Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (A.F.u.A.M.v.D.)

Trierer Logenhaus vom Hochwasser überschwemmt

Internet-Redaktion

Das Haus der Loge "Zum Verein der Menschenfreunde" wurde durch das Hochwasser in beträchtlichem Maße zerstört. Die Mitglieder und ihre Frauen blicken nach vorn und packen an, bitten aber für den Wiederaufbau um Spenden.

Das Mobiliar und das komplette Inventar wurden vollständig zerstört und noch ist offen, wie groß die Schäden am Haus selbst sind. Einer der Logenbrüder hat das Hochwasser an vorderster Linie erlebt und berichtet: “Als Polizeibeamter musste ich am Bildschirm im Lagezentrum live mitverfolgen, wie unser Logenhaus sprichwörtlich in den Fluten unterging. Unsere Loge wurde im Jahr 1805 von überwiegend französischen Beamten und Offizieren gegründet. Nach den dunklen Zeiten im Nationalsozialismus ist die aktuelle Flutkatastrophe die schlimmste Erfahrung, die unsere Loge in den mehr als 215 Jahren ihres Bestehens erleben musste. Selbstverständlich ist unser Schicksal nicht mit dem unsäglichen Leid zu vergleichen, das tausende Menschen in Trier und im Umland sowie im Ahrtal und in Nordrhein-Westfalen erleiden mussten. Viele haben ihr gesamtes Hab und Gut, ihre komplette wirtschaftliche Existenz verloren und mit dem Stand von heute, dem 24. Juli 2021, sind allein im Ahrtal mehr als 130 Tote zu beklagen.

Auch im Landkreis Trier-Saarburg wurde eine bislang vermisste Person tot aufgefunden. Für uns als Polizei und Rettungskräfte nur eine weitere traurige Zahl mehr in der Katastrophenstatistik, aber für die Hinterbliebenen ein furchtbarer Verlust und schreckliches Schicksal.”

"Die Leute laufen um ihr Leben!"

“Ein solches Einsatzgeschehen habe ich in 24 Dienstjahren noch nicht erlebt”, berichtet der Logenbruder weiter, “und es erinnerte mich an alte Fernsehberichte und Reportagen von der Sturmflut Hamburg aus dem Jahre 1962. Um 10:02 Uhr, ich war gerade dabei, mit dem Landrat Günther Schartz die Livebildübertragung des Polizeihubschraubers über der Ortschaft Wintersdorf auszuwerten, veränderte ein Funkspruch der Polizeileistelle Trier das Logenleben unserer Loge auf einen Schlag völlig.

So wurde wörtlich gefunkt: „Achtung, hier Leitstelle Trier, ich unterbreche jeglichen Funkverkehr! Alle verfügbaren Streifen aus dem Präsidium Trier sofort nach Ehrang. Hier gab es soeben einen Dammbruch! Die Leute laufen um ihr Leben! Ich wiederhole, alle verfügbaren Streifen sofort nach Trier-Ehrang, die Leute laufen um ihr Leben!“

Ich beorderte daraufhin den Polizeihubschrauber sofort nach Ehrang, und konnte traurig und fassungslos live am Bildschirm miterleben wie ein gesamter Stadtteil, der zwar an der Mosel immer wieder in Teilen mit dem Hochwasser leben und kämpfen muss, völlig in den Fluten unterging – und das auch in Straßenzügen, die noch nie Opfer der Fluten wurden.

Dazu gehörte auch unser Logenhaus in der Gartenstraße. Ich musste in Echtzeit sehen, wie unser erst vor wenigen Jahren erworbenes Logenhaus, was in den letzten Monaten mit großem finanziellem Einsatz und erheblicher Muskelkraft vieler Brüder immer weiter saniert und ausgebaut wurde, in den braunen Wassermassen unterging”

Erst zwei Tage später war es den Brüdern möglich, zum Logenhaus durchzudringen. Wasser, Schlamm, Öl und ein modriger Geruch erwartete die Helfer. Der Keller einschließlich Heizung und Öltanks war komplett geflutet, selbst im Erdgeschoss stand das Wasser einen Meter hoch.

Aber alle waren sich einig: Anpacken und retten, was zu retten ist. Bis in den späten Abend wurde gepumpt, geschaufelt, getragen und gesäubert. Sämtliches Mobiliar, die Küche, alle Holzböden, die Innentüren – alles musste von uns herausgerissen werden und liegt auf dem Sperrmüll. Inwieweit auch die Bausubstanz massiv geschädigt wurde, können wir noch gar nicht abschätzen. An den Außenwänden sind seit dem Rückgang der Wassermassen deutliche Risse zu erkennen. Eine Begehung mit Architekten und Statikern steht noch aus.

Auch wenn die Loge sprichwörtlich am Boden liegt und die Versicherungen für die Elementarschäden und ihre Folgen nicht aufkommen, wollen sich die Brüder und ihre Angehörigen nicht unterkriegen lassen. Sie schauen nach vorn und wollen die Loge wieder aufbauen. Der Keller ist bereits leergepumpt, der Schlamm aus dem Haus, Teile des Bodens sind zerstört und große Teile des Mobiliars unbrauchbar. Für den Wiederaufbau bittet die Loge um Spenden und bietet an, von jedem Euro 20 Cent für die eigene Loge zu verwenden und den Großteil solidarisch zur Hälfte den Flutopfern in Trier und dem Umland sowie im Großraum Ahrweiler weiterzuleiten.

Wenn Sie spenden möchten

Die Bankverbindung der Freimaurerloge “Zum Verein der Menschenfreunde” in Trier hat die Bankverbindung IBAN DE40 5855 0130 0000 3302 33 bei der Sparkasse Trier, BIC TRISDE55XXX. Bitte fügen Sie das Stichwort “Hochwasserkatastrophe” hinzu.

Leserbriefe

Hier in Südthüringen hat es uns der Extremregen nicht so sehr geschadet. Doch die inzwischen immer zu erwartenden Unwetter können uns ebenso hart treffen. Das ist ein Grund, dass ich gern eine Spende an das Freimaurerische Hilfswerk sende. Hoffen wir, dass die vom Hochwasser betroffenen Menschen den Mut nicht verlieren. Thomas Haug, Suhl

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