer Gesellschaft führen.

Sr. Antje Hansen, Großmeisterin der Frauen-Großloge von Deutschland, rief dazu auf, sich persönlich unbedingt und immer einzumischen, wenn pauschalisiert werde, Fakten verdreht oder schlicht Behauptungen aufgestellt würden. “Wir sollten nicht der Versuchung erliegen, uns im Gestern bequem einzurichten oder Freimaurerei als etwas zu betrachten, das man nur für sich selbst tue”, Freimaurer seien schließlich aufgerufen, sich heute in der Welt zu bewähren. Dazu gehöre auch eine zeitgemäße Darstellung und Verkörperung und immer wieder der engagierte Diskurs.

v.L.n.R. Michael Meckel,  Günter J. Stolz, Arnim Schneider, Antje Hansen

v.L.n.R. Michael Meckel, Günter J. Stolz, Arnim Schneider, Antje Hansen

Der zugeordnete Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer, Br. Arnim Schneider, brachte sehr deutlich zum Ausdruck, dass die moderne Freimaurerei sehr wohl politisch, wenn auch nicht parteipolitisch, ist. Um den Zielen der Freimaurerei gerecht zu werden ist eine engagierte Einmischung und Tatkraft unablässig. Er setzt sich für die Zusammenarbeit und den regen Austausch aller Logen, wie sich das hier in Düsseldorf sehr positiv entwickelt hat, ein.

Br. Günter Scholz überbrachte die Grüße und Wünsche der Großen Landesloge der Freimaurer. Er beglückwünschte die Düsseldorfer Logen, dass sie unabhängig der Lehrarten, durch ihre Beiträge gleiche Schwerpunkte setzten und damit die Bruderkette der Freimaurerei erlebbar wird. Als besonderes Ausrufezeichen appelliert er an alle, dass wir Freimaurer auf die Erhaltung der Freiheit in unserem Gemeinwesen achten und dafür einstehen müssen.

In seiner großartigen Neujahrsansprache referierte Br. (Dr.) Hans-Günter Wachtmann über “Die geschichtliche Entwicklung der Freimaurerei”. Er bezog sich hierbei u.a. auch auf den mitreißenden Appell des Freimaurers Br. Carl von Ossietzky: “Wir sind alle Mittler zum Leben. Wir wollen die Gemeinschaft der Menschen freudig als die Grundlage unserer Sittlichkeit anerkennen, wir wollen Mitkämpfer, Förderer und Führer all jener Bewegungen sein, in denen ein freies Menschentum nach sinnvoller Gestaltung des Daseins strebt, sei es in bewährten alten, sei es in neuen Formen”.

Zwischen den Ansprachen begeisterte das erfolgreiche Streichquartett „Panta Rhei“ mit einer virtuosen Musik.

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